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Graffiti


Airbrush Step by Step - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 28.03.2019
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Bildquelle: Airbrush Step by Step, Ausgabe 3/2019

Gerhard Eujen lässt sich gerne von unterschiedlichen Referenzfotos aus der Social Media Welt inspirieren, die in Kombination eine völlig neue Geschichte für sein eigenes Kunstwerk erzählen sollen. In diesem Step by Step hat der Künstler eine Graffi ti-Wand mit zwei kleinen Mädchen kombiniert, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ziel ist dabei nicht, die Einzelmotive auf den Referenzfotos Detail für Detail nachzubrushen – vielmehr möchte Gerhard Eujen mit seinen Kunstwerken eine besondere Stimmung einfangen und eine neue Message vermitteln.

EQUIPMENT – Graffiti

Airbrush: Holbein Toricon H2 ...

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Airbrush: Holbein Toricon H2

Farben: Liquitex Ink: Burnt Umber, Schmincke Aero Color Schwarz, Weiß, Sepiabraun, Ultramarin, Brillantrot, Krapprot tief, Violettblau, Grün, Gelb, Türkis und viele weitere Farben.

Untergrund: Ampersand Clayboard in der Größe 40 x 50 cm

Weitere Materialien: Radierer, Glasfaserradierer, Schleifpapier, Medium, Transparentpapier für Masken

01 Inspiration und Vorlage

Wenn ich mit einem neuen Bild starte, findet der kreative Teil der Arbeit vor dem eigentlichen Airbrushen statt. Gerne lasse ich mich im Social Media Umfeld zu neuen Ideen anregen. Dabei sammle ich oft Fotos, welche für sich genommen zwar gut sind, die aber in Kombination eine völlig neue Story erzählen. So war es auch in diesem Fall. Da ich bereits ein Bild mit einem Graffiti gemalt hatte, wollte ich ein weiteres Bild in der Serie ergänzen. Ich fand ein Graffiti- Foto, welches eine Stadt bei Nacht im Hintergrund hatte. Darüber hinaus fand ich ein bettelndes, armes Mädchen und dann stieß ich auf ein aus wohlbehüteten Kreisen stammendes Mädchen, welches sehr böse schaute. Aus diesen drei Bildern kreierte ich am PC eine Komposition des Bildes. Dabei habe ich ein besonderes Augenmerk auf die Farbzusammenstellung und die Lichtverhältnisse. Diese richtig zu haben, ist besonders wichtig für die Stimmung und Gesamtwirkung des Bildes. Mein Ziel ist es nicht, die Einzelmotive nachzumalen – nicht einmal, dass man die Personen wiedererkennt – es geht mir darum, eine Stimmung einzufangen und eine Message mitzubringen. Wir wollen ja keine Urheberrechte der Fotografen verletzen, die Fotos dienen nur als Inspiration und grobe Leitplanke.

Das so kreierte Motiv drucke ich in der Größe des Untergrundes aus. Hierfür werden mehrere Blätter zu einem Gesamtbild zusammengeklebt. Nun lege ich ein Transparentpapier über den Ausdruck und übertrage die groben Umrisse und Leitlinien.

02 Schablonen erstellen

In diesem Schritt lege ich Saral-Transferpapier auf meinen Untergrund und lege das Transparentpapier darüber. Nun zeichne ich die Linien noch einmal nach und übertrage sie so auf den Untergrund. Der Vorteil dieser Methode ist, dass ich gleich mehrere Schablonen erhalte. Zum Einen die zusammengeklebte, ausgedruckte Vorlage und zum Anderen das Transparentpapier. Aus beiden kann ich mittels eines Cutters Schablonen ausschneiden, sofern ich diese benötige. Eine ausgedruckte Referenz in A4 liegt zusätzlich immer neben dem Bild. Somit ist der Untergrund vorbereitet. Ich prüfe noch einmal, ob alle Linien sauber übertragen wurden und male diese gegebenenfalls mit einem Bleistift nach. Nun können wir mit dem Airbrushen beginnen.

03 Arbeit am Graffiti

Ich habe mich entschieden, mit dem Graffiti zu starten. Da das Hauptgraffiti starke Outlines mit harten Kanten bekommen soll, habe ich mir aus dem Transparentpapier die passende Schablone erstellt. Hierbei lasse ich ein paar Stege stehen, damit die Schablone als Ganzes bestehen bleibt und keine losen Teile entstehen.

04 Outlines anlegen

Die Schablone wird anhand der Vorzeichnung auf dem Untergrund positioniert und mit Magneten befestigt. Die Outlines werden in mehreren Schichten in Schwarz deckend angelegt. Freihand werden weitere rein schwarze Stellen angelegt. Es werden auch die Stellen mit Schwarz nachgezogen, an denen in der Schablone Stege waren.

05 Arbeit ohne Magnete

Um das bettelnde Mädchen im Hintergrund während des Anlegens des Graffitis sauber zu halten, habe ich es aus dem Transparentpapier geschnitten. Hierbei habe ich ein Kreuz mit dem Cutter in die Schablone geschnitten und nun über einen Klebefilm auf dem Untergrund befestigt. Ich wollte hier einfach nicht dauernd Magnete im Weg haben und es hält auch langfristig an genau der gleichen Position. Um alles um die Mauer herum sauber zu halten, wird auch hier mit leicht ablösbarem Klebefilm abgeklebt.

06 Farbflecken anlegen

Im nächsten Schritt lege ich die Farbflecken im Hintergrund des Graffitis an. Dies geschieht frei Hand mit losen Schablonen. Hierbei habe ich mehrfach die Farben gewechselt und zwischendurch eine Schnellreinigung mit Wasser gemacht. Auch hier kommt es nicht exakt darauf an, die Vorlage zu treffen, aber die grobe Farbgebung sollte schon eingehalten werden.

07 Arbeit mit dem Glasfaserradierer

Um wieder vollständig weiße Outlines zu bekommen, nutze ich einen Glasfaserradierer. Das Clayboard lässt sich super mit dem Glasfaserradierer bearbeiten. Man trägt quasi eine Schicht der Oberfläche ab. Da der Glasfaserradierer sehr hart ist, bekommt man sehr harte, saubere Kanten. Mit Sandpapier schleift man von Zeit zu Zeit den Radierer wieder scharf.

08 Strukturen schaffen

Ich dunkele noch einzelne Bereiche nach und schaffe ein paar Strukturen/Unreinheiten. Für den ersten Schritt soll es das aber gewesen sein, damit wir es später im Zusammenhang betrachten können.

Da ich mal kurz eine Abwechslung brauchte, habe ich zunächst den oberen Teil des Graffitis vorbereitet. Um erst einmal das Treppengeländer und die benachbarten Deckenbereiche frei von Farbe zu halten, habe ich diese maskiert. Beim Treppengeländer habe ich hierbei auf eine Maskierfolie zurückgegriffen. Ich habe diese zunächst auf die Vorlage geklebt und mittels eines Folienmarkers übertragen. Dann habe ich die Folie auf eine Schneidematte geklebt und mittels Cutter ausgeschnitten. Anschließend habe ich das Geländer auf den Malgrund geklebt.

09 Verlauf anlegen

Nun wende ich mich wieder dem Graffiti zu. In Blau und Grau lege ich einen leichten Verlauf an. Mit dem Glasfaserradierer setze ich ein paar Highlights. Mit Magenta setze ich auch noch ein wenig Umgebungsschimmer.

10 Highlights ausarbeiten

Anschließend geht es mit dem oberen Graffiti weiter. Hier lege ich die Outlines in Rot von Hand an. Da das Treppengeländer gut maskiert ist, brauche ich mich um Overspray nicht zu sorgen.

Die umliegende Farbgebung lege ich auch frei Hand an. Zwischendurch nutze ich den Glasfaserradierer, um die Highlights herauszuarbeiten. Im oberen linken Bereich lege ich eine grobe Struktur an. Hier werden wir später gegebenenfalls weiter nacharbeiten.

11 Tür und Graffiti gestalten

Um die Tür am oberen Treppenabsatz mit scharfen Kanten zu versehen, schneide ich mir eine Maske aus Transparentpapier aus. Das Geländer bleibt dabei abgeklebt.

Frei Hand und mit losen Schablonen lege ich das in der Tür sichtbare Graffiti im Treppenaufgang an. Ebenso lege ich den Türrahmen mit einer losen Papierschablone an. Strukturen radiere ich mit einem Radierstift hinein.

12 Maskierfolie entfernen

Nun ist der Hintergrund vollständig mit Farbe bedeckt und es ist an der Zeit, die Maskierfolie des Treppengeländers zu entfernen. Ist doch irgendwo Farbe unter die Maske gelaufen, entferne ich diese mit einem Radierer.

13 Treppengeländer kolorieren

Nun gilt es, das Treppengeländer zu kolorieren, ohne den Hintergrund zu verunreinigen. Da es sich hier ja um sehr gerade Strukturen handelt, habe ich zwei Stücke Transparentpapier mit Magneten fixiert, so dass nur der einzufärbende Bereich frei ist. Hierbei achte ich darauf, dass nicht alle Geländerstangen gleich eingefärbt werden. Hier gleiche ich mit der Vorlage ab, wo es Licht- und Schattenbereiche gibt.

14 Wände gestalten

Nun wollen wir uns den weiteren Wänden zuwenden. Für das Mädchen im Vordergrund gilt das Gleiche wie für das Mädchen im Hintergrund. Wir wollen es zunächst vor Overspray weitestgehend schützen. Also habe ich auch hier eine Schutzschablone in den Umrissformen erstellt und mit Klebefilm am Untergrund befestigt. Schwarz verdünnt mit Medium und Wasser wird nun verwendet, um die Beton-Deckenstruktur anzulegen. Anschließend wird diese mit einem Radierer und Schleifpapier bearbeitet, damit sie nicht so nach Airbrush aussieht.

15 Mauer, Wand und Decke bearbeiten

Die kleine, leicht versetzte Mauer wird auch als Graffiti angelegt. Allerdings brauche ich mir hier nicht so viel Mühe mit den Details geben, da die Wand dann noch stark abgedunkelt wird. Wenn man genau hinsieht, erkennt man das eher als Andeutungen.

Nach dem Abdunkeln der Wand mache ich mich daran, die Decke weiter auszuarbeiten. Die Grundfarbe des gesamten Bildes ist Sepia, weil ich das Bild farblich nicht zu kalt darstellen wollte. Ich sprühe dünne Schichten und benutze den Radierer, um einige Stellen wieder aufzuhellen.

Stück für Stück dunkle ich die Decke weiter ab und arbeite weitere Strukturen hinein. Dabei radiere ich Highlights/ Lichtreflexe heraus. Wenn es mir zu clean aussieht, nutze ich ein Schleifpad und gehe vorsichtig über die gesprühten Strukturen.

16 Hintergrund gestalten

Den Hintergrund, beziehungsweise den Ausblick aus der Unterführung, lege ich zum Einen in Blau an und strukturiere mit dem Radierer. Bei dem Himmel habe ich mit Schwarz vorgearbeitet und horizontale Linien freigelassen, beziehungsweise radiert. Anschließend koloriere ich diese mit Ocker/Orange-Tönen.

17 Den Boden ausarbeiten

Nun ist der Boden dran. Die Arbeitsweise ist auch hier wieder ähnlich. In stark verdünntem Schwarz lege ich die groben Schattierungen an und radiere Strukturen hinein.

18 Underpainting einfärben

Mit lasierenden Farben färbe ich nun das Underpainting ein. In erster Linie Sepia, aber auch Magenta, Gelb und Orange. Wie gesagt möchte ich, dass das Bild recht warm von der Farbgebung wird. Hier entferne ich mich bewusst auch von meiner Vorlage, weil mir das gemalte Bild sonst nicht gefallen würde. Die Vorlage ist für mich hier eher eine Anregung als eine 1:1-Kopie.

Das war es dann auch fürs Erste mit dem ganzen Hintergrund. Die Bearbeitung ist schon recht aufwändig. Umso mehr freue ich mich nun, mit den Menschen zu starten.

19 Das Mädchen im Hintergrund

Für das ärmliche Mädchen im Hintergrund habe ich mir passende Schablonen geschnitten und fange mit der Kleidung an.

Ich benutze meine Schablone für organische Strukturen, um dem Kleid Struktur zu geben. Durch immer leichtes Versetzen der Schablone und dem Sprühen in mehrfacher Wiederholung entsteht die Struktur, die ich möchte.

So lege ich die gesamte Kleidung an und radiere die Fransen etc. wieder heraus. Den Apfel in der Hand lege ich in Schwarz vor und koloriere dann in Maigrün. Die weiße Bissstelle radiere ich mit dem Glasfaserradierer heraus.

20 Haare des Mädchens anlegen

In diesem Schritt habe ich die braunen Haare angelegt. Hierbei werden einzelne Haarsträhnen mit dem Glasfaserradierer gekratzt. Dann koloriere ich auch den Rest der Kleidung. Hierbei werden nach dem Einfärben die Highlights wieder herausradiert.

21 Hand und Gesicht gestalten

Als Nächstes lege ich die Hand und das Gesicht an. Das Gesicht ist so klein, dass es eine echte Herausforderung mit der Airbrush ist. Für die Mundlinie und die Pupillen/Iris verwende ich darum einen feinen Pinsel. Das Gesicht liegt zwar stark im Dunkeln, jedoch soll es ja im mer noch als Gesicht erkannt werden.

Nun bin ich mit dem Mädchen im Hintergrund erstmal fertig. So sieht die Gesamtwirkung bis jetzt aus.

22 Das Mädchen im Vordergrund

Nach dem Kontrollieren der Vorzeichnung starte ich mit dem Mund und den Augen. Auch den Hals und das Ohr lege ich in verdünntem Sepia an. Am Hals achte ich auf die Schattierungen und radiere entsprechende Highlights. Bei den Augen lege ich die Pupille und die Umrisse in Schwarz an. Ich färbe die Pupille in Blau ein und radiere die Irisstrukturen hinein. Mit verdünntem Sepia lege ich das Gesicht an. Stück für Stück erstelle ich das Underpainting. Highlights und Hautstrukturen lege ich mit dem Radierstift an. In der gleichen Farbe lege ich auch die Haare grob an. Mit dem Radierstift und dem Glasfaserradierer hole ich die einzelnen Haarsträhnen dann wieder heraus.

23 Den Rucksack gestalten

Nun mache ich aber erst einmal an anderer Stelle weiter. Ich wundere mich immer wieder, wie die umgebenden Farben und Kontraste wirken. Darum habe ich gerne schon mal mindestens eine grobe Vorlage, meist aber auch ein Einkreisen durch Farben, damit man es insgesamt betrachten kann. Sepia ist die Grundfarbe, also auch für den Rucksack. Die rein schwarzen Stellen werden beim Rucksack zuerst angelegt. Die einzelnen Partien lege ich frei Hand und unter Verwendung von losen Schablonen an. Der Radierstift hilft dabei, die Highlights auch hier herauszuholen. Wenn das nicht reicht, greift der Glasfaserradierer ein.

24 Das T-Shirt sprühen

Das T-Shirt wird in Ultramarinblau angelegt. Neben der groben Anlage von Falten und Nahtstellen lege ich auch die Stoffstruktur an. Diese radiere ich einfach in Stoffrichtung mit dem Radierstift ein.

Dann dunkle ich mit Ultramarin weiter nach. Jetzt sieht man auch, wie im Kontrast das Gesicht wirkt. Ohne die umgebenden Farben wirkte es noch deutlich anders.

25 Probleme beim Kolorieren

Dann habe ich mich an das Kolorieren des Gesichtes gemacht. Leider habe ich dabei die Schattenbereiche und auch den Farbton überhaupt nicht gut getroffen. Ich habe versucht, die Farbschicht mit dem Radierer wieder abzutragen, dabei ist das Gesicht aber sehr fleckig geworden.

26 Gesicht neu gestalten

Ich habe mich dazu entschieden, noch einmal mit dem Gesicht von vorn anzufangen. Jetzt macht sich das Clayboard richtig bezahlt. Mit Airbrush-Reiniger auf einem Zewa-Tuch entferne ich einmal das komplette Gesicht. Der Reiniger löst die Farbe an, das Zewa nimmt sie auf. Anschließend gehe ich mit einem Schleifpad mit ganz leicht kreisenden Bewegungen über die Fläche und entferne auch die Reinigerreste. Mit einem trockenen Küchentuch entstaube ich das Ganze dann. Leider läuft nicht immer alles perfekt. Aber mit dem richtigen Equipment lassen sich die meisten Fehler beheben.

27 Den Farbton treffen

Nun investiere ich ein wenig Zeit, um die Farbe von vornherein besser zu treffen. Ich mische 3 Tropfen Sepia mit 1 Tropfen Brillantrot. Ich verwende kleine Kärtchen, die ich aus Glossy-Fotopapier geschnitten habe. Auf diese sprühe ich einen Farbverlauf und schneide dann eine Kerbe ein. Damit kann ich dann gegenüber der Vorlage sehr genau sehen, ob ich den Farbton getroffen habe oder nicht.

28 Maske aus Transparentpapier

Ich habe mir dann noch schnell eine Maske aus Transparentpapier geschnitten, um die wichtigsten Gesichtspartien an Ort und Stelle zu bringen.

29 Hautfarbe erstellen

Die Schritte für Mund und Augen sind wie gehabt, von daher führe ich sie nicht noch einmal auf. Nun können wir uns aber erneut an die Hautfarbe machen.

In dünnen Schichten nähere ich mich an. Highlights im Nasen-, Mund- und Augenbereich hole ich mit dem Radierer heraus. Auch in der jetzigen Phase sieht die Hautfarbe nicht korrekt aus, was aber an den fehlenden umgebenden Farben, sprich den Haaren, liegt.

30 Haare ausarbeiten

Also wenden wir uns zunächst den Haaren zu. Mithilfe der Schablone, mit der ich eben noch Augen und Mund angelegt habe, decke ich nun das Gesicht ab, um zu viel Overspray zu vermeiden. Mit Burnt Umber von Liquitex arbeite ich die Haare weiter aus. Für die Schattenbereiche füge ich auch hier ein wenig Sepia hinzu. Der Glasfaserradierer kommt wieder für das Schaben der Haare zum Einsatz, so wie der Radierstift (harte Seite).

31 Einzelne Strähnen betonen

Das abwechselnde Sprühen und Schaben treibe ich so lange, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden bin. Mit dem Glasfaserradierer ergänze ich nun auch die Strähne, die durch das Gesicht geht. Auch in den Außenbereichen baue ich ausreißende Haare ein, das gibt dem Ganzen einen natürlichen Look. In dem Zuge habe ich auch den Übergang vom Hals zum Hintergrund repariert.

32 Hautfarbe anpassen

Nun passe ich die Hautfarbe noch an ein paar Stellen an, an denen ich mit einem Rot-Ocker drüber gehe. Da alle Flächen mit Farbe bedeckt sind, betrachte ich das Bild mit einigem Abstand. Mir fällt auf, dass die obere Graffiti-Mauer noch zu clean und die Decke von der Struktur her noch viel zu flach ist. Hier muss ich nochmal ran.

33 Strukturen schaffen

Mit ein bisschen Schleifpapier und dem Glasfaserradierer schaffe ich schon mal ein wenig Strukturen, sowie einen kleinen Schriftzug. Anschließend pushe ich das Ganze mit Farbe wieder in den Hintergrund.

34 Kontraste

Die Deckenstrukturen wurden noch weiter eingearbeitet. Deutlich mehr Kontrast und ‘Verunreinigungen’ tragen zu einem besseren Gesamteindruck bei. Es dürfen aber auch nicht zu scharfe Details sein, dann passt es nicht mehr im Verhältnis Schärfe/Unschärfe.

35 Kleine Anpassungen

Jetzt folgen mehrere kleine Anpassungen. Der Übergang des hellen Lichtstreifens von der Wand zum Boden musste noch aufgehellt werden. Es wurde dem Boden durch Radieren und wieder Einfärben weitere Struktur gegeben. Dies schließt ein kleines Rinnsal vom Becher mit ein.

36 Das fertige Kunstwerk

Es folgen viele kleine Anpassungen wie weitere Highlights oder Farbanpassungen, dann erkläre ich das Kunstwerk aber für fertig. Man könnte noch vieles mehr machen, um es fotorealistischer zu gestalten. Das ist hier aber nicht das Ziel. Die Gesamtwirkung ist so, wie ich sie mir vorgestellt habe.

GERHARD EUJEN

Gerhard Eujen wurde in Leer (Ostfriesland) geboren und lebt in Großefehn. Er ist hauptberufl ich als Manager in der IT-Branche tätig. In seinen Jugendjahren kam er über einen Freund zum Airbrushen. Zu Zeiten, in denen es kein Internet gab, waren das Airbrush Art und Action Magazin sowie das Airbrush Total Magazin seine einzigen Wissensquellen.

Aufgrund von Beruf/Familie ergab sich wie so häufi g eine längere Pause. Nun jedoch ist er neu gestartet. Autodidaktisch und durch Schulungen bildet er sich fort. Kurse bei Frank M. Stahlberg zu monochromen Porträts oder bei Marissa Oosterlee zum fotorealistischen Porträt halfen ihm sehr dabei, seine Technik zu verbessern. Seine Motive sollen das Interesse des Betrachters wecken und eine Geschichte erzählen, das liegt ihm sehr am Herzen. Meistens stehen Menschen/ Porträts dabei im Mittelpunkt.