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Greifen, sägen, verladen


TASPO BAUMZEITUNG - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 08.02.2019

Als Alternative zum Hubsteigereinsatz und Aufsteigen im Baum mit manuellem Absägen von Teilstücken und deren Abseilen haben sich Fällgreifer bewährt.


Artikelbild für den Artikel "Greifen, sägen, verladen" aus der Ausgabe 1/2019 von TASPO BAUMZEITUNG. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: TASPO BAUMZEITUNG, Ausgabe 1/2019

Die speziell für den Fällgreifer und die Holzzange angefertigte Schubladenkonsole ermöglicht das Mitführen beider Anbaugeräte und das unkomplizierte Wechseln vor Ort.


Anbau der Holzzange, diese wird anschließend in der Schubladenkonsole verstaut.


Mit Hilfe des Fällgreifers lässt sich der Baum in einem Arbeitsgang stückweise greifen, absägen und ablegen. Möglich wird dies entweder über herkömmliche Mobilbagger mit Greifersäge oder über spezielle mobile ...

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... Fällgreifer, die sich etwa an einen Holzladekran anbauen lassen, der zum Verladen der Stammstücke ohnehin notwendig ist. Wie sich der Fällgreifer GMT050 von GMT Equipment in der Praxis bewährt, das wollten wir von Fabian Skibba (Kettwiger Baumdienste) in Essen wissen.

Gute Erfahrungen in Essen

Beim Kettwiger Baumdienst sind Fällgreifer des Typs GMT050 von GMT Equipment im Einsatz. Der erste GMT050 Fällgreifer wurde im Jahr 2016 angeschafft, kurz danach der zweite, inzwischen sind vier dieser Greifer im Einsatz. Zuvor arbeitete das Unternehmen ausschließlich mit „festen“ Fällgreifern, die an Bagger sowie Fällkränen montiert waren. Im Einzelnen handelt es sich dabei um herkömmliche Mobilbagger mit Greifersäge von MVD, mehrere spezielle Forstbagger der Marken „Sennebogen“ und „Liebgherr” mit Greifersägen von FHS, Vosch und Westech sowie auch um Festanbauten auf Roto-Teleskoplader Basis, Typ Merlo 6024 mit Kinshofer-Greifersäge und einem Fällbach-Fällkran. Diese Maschinen sind nach wie vor im Bestand, sie werden durch die neuen Greifer nur entlastet.

Auch mit den bisherigen Baggern und Anbaulösungen ließen sich die Arbeiten immer sicher und auch effizient durchführen, allerdings mit mehr Personal und höherem Maschineneinsatz. Dies erforderte eine bessere Vorbereitung und Logistik, was die Flexibilität einschränkte. Einen wesent - lichen Vorteil der neuen Fällgreifer sieht Kettwiger Baumdienst darin, dass sich damit die Arbeiten mit nur einem Gerät ausführen lassen. Der Anbau einer Greifersäge an einen Holzladekran, der auf der Baustelle ohnehin für den Abtransport des Schnittgutes erforderlich ist, spart Personal und Maschinenkosten. So werden die Arbeiten noch effizienter. Allerdings gilt es zu beachten, dass mit dieser Kombination nicht die gleiche Baumgröße gefällt werden kann wie beispielsweise mit dem Sennebogen, dies hängt jedoch von der eingesetzten Krangröße ab.


„Mit dem Fäll greifer kann bei weniger Platz effizienter gearbeitet werden.“


Als einen wesentlichen Vorteil bei dem Fällgreifer GMT050 nennt Skibba, dass er mit nahezu jedem Kran, der über eine Greiferfunktion verfügt, kompatibel ist. Es seien nur minimale Anpassungen erforderlich, ein zusätzliches Verlegen von Ölleitungen ist nicht nötig.

Die einzelnen Kronenteile werden direkt verladen, das anschließende Säubern der Flächen reduziert sich auf ein Minimum.


Fotos: Kettwiger Baumdienst/Fabian Skibba

Fabian Skibba hat gute Erfahrungen mit dem Einsatz des Fällgreifers gemacht, auch im Hinblick auf die Arbeitssicherheit.


Das Handling des Fällgreifers

Gute Erfahrung hat man auch mit dem Handling der Maschine gemacht. Die Einarbeitung geht „relativ“ schnell, hängt aber natürlich maßgeblich von der Erfahrung des Maschinenführers im Umgang sowohl mit dem Kran als auch der Motorsäge ab. Idealerweise sollte man zuvor schon Erfahrungen im maschinellen Fällen gesammelt haben. Denn jede Baumart hat ihre Besonderheiten, von der Härte des Holzes bis zur Brucheigenschaft – das gelte es auch bei der Arbeit mit dem Fällgreifer GMT050 zu beachten.

Für geübte Anwender mit dem nötigen Respekt, Vertrauen und auch Willen sei die Bedienung aber intuitiv. Eine Einweisung in die Maschine, zu der auch der externe Sicherheitsbeauftragte des Unternehmens hinzugezogen wurde, gehört bei solch komplexen Maschinen natürlich dazu. Ein großes Sicherheitsplus beim GMT050 ist für Skibba, dass der Sägevorgang nur bei geschlossenem Greifer ausgeführt werden kann – eine folgenschwere Fehlbedienung ist somit nahezu ausgeschlossen.

Dank Schnellwechseleinrichtung ist der Fällgreifer rasch montiert, anschließend wird die Holzzange in der Schubladenkonsole verstaut.


Der Fällgreifer und die erforder lichen Werkzeuge werden stets am Fahrzeug mitgeführt.


Wo kommt das Gerät zum Einsatz?

Die Säge nutzt der Baumdienst über - wiegend bei der Einzelbaumentfernung im Stadtgebiet, sowohl im kommunalen Bereich als auch bei privaten Anlagen. Grundsätzlich würde sie sich jedoch in Verbindung mit einem Forstschlepper/ Rückezug auch für die Energieholzgewinnung beziehungsweise die Holzernte im Wald eignen, wobei sie natürlich nicht mit einem Harvesteraggregat zu vergleichen ist.

Fällungen im Stadtgebiet, besonders in Großstädten wie beispielsweise Essen erfordern oftmals einer erhöhte Rücksicht auf den Verkehr. Das gilt für eine stark befahrene Hauptstraße genauso wie für eine enge, oftmals zugeparkte Nebenstraße. Platz ist bei vielen Einsätzen des Essener Baumdienstes Mangelware. Durch den Einsatz dieser Kombination könne bei weniger Platz effizienter gearbeitet werden, die Belastung und die Einschränkung des Verkehrs werde auf ein Minimum reduziert. Allerdings lassen sich mit dieser Lösung nicht alle Aufgaben erfüllen: Starkbäume können in dieser Kombination nicht gefällt werden, wohl aber „durchschnittliche“ großkronige Bäume bis zu einer Höhe von etwa 16 Metern und einem Stammumfang von rund 50 Zentimetern.

Die Greifersäge wird beim Kettwiger Baumdienst an allen LKW mit Holzlade - kränen, 9,6 Meter Reichweite und festem Wannenaufbau zum Abtransport des Schnittgutes sowie auch an Forstschleppern und Rückezügen montiert. Was das optimale Trägerfahrzeug für den Einsatz ist, lasse sich vermutlich nicht verallgemeinern, merkt Skibba an. Das hänge immer von den betrieblichen Strukturen, den Aufträgen und auch von der Verfügbarkeit ab.

Sägen auf Maß

Mit dem Fällgreifer lassen sich lange Stämme/ Äste auch während des Transportes in der Luft noch zerkleinern – für den Essener Betrieb ist das ein sehr positiver Nebeneffekt. Denn so könne der Bediener genau dort ablängen, wo er es braucht, um passend verladen zu können. Und auch die Arbeitssicherheit werde darüber „um ein Vielfaches“ erhöht: Schließlich muss der Bodenmann nicht in Astkronenhaufen „rumklettern“, um den Baum aufzuarbeiten. Das Gleiche gelte auch für das Aufarbeiten von Sturmschäden. Das eigentliche Sortieren, Stapeln und die Ladearbeiten erfolgen dann mit ausgeschalteter Sägefunktion. Eingesetzt wird der Fällgreifer nicht nur für den Stamm- und Astschnitt, er erleichtert auch das Entnehmen von Großsträuchern und Gebüsch, kommt also für sämtliche Gehölze zum Einsatz.

Das Fazit

Der Kettwiger Baumdienst ist sehr zufrieden mit dem Greifer und auch mit dem Support. Auch deshalb hat man mittlerweile vier Stück im Einsatz. Das Unternehmen war einer der ersten Anwender des GMT050, entsprechend groß ist in der Zwischenzeit die Erfahrung mit dem Fällgreifer. Verbesserungsmöglichkeiten, die sich beim Umgang mit dem GMT050 zeigten, wurden inzwischen schon umgesetzt.

Für den Essener Betrieb ist der Einsatz der Fällgreifer rentabel, obgleich die Anschaffungskosten von etwa 21.000 Euro auf den ersten Blick recht hoch scheinen. Dem steht eine gesteigerte Effizienz und auch eine höhere Arbeitssicherheit gegenüber – beide Punkte sind für Skibba von großer Bedeutung. Ob sich ein Fällgreifer für einen Betrieb rechnet, ist immer eine Einzelfallentscheidung: Die hängt von den betrieblichen Strukturen und den vorhandenen Trägerfahrzeugen ab. Beim Essener Baumdienst rechnen sich die Fällgreifer: Denn als reiner Baumdienst ist er ganzjährig mit Baumarbeiten beschäftigt.

DER AUTOR

Matthias Hinkelammert ist Fachredakteur der TASPO GartenDesign und stellvertretender Chefredakteur der TASPO.