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Grafische Laufwerkstools


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LinuxWelt - epaper ⋅ Ausgabe 2/2022 vom 28.01.2022

Im Umfeld von Linux-Ratgebern ist es Tradition, die Systemwartung mit Terminalkommandos zu erledigen. Das hat natürlich gute Gründe, erstens weil diese Methode distributions- und desktopunabhängig ist, zweitens weil sie auch per SSH-Fernwartung funktioniert, drittens weil die Terminaltools meistens die eigentlichen Dienstleister sind, welche grafische Programme nur entsprechend der Nutzerangaben füttern. Ganz irreführend wäre es aber, so zu tun, als sei der Weg ins Terminal alternativlos. Bei der Laufwerksverwaltung gibt es mit dem KDE-Partitionmanager („KDE-Partitionsverwaltung“) und mit Gnome-Disks („Laufwerke“) umfassende Werkzeuge für den grafischen Desktop.

Dieser Beitrag verzichtet aus Platzgründen auf etliche Unterfunktionen (Leistungstests, Dateisystemchecks, Schreddern, Verschieben von Partitionen), erklärt aber die wesentlichen Funktionen.

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Bildquelle: LinuxWelt, Ausgabe 2/2022

1. Die Gnome- und KDE-Tools: Ein Überblick ...

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Alle Speichergeräte – Festplatte, SSD, DVD, USB, SD-Karte – werden in der linken Spalte unter „Geräte“ (KDE) beziehungsweise „Laufwerke“ (Gnome) aufgelistet. Beim markierten Gerät, das durch Größenangabe und Herstellerbezeichnung gut zu identifizieren ist, erhalten Sie alle Infos über Partitionen, Dateisystem, Partitionskennung (etwa „/dev/sda1“), Bezeichnung (Label), Gesamtkapazität, Füllzustand (bei KDE grafisch und in Zahlen, beim Gnome-Tool als Prozentangabe), Mountpunkt (falls eingehängt), aktuelle Temperatur, ferner auch die UUID-Kennung. Letztere zeigt Gnome- Disks standardmäßig, das KDE-Tool nach Rechtsklick auf die Partition im Unterdialog „Eigenschaften“.

Der KDE-Partitionmanager ist das funktional umfassendere Werkzeug. Er bietet eine klare Menüführung und bequeme, objektbezogene Kontextmenüs per Rechtsklick. Das KDE-Tool ist obendrein optisch schicker und erlaubt über „Einstellungen –› KDE-Partitionsverwaltung einrichten“ angepasste Farben für Dateisysteme und eine individuell eingestellte Werkzeugleiste. Mehr noch: Auch die Infospalten in der Partitionsanzeige lassen sich einstellen und etwa durch die oft wichtige Info der „UUID“-Kennung ergänzen. Dies ist jedoch erst in der aktuellsten Version zuverlässig (21.08.3). Das Tool der Ubuntu-Langzeitversion 20.04 steht noch bei Version 4.1.0 und dort ist der Weg zum Unterdialog „Eigenschaften“ erforderlich. Auch andere Optionen arbeiten erst in jüngster Version zuverlässig: So ist es uns nicht gelungen, unter Kubuntu 20.04 und Partitionmanager 4.1.0 einen SMART-Status eingebauter Laufwerke zu erfragen. Erst im demnächst anstehenden Kubuntu 22.04 LTS wird das aktuelle Tool an Bord sein.

Der Partitionmanager fordert immer sudo- Recht, auch wenn man nur eine Info abholen will. Auch sonst orientiert sich der Partitionmanager an Gparted, das alle angeforderten Aktionen in einer To-do-Liste sammelt und erst nach „Bearbeiten –› An-wenden“ abarbeitet. Nach Aktionen werden alle Laufwerke stets komplett neu eingelesen. Neu angeschlossene Datenträger werden erst nach „Gerät –› Geräte aktualisieren“ (oder Hotkey F5) erkannt.

Gnome-Disks ist das einfachere und eindeutig schnellere Werkzeug. Das beginnt mit dem einfachen Start ohne sudo-Recht, das erst bei tatsächlichen Systemeingriffen verlangt wird. Fachterminologie und Dateisystemkenntnisse werden nur in spezielleren Unterdialogen vorausgesetzt, um Desktopbenutzern die Bedienung zu vereinfachen. Das Mounten („Einhängen“) erledigt Gnome-Disks pragmatisch wie ein Linux-Dateimanager, indem es einfach den Standardpfad „/media“ annimmt. Der Partitionmanager will hier grundsätzlich einen statischen Mountpunkt in der „/etc/fstab“ („Einhängepunkt bearbeiten“), bevor er die Option „Einhängen“ anbietet. Natürlich kann auch Gnome-Disks statische Mountpunkte in der „fstab“ anlegen (Punkt 7), bietet aber auch einfaches Ad-hoc-Mounten.

Will man dem Gnome-Tool überhaupt Mängel vorwerfen, dann ist es eine etwas konfuse Oberfläche ohne Kontextmenüs, die immer wieder mal ein Suchspiel nach dem passenden Klick-Control erfordert. Dass Gnome-Disks eine LVM-Partitionierung zwar erkennt, aber nicht aktiv eingreifen kann, werden nur Profis vermissen (siehe Punkt 12).

2. Laufwerkstools: Unabhängig vom Desktop

Für Linux-Nutzer, die nicht je nach Desktop ein unterschiedliches Laufwerkstool nutzen möchten, sind die beiden Programme auch für nicht-native Desktops installierbar. Der KDE-Partitionmanager lässt sich auch unter Oberflächen wie Gnome, XFCE oder Cinnamon installieren:

sudo apt install partitionmanager

Dabei zieht das Tool allerdings ein Menge KDE-Pakete mit. Umgekehrt ist die Installation des Gnome-Programms unter KDE mit

sudo apt install gnome-disk-utility

eine vergleichsweise leichtgewichtige Aktion. Solche Nachinstallation ist nicht nur unter KDE sinnvoll, denn Gnome-Disks ist auch auf Gnome-affinen Desktops nicht überall vorinstalliert. Wer das Systemtool etwa unter XFCE vermisst, kann es mit dem genannten Befehl nachinstallieren. Achten Sie auf den Paketnamen „gnome-disk-utility“ (nicht: „gnome-disks“).

3. Partitionstabellen schreiben (MBR und GPT)

Grundlegendste Aktion bei der Festplattenverwaltung ist das Anlegen der Partitionstabelle. Der Partitionsstil (MBR oder GPT) spielt vor allem auf Systemdatenträgern eine Rolle, falls dort mehrere Systeme parallel installiert werden sollen. Der Stil der Partitionstabelle ist somit ein Thema der Installation und für alltägliches Formatieren von Datenpartitionen und externen USB-Laufwerken kaum relevant. Allerdings kann der alte MBR-Partitionsstil (Master Boot Record, auch „msdos“-Partitionstabelle) nur Partitionen bis maximal 2,2 TB verwalten. Für Laufwerke von vier bis 16 TB ist daher der GPT-Partitionsstil erforderlich, sofern solche Laufwerke ungeteilt als Ganzes genutzt werden sollen. Bei kleineren USB-Festplatten oder USB-Sticks können Sie den Partitionsstil ignorieren.

Gnome-Disks und der Partitionmanager können den Partitionsstil einer Festplatte festlegen. Die Umstellung des Partitionsstils geht immer mit komplettem Datenverlust einher.

Gnome-Disks will vereinfachen. Den Begriff „Partitionstabelle“ sucht man hier vergeblich. Das kleine Drei-Punkt-Menü über dem Partitionsbereich zeigt aber den obersten Eintrag „Laufwerk formatieren“ und hier die Auswahl „Kompatibel mit allen Systemen…(MBR / DOS)“ und „Kompatibel mit modernen Systemen…(GPT)“. Diese Aktion schreibt die Partitionstabelle, formatiert aber keineswegs mit einem Dateisystem. Es entsteht vorerst nur freier Speicherplatz ohne Partitionierung, ohne Dateisystem. Der aktuelle Partitionsstil eines Laufwerks ist im Partitionsfenster als „Master Boot Record“ oder „GUID Partition Table“ zu erkennen.

Im KDE-Partitionmanager gibt es dafür den Menüpunkt „Gerät –› Neue Partitionstabelle“, dessen Unterdialog die Optionen „GPT“ und „MS-DOS“ anbietet. Nach Auswahl und „Neue Partitionstabelle erstellen“ muss die Aktion wie immer mit „Anwenden“ ausgelöst werden. Der Vorgang ist sofort erledigt, weil der Partitionmanager nur die winzige Partitionstabelle schreibt. Der aktuelle Partitionsstil eines Laufwerks ist über „Gerät –› Eigenschaften“ als „gpt“ oder „msdos“ abzufragen.

4. Partitionen löschen, anlegen, aufteilen

Es gibt mindestens drei Gründe, Datenträger neu zu partitionieren: Der bisherige Inhalt soll gelöscht werden, das bisherige Dateisystem soll durch ein anderes ersetzt werden, die bisherige Partitionsaufteilung (eventuell noch keine) soll neu organisiert werden. Bei diesem Kerngeschäft zeigt sich Gnome-Disks nonchalanter als das KDE- Pendant. Kompliziert ist der Vorgang aber bei keinem der Programme, jedoch muss jedem Nutzer klar sein, dass Neupartitionierung mit Dateiverlust einhergeht und folglich die genaue Kontrolle des richtigen Laufwerks unter „Laufwerke“ beziehungsweise „Geräte“ vorausgehen muss.

Bei Gnome-Disks markieren Sie im Partitionsfenster per Mausklick die gewünschte Partition. Mit dem kleinen Minus-Symbol unter dem Partitionsschema löschen Sie die Partition, die sich umgehend als „Freier Platz“ präsentiert. Bei einer geleerten Partition verschwindet automatisch das Minus-Symbol und mit dem jetzt angebotenen Plus-Symbol legen Sie die neue Partition an. Dabei folgen drei Entscheidungen:

1. Sie können die Größe der neuen Partition definieren, falls Sie den freien Platz nicht insgesamt nutzen, sondern aufteilen wollen. Dies lässt sich mit Schieberegler oder manueller Eingabe realisieren.

2. Nur beim MBR-Partitionsstil erscheint der zusätzliche Punkt „Erweiterte Partition“. Sinnvoll wäre dies nur, wenn die maximal vier Partitionen des MBR-Stils nicht ausreichen.

3. Im Folgedialog vergeben Sie optional ein beschreibendes Datenträger-Label, vor allem aber das Dateisystem. Hier ist Gnome-Disks anwenderfreundlich, indem es – knapp, aber gut erklärt – nur die verbreiteten Standards Ext4, NTFS und FAT anbietet und speziellere Dateisysteme in einen Unterdialog „Andere“ verbannt. Was unter „Andere“ angeboten wird, lässt sich durch Nachinstallationen erweitern (etwa „f2fstools“, „exfat-utils“).

Der KDE-Partitionmanager verlangt vor jeder Partitionsänderung das „Aushängen“ der jeweiligen Partition. Technisch ist das korrekt, weil jede Partitionsbearbeitung vorheriges Aushängen voraussetzt (das Gnome-Tool erledigt dies automatisch). Erst danach werden im Menü „Partition“ oder im Kontextmenü des Partitionsfensters die übrigen Befehle aktiviert. „Löschen“ entfernt eine Partition, was die Partitionsdarstellung mit „nicht belegt“ quittiert. Folgerichtig ist danach der Menüpunkt „Neu“ aktiv, womit Sie eine Partition neu anlegen. Im Unterfenster „Neue Partition erstellen“ sind alle Entscheidungen übersichtlich angeboten:

1. Oben erscheint der freie Speicherplatz als „Neue Partition“. Diese Balkenrepräsentation funktioniert wie ein Schieberegler, um bei Bedarf den Datenträger aufzuteilen, benötigt aber sehr präzises Navigieren zum Partitionsende rechts. Nach unserer Erfahrung ist die Einteilung über die Felder „Größe“ und „Freier Platz dahinter“ einfacher.

2. Nur beim MBR-Partitionsstil erscheint neben „Partitionstyp: Primär“ der zusätzliche Punkt „Erweitert“. Sinnvoll ist die Option nur dort, wo die maximal vier Partitionen des MBR-Stils nicht ausreichen.

3. Das Datenträger-Label vergeben Sie optional im Feld „Bezeichnung“ und für das gewünschte Dateisystem gibt es eine gleichnamige Drop-down-Liste: So hübsch diese ist – das KDE-Tool setzt voraus, dass Sie mit Bezeichnungen wie „Btrfs“, „NTFS“, ext4“ etwas anfangen können. Einfachste Leitlinie ist, dass Linux-Systemdatenträger vorzugweise mit Ext4, mobile Laufwerke mit Benutzerdaten am einfachsten mit NTFS oder exFAT formatiert werden sollten.

Tipp für beide Tools: Wenn Sie einen Datenträger mit mehreren Partitionen komplett leeren wollen, ist es am einfachsten, die Partitionstabelle neu zu schreiben (siehe Punkt 3). In einigen Fällen mit Livesystemen in der primären Partition ist dies sogar notwendig, weil sich die Partitionen einzeln nicht löschen lassen.

5. Luks-verschlüsselte Datenträger

Punkt 5 ist nur eine Fußnote zum vorherigen Punkt, aber man kann diese wichtige Option leicht übersehen – vor allem in Gnome-Disks. Jede neue Partition lässt sich optional Luks-verschlüsseln und mit Passwort schützen. Das gilt auch für externe USB-Datenträger. Beachten Sie aber, dass Luks nicht bestehende Partitionen „on the fly“ verschlüsselt: Der Datenträger wird für die Verschlüsselung neu formatiert und dabei gelöscht.

In Gnome-Disks löschen Sie mit dem Minus-Symbol die bisherige Partition und legen mit dem Plus-Symbol eine neue an. Bei der Auswahl des Dateisystems gehen Sie zur Unterseite „Andere“. Im Folgedialog belassen Sie die Voreinstellung „XFS“ und aktivieren ganz unten die unscheinbare Option „Passwortgeschützter Datenträger (LUKS)“. Nach Klick auf „Weiter“ müssen Sie noch ein Kennwort eingeben und bestätigen. Im KDE-Partitionmanager löschen Sie die bisherige Partition. Im Dialog „Neu“ muss neben „Dateisystem“ ein Linux-Dateisystem wie Ext4 oder XFS eingetragen sein, damit darunter die Option „Mit LUKS verschlüsseln“ erscheint. Wird diese aktiviert, erscheint die Kennwortabfrage. Der Vorgang wird mit „Bearbeiten –› Anwenden“ abgeschlossen.

6. Partitionsgrößen ändern

Laufwerkstools beherrschen verlustfreie Größenänderungen von Partitionen. Allerdings sind nicht alle Aktionen ohne Datenverlust möglich, wie nachfolgend angesprochen. Typisches Motiv für Größenänderungen ist die Notwendigkeit, freien Speicherplatz für eine neue Partition zu schaffen, um dort ein weiteres System zu installieren. Dass dies vorbereitend mit Systemtools wie Gnome-Disks geschieht, ist aber eher die Ausnahme: Viele Linux-Installer beherrschen das im Zuge einer Multiboot-Installation eigenständig und haben dabei den Vorteil des externen Zugriffs. Wenn nämlich die Systempartition verkleinert und „ausgehängt“ werden muss, ist das im laufenden System ausgeschlossen.

Andere Motive für Größenänderungen sind eher selten, aber denkbar, so etwa der Wunsch nach einer verschlüsselten Partition auf einem USB-Laufwerk. Beachten Sie, dass beide Tools Größenänderungen auf Linux-Dateisystemen sowie auf NTFS und FAT beherrschen, aber nicht auf jedem Dateisystem-Exoten (etwa exFAT).

A. Im typischen und einfachsten Fall soll die Kapazität einer Partition verringert werden und auf dem frei werdenden Platz eine zweite entstehen:

In Gnome-Disk markieren Sie im Partitionsfenster die bestehende Partition und klicken darunter auf das kleine Zahnradsymbol (neuere Versionen verwenden ein Symbol, das eher einen Medienplayer assoziiert). Der Option „Größe ändern“ startet einen Dialog mit Schieberegler und einem Eingabefeld mit exakter MB/GB-Angabe. Nach der Verkleinerung mit der Schaltfläche „Größe verändern“ erhalten Sie eine zweite Partition als „Freier Platz“, wo Sie ein neues Dateisystem anlegen (siehe Punkt 4). Beim KDE-Partitionmanager müssen Sie die Partition erst aushängen, erst dann wird die Option „Partition –› Größe ändern/ verschieben“ aktiv. Mit sehr exakter Mausnavigation am rechten Rand des Partitionsbalkens lässt sich dieser nach links ziehen und somit die Größe verringern. Einfacher ist es, im Eingabefeld „Freier Platz dahinter“ die gewünschte Größe der zweiten Partition anzugeben. Im dadurch geschaffenen Platz („nicht belegt“) erstellen Sie dann die neue Partition gemäß Punkt 4. Wie immer in diesem Tool ist die Arbeit erst nach „Bearbeiten –› Anwenden“ tatsächlich getan.

B. Komplizierter sind Szenarien mit zwei bestehenden Partitionen (oder mehr), wo die Kapazität einer Partition zugunsten der anderen verringert werden soll. Wir beschränken uns auf ein Beispiel, wo die erste Partition vergrößert werden soll:

In Gnome-Disks ist das nach unserer Kenntnis ohne Datenverlust auf der zweiten Partition nicht zu realisieren. Sie können also die zweite Partition löschen, danach die erste vergrößern und auf dem restlichen Platz eine neue Partition schaffen.

Der KDE-Partitionmanager ist hier mächtiger: Sie verkleinern zunächst mit „Partition –› Größe ändern/verschieben“ die zweite Partition, indem Sie den Partitionsbalken von links ziehen oder das Feld „Freier Platz davor“ verwenden. Dadurch entsteht zwischen den Partitionen ein „nicht belegter“ Bereich, den Sie dann durch eine zweite Größenänderung der ersten Partition zuschlagen. Dies arbeitet ohne Datenverlust, ist aber eventuell zeitaufwendig.

7. Datenträger standardmäßig mounten

Die einzige Partition, die bei jedem Systemstart eingebunden wird, ist die Systempartition. Dies wird bei Installation durch einen Eintrag in der Datei „/etc/ fstab“ festgelegt. Insbesondere auf Servern, aber auch auf Desktop-PCs können weitere statische Mountaktionen sinnvoll bis notwendig werden. Die Laufwerkstools ersparen manuelles Hantieren in der „fstab“ mit UUID-Kennungen, Dateisystemen und Mountpunkten.

In Gnome-Disks markieren Sie die gewünschte Partition und klicken auf das Zahnradsymbol (oder Playersymbol). Hier erscheint der Punkt „Einhängeoptionen bearbeiten“, wo Sie die „Vorgaben der Benutzersitzung“ abschalten, die Option „Beim Systemstart einhängen“ sowie den nachfolgenden Punkt („Benutzerschnittstelle“) aktivieren. Im unteren Bereich des Dialogs geben Sie den Einhängepunkt an. Den nach wie vor notwendigen Eintrag in die Datei „/etc/fstab“ erledigt Gnome-Disks, nachdem Sie per Kennwort sudo-Recht nachweisen.

Im KDE-Partitionmanager verwenden Sie „Partition –› Einhängepunkt bearbeiten“. Der Dialog zeigt mehr und brauchbar erklärte Optionen für die „Options“-Spalte in der „fstab“. Die Auswahl „Geräteknoten“ („/dev/…“), „UUID“ und „Bezeichnung“ (nur angeboten, falls ein Label vergeben) ist übersichtlicher als bei Gnome-Disks, außerdem gibt es hier eine Klicknavigation in das gewünschte Mountverzeichnis. Im Prinzip ersparen aber beide Tools die lästige Recherche nach UUID oder Devicekennung und vereinfachen den Eintrag in die „fstab“ erheblich.

8. Aussagekräftige Mountpunkte (Label)

Eine Kleinigkeit, die zu einer besseren Laufwerksübersicht beiträgt, ist die Datenträgerbezeichnung („Label“). Wenn automatisch eingehängte Partitionen (vor allem USB- Geräte) über ihre UUID identifiziert werden, entstehen Mountverzeichnisse wie „DEA5- B112“, die dem Systemnutzer keine Orientierung bieten. Ein sprechendes Laufwerkslabel macht die Identifizierung einfach.

In Gnome-Disks müssen Sie nur den betreffenden Datenträger markieren, auf das Zahnradsymbol (Playersymbol) klicken und hier die etwas irreführende Option „Dateisystem bearbeiten“ wählen. Dann geben Sie einen sprechenden Namen ein, klicken auf „Ändern“ und hängen den Datenträger danach wieder ein (erstes Symbol). Das Mountverzeichnis – standardmäßig unter „/media“ – erhält nun den Namen gemäß der vergebenen Bezeichnung.

Im KDE-Partitionmanager ist diese Funktion in das Untermenü „Partition –› Eigenschaften“ ausgelagert. Hier gibt es das Feld „Bezeichnung“. Auch diese Kleinigkeit muss wie immer mit „Bearbeiten –› Anwenden“ bestätigt werden.

9. Partitionsabbilder schreiben

ISO- oder IMG-Dateien auf USB-Sticks zu schreiben oder Partitionen als IMG-Datei zu sichern, erfordert kein dd, Etcher oder gar Clonezilla. Auch dafür sind die Standardtools gerüstet.

In Gnome-Disks zeigt im kleinen Drei-Punkt-Menü die Optionen „Laufwerksabbild erzeugen“ und „Laufwerksabbild wiederherstellen“. Die erste Aktion sichert den Inhalt des ausgewählten Laufwerks (oder SD-Karte) in eine Imagedatei („.IMG“). Weit häufiger werden Sie die zweite Aktion benötigen, um ISO-oder IMG-Dateien bootfähig auf UBS-Stick zu kopieren. Achten Sie darauf, dass in der Laufwerksliste der richtige Zieldatenträger markiert ist, wählen Sie „Laufwerksabbild wiederherstellen“ und navigieren Sie dann zur gewünschten ISOoder IMG-Datei.

Im KDE-Partitionmanager verwenden Sie die Menüs „Partition –› Sichern“ zum Schreiben von Imagesicherungen und „Partition–› Wiederherstellen“ zum Kopieren von ISO- und IMG-Dateien auf die ausgewählte Partition. Hier gelten beim „Wiederherstellen“ dieselben Vorsichtsregeln wie bei Gnome-Disks.

10. SMART-Status abfragen

Moderne Festplatten folgen dem SMART- Standard (Self Monitoring, Analysis and Reporting Technology), der Auskunft über den aktuellen Zustand gibt. Gnome-Disks und der KDE-Partitionmanager können die SMART-Werte abgreifen und anzeigen.

Gnome-Disks bietet iwm Drei-Punkt-Menü die Option „SMART-Werte und Selbsttests“. Diese bietet ausführliche Auskunft zum markierten Laufwerk inklusive Temperaturangabe. Wichtigste Aussage oberhalb der Einzelwerte ist das Resümee „Das Laufwerk ist in Ordnung“. Das Gnome-Tool kann aber nur interne SATA-Laufwerke überprüfen, USB-Geräte derzeit nicht.

Der KDE-Partitionmanager äußert sich unter „Gerät –› SMART-Status“ etwas knapper, jedoch sollte die Angaben „SMART-Status: Gut“ und „Gesamtbewertung: Gesund“, ferner die Angabe fehlerhafter Sektoren und die Temperaturmessung ausreichen. Anders als Gnome-Disks berücksichtigt das KDE-Tool auch per USB angeschlossene Festplatten.

11. Datenträger im Bereitschaftsmodus

Festplatten lassen sich bei längerer Nichtbenutzung in den Ruhemodus schicken. In den allgemeinen Systemeinstellungen werden Sie diese Option vermissen und auch der KDE-Partitionmanager muss hier passen: Dies ist der einzige Punkt, wo sich Gnome-Disks überlegen zeigt.

Gnome-Disks kann steuern, wann sich eine Festplatte abschalten soll. Wählen Sie das gewünschte Laufwerk und gehen Sie im Drei-Punkt-Menü auf „Laufwerkseinstellungen“. Unter „Bereitschaft“ setzen Sie den Schalter auf „An“ und stellen die Zeit ein, nach der die Festplatte sich abschalten soll. Die Zeitspanne reicht von „Niemals“ bis „3 Stunden“. Das funktioniert auch mit externen USB-Festplatten, nicht mit Sticks.

12. Laufwerke zusammenlegen (LVM)

LVM (Logical Volume Manager) ist eine Verwaltungsschicht für die Datenträgerorganisation. Die Technik erlaubt das Anlegen von „Volume Groups“, die mehrere physische Datenträger zu einem logischen Laufwerk zusammenfassen. Ein angelegter Verbund ist erweiterbar, enthaltene Datenträger können wieder entnommen oder durch andere ersetzt werden. Voraussetzung für LVM ist das Paket „lvm2“, das sich mit

sudo apt install lvm2

nachrüsten lässt. Falls bei einer Linux-Installation LVM (oder Luks-Verschlüsselung) genutzt wurde, ist die Komponente bereits vorhanden.

Gnome-Disks erkennt LVM-Volumes, kann diese allerdings weder anlegen noch verändern.

  Der KDE-Partitionmanager zeigt beim Erstellen einer neuen Partition das zusätzliche Format „lvm2 pv“. Datenträger, die Bestandteil einer LVM-Gruppe werden sollen, müssen mit diesem speziellen Dateisystem formatiert werden. Dies bedeutet natürlich vollständigen Datenverlust. Sind die gewünschten Laufwerke LVM2-formatiert, können Sie das Menü „Extras –› Neue Volume Group“ nutzen. Dabei werden nun alle LVM2-formatieren Datenträger angeboten. Aktivieren Sie per Klickbox alle Laufwerke, die Sie zusammenlegen wollen. Vergeben Sie noch einen Namen für die Gruppe und bestätigen Sie mit „OK“. Wie immer muss die ausstehende Operation danach mit „Bearbeiten –› Anwenden“ ausgelöst werden.

Danach erscheint in der Geräteliste das neue Gruppenvolume, das die Gesamtkapazität aller zusammengelegten Datenträger anbietet. Das virtuelle Volume benötigt nun noch eine reguläre Endformatierung und kann dann genutzt werden. Später ist es jederzeit möglich, ein Laufwerk aus der Gruppe wieder zu entnehmen oder ein weiteres hinzuzufügen. Die passende Option im KDE-Partitionmanager ist „Gerät –› „Volume Group“-Größe ändern“. Dann erhalten Sie wieder die Liste der enthaltenen Laufwerke und können Geräte deaktivieren oder neue hinzufügen. Für ein Hinzufügen weiterer Datenträger muss das Laufwerk LVM2-formatiert sein, andernfalls taucht es in dieser Liste nicht auf.