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Gott ist tot


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Metal Hammer - epaper ⋅ Ausgabe 11/2021 vom 13.10.2021

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Trotz der Tatsache, dass Aeon mit GOD ENDS HERE ihre alteingesessenen Fans beglücken wollen, brechen die Schweden auf ihrem neuesten Werk zumindest ein Stück weit mit ihren Konventionen. „Zunächst einmal sind nicht alle Songs in einem irren Tempo, wie man es sonst von uns gewohnt ist“, legt Bassist Tony Östman dar. „Wir haben dieses Mal auch orchestrale Parts eingebaut. Damit unterscheidet sich das Album schon ein Stück weit von unseren bisherigen Scheiben.“ Kein Grund zur Sorge für Puristen, verspricht der Basser: „Es ist immer noch ein klassisches Aeon-Album! Ich würde sagen, es war eine natürliche Entwicklung von ...

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... dem Punkt an, an dem wir aufgehört hatten“, rekapituliert Tony den musikalischen Fortschritt. Doch es ist mehr als das. Wie durch ein philosophisches Manifest gewähren Aeon Einblick in ihre Gedankenwelt – und diese sieht so finster aus, wie die rumpelnde Death Metal-Maschinerie klingt.

„Gott endet hier – die Menschen klammern sich mit aller Kraft an den letzten Hoffnungsschimmer. Das Ganze ist zwecklos“, attestiert er kühl. Ob dies seine persönliche Perspektive oder Band-eigenes Kredo ist, bleibt dabei zweitrangig. Die Welt sieht düster aus – zumindest aus den Augen einer düsteren Ideologie. Wovon die Texte auf GOD ENDS HERE genau handeln, wollen Aeon aber nicht preisgeben. Nur so viel: „Ich weiß, dass Tommy (Dahlström – Anm.d.A.) bei diesem Thema hartnäckig ist und partout nicht darüber reden will, worum es in den Texten letztendlich geht“, erklärt Tony. Der Mann am Viersaiter sieht die lyrische Basis weitaus pragmatischer. „Man muss nicht tief graben, um zu verstehen, dass die aggressive Musik, die wir spielen, auch zu hasserfüllten Texten einlädt.“ Immerhin hat er für zwei Songs (‘Deny Them Eternity’ und ‘Severed’) die Lyrics beigesteuert, in welchen er seine eigenen, weniger geheimen Gedanken zum Ausdruck bringt. „Nachdem ich mich bereits für den Albumtitel entschieden hatte, habe ich in meinen Texten Szenarien beschrieben, in denen es keine Gottheiten mehr gibt und in denen heilige Wege vom Profanen bestraft werden.“ Die unheilige Allianz hüllt sich in einen antitheistischen Mantel. Trotz der strammen Zielrichtung scheint das Quintett jedoch nicht in einer handwerklichen Zwangsjacke zu stecken. „Zeb (Nilsson, Gitarrist – Anm.d.A.) hat sich wie immer von klassischen Dingen inspirieren lassen, und das entsprach ziemlich genau dem, wie wir auf Platte klingen wollten“, erklärt der Bassist. Es ist nur ein abwechslungsreicheres Album. Immerhin schreiben jetzt drei statt nur zwei Leuten an den Songs.“

Doch nicht nur musikalisch schlägt die Combo einen dezent abgeänderten Weg ein, auch im Band- Gefüge selbst wurden Personalwechsel vollzogen. Und nach einigen Querelen mit dem Posten des Schlagzeugers scheinen Aeon nun endlich jemanden für diesen Job gefunden zu haben. „Wir haben Janne (Jaloma, Dark Funeral – Anm.d.A.) angesprochen, nachdem wir im Lauf der Jahre aus verschiedenen Gründen mit früheren Drummern einige Rückschläge erlitten hatten. Und wir wussten vorher bereits, dass er auf Aeon steht“, begründet Tony die Neubesetzung. „Im Klartext: Sein Schlagzeugspiel ist unglaublich und passt perfekt zu uns. Ich muss jedoch darauf hinweisen, dass er kein permanentes Mitglied von Aeon ist. Wir haben uns auf einen sitzungsbasierten Deal geeinigt.“ Dabei ist auch Tony kein alteingesessenes Band-Mitglied. Zumindest in Anbetracht der gegebenen Umstände nicht, denn der „Neuling“ war bisher aufgrund der langen Auszeit auf noch keiner Veröffentlichung von Aeon zu hören. „Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich als Newcomer betrachten würde“, grübelt Tony. „Aber es war auf jeden Fall interessant, mit derart begabten Songwritern neues Material auszuarbeiten.“ Aeon hieven sich nach langer Pause und diversem Hin und Her auf eine neue künstlerische Stufe. Da kann selbst die böse Nihilismus-Einstellung mal eine Auszeit nehmen. „Lauwarmes Bier ist gar nicht so schlecht, wenn man mal darüber nachdenkt“, lächelt Tony, während er an seinem hopfenhaltigen Getränk nippt. Prost! Wenngleich ein bisschen Pessimismus sicher angebracht wäre...

TOM LUBOWSKI