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GORDON MURRAY T.50: STAUBSAUGER MIT DREI SITZEN


Walter Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 14.10.2020

Formel-1-Designer Gordon Murray hat mal wieder ein Straßenauto gezeichnet. Selbstverständlich hat der T.50 ein paar Details, die sich sonst keiner traut.


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Bildquelle: Walter Magazin, Ausgabe 4/2020

Ex Formel 1-Konstrukteur Gordon Murray verzaubert seine Fans endlich wieder mit einem Supersportwagen. Erneut ist es ein Dreisitzer bei dem der Fahrer vorne mittig platziert ist


Nur mal kurz zur Einordnung des Genies Gordon Murray. Der 74 Jahre alte Südafrikaner wurde gerade zum „Einflussreichsten Konstrukteur“ in der Geschichte der Formel 1 gewählt. Sein legendärstes Werk ist der Brabham BT46B von 1978. Der produzierte durch einen mechanisch ...

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... angetriebenen Ventilator im Heck so viel Abtrieb, dass Niki Lauda damit Kreise um die Konkurrenz fuhr. Woraufhin der als „Staubsauger“ verspottete Renner nach nur einem Grand Prix unter fadenscheinigen Gründen prompt verboten wurde. Später wurden Nelson Piquet für Brabham und Ayrton Senna für McLaren mit Murrays Autos Weltmeister.

1989 wechselte Murray in die Straßensportwagen-Abteilung von McLaren. Dort zeichnete er zum Einstieg den F1, für den BMW den Motor beitrug und dessen Rennversion 1995 die „24 Stunden von Le Mans“ gewann. 2005 eröffnete Murray ein eigenes Designbüro. Seitdem sorgte er allerdings eher mit skurrilen, nie in Serie gebauten Entwürfen wie einem Billigtransporter namens „Ochse“ oder einem 1,30 Meter schmalen Kleinstwagen mit zwei Sitzen hintereinander für Schlagzeilen.

Jetzt also wieder ein Supersportwagen. Der hat mehr Ähnlichkeiten mit dem McLaren F1, als den Zwölfzylindermotor und die drei nebeneinander angeordneten Sitze mit dem Pilotensessel in der Mitte. Allerdings steht draußen dieses Mal nicht McLaren drauf, sondern Gordon Murray. Ergänzt um die Kombination T.50 als Kennzeichen für die 50. Arbeit seines Designbüros. Wobei sich Murray kompetente Partner ins Boot holte, namentlich Cosworth in Sachen Motor und das Formel- 1-Team Racing Point für die Aerodynamik. Irgendwie muss der Preis von rund 2,6 Millionen Euro - plus Steuern, versteht sich - ja gerechtfertigt werden. Wobei die geplante Auflage von exakt 100 Stück bereits ausverkauft sein soll. Auslieferung irgendwann 2022. Doch der Reihe nach.

Der Clou ist das 40 cm Gebläse am Heck. Dadurch braucht der T50 keinen Spoiler, erklärt sein Schöpfer


Murrays unbescheidenes Ziel war nicht weniger als der „maximalst fahrerorientierte Supersportwagen der Gegenwart“. Auf dem Weg dorthin verzichtete der längst zum „Commander of the British Empire“ (CBE) ernannte Professor auf den technischen Overkill der Hypercar-Konkurrenz. Seinen T.50 treibt ein klassischer Saugmotor an, dessen vier Liter Hubraum sich auf zwölf Zylinder verteilen. Mit der Erfahrung aus zig Jahren Formel 1 garantiert Cosworth Drehzahlfestigkeit bis 12.100 Touren - Rekord für ein Straßenauto. 650 PS leistet das hinter dem Cockpit platzierte Kraftwerk. Elektrische 30 davon steuert ein Riemen-Starter-Generator bei. Die Luftzuführung zum Motor erfolgt über eine Hutze auf dem Dach, die bei hoher Geschwindigkeit Staudruck erzeugt. So soll mittels Ram-Air-Effekt die Leistung auf bis zu 700 PS ansteigen, die per konventionellen Sechsganggetriebe auf die Hinterachse übertragen werden.

Über Fahrleistungen des mit 4,38 Metern Länge und 1,85 Metern Breite vergleichsweise kompakten Wagens kann derzeit nur spekuliert werden. Murray verspricht: „Der T.50 ist schnell.“

Sollte er auch bei einem Gewicht von unter 1.000 Kilogramm. Dies erreicht Murray durch Formel-1-Technologie. Dazu zählen unter anderem das aus Kohlefaser gebackene Monocoque als tragende Struktur und die erstaunlich cleane Karosserie aus kohlefaserverstärktem Kunststoff. Für deren Feinschliff griff Murray auf Windkanal und Aerodynamiker von Racing Point zurück.

Die können offenbar mehr als Vorjahresboliden von Mercedes in Pink kopieren. Jedenfalls hat der T.50 aktive Spoiler, deren Effizienz sich elektrisch verstellbar in sechs Programmen von „High Downforce“ bis „Streamline“ variieren lässt. Der Clou ist ein Gebläse mit 40 Zentimetern Durchmesser, das ähnlich wie beim Brabham BT46B Luft unter dem Fahrzeug absaugt und so für eine Art Ground-Effect sorgen soll. „Dadurch braucht der T50 keine zusätzlichen Spoiler“, behauptet Murray.

Anders als beim legendären „Staubsauger“ von 1978 wird der Ventilator jetzt elektrisch angetrieben. So oder so, es dürfte ein ziemliches Theater geben, sollte der Gordon Murray T.50 jemals im Motorsport auftauchen.


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