Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 3 Min.

Google Cloud verspricht SAP-Kunden „Zero Downtime“


Computerwoche - epaper ⋅ Ausgabe 18/2019 vom 15.04.2019

Google hat auf der „Next ‘19“ einen Marktplatz für Open-Source-Lösungen von Drittanbietern vorgestellt. Zudem wurde mit „Anthos“ eine Plattform für Multi-Cloud-Umgebungen präsentiert – und auch für SAP-Anwender gab es Neues.


Artikelbild für den Artikel "Google Cloud verspricht SAP-Kunden „Zero Downtime“" aus der Ausgabe 18/2019 von Computerwoche. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Von Heinrich Vaske, Editorial Director


Google-Chef Sundar Pichai nutzte die große Bühne im Moscone Center in San Francisco nur für ein paar einleitende Worte, nahm dabei aber die wichtigste Ankün-digung gleich vorweg. Mit „Anthos“, der auf der Container-Lösung Kubernetes basierenden, rundum erneuerten „Cloud Services Platform“, wolle man Kunden in die Lage versetzen, Anwendungen für Hybrid- und Multi-Cloud-Um-gebungen zu schreiben.

Was es damit auf sich hat, führte Thomas Kurian aus, der erst kürzlich von Oracle zu Google wechselte und dort als CEO von Google Cloud Diane Greene ablöste. Kunden wünschen sich seinen Ausführungen zufolge einen einheitlichen Cloud-Technologie-Stack, mit dem sie Anwendungen für das eigene Rechenzentrum, aber auch für die Public Clouds verschiedener Provider schreiben könnten. Anthos ermögliche das, Software könne mit einem einheitlichen Programmiermodell „Cloud-agnostisch“ geschrieben werden.

Artikelbild für den Artikel "Google Cloud verspricht SAP-Kunden „Zero Downtime“" aus der Ausgabe 18/2019 von Computerwoche. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Um die Google Cloud Platform (GPC) ging es auf der gut besuchten User-Konferenz Next ‘19 in San Francisco.


Eine Plattform für alles

Kurians Google-Kollege Eyal Manor sagte, dass Google die Komplexität aus dem Hybrid- und Multi-Cloud-Management herausnehmen wolle. Die große Mehrheit der Unternehmen verfolge heute eine Multi-Cloud-Strategie, „proprietäre Infrastrukturen und APIs stehen dem im Wege“. Wer eine Multi-Cloud-Strategie ohne Masterplan verfolge, riskiere, dass sich fragmentierte Gruppen von Entwicklern und Operations-Verantwortlichen bildeten. Mit der jetzt verfügbaren Neuauflage der Google Cloud Services könnten Unternehmen On-Premise-wie Cloud-Anwendungen auf einer Plattform und auf der Basis integrierter Security-Layer schreiben und Legacy-Anwendungen modernisieren. Die Plattform biete Monitoring, Logging, Transparenz und CI/CD-Tooling, sie sei in Zusammen-arbeit mit zahlreichen Kunden und Partnern entstanden.

Lockruf an SAP-S/4HANA-Anwender

Das waren genau die richtigen Stichworte für Brad Calder, Vice President of Core Infrastruc-ture GCP. „Wenn ein SAP-System ausfällt, steht das ganze Business still“, sagte Calder. Solche Downtimes seien nicht mehr zu akzeptieren. Er beschrieb die neue Funktion „Live-Migration“ für Anwender, die ihr SAP-S/4HANA-System auf der GCP betreiben wollen. Sie sorge dafür, dass Anwendungen auch in kritischen Situationen verfügbar blieben. Calder versprach sogar „Zero Downtime“.

Live-Migration auf der Compute Engine ermöglicht es demnach, VM-Instanzen – bei Google inzwischen bis zu 12 TB groß – auch bei Ereignissen wie Störungen oder Software- und Hardware-Aktualisierungen auszuführen. Laufende VMs werden von einer Host-Maschine auf eine andere übertragen -natürlich in derselben Zone. Dabei bleiben Eigenschaften und Attribute unverändert, das gilt auch für interne und externe IP-Adressen, Metadaten, Betriebssystem- und Anwendungsstatus, Netzeinstellungen etc.

Auch in Sachen Security hat Google dazuge-lernt. Kunden können anhand von Logdateien detaillierte Informationen darüber erhalten, wer wann auf Daten und Systeme zugegriffen hat – auf Wunsch auch mit Begründung. In sein Cloud-IAM (IAM = Identity- und Access-Management) und das Cloud Audit Logging hat Google außerdem den in der Cloud gehosteten Verschlüsselungsdienst „Key Management Service“(KMS) integriert. Damit kann eine Vielzahl kryptografischer Schlüssel – auch in Rotation – generiert, verwendet und gelöscht werden. Außerdem bietet die GCP den „Hardware Security Module (HSM) Service“ mit FIPS-140-2-Zertifizierung, um kryptografische Schlüssel sicher zu verwalten.

Marktplatz für Open-Source-Anwendungen

Neben der Multicloud-Plattform Anthos und den Ausführungen rund um die Verwaltung von Mission-Critical-Anwendungen in der Cloud hatte Google noch eine dritte Neuigkeit parat: Mit dem „Integrated Open Source Ecosystem“ soll in der GCP ein Marktplatz für Open-Source-Produkte entstehen. Google verspricht Kunden einen weltweit einheitlichen Support für ihre Managed-Service-Produkte, den zentralen Einkauf über eine Google-Rechnung und ein einheitliches User Interface für das Management der Third-Party-Dienste.

„Entwickler können auf der GCP Best-of-Breed-Tools nutzen. Wir wollen sicherstellen, dass die Open-Source-Entwicklung noch mehr Fahrt aufnimmt und ein zusätzliches Vehikel bekommt, um sich zu verbreiten“, sagte Kurian. Zu den initialen Partnern gehören MongoDB, Elastic, Confluent, Datastax, Influxdata, Neo4j oder Redis Lab. Ofer Bengal, CEO von Redis Lab, sagte: „Open-Source-Produkte zu monetarisieren war immer schon eine Herausforderung. Google verfolgt einen neuen Ansatz. Mit Beiträgen wie TensorFlow oder Kubernetes haben sie bewiesen, dass sie es ernst meinen mit Open Source.“ Die Integration mit nativen Cloud-Services von Google verspreche neue Geschäfte, zudem könnten die Anbieter ihre globale Reichweite noch einmal erhöhen.

Artikelbild für den Artikel "Google Cloud verspricht SAP-Kunden „Zero Downtime“" aus der Ausgabe 18/2019 von Computerwoche. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Google-Chef Sundar Pichai feierte die Erfolge der Google Cloud Platform und überließ die Neuigkeiten weitgehend seinem Kollegen Thomas Kurian.


Erster Auftritt von Thomas Kurian

Artikelbild für den Artikel "Google Cloud verspricht SAP-Kunden „Zero Downtime“" aus der Ausgabe 18/2019 von Computerwoche. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Im Cloud-Business läuft Google immer noch dem Marktführer Amazon Web Services (AWS) hinterher. Thomas Kurian soll das ändern. Lange Jahre war er im Topmanagement von Oracle und traf als rechte Hand von Larry Ellison wichtige Entscheidungen für den Datenbankriesen. Im Jahr 2010 gehörte Kurian laut „CNN“ zu den 20 US-Managern, die am meisten Geld verdienten. Die Aufgabe bei Google ist klar: Der Suchmaschinen-Primus will zum führenden Cloud-Provider werden.


Fotos: Google

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 18/2019 von Bitkom-Konferenz: Firmen investieren nur zögerlich in den digitalen Umbau. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Bitkom-Konferenz: Firmen investieren nur zögerlich in den digitalen Umbau
Titelbild der Ausgabe 18/2019 von Artificial Intelligence, Machine und Deep Learning – das sind die Unterschiede. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Artificial Intelligence, Machine und Deep Learning – das sind die Unterschiede
Titelbild der Ausgabe 18/2019 von Warum der Einsatz von Machine Learning noch nicht optimal ist. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Warum der Einsatz von Machine Learning noch nicht optimal ist
Titelbild der Ausgabe 18/2019 von Nvidia will die Entwicklung von KI-Software einfacher machen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Nvidia will die Entwicklung von KI-Software einfacher machen
Titelbild der Ausgabe 18/2019 von Uipath sieht für Softwareroboter noch jede Menge Entwicklungschancen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Uipath sieht für Softwareroboter noch jede Menge Entwicklungschancen
Titelbild der Ausgabe 18/2019 von Die Adobe Experience Platform soll Kundendaten in Echtzeit analysieren. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Die Adobe Experience Platform soll Kundendaten in Echtzeit analysieren
Vorheriger Artikel
Editorial: Deutschland ist aus dem digitalen Tiefschlaf erwacht
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Bitkom-Konferenz: Firmen investieren nur zögerlich in den di…
aus dieser Ausgabe