Lesezeit ca. 12 Min.
arrow_back

GOTHAM KNIGHTS


Logo von Games Aktuell
Games Aktuell - epaper ⋅ Ausgabe 11/2022 vom 19.10.2022
Artikelbild für den Artikel "GOTHAM KNIGHTS" aus der Ausgabe 11/2022 von Games Aktuell. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Games Aktuell, Ausgabe 11/2022

Erhältlich auf: PC | PS5 | XBX

Genre: Action-RPG

Bildquelle: Warner Bros.

Entwickler: Warner Bros. Montréal

Hersteller: Warner Bros.

Termin: 21. Oktober 2022

Am21. Oktober verschlägt es uns endlich wieder in das virtuelle Gotham City. Diesmal ist allerdings einiges anders. Weder übernehmen wir die Rolle von Batman, noch haben die Arkham-Macher von Rocksteady etwas mit dem Spiel zu tun. Diesmal sind die Entwickler des Arkham-Spin-offs Origins verantwortlich, der Titel ist kein Action-Adventure, sondern ein Action-RPG, und wir können uns zwischen gleich vier spielbaren Helden entscheiden, die sich allesamt in ihren Fähigkeiten unterscheiden. Zudem kann das komplette Abenteuer online im Zweispieler-Koop bestritten werden. Auf dem Papier klingt das alles ziemlich gut, bis zuletzt gab es allerdings kaum Infos oder Gameplay-Einblicke zu Gotham Knights. Jetzt ist aber Schluss damit! Wir besuchten das ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 4,99€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Games Aktuell. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1050 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 11/2022 von ABSCHIED UND RÜCKKEHR. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
ABSCHIED UND RÜCKKEHR
Titelbild der Ausgabe 11/2022 von CYBERPUNK 2077 MOMENTAN BELIEBTER DENN JE. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
CYBERPUNK 2077 MOMENTAN BELIEBTER DENN JE
Titelbild der Ausgabe 11/2022 von ASSASSIN’S CREED: MIRAGE. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
ASSASSIN’S CREED: MIRAGE
Titelbild der Ausgabe 11/2022 von DEAD SPACE. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
DEAD SPACE
Mehr Lesetipps
Blättern im Magazin
GOAT SIMULATOR 3
Vorheriger Artikel
GOAT SIMULATOR 3
DAS TEAM
Nächster Artikel
DAS TEAM
Mehr Lesetipps

... Team von Warner Bros. Montréal in ihrem Studio, plauderten mit den Entwicklern und durften das Spiel auf der PS5 etwa zweieinhalb Stunden zocken und dabei selbst Gameplay aufnehmen. So kurz vorm Release können wir euch nun also endlich sagen, ob Gotham Knights ein Fest für DC-Fans wird, oder doch eher wenig heldenhaft daherkommt.

VIER JUNGHELDEN UND EIN TODESFALL

Widmen wir uns erstmal der Story-Prämisse von Gotham Knights. Und die ist simpel, aber interessant, da sie vieles auf den Kopf stellt: Batman ist tot. Der Dunkle Ritter wurde bei einer mysteriösen Ermittlung, von der er selbst seinen engsten Vertrauten nichts erzählte, ermordet. „Er kommt auch nicht zurück. Batman ist unwiederbringlich tot“, stellt Creative Director Patrick Redding auch bereits bei unserer Begrüßung klar. Auf unsere Frage, warum man sich für diesen Schritt entschieden habe, erzählt uns Game Director Geoff Ellenor später, dass Batman ihnen schlicht im Weg gewesen sei. Noch bevor die Story von Gotham Knights geschrieben wurde, stand die Idee für ein Koop-Spiel in Gotham City. Es wurde mit frühen Prototypen herumexperimentiert, aber das Balancing zwischen den Charakteren gelang nie so ganz. „Schließlich kam von einem unserer Team-Mitglieder der Vorschlag, Batman einfach herauszunehmen“, führte Ellenor weiter aus. „Das führte dann schließlich dazu, dass unser Spiel sich viel besser anfühlte, und auch zu der Story des Spiels.“

Doch so glücklich die Entwickler mit der Entscheidung, Batman abzumurksen, auch sein mögen, für die Schützlinge der Fledermaus bricht im Spiel eine Welt zusammen. Batgirl, Nightwing, Robin und Red Hood schwanken zwischen Trauer, Unverständnis und Wut, haben aber überhaupt keine Zeit, ihre Gefühle zu verarbeiten. Das Ableben Batmans spricht sich unter den Schurken Gotham Citys natürlich auch schnell herum. Fieslinge wie der Pinguin, Harley Quinn oder Clayface versuchen also, die scheinbare Schutzlosigkeit Gothams zu ihren Zwecken auszunutzen. Zu allem Überfluss steht die Polizei ohne Jim Gordon den Helden auch noch skeptisch gegenüber.

Die Cops sehen ihre Chance gekommen, sich aus dem Schatten Batmans zu lösen und auf ihre Weise für Recht und Ordnung zu sorgen. Auf den Straßen Gothams tobt daher ein Krieg zwischen aufmüpfigen Gangs und Polizisten und den Bewohnern bleibt nichts anderes übrig, als abzuwarten, wer schlussendlich siegen wird. Jede Menge Arbeit also für die Gotham Knights. In der in verschiedene Distrikte aufgeteilten, aber direkt nach dem Tutorial frei erkundbaren offenen Welt gilt es, Bürger vor Gangstern zu retten, Cops und Verbrecher zur Räson zu bringen und natürlich allerlei bekannten Schurken auf die Schliche zu kommen. Über all dem steht aber natürlich noch die Suche nach Batmans Mörder. Schritt für Schritt kommen die Knights dem Geheimnis immer näher und sehen sich schließlich mit einem Geheimbund konfrontiert, der Comic-Lesern bestens vertraut sein sollte. Näher gehen aber weder die Trailer noch die Entwickler auf den Court of Owls ein und auch während unserer Anspiel-Session erhielten wir keine großen Einblicke in die Haupt-Story von Gotham Knights. Vielmehr machten wir nach dem Tutorial einen Sprung und folgten danach der Nebengeschichte rund um Harley Quinn. Laut der Entwickler sind sämtliche Nebenstorys optional, nur der Auftakt der Harley-Quinn-Quest-Reihe ist fest in den Ablauf der Hauptgeschichte integriert und dient quasi als Tutorial für die Nebenmissionen im Spiel. Hier konnten wir dann auch direkt sehen, dass Gotham Knights nicht einfach bekannte Schurken auflaufen lässt, nur um sie irgendwie im Spiel zu haben, sondern eigene kleine Geschichten erzählt. Im Gegensatz zum furchtbar öden Birds-of-Prey-Film erleben wir hier tatsächlich die Emanzipation von Harley Quinn. Ohne den Joker lernt sie, ihren eigenen Weg zu finden und dabei ihre Talente richtig einzusetzen. Als ehemalige Psychiaterin Dr. Harleen Quinzel versteht sie es, Menschen für ihre Zwecke zu manipulieren und entpuppt sich dadurch als ernsthafte Gegenspielerin. Die Entwickler sagten uns, dass diese Nebengeschichten zwar allesamt optional seien, aber stets durch eine spannende, auf den jeweiligen Antagonisten zugeschnittene Story das Interesse der Spieler wecken sollen.

GOTHAM TAG UND NACHT

Doch wie ist Gotham Knights nun strukturiert? Im Grunde genommen funktioniert das Action-RPG wie so ziemlich jedes andere Open-World-Spiel. Wir bewegen uns durch die Spielwelt und können uns dort entscheiden, ob wir die Hauptstory verfolgen, lieber Nebengeschichten spielen, zufällige Verbrechen stoppen oder uns anderen Aktivitäten widmen.

Ein bisschen anders ist der Titel von Warner Bros. Montréal dann aber doch. Im Gegensatz zu den Arkham-Games spielt Gotham Knights nämlich nicht nur während einer einzigen Nacht. Nachts verfolgen wir die Story, stoßen auf neue Nebenmissionen und ermitteln bis zu einem gewissen Punkt. Ist dieser Punkt erreicht, sagt uns der von uns gewählte Protagonist Bescheid, dass es wohl besser sei, nun zum Glockenturm, dem Hauptquartier der Knights, zurückzukehren. Selbstverständlich müssen wir das nicht, sondern können auch weiterhin in Gotham Verbrechen aufklären, aber mit der Hauptstory geht es dann erstmal nicht weiter. Kehren wir in den Glockenturm zurück, wird es Tag und wir sehen dann, wie die Helden die gesammelten Hinweise zusammentragen und analysieren. Ist dies geschehen, können wir theoretisch direkt in die nächste Nacht starten und weiterspielen, aber dann würden wir doch einiges verpassen. So können wir beispielsweise die anderen Helden anquatschen und werden so mit Zusatzinformationen oder auch ganz einfach amüsanten Dialogen belohnt, die uns die Charaktere etwas näherbringen. Doch auch wichtigere Funktionen befinden sich im Hauptquartier. So können wir etwa die Gadgets von Batman analysieren und dadurch neue Fähigkeiten freischalten. Zudem empfiehlt sich die Nutzung des Bat-Computers, denn dort können wir unseren Charakter mit den während der Nacht verdienten Skill-Punkten aufleveln. Hier schalten wir dann je nach Charakter stärkere Angriffe, verbesserte Tarnung oder gar gleich neue Spezialattacken frei. Das ist jedoch noch nicht alles, denn am Computer des fledermausetoten Flattermanns dürfen wir ebenfalls unsere Rüstung mit gesammelten Materialien verbessern und verändern. Während unseres Studiobesuches gingen die Entwickler nicht groß auf das Crafting-System ein und auch bei unserer Anspiel-Session wurde es nicht groß erklärt. Wir konnten aber bereits zwischen verschiedenen Outfits mit jeweiligen Boni wählen und einige Teile selbst herstellen.

Auf den ersten Blick wirkte das Crafting-System recht simpel. Neben den ganzen Verbesserungen steht uns im Glockenturm aber noch eine weitere wichtige Funktion zur Verfügung. Dort dürfen wir nämlich den Charakter wechseln. Wir marschieren einfach zur ausgestellten Rüstung eines anderen Knights, halten kurz die Taste gedrückt und schon schlüpfen wir in eine andere heldenhafte Haut. Man braucht sich übrigens keine Sorgen machen, dass der neue Charakter unterlevelt ist, sollte man ihn erst nach mehreren Stunden im Spiel zum ersten Mal auswählen. Verdient man mit einem Helden Erfahrungspunkte, verdient man sie für alle Helden. Man kann den soeben ausgewählten Charakter also innerhalb weniger Sekunden am Bat-Computer genau auf das Level des Helden bringen, den man zuvor gespielt und aufgewertet hat. Man muss aber für einen Wechsel eben immer zurück in den Glockenturm. Freies Switchen zwischen den Charakteren während der nächtlichen Patrouille ist nicht möglich. Aber glücklicherweise gibt es ja eine Schnellreisefunktion.

RITTER SPORT, STEALTH UND KRAWALL

Es lohnt sich auch tatsächlich, die Helden alle mal auszuprobieren, um herauszufinden, welcher für die eigene Spielweise am besten geeignet ist. Alle Gotham Knights haben dabei verschiedene Fähigkeiten. Nightwing ist als ehemaliger Zirkusakrobat natürlich äußerst agil. Er weicht spielend leicht feindlichen Attacken aus, kann aber auch durchaus aus dem Verborgenen agieren. Batgirl hingegen spielt sich ein bisschen mehr wie Batman in den Arkham Games. Sie ist zwar nicht so kräftig wie ihr Mentor, dafür verfügt sie aber über starke Hacking-Fähigkeiten. Als Batgirl können wir also zum Beispiel Terminals so manipulieren, dass diese Gegner anlocken und anschließend elektrisieren. Red Hood ist der Haudrauf-Part der Ritterriege. Das bullige Alter Ego von Ex-Robin Jason Todd kann ordentlich Schaden einstecken, ist besonders stark und nutzt Schusswaffen, mit denen man auch manuell Feinde aufs Korn nehmen kann. Dafür ist Red Hood aber eben auch ungefähr so unauffällig wie ein Elefant, der permanent unter einer Neonreklame steht.

Für Stealth ist er also eher ungeeignet. Wer lieber still und heimlich vorgeht, sollte deshalb lieber auf Robin setzen. Der junge Tim Drake agiert am liebsten aus dem Verborgenen und nutzt seine Gadgets, um Feinde auszuschalten. Im direkten Kampf ist er allerdings auch nicht wehrlos, denn er schlägt mit seinem Bo-Stab zu, der sogar aufgerüstet werden kann, um Gegner zusätzlich zu elektrisieren. Während unserer Zeit mit Gotham Knights spielten wir mit jedem der Helden ein bisschen. Die Zeit reichte natürlich nicht aus, um hier bereits analysieren zu können, wie tiefgründig das Kampfsystem ist, aber soweit wir das nach zweieinhalb Stunden mit dem Spiel beurteilen können, sind die verschiedenen Kampfstile gut ausbalanciert und auf die Hintergrundgeschichte des jeweiligen Charakters abgestimmt. Dennoch ist es möglich, jede Spielweise mit jedem Charakter zu verbinden. Stealth ist mit Red Hood schwieriger, aber nicht unmöglich. Und mit Robin kann man nicht nur schleichen, sondern auch ein paar ordentliche Schellen austeilen. Schön ist zudem, dass die Helden sich auch in kleinen Dingen unterscheiden. Während Batgirl mit ihrem Cape – ganz wie Batman – durch die Stadt gleitet, nutzt Red Hood ihm von der Lazarusgrube verliehene Supersprünge und Robin kann sich über kurze Distanzen teleportieren. Wer auf all das keine Lust hat, kann aber auch fast überall per Knopfdruck das Batcycle rufen und sich damit durch Gotham bewegen. Hier sei allerdings gesagt, dass uns das fesch aussehende Motorrad bislang nicht gerade begeisterte. Es steuert sich etwas träge und allgemein fühlt es sich recht lahm an. Hier sollte WB Montréal bis zum Release noch an der Geschwindigkeit und dem Fahrgefühl schrauben.

MIT STIL AUF DIE SCHNAUZE

Überhaupt sind wir mit der Steuerung in Gotham Knights noch nicht ganz zufrieden. Nicht falsch verstehen, der Titel steuert sich nicht schwammig oder ungenau, aber irgendwie auch nicht so präzise wie die Arkham-Games. Klar, Gotham Knights hat an sich nichts mit den Arkham-Spielen zu tun, aber dennoch ist der Vergleich nicht vollkommen ungerechtfertigt, schließlich ist nicht nur das Setting gleich, sondern auch einige Heldenfähigkeiten. Glitten wir als Batman noch geschmeidig durch die Lüfte, sahen unsere ersten Gleitversuche als Batgirl in Gotham Knights aus, als wäre die Gute eine angeschossene Taube. Die Steuerung erschien uns hier ein wenig zu sensibel. Das ist aber natürlich nichts, was sich bis zum Release nicht mehr ändern lässt. Außerdem hatten wir auch nach ein bisschen Übung den Bogen raus.

Ansonsten spielt sich Gotham Knights eben doch ähnlich wie die Arkham-Games. Gerade das Stealth-Gameplay könnte glatt aus den Spielen von Rocksteady stammen. Wir spähen die Gegner von Vorsprüngen aus, nutzen verschiedene Gadgets und schleichen uns von hinten an sie heran, um sie anschließend leise oder laut krachend auszuschalten. Im offenen Kampf spielt sich Gotham Knights dann aber doch etwas anders. Im Gegensatz zu den Arkham-Spielen können wir nun nämlich die Intensität unserer Schläge selbst bestimmen. Ein normaler Druck auf die Schlagtaste und es folgt ein normaler Schlag. Halten wir die Taste hingegen gedrückt, haut unser Knight kräftiger zu. Das Gleiche gilt auch für die Fernkampftaste: kurzer Druck – leichter Angriff, längerer Druck – stärkere Attacke.

Das ist einfach zu merken und lässt sich natürlich auch zu kleineren Kombos verketten. Einigen Gegnern muss man mit den stärkeren Attacken auch erstmal den Schild wegkloppen oder sie damit benommen machen, um anschließend Angriffe ins Ziel zu bringen. Eine Kontertaste gibt es nicht mehr, stattdessen weicht man feindlichen Angriffen nun aus. Das Kampfsystem ist an sich recht simpel, aber durchaus spaßig. Die beschriebenen Aktionen bilden allerdings auch eher das Grundgerüst für die Kämpfe. Die verschiedenen Spezialattacken der Helden, die in Verbindung der rechten Schultertaste mit einer Aktionstaste aktiviert werden, machen in großen Prügeleien oder Bosskämpfen den Unterschied aus. Red Hood lädt zum Beispiel einen Superschuss auf, Robin wirbelt mit seinem Bo-Stab herum und Batgirl ruft ihre bewaffnete Drohne zu Hilfe. Natürlich gibt es noch allerhand weitere Specials, die auch jeweils unterschiedliche Abklingzeiten haben. Die können wiederum teilweise im Skill-Tree verkürzt werden. Die Spezialattacken waren in unserer Anspiel-Session allesamt hilfreich, schön in Szene gesetzt und passten zum Charakter. Teilweise fehlte uns aber etwas die Kontrolle bei den Angriffen. So flogen Batgirls Batarangs ins Lee- re oder Robins Bo-Sturm schlug an einigen Gegnern vorbei, weil er sich recht steif steuerte. Auch hier können die Entwickler gerne noch mal etwas nachbessern bis zum Release. Ansonsten machen die Kämpfe aber wirklich Spaß. Dabei ist es auch egal, ob wir als Batgirl Schellen austeilen, mit Nightwing über die Gegner hopsen, unseren Feinden Robins Bo-Stab in die Visage drücken oder wie als Red Hood Kopfschüsse verteilen. Die Kloppereien sind flott, sehen cool aus und im Koop-Modus gibt es sogar spektakuläre Team-Moves.

EIN HELD KOMMT SELTEN ALLEIN

Wie bereits erwähnt, lässt sich Gotham Knights sowohl alleine als auch online im Zweispieler-Koop gemeinsam spielen. Dabei gibt es keine speziellen Koop-Missionen. Das ganze Spiel ist darauf ausgelegt, auch zu zweit gespielt zu werden. Das äußert sich darin, dass die Levels etwas größere Flächen und eher wenige enge Korridore bieten. Auch das Balancing ist hier anscheinend gelungen. Als wir anfangs solo spielten, hatten wir zu keiner Zeit den Eindruck, die Mission sei doch eher auf mehrere Spieler ausgerichtet. Wir kamen gut klar. Im späteren Koop-Part mit anschließendem Bossfight gegen Harley Quinn hingegen kam uns das Spiel auch nicht zu leicht vor. Die Entwickler sagten uns, dass sie besonders darauf geachtet haben, eine gute automatische Anpassung des Balancings im Spiel zu haben. Game Director Geoff Ellenor führte das auf unsere Nachfrage we-ter aus. Er erklärte uns: „Wenn du eben Gotham Knights gekauft und vielleicht gerade mal das Tutorial abgeschlossen hast, kannst du trotzdem ins Spiel eines Kumpels joinen, der viel weiter ist. Weder wird es für ihn zu einfach noch für dich zu schwierig sein. Und Fortschritt nimmst du übrigens mit in dein Spiel. Missionen, die du bereits in einem anderen Spiel erledigt hast, darfst du in deinem Spielstand dann sogar überspringen.“

Gut, fair ist es also und nach unserer Hands-on-Session gehen wir auch davon aus, dass es ziemlich viel Spaß machen wird, gemeinsam Bösewichte zu verkloppen. Uns machte es jedenfalls bereits jede Menge Freude, Taktiken abzusprechen, Wege festzulegen und gemeinsam zu triumphieren oder zu scheitern. Mit einem Freund an der Seite macht eben alles mehr Spaß und das ist bei Gotham Knights natürlich nicht anders. Allerdings gibt es einen Wermutstropfen: Der Titel bietet kein Crossplay zwischen den Plattformen. Anscheinend wird das auch später nicht mehr nachgepatcht, denn auf unsere Nachfrage reagierte Ellenor recht genervt und meinte schmallippig, er könne dazu jetzt nichts sagen.

Nun, der Verzicht auf Crossplay ist jedenfalls nicht mehr sonderlich zeitgemäß, aber das trifft ohnehin auf die Technik von Gotham Knights zu. Ist das Action-RPG ein unansehnliches Spiel? Nein, ganz gewiss nicht. Gotham City und auch die Levels im Inneren der Gebäude sind super atmosphärisch. Vor allem die Lichteffekte sind eine wahr Pracht und erwecken die Spielwelt zum Leben. Es macht wirklich Spaß, sich durch dieses dunkle, dreckige Gotham zu bewegen. Andererseits ist das Spiel aber auch nicht wirklich taufrisch. Die Charaktermodelle wirken teilweise etwas klobig und undetailliert. Zudem erkennt man immer wieder matschige Texturen oder gar hässliche Fake-Spiegelungen in Fenstern. Umso verwunderlicher ist es, dass Gotham Knights am 21. Oktober nur für PC, PS5 und Xbox Series erscheint, denn es wirkt optisch wie einer dieser Titel, der noch zwischen den Generationen hängt. Nicht unansehnlich, sondern sogar äußerst stimmungsvoll, aber eben nicht mehr auf dem neuesten Stand. Und so mischt sich auch etwas Skepsis in unsere Anspiel-Eindrücke. Wir hatten wirklich großen Spaß, durch das atmosphärische Gotham zu streifen, Gangster zu verkloppen, kleinere Rätsel zu lösen und der wirklich interessanten Geschichte zu folgen. Aufgrund der Technik und der Steuerung sehen iwir hier jedoch keinen Top-Blockbuster. Basierend auf unseren zweieinhalb Stunden mit dem Titel lautet unsere Einschätzung: Gotham Knights wird ein echt gutes Spiel, das DC-Fans viel Fan-Service bieten wird, aber auf das gleiche qualitative Level wie die Arkham-Spiele von Rocksteady wird es nicht kommen. Wir lassen uns mit der Testversion aber natürlich gerne vom Gegenteil überzeugen.

MEINUNG

Christian Dörre

Bis zu meinem Anspiel-Termin in Montréal war ich ziemlich skeptisch, was Gotham Knights angeht. Aus vollkommen subjektiven Gründen. „Warum jetzt ein Action-RPG?“, „Ich will aber lieber mit Batman spielen.“, „Ach, der Koop-Part ist doch bestimmt aufgesetzt.“ – das waren meine Gedanken. Jetzt, wo ich es gezockt habe, freue ich mich aber sehr auf den Titel. Den Action-RPG-Special-Move-Part bräuchte ich weiterhin nicht unbedingt, aber es stört mich auch nicht. Hinzu kommt, dass alle Helden sich echt gut und vor allem unterschiedlich spielen (Überraschung: Robin macht mir am meisten Spaß), das Gameplay flott und kurzweilig, Gotham City wunderbar atmosphärisch und die Story-Prämisse wirklich spannend ist. Aufgrund der teilweise etwas altbackenen Technik und ein paar Macken bei der Steuerung sehe ich trotzdem keinen Mega-Hit. Aber das muss ja auch nicht jedes Spiel sein. Ich werde jedenfalls viel Spaß mit Gotham Knights haben, das weiß ich jetzt.