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Gräser für die Sommersaison


GB Gärtnerbörse - epaper ⋅ Ausgabe 9/2018 vom 01.09.2018

Bunte und naturnahe Bepflanzungen von Balkonkästen, Gefäßen und Rabatten liegen im Trend. Gräser vermitteln dabei Eleganz, Leichtigkeit und Natürlichkeit. Für die Sommerbepflanzung bieten sich zahlreiche Gräser an. 40 Arten oder Sorten wurden im Sommer 2017 am LfULG in Dresden-Pillnitz auf ihre Eignung als Beet- und Balkonpflanze getestet.


Artikelbild für den Artikel "Gräser für die Sommersaison" aus der Ausgabe 9/2018 von GB Gärtnerbörse. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: GB Gärtnerbörse, Ausgabe 9/2018

Pennisetum glaucum ‘Purple Baron’


Imperata cylindrica ‘Red Baron’ (re.)


Pennisetum advena ‘Chelsea’


Der Schwerpunkt lag bei der Auswahl auf einjährigen und unter unseren Bedingungen nicht winterharten Arten. Zur Prüfung kamen aber auch einige wenige winterharte Stauden. ...

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Bei Gräsern wird der Zierwert durch die Wuchsform, die Blattfarbe, die Blattzeichnung oder den Blütenstand erreicht. Diese Merkmale helfen, das Sortiment zu gliedern und dem Kunden die richtigen Arten/Sorten für seinen Verwendungswunsch zu empfehlen, da jede Art/Sorte ihre eigene Wirkung besitzt.

Verwendung nach Größe

Ein erstes Unterscheidungskriterium für die Verwendung ist die über den Sommer erreichte Pflanzengröße. In Pillnitz wurden Pflanzenhöhen von 20 cm bis über einen Meter im September gemessen. Niedrig bleibende Arten/Sorten mit Pflanzenhöhen von 20 bis 30 cm wieAcorus gramineus (Art oder Sorten vom Lakritz-Kalmus) oderDeschampsia elongata ‘Zephyr’

(Schmiele) können auch im Balkonkasten verwendet werden.

Mit Arten/Sorten, die 90 cm und höher werden, lassen sich in Rabatten und großen Pflanzgefäßen sehr gut Akzente setzen. Solche stark wachsenden Gräser waren zum BeispielCarex buchananii ‘Red Rooster’ (Fuchsrote Segge) oderPennisetum glaucum ‘Purple Baron’ (Perlhirse).

Auch im Habitus unterscheiden sich die Arten.Deschampsia elongata ‘Zephyr’ (Schmiele) fiel durch runden, überhängenden Wuchs auf.Festuca cinerea (Grauer Schwingel) bildete kugelige Horste. Die meisten Gräser wuchsen aufrecht, horstförmig.Holcus mollis ‘Albovariegatus’ (Weiches Honiggras) undImperata cylindrica ‘Red Baron’ (Alang-Alang-Gras) bildeten Ausläufer.

PILLNITZER SORTEN-DATENBANK

Ob Balkonkasten, Pflanzgefäß oder Beet – für jeden Standort und Pflanzpartner gibt es ein geeignetes Ziergras. Bei rund 40 verschiedenen Arten/Sorten die richtige Auswahl zu treffen, ist nicht einfach. Eine Hilfestellung gibt die Sorten-Datenbank des Referats Zierpflanzenbau am LfULG in Dresden-Pillnitz. Die gesamten Ergebnisse der Prüfung sind in der Datenbank „Ziergräser für die Sommerbepflanzung“ veröffentlicht, was die Suche nach der richtigen Art/Sorte erleichtert. Die Datenbank ist im Internet zu finden unter https://www.landwirtschaft.sachsen. de/zierpflanzensorten/SortenArtenWahl.aspx.

Wie ein Schleier: Agrostis nebulosa


Cyperus glaber (Zypergras)


Pennisetum glaucum ‘Jade Princess’


Fotos: Margret Dallmann, LfULG

Acorus gramineus ‘Oborozuki’


Für die Kombination mit blühenden Beet- und Balkonpflanzen ist die Blattfarbe der Gräser ein wichtiges Entscheidungsmerkmal. Die Blatt - farbe reicht dabei von zitronengelb (Phalaris arundinacea ‘Pure Gold’ – Rohr-Glanzgras) über die verschiedensten Grüntöne bis zu dunkelrot oder rotbraun (Setaria italica ‘Red Jewel’ – Kolbenhirse,Carex buchananii ‘Red Rooster’ – Fuchsrote Segge). BeiAcorus gramineus (Lakritz-Kalmus) sind die Blätter längs gestreift. Je nach Sorte wechseln hellgelbe, gelbgrüne oder grüne Streifen.

Bei manchen Gräsern verändert sich die Blattfarbe im Laufe des Sommers. So färbten sich beiCarex calotides (Segge) die Blätter im September von der Spitze ausgehend orange und beiEragrostis spectabilis (Purpur-Liebesgras) nahmen die vorher grünen Blätter eine rotbraune Färbung an.

Die Blätter sind bei den meisten Gräsern schmal und lang. BeiAcorus gramineus (Lakritz-Kalmus) stehen sie steif aufrecht, bei den meisten Gräsern hängen die Blattspitzen bogenförmig über. Fast wie Nadeln wirken die Blätter beiFestuca cinerea (Grauer Schwingel). Die zu Löckchen gedrehten Enden geben den Blättern vonCarex buchananii ‘Red Rooster’ (Fuchsrote Segge) eine eigene Wirkung. Solche Besonderheiten zeigen sich erst bei genauem Betrachten.

Vielgestaltige Blütenstände

Wird bei einigen Gräsern durch die Blattfarbe schon eine Zierwirkung erzielt, setzt bei anderen die Schmuckwirkung erst durch die Blüte ein. Dabei erwiesen sich die Blütenstände der Gräser als sehr vielgestaltig. Die Palette reichte von filigranen, zierlichleichten Blütenständen (Agrostis nebulosa – Schleier-Straußgras,Eragrostis spectabilis – Purpur-Liebesgras) über zapfenförmige Blütenstände (Briza maxima undBriza minor – Großes und Kleines Zittergras) bis zu großen walzenförmigen Gebilden (Pennisetum glaucum – Perlhirse). Bei anderen Gräsern sind die Blüten unauffällig und ohne Zierwert.

Auch die Ausfärbung der Blütenbeziehungsweise Samenstände ist sehr unterschiedlich. BeiPennisetum villosum (Weißes Lampenputzergras) sind die Blütenstände grünlich-weiß gefärbt. Grüne Blüten in dekorativen Blütenständen zieren beispielsweiseCyperus glaber (Zypergras), aber auch eine rotbraune Färbung der Blütenstände ist möglich (Pennisetum glaucum ‘Jade Princess’ – Perlhirse).

Aber nicht jedes Gras blühte im Versuchsjahr. Einige Arten, die mehrjährig, aber unter unseren Bedingungen nicht winterhart, oder Stauden sind, bildeten im Anzuchtjahr keine Blüte.

Einjährige Arten wieLagurus ovatus (Hasenschwanzgras),Agrostis nebulosa (Schleier-Straußgras) oderBriza maxima (Großes Zittergras) beginnen nach der Samenreife abzusterben. Je nach Witterung und Niederschlägen verfärben sich dann die Halme braun und die Pflanzen fallen um. Dieser Prozess begann in Pillnitz Mitte August. Ab September hatten diese einjährigen Arten dann nur noch einen eingeschränkten Zierwert.

Die Gräser gedeihen alle an einem sonnigen bis halbschattigen Standort, wobei die einzelnen Arten unterschiedliche Ansprüche an die Bodenfeuchtigkeit stellen.Acorus undOryza bevorzugen feuchte Böden,Setaria undEragrostis sind dagegen trockenheitstolerant.

Aussaat oder Jungpflanze

Die Anzucht der Pflanzen kann über eigene Aussaat oder den Zukauf von Jungpflanzen erfolgen. Bei einer Aussaat in Woche 11 und einer Weiterkultur nach dem Pikieren in den 9er-Topf bei einer Heiztemperatur von 16 °C stehen ab Woche 19 verkaufsfähige Pflanzen zur Verfügung. Die zugekauften Jungpflanzen wurden im Versuch in Woche 10 oder 11 getopft (11er-Topf, eine Woche Anwachsen bei einer Heiztemperatur von 18 °C) und bei einer Heiztempe - ratur von 16 °C weiterkultiviert. Unter diesen Bedingungen waren erste Sorten in Woche 15 vermarktungsfähig, der größte Teil des Sortiments zwei bis drei Wochen später.

Beate Kollatz, Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), Abteilung Gartenbau, Dresden-Pillnitz