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Grafische SSH-Clients


TecChannel Compact - epaper ⋅ Ausgabe 8/2021 vom 02.08.2021

Putty, Smar tty & Co.

Artikelbild für den Artikel "Grafische SSH-Clients" aus der Ausgabe 8/2021 von TecChannel Compact. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
Putty für Windows und Linux: Unter Windows ist das Tool der SSH-Klassiker, unter Linux eher ein Exot. Putty ist nicht immer intuitiv und eingängig, aber funktional unumstritten.

Um ein mögliches Missverständnis vorab auszuräumen: Die nachfolgend vorgestellten grafischen SSH-Clients führen am Ende auch zum obligatorischen Terminal oder zu Terminaltools. SSH-Verwaltung ohne Terminal-Know-how ist schlicht nicht realistisch. Die grafischen Clients sind also nur Verwaltungstools, die den Zugang zu verschiedenen SSH-Servern per Mausklick erledigen und auf Wunsch die Übergabe von Authentifizierungsdaten automatisch erledigen. Unter Linux und Mac-OS sorgen diese Werkzeuge für höheren Komfort, unter Windows oder Android sind sie gar unverzichtbar, weil es dort – jedenfalls standardmäßig – kein SSH-Tool im Terminal gibt.

Putty für Linux und Windows

Putty (Download unter www.putty.org und in allen Paketquellen verfügbar) verdankt seine Popularität dem Umstand, dass es unter Windows jahrzehntelang keine Alternative gab, um sich mit SSH-Servern zu verbinden. Das ...

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... Tool ist alles andere als in-tuitiv, macht keine Abstufung zwischen fundamentalen Einstellungen und exotischen Details, bietet aber nach etwas Gewöhnung letztlich doch komfortable Verwaltung mehrerer SSH-Server.

Die Basiskonfiguration ist einfach: Sie geben unter „Host Name“ entweder den Rechnernamen oder die IP-Adresse des Servers an. Mit „Connection type: SSH“ und dem vorgegebenen Standardport 22 können Sie sich mit „Open“ bereits verbinden. Für häufigeren Zugriff lohnt es sich aber, unter „Saved Sessions“ eine aussagekräftige Bezeichnung zu verwenden und diesen Server mit „Save“ dauerhaft zu speichern. Unter „Window –› Translation –› Remote character set“ sollten Sie immer den Eintrag „UTF-8“ wählen, damit Sonderzeichen in der SSH-Konsole korrekt angezeigt werden. Unter „Window –› Colors“ (sowie „Fonts“) bestimmen Sie Erscheinungsbild und Schriftgrößen. Beachten Sie nach allen Änderungen, in der Übersichtspalte auf „Session“ zu navigieren und mit „Save“ die Einstellungen zu speichern.

Nicht für Linux, aber für Windows gibt es außerdem den Putty-Klon Kitty. Er unterscheidet sich nur dadurch, dass er die automatische Übergabe des Passworts erlaubt („Connection –› Data“) und die Serverdaten in Klartextdateien unter „\Kitty\ Sessions“ ablegt (statt in der Windows-Registry). Damit ist Kitty komfortabler und portabler, aber etwas unsicherer.

Smartty für Windows

Alternativlos sind Putty/Kitty auch unter Windows längst nicht mehr: Das viel modernere Smartty (http://smartty.sysprogs.com/), das es in installierbarer und por-tabler Variante gibt, hat eine einfache Serververwaltung, startet mehrere SSH-Konsolen in Tabs und bringt einen komfortablen Texteditor ebenso mit wie einen Keygenerator und die Xming-Komponente für grafische Programme. Neben dem normalen Terminal gibt es wahlweise das „Smart Terminal“, das das aktuelle Verzeichnis in der Navigationsspalte grafisch darstellt und somit Ordnerwechsel per Mausklick erlaubt. Außerdem bietet das „Smart Terminal“ das Editieren von Textdateien per Doppelklick. Ein weiteres Highlight ist die grafische Autocompletion für begonnene Befehls- und Dateinamen.Wer mit Putty nicht seit Jahrzehnten verheiratet ist, erhält mit Smartty den eindeutig eleganteren SSH-Client unter Windows.

SSH-Clients für Android und iOS

SSH-Terminals für Smartphones und Tablets gibt es etliche, die sich funktional nicht viel nehmen. Daher entscheiden letztlich Übersichtlichkeit, Bedienkomfort und Anpassungsfähigkeit – und hier ist die englischsprachige App Termius mit der beste Kandidat. Die App gibt es für Android und iOS in den jeweiligen App Stores. Unter „Host“ legen Sie mit dem Plus-Zeichen einen Eintrag an („New host“). Im Prinzip genügt der Eintrag der IP-Adresse, falls der Server den Standardport 22 für SSH nutzt. Man kann aber bei geringen Sicherheitsansprüchen im lokalen Netz auch gleich das Benutzerkonto und das Kennwort direkt hinterlegen. Allgemeine Einstellungen zu Schriftgröße und Farben werden unter den „Settings“ eingetragen, die dann für alle Hosts gelten. Um Einstellungen an einem bereits eingetragenen Ser-ver („Host“) zu ändern, hilft längeres Drücken des Host-eintrags, was den Host markiert und in der kleinen Symbolleiste den Editierstift einblendet. Für bereits eingetragene Rechner genügt ein Fingertipp, um die SSH-Verbindung zu starten.

Secpanel für Admins

Secpanel nutzt die vorhandenen Programme auf einem Linux-System und arbeitet im Prinzip nur als Lesezeichen- und Einstellungssammlung. Das Tool ist in Debian und Ubuntu über die Standardquellen mit

schnell nachinstalliert. Zur Verbindungsaufnahme kommt der übliche SSH-Client im Terminal zum Einsatz. Das hat den Vorteil, dass beispielsweise bereits eingerichtete Schlüsselpaare zur passwortlosen Anmeldung weiterhin funktionieren. Zudem ist Secpanel das einzige grafische Tool, das aus einem Programmfenster heraus mehrere Clientinstanzen starten kann.

Welche Terminalanwendung für SSH gestartet wird, lässt sich individuell festlegen. Sofern Filezilla, Nautilus oder Dolphin installiert sind, startet Secpanel mit einem Klick auf „SFTP“ einen diesen Dateimanager zur Dateiübertragung.

Für Anwender, die mit dem SSH-Client im Terminal zufrieden sind und nur eine Anwendung zur Verwaltung von Einstellungen und mehreren Verbindungen suchen, ist Secpanel eine gute Wahl.

Das Rsync-Front-End Grsync

Grsync ist kein expliziter SSH-Client, aber eine grafische Oberfläche, welche die angeklickten Einstellungen an das SSH-fähige Tool Rsync weitergibt: ein typisches Front-End zur bequemeren Bedienung, das mit

schnell nachinstalliert ist. Grsync verzichtet auf viele Spezialoptionen des Kommandozeilentools, aber SSH-Verbindungen werden ohne explizite Protokollangabe unterstützt. Ein SSH-Server mit Zielverzeichnis kann daher etwa mit

angegeben werden. Beachten Sie den Doppelpunkt nach der IP-Adresse.

SSH-Backups mit Grsync setzen voraus, dass der Zielserver den Standardport 22 verwendet. Eine noch gravierendere Einschränkung betrifft die Authentifizierung: Wenn der Zielserver ein Passwort erwartet, hängt der Kopiervorgang ohne Fehlerhinweis. Das Ganze funktioniert folglich nur, wenn der Clientrechner nach

eine Schlüsseldatei besitzt, die mit

dem SSH-Server mitgeteilt wurde.

Hermann Apfelböck

Hermann Apfelböck gehört zur Kernmannschaft im Redaktionsbüro MucTec.