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GRENZERFAHRUNGEN IM REISEMOBIL


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Auto Bild reisemobil - epaper ⋅ Ausgabe 9/2022 vom 11.08.2022
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Bildquelle: Auto Bild reisemobil, Ausgabe 9/2022

Reben, Hügel, kleine Fach-werkdörfer: All das ist typisch für das Elsass

MIT RUND 15 MILLIONEN Touristen jährlich zählt das Elsass zu den beliebtesten Urlaubsdestinationen Frankreichs. Besonders die Deutschen zieht es in die Grenzregion westlich des Rheins. Wegen der kurzen Anreise, der vielen kulinarischen Spezialitäten – und so mancher Überraschung. Die Elsässer betreiben zum Beispiel einen Badewannenfahrstuhl für Schiffe, sie feiern skurrile Sauerkrautfeste und verehren ein Haus, das buchstäblich zum Himmel stinkt. Hier sind Tipps für Grenzerfahrungen im Reisemobil.

1. LAUTERBOURG

Restaurant au Vieux Moulin

Seit Jahrhunderten ist die alte Mühle am Rande von Lauterbourg ein Wahrzeichen des Ortes. Der historische Bau hat eine bewegte Vergangenheit als Weizen- und Rapsmühle, später beherbergte er eine Stuhlmanufaktur und stand danach leer. Schließlich erbarmte sich Meister-Gastronom Éric Laghi der ruinösen Immobilie und machte ein Restaurant aus der alten Schaufelmühle. ...

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... Gern bedient er nicht nur Gäste, sondern auch das ein oder andere Klischee der französischen Küche. So serviert der Maître auf Wunsch in Knoblauch gebratene Froschschenkel. Doch der Chefkoch kann auch anders: Jakobsmuscheln, Ceviche vom Fisch, hausgemachte Gänseleber, Rinderfilet, diverse vegetarische Gerichte – alles typisch französisch, ausgezeichnet und serviert in historischem Ambiente. Eine kulinarische Top-Adresse, nicht nur für Freunde gebratener Teichtiere.

2. MERKWILLER-PECHELBRONN

Erdölmuseum

Jahrhunderte bevor die Saudis feststellten, dass sie auf gigantischen Erdölblasen wohnen, fanden die Pechelbronner „schwarzes Gold“ unter ihren Füßen. Das war 1498. Die Landbevölkerung nutzte das Erdöl, um Zahnschmerz oder Gicht zu lindern. Dafür wurde die schwarze Paste auf die betroffenen Stellen gestrichen. 1735 begann die kommerzielle Förderung des „Erdpechs“. Anfangs schöpften es Arbeiter aus offenen Gruben, von 1917 an wurde es bergmännisch abgebaut. 1965 endete die Erdölförderung an der größten und ältesten Quelle des Kontinents. Ein Teil des Equipments ging an das Museum, in dem die verschiedenen Fördertechniken am ersten Ölproduktionsstandort Europas sowie die teilweise sehr ungewöhnliche Nutzung des Öls über fünf Jahrhunderte erklärt werden. Zum Beispiel für die Konservierung menschlicher Leichen. Ein Museum mit Überraschungen … 4 Rue de l’École, 67250 Merkwiller-Pechelbronn, Tel. +33-388-80 91 08, www.musee-du-petrole.com, Öffnungszeiten: April bis Oktober von Mi. bis Fr. sowie So. 14.30 bis 18 Uhr, Preise: 6 Euro (Erwachsene), 5 Euro (ermäßigt), Kinder unter 10 Jahren frei

3. SOUFFLENHEIM

Poterie Friedmann

Grellbunte Terrinen, klassische Gugelhupf-Formen, schmuckvolle Tassen, Teller und Schüsseln: Die Poterie Friedmann besteht seit 1802 und verarbeitet in siebter Generation Tonerden aus der Umgebung von Soufflenheim. Darum hat die Töpferfamilie auch kein Lieferkettenproblem. Sie hebt die Tonerde mit den drei anderen Soufflenheimer Töpfereien ganz einfach mit dem Bagger aus dem Waldboden am Ortsrand. Von dort aus geht’s auf kurzem Weg in die Werkstatt von Sabine und Joseph Pfister-Gérant. Hier ist alles Handarbeit, vom Teller über die Butterdose bis zum dekorativen Tonkrug entsteht alles auf konventionellen Drehscheiben. Natürlich ist auch die bunte Bemalung Handarbeit. Besucher der Werkstatt können sich davon überzeugen. Wer im kleinen Töpferladen mit rund 300 Artikeln kein passendes Elsass-Souvenir findet, dem ist nicht zu helfen. 3 Rue de Haguenau, 67620 Soufflenheim, Tel. +33-388-86 61 21, www.poteriefriedmann.fr

4. GRAUFTHAL

Felsenwohnungen

Graufthal zählt sicher zu den ungewöhnlichsten Siedlungen Europas. Der Ort schmiegt sich nicht nur an mächtige Felswände, er hat sich buchstäblich in den Berg gebohrt. Im 12. Jahrhundert existierte hier eine Benediktinerabtei. Die Mönche schlugen Höhlen in den rosa Felsüberhang und lagerten darin Verderbliches. Auch Tagelöhner wussten den Schutz des Felsvorsprungs zu schätzen und meißelten sich ihre ärmlichen Behausungen in den Stein. Nur ihre Vorderseiten bestehen aus Mauerwerk, auf dem jeweils ein kleines Ziegeldach ruht. In diesen einfachen Höhlenhäusern lebten zu Beginn des 19. Jahrhunderts mehrere Familien auf engstem Raum. 1958 starb mit Catherine Ottermann quasi der letzte „Höhlenmensch“. Mittlerweile sind die Höhlen mit ihren himmelblau getünchten Frontmauern ein Museum. Wer hineingeht, fühlt die klamme Kälte des Steins und die beklemmende Enge und ist dem Alltag der Menschen, die hier einst lebten, sehr nah. Die bescheidenen Felsenhöhlen sind komplett mit allen Details eingerichtet, von frischen Blumen auf dem Esstisch bis zur Waschschüssel. Alles sieht aus, als würden die Bewohner jeden Moment zur Tür hereinkommen.

Maisons des Rochers, Rue Principale, 67320 Graufthal, Tel. +33-389-298100, www.visit.alsace/de, Öffnungszeiten: täglich 10 bis 18 Uhr, sonntags bis 18.30 Uhr

5. ARZVILLER

Schiffshebewerk

Früher war es eine Tortur, den Rhein-Marne-Kanal zwischen Saint-Louis und Arzviller mit dem Schiff hinaufoder hinunterzufahren. 17 Schleusen mussten die Schiffer bewältigen, um die knapp 45 Meter Höhenunterschied zu überwinden. 1969 kam die Zeitenwende: Seitdem ersetzt ein Fahrstuhl für Schiffe die 17 Schleusen. Die Boote fahren in einen mit Wasser gefüllten und auf Rollen gelagerten Trog und werden mitsamt dieser „Badewanne“ nach oben oder unten gefahren. Experten nennen das Meisterwerk nüchtern „Nassförderung“, Laien sprechen vom verrücktesten Lift Europas. Allein die 41,50 Meter lange und 5,50 Meter breite Wanne wiegt mitsamt Wasser etwa 900 Tonnen. Wenn es auf- oder abwärtsgeht, wird sie von Gegengewichten in der Waage gehalten, damit das Schiff nicht mit dem Bade ausgeschüttet wird. Dieses Schicksal drohte 2013 einem Ausflugsschiff, doch Helfer konnten eine Havarie gerade noch abwenden. Meist geht es aber zum Glück sehr ruhig zu am Schiffshebewerk. Es hat etwas Entspannendes, den langsam am Berg dahinschwebenden Schiffen zuzusehen. Ein spektakuläres Ausflugsziel. 200 Rue du Plan Incliné, 57820 Saint-Louis, Tel. +33-387-25 30 69, www.plan-incline.com

6. STRASBOURG

Maison des Tanneurs

Straßburg hat ungezählte kulinarische Highlights zu bieten, allen voran Tapas Alsaciens: kleine Häppchen mit Fleisch, Käse, Lebkuchen (!) und anderen regionalen Spezialitäten. Eine gute Tapas-Adresse ist zum Beispiel das Restaurant Les Chauvins (www.restaurant-les-chauvins.fr). Zum Kennenlernen der traditionellen elsässischen Küche eignet sich das Maison des Tanneurs am besten. Das historische Haus von 1572 liegt am Kanal und macht richtig was her: schräges, verwinkeltes Fachwerk, an dem Blumenkästen mit Geranien hängen, lauschige Terrasse, das Interieur rustikal, aber doch edel. Der elsässischen Küche wird nachgesagt, sie kombiniere die reichlichen Portionen Deutschlands mit der kulinarischen Raffinesse Frankreichs. Davon können sich Gäste des Maison des Tanneurs überzeugen, zum Beispiel beim Elsass-Klassiker, der Choucroute: Sauerkraut mit diversen Würsten und anderen gesalzenen Fleischarten. Im Maison wird die Spezialität in XL und auf Wunsch auch mit Fisch serviert. Hauptgerichte liegen um 25 Euro. 42 Rue du Bain-aux-Plantes, 67000 Strasbourg, Tel. +33-388-32 79 70, maison-destanneurs.com, Öffnungszeiten: Di. bis Sa. 12 bis 14 und 19 bis 21.30 Uhr

7. STRASBOURG

Halbinsel Malraux

Was die HafenCity für Hamburg, ist Malraux für Strasbourg. Um das alte Bassin d’Austerlitz hat die Stadt ein neues, modernes Wohn- und Arbeitsquartier aus dem Boden gestampft. Die alten Lagerhallen und Silos um das Hafenbecken sind teilweise modernen Gebäuden gewichen oder wurden für eine neue Nutzung umgebaut. Wie das Herz der Halbinsel, die 2008 eröffnete Mediathek André-Malraux. Der alte Beton- und Backsteinklotz, ein Getreidelager von 1930, ist in seiner Form erhalten geblieben, wurde aber um ein 135 Meter langes und 32 Meter hohes Modul aus Stahl und Glas ergänzt – die Franzosen verstehen sich auf mutige Architektur. Drinnen stehen auf sechs Etagen 20 Kilometer Regale mit mehr als 160 000 Medien für Besucher bereit. Ein Rundgang durch das Viertel lohnt sich, obwohl sich die Geister an ihm scheiden.

Infos: Office de Tourisme, 17 Place de la Cathédrale, 67082 Strasbourg, Tel.+33-388- 5228 28, www.visitstrasbourg.fr

8. STRASBOURG

Voodoo-Museum

Aus Holz geschnitzte Figuren, die wie Leichen aussehen. Fratzen mit weit aufgerissenen Mündern. Ein grauenvoll entstelltes Krokodil, auf dem Menschen geradewegs in die Hölle zu reiten scheinen. Im Voodoo-Museum sind 1200 originale Exponate aus Ghana, Benin, Togo und Nigeria versammelt, die allesamt bei religiösen Bräuchen verwendet wurden. Sie dienten dem Ahnenkult, der Zauberei, dem Wahrsagen oder der Heilkunde. Mehr als 200 davon sind in der ständigen Ausstellung zu sehen, es ist die weltweit größte Sammlung ihrer Art. Bei vielen der ausgestellten Figuren müssen Besucher schon etwas Fantasie mitbringen, um zu erkennen, was sie darstellen. Doch genau dies macht das Mystische und den Grusel aus. Der Schrecken beim Anblick mancher Exponate lässt sich übrigens bis an die Grenzen des Erträglichen steigern: An ausgewählten Tagen finden nächtliche Rundgänge durch das Museum statt. Und zwar in völliger Dunkelheit. Einzige Lichtquelle ist eine Taschenlampe. Ein viel heftigeres Erlebnis als die Fahrt in der übelsten Geisterbahn. 4 Rue de Koenigshoffen, 67000 Strasbourg, Tel. +33-388-36 15 03, www.chateau-vodou.com, Öffnungszeiten: Di. bis So. 14 bis 18 Uhr, Preise: 14 Euro (Erwachsene), 11 Euro (ermäßigt), 8 Euro (Kinder von 6 bis 10 Jahren)

9. GEISPOLSHEIM

Restaurant Les Secrets des Grands Express

Der Besuch im Geispolsheimer Schokoladenmuseum lässt sich gut mit einer kulinarischen Reise im legendären Orient-Express verbinden. Denn ein authentischer Waggon des Luxuszugs dient als Museumsrestaurant. Im Express saßen im 19. und 20. Jahrhundert viele Prominente, darunter Doppelspionin Mata Hari, Schauspielerin Marlene Dietrich oder die Tänzerin Josephine Baker. Die Karte ist bodenständiger als im Orient-Express, dafür sind die Speisen günstiger: Gerichte gibt es ab 13,90 Euro. Musée du Chocolat, Restaurant Les Secrets des Grands Express, Rue du Pont-du-Péage, 67118 Geispolsheim, Tel. +33-388-550490, www.musee-du-chocolat.com

10. KRAUTERGERSHEIM

Sauerkrautfest

An mehr als 360 Tagen im Jahr ist in Krautergersheim völlig tote Hose. Sorry, liebe Krautergersheimer, aber bei euch liegt wirklich der Hund begraben. Auch rund um den Ort tut sich rein gar nichts. Hier wachsen auf endlosen

Feldern Hunderttausende Kohlpflanzen in Zeitlupe und aller Stille zu kugelrunden Köpfen heran. Doch genau für diesen Weißkohl ist das 1700-Seelen-Dorf berühmt, vor allem aber für das skurrile Erntefest zu Ehren des Gemüses. Immer Ende September feiern die Krautergersheimer ihre Fête de la Choucroute, ihr Sauerkrautfest – und lassen sich zu den verrücktesten Sachen hinreißen. Ein Traktor zieht einen meterhoch mit Kohl beladenen Anhänger durch den Ort, die Pyramide besteht jedes Jahr aus 1730 Köpfen. In ihrem Gefolge holpern weitere Festwagen durch die Straßen, eine aberwitzige Prozession. Es ist das größte bekannte Sauerkrautfest auf der Welt. Und wenn die Stimmung auf dem Siedepunkt ist, bewerfen sich die Krautergersheimer mit Sauerkraut! Kein Witz, das tun sie wirklich. Dazu gibt’s Bier und Blasmusik – und natürlich Wurst und Speck auf einem Berg von Kraut.

67880 Krautergersheim, Infos unter www.reisetipps-elsass.com, Termine: 24./25. September und 1. Oktober 2022

11. GRANDFONTAINE

Wandern auf den Donon

Auf einen Berg zu wandern muss nicht anstrengend sein. Der beste Beweis dafür ist die nur fünf Kilometer kurze Tour auf den 1009 Meter hohen Donon nördlich von Grandfontaine. Der Berg war schon in der Jungsteinzeit eine Kultstätte, auch die Kelten und Römer verehrten ihn. Vielleicht, weil hier die beiden Saar-Quellflüsse entspringen. Vielleicht auch wegen des gigantischen Rundblicks bis Strasbourg und in den Schwarzwald, gelegentlich sogar bis in die Alpen. Auf dem Gipfel thront der monumentale Tempel des keltischen Berggottes Vosegus, errichtet übrigens nicht von den Kelten, sondern von Napoleon III. Auf dem Plateau befinden sich zudem etliche Reste keltischer und römischer Kultstätten. Ein spannender Kurztrip durch die Waldidylle auf einen mystischen Gipfel.

Infos im Office de tourisme, 114, Grand-rue, 67130 Schirmeck, Tel. +33-388-471851, www.valleedelabruche.fr

12. LA VANCELLE

Auberge Frankenbourg

Zwischen Vogesen und elsässischer Ebene liegt die verschlafene 400-Seelen-Gemeinde La Vancelle, die auf Deutsch nicht allzu schmeichelhaft Wanzel heißt. Der Ort ist vor allem wegen der familiengeführten Auberge Frankenbourg einen Umweg wert, denn hier serviert Küchenchef Sébastien vom Guide Michelin ausgezeichnete Sterneküche. Auf den Tisch kommt, was rundherum grast und wächst. Natürlich von Sébastien veredelt. Die Preise sind gesalzen, wie es sich für die französische Sterneküche gehört. Um auf den Geschmack zu kommen, empfiehlt sich für Einsteiger das Menü für 105 Euro plus 38 Euro Weinpauschale. Dafür gibt’s nach gegrillter Melone mit Mandeln und Frischkäse beispielsweise ebenfalls gegrilltes Rehfilet mit Kohlrabi, Zitrone, Bargkäs und knusprigem Sesam. Oder gebratene Entenherzen, Pilzravioli und Ziegenkäse. Feinste Speisen in traumhaftem Ambiente. Wie das Essen ist auch das Restaurant eine Augenweide: helle Holzbalken, dunkler Steinboden, gekalkte Wände. Sehr edel, modern und trotzdem urgemütlich.

13 Rue du Général de Gaulle, 67730 La Vancelle, Tel. +33-388-579390, www.frankenbourg.com/fr

13. SÉLESTAT

Haus des Brots

Für die Elsässer gehört Brot zu fast jeder Mahlzeit. Damit es nicht langweilig wird, haben sich die Bäcker westlich des Rheins einiges einfallen lassen. Zu ihren Spezialitäten zählen Kougelhopfs, Brezeln, Anisbrot, Bredle und viele Teigwaren mehr. Die stolze Backtradition der Region wird im Maison du Pain d’Alsace erlebbar, dem Haus des Brots in Sélestat. In dem Museum, das im Zunfthaus der Bäcker von 1522 untergebracht ist, duftet es den ganzen Tag nach frisch Gebackenem, das Besucher probieren und kaufen können. Wer möchte, sieht den Bäckern nicht nur bei der Arbeit zu, sondern hilft ihnen beim Brotteigkneten oder beim Zubereiten eines würzigen Sauerkrautbrötchens. Süßere Backwaren veredeln die Elsässer gern mit Datteln, Birnen oder Pflaumen. Dazu schmeckt ein Heißgetränk im Teehaus des Museums, bei schönem Wetter auf der Terrasse. 7 Rue du Sel, 67600 Sélestat, Tel. +33-388- 58 45 90, www.selestat-haut-koenigsbourg.com, Öffnungszeiten: siehe Internet, Preise: 4,70 Euro (Erwachsene), 2,80 Euro (Kinder von 14 bis 18 Jahren), bis 14 Jahre frei

14. THANNENKIRCH

Felsenlandschaft

Luchse, Nattern und Wanderer teilen sich die Hochebene um den 992 Meter hohen Taennchel in den Vogesen. Mittendrin in der wilden, ursprünglichen Landschaft stehen das Château de Saint-Ulrich und bizarr geformte Buntsandsteinfelsen. An einem davon, dem 16 Meter hohen „Fels der Ringe“, soll Noah während der Sintflut seine Arche festgemacht haben. Anno 1910 suchten die Elsässer intensiv, aber vergeblich nach Noahs Spuren am Gestein. Auch andere Felsen regen die Fantasie an. Da ist der Reptilienfelsen, der an ein zu Stein erstarrtes Krokodil erinnert. Nicht weit entfernt scheint ein Wildschwein ein ähnliches Schicksal ereilt zu haben. Der Wackelstein diente im Mittelalter der Überführung von Ehebrecherinnen. Berührten sie den Stein dort, wo er aus dem Gleichgewicht gebracht werden konnte, waren sie treu. Die anderen endeten mit einem Schubser und einem letzten Schrei in der Schlucht. So ging Rechtsprechung bis zur Neuzeit. Die wild-romantische Gegend eignet sich perfekt zum Wandern – und zum Gruseln.

Infos beim Office de Tourisme Pays de Ribeauville-Riquewihr, 68590 Thannenkirch, Tel. +33-389-73 23 23, www.visit.alsace

15. PLAINFAING

Confiserie Des Hautes Vosges

Süßigkeiten sind bekanntlich kleine Stimmungsaufheller. Das gilt auch für die traditionellen Bergamotte-Bonbons der Confiserie Des Hautes Vosges. Denn der Bergamotte wird neben krampflösenden und antiseptischen Eigenschaften eine positive Wirkung auf die Psyche zugeschrieben. Wie auch immer: Die handgemachten Drops schmecken teuflisch gut. So gut, dass es schwerfällt, mit dem Lutschen aufzuhören – der klassische Chips-Effekt. Das gilt auch für die meisten anderen Bonbon-Kreationen aus Plainfaing, mal fruchtig oder blumig wie die Veilchen-Drops, mal kräftig wie die Eukalyptus-, Anis- oder die Tannen-Variante. Wie aus Zucker, Wasser und einer Geschmackszutat eine Bonbonmasse und schließlich ein fertiges Bonbon wird, können Besucher der Confiserie live verfolgen – und die frischen Drops kaufen. Aktuell gibt es rund 30 verschiedene Geschmacksrichtungen. 44 Habaurupt, 88230 Plainfaing, Tel. +33-329-50 44 56, www.cdhv.fr, Individualführungen: Mo. bis Fr. 9.30 bis 11.30 und 14 bis 17.30 Uhr, Sa. 9.30 bis 17.30 Uhr

16. LAPOUTROIE

Schnapsmuseum

Nach dem Genuss deftiger Elsässer Spezialitäten muss schon mal Hochprozentiges dabei helfen, die Nahrung in die richtigen Bahnen zu lenken. Das hat im Elsass eine lange Tradition, wie Besucher des Schnapsmuseums in Lapoutroie erfahren. Wichtigste Lektion: Die Franzosen haben ein wunderbar poetisches Wort für das billige deutsche Wort „Schnaps“: Für sie ist es „eau de vie“ – Lebenswasser. Im Museum, einer alten quietschgelben Postkuschenstation, ist zu sehen, wie dieses Lebenswasser hergestellt und getrunken wird. Die norddeutsche Variante „Kopp in’n Nacken“ ist bei den edlen Bränden definitiv nicht angesagt. Beim Schnapstrinken geht es den Elsässern um Genuss, nicht um den schnellen Rausch. Sehenswert ist zudem die Sammlung von mehr als 300 Schnapsflaschen aus aller Welt – ein skurriles Sammelsurium außergewöhnlicher Flaschenformen mit fantasievollen Etiketten. Tipp: Am besten vor dem Schnapsgenuss ansehen. Denn auch wer langsam trinkt, ist irgendwann besäuselt und ganz „fou fou“ vom eau de vie.

85 Rue du Général Dufieux, 1 rue du musée, 68650 Lapoutroie, Tel. +33-389-475026, www.musee-eaux-de-vie.com

17. NIEDERMORSCHWIHR

Dinses Culinarium

Christine Ferber ist Feinschmeckerin in dritter Generation und lässt wie ihre Vorfahren andere gern an ihren Gaumengenüssen teilhaben. In Dinses Culinarium, dem Maison Ferber, verkauft sie Patisserie sowie Konfitüren und bereitet von Dienstag bis Sonntag frische, raffinierte Tagesgerichte zum Mitnehmen zu. Dies nur als Tipp, falls Sie mal keine Lust haben sollten, Rippchen vom lackierten Bauernschwein mit gebackenen Kartoffeln, Quark und gegrilltem Gemüse (18 Euro) in der Reisemobilküche zuzubereiten. Ein Nachtisch aus dem Maison Ferber passt nach dem Hauptgang sicher auch noch und ist selbstverständlich Pflicht. Schließlich sind die Ferbers Konditoren, Confiseure, Chocolatiers, Eiskonditoren, Bäcker und Feinkosthändler in einem. Leben wie Gott in Frankreich – Christine Ferber und ihr Team arbeiten daran, dass ihre Kunden diesem Ideal möglichst nahe kommen. Zumindest so lange, bis der Teller leer ist.

18 Rue des Trois Épis, 68230 Niedermorschwihr, Tel. +33-389-27 05 69, www.christineferber.com

18. COLMAR

Freiheitsstatue

Wer dachte, die Freiheitsstatue stehe in New York und das „Manneken Pis“ erleichtere sich in einen Brunnen in Brüssel, liegt nur halb richtig. Denn in Colmar stehen Nachbildungen der Bau- beziehungsweise Kunstwerke aus Kunstharz und Bronze. Die Colmarer Kopie der Freiheitsstatue ist zwölf Meter hoch, nicht begehbar und begrüßt Besucher, die von Norden in die Stadt kommen. Sie erinnert an den Colmarer Künstler Frédéric-Auguste Bartholdi (1834-1904), den Schöpfer der New Yorker Statue. Anlässlich seines 100. Todestags entschied sich die Stadt Colmar 2004, eine Nachbildung in der Mitte eines Kreisverkehrs aufzustellen. Das Maneken-Pis de Colmar, 1922 errichtet und auch kleiner Julian genannt, ist ein Geschenk Brüssels und steht symbolisch für das geteilte Leid von Brüssel und Colmar im 1. Weltkrieg. Der Nackte ist nur eine ungefähre Nachbildung des Originals: Das echte Männchen wässert sicherheitshalber beidhändig in den Brunnen, wogegen das elsässische Maneken nicht pisst, sondern stubenrein an der rechten Seite des Colmarer Justizgebäudes steht.

Place des Unterlinden, 68000 Colmar, Tel. +33-389-206892, www.tourisme-colmar.com; Freiheitsstatue, 45 Rte de Strasbourg; Maneken-Pis de Colmar, Rue des Augustins

19. EGUISHEIM

Pilzfest

Kein Fehler: Pilzfest schreibt sich wirklich mit „z“ und nicht mit „s“! Nicht, dass Freunde des frisch gezapften Pilsners mit Bierdurst nach Eguisheim aufbrechen und dann bitter enttäuscht werden. Ende Oktober huldigt der Ort Pilzen, die überall in der Gegend sprießen – bis sie von den Eguisheimern entdeckt und verzehrt werden. Zum Beispiel auf dem Pilzfest. Hier stellen Kenner die Pilze der Region vor und bieten Pilzführungen in die umliegenden Wälder an. Natürlich sind auf dem Festmarkt auch diverse „Fungi“ für die spätere XL-Pilzpfanne im Reisemobil zu haben. Wer möchte, kann sie auch an einem der Stände fertig zubereitet kaufen, im Duett mit Wurstspezialitäten oder im Teig. Übrigens mischen auch Trüffelzüchter kräftig beim Fest mit. Eine gute Gelegenheit, die vielen lokalen Varianten des Edelpilzes zu kosten. Und garantiert lässt sich im Pilzfestgetümmel auch ein Stand zum Nachspülen mit Pils finden. Ansonsten tut es ein Glas Elsässer Wein. Den feiern die Eguisheimer übrigens schon am 24. September auf dem neuen Weinfest.

Touristinfo, 22 A Grand’Rue, 68420 Eguisheim Tel. +33-389-234033, www.tourisme-eguisheim-rouffach.com, Termin: 29./30. Oktober 2022

20. OBERMORSCHWIHR

Weinwanderung zu den Drei Exen

Zwölf Kilometer Wanderstrecke, drei Stunden Gehzeit: Die kleine Genuss-Tour von Obermorschwihr ins Fachwerkstädchen Eguisheim (Ziel 19) hat viel zu bieten. Zunächst die liebliche Hügellandschaft westlich von Obermorschwihr, die drei besagten Exen (Burgen) Dagsbourg, Château de Weckmund und Wahlenbourg – und die Vorfreude auf die für ihren Wein und lokale Spezialitäten bekannte Auberge du Rempart in Eguisheim. Bei den Drei Exen handelt es sich um die Ruinen von Höhenburgen, erbaut im 11. und 12. Jahrhundert aus rosa Sandstein. Ihre Burgfriede thronen auf einem Hügel über Eguisheim. Eine romantische Wald- und Wiesen-Tour.

Infos zur Tour: Visit Alsace, 24 Rue de Verdun, 68000 Colmar, Tel. +33-389-298100, www.visit.alsace/de; Auberge du Rempart: 3 Rue du Rempart S, 68420 Eguisheim, Tel. +33-389- 41 16 87, www.auberge-du-rempart.com

21. GUNSBACH

Maison du Fromage

Das Käsehaus ins Gunsbach stinkt buchstäblich zum Himmel. Es riecht sehr intensiv nach Munsterkäse, von Trägern sensibler Nasen auch abwertend Stinkekäse genannt. Zum Käsehaus gehören neben einem Museum eine Schaukäserei, ein Restaurant, ein Stall mit den Käserohstofflieferanten sowie ein von diversen Bauernhoftieren bevölkerter Außenbereich – also eher ein XL-Käse-Anwesen als ein Käsehaus. Die Elsässer sind stolz auf ihren Käse, besonders im Vallée de Munster. Zu Recht, wie Besucher bei Munster-Probeverkostungen feststellen werden. Der Weichkäse, ein Rotschmierkäse, ist aromatisch und kräftig. Die Kehrseite ist der erwähnte Gestank. Wer sich von der außergewöhnlichen Würze nicht abschrecken lässt, wird sich in den Weichkäse verlieben, wenn er langsam zwischen Zunge und Gaumen zerschmilzt. Dazu etwas Baguette und ein kräftig-fruchtiger Weißwein als kulinarisches und olfaktorisches Gegengewicht – willkommen im Elsass!

23 Rue de Munster, 68140 Gunsbach, Tel. +33-389-77 90 00, http://maisondufromagemunster.com, Öffnungszeiten (Museum): Mi. bis So. 9.45 bis 12 und 13.45 bis 17 Uhr, Preise (Museum, Schaukäserei, Verkostung): 7 Euro (Erwachsene), 4 Euro (Kinder von 7 bis 14 Jahren), ab 17,49 Euro (Familien)

22. SOULTZMATT

Dichterpfad

Radfahren, Wandern, Wein trinken: Das wären die Disziplinen des Elsass-Triathlon – wenn es ihn denn gäbe. Für einen Vierkampf käme in Soultzmatt noch Lyrik dazu. Die Gemeindemütter und -väter haben extra einen drei Kilometer kurzen „Dichterwag vu Soultzmatt“ zum Lesen von Lyrik eingerichtet. Start- und Zielpunkt des ausgeschilderten Dichterpfads ist die Ortsmitte. Von dort aus geht es auf Feld- und Wirtschaftswegen durch die Reben und entlang an den Hängen des berühmten Weinbergs des Grand Cru Zinnkoepflé. Für geistige Verpflegung sorgen Infotafeln mit Gedichten elsässischer Dichter und Chansonniers auf Französisch und Elsässisch. Nach dem kleinen Sprachkursus haben sich Wanderer einen Gewürztraminer vom Zinnkoepflé verdient, zum Beispiel auf dem Weingut von Jean-Marie Haag (17 rue des Chèvres).

Infos im Rathaus: Place Général de Gaulle, 68570 Soultzmatt, Tel. +33-389-470001, www.ville-soultzmatt.fr

23. LA BRESSE

Kabelbahn

Wiegen Sie zwischen 25 und 130 Kilo? Dann sind Sie ein Kandidat oder eine Kandidatin für die Kabelbahn in den Vogesen. Das Prinzip der Bahn im Kletterpark von La Bresse ist einfach: Auf einen hölzernen Turm steigen, auf der oberen Plattform an ein Stahlseil klinken, das 1330 Meter schräg nach unten über eine Schlucht führt. Mit einem eher unsanften Schubser des Turmpersonals beginnt der nervenaufreibende Teil des Freizeitprogramms. Die Seilbahnfahrt verläuft knapp über den Baumwipfeln und hoch über einem friedlich dahinplätschernden Flüsschen mit dem niedlichen Namen Moselotte. Wer am Seil hängt, wird kaum ein Auge für die Naturidylle um sich herum haben, denn es geht sehr rasant abwärts, in der Spitze mit Tempo 125. Die eine Minute Fahrzeit vergeht buchstäblich im Flug und wird von lustvollen Angstschreien derer begleitet, die mit dem behelmten Kopf voran in die Tiefe rauschen. Für alle, die langsamer unterwegs sein möchten, gibt es Bremsschirme, die die Geschwindigkeit etwas drosseln. Doch auch die Brensschirm-Weicheier brauchen eine Menge Mut und viel Vertrauen in die Konstrukteure der Seilbahn. Ist aber die Angst einmal überwunden, beginnt die Sucht nach der nächsten wilden Seilbahnfahrt über das wilde Tal der Moselotte. 76 Rue du Hohneck, 88250 La Bresse, Tel. +33-329-25 62 62, www.bol-d-air.fr, Öffnungszeiten: siehe Internet, Preise Kletterpark: 9 bis 24 Euro

24. HUSSEREN-WESSERLING

Parc de Wesserling

Die 42 Hektar große Grünanlage ist nicht einfach ein herkömmlicher Park. Neben Terrassen in mediterranem Stil, englischen Gärten und einer ländlichen Parklandschaft beherbergt er Gemüsebeete, einen Barfußpark, Spielmöglichkeiten für Kinder und ein Textilmuseum. Der Rundgang lässt sich an jeder beliebigen Stelle unterbrechen, überall gibt es kleine „Rastmöglichkeiten“ auf Bänken, Hängematten und Liegestühlen. Die prächtige Gartenanlage trägt seit 2005 das Gütelabel „Remarkable Garden“ des Kulturministeriums. Der Park gilt als historisches Gartendenkmal. Schließlich geht er auf das späte 17. Jahrhundert zurück. Wie auch einige uralte Parkbäume.

Rue du Parc, 68470 Husseren-Wesserling, Tel. +33-389-38 28 08, www.parc-wesserling.fr/de, Öffnungszeiten: siehe Internet, Preise je nach Saison: ab 7 Euro (Erw.), ab 4,50 Euro (Kinder), ab 20 Euro (Familien)

25. WATTWILLER

Berggasthof Molkenrain

Die Gastgeber Annick Horny und Denis Pfauwadel vom idyllisch gelegenen Berggasthof Molkenrain sprechen deutsch, sind superfreundlich und servieren klassisch-elsässische Spezialitäten, hauptsächlich Fleischgerichte. Das Fleisch stammt aus der hofeigenen Salerszucht: Die zotteligen Rinder grasen in Sichtweite der Außenterrasse auf den Weiden. Empfehlenswert sind die traditionellen „repas marcaire“, sogenannte Melkergerichte. Dabei kommen hausgemachte Bauernhofprodukte auf den Tisch: Suppen, diverse Käsesorten, Rauchfleisch mit Roïgabrageldis (Bratkartoffeln) oder Kuchen mit Früchten der Saison. Gäste genießen all das idealerweise auf der Terrasse mit Blick auf die Salersrinder und bis tief hinunter in die Rheinebene. Alternativ bieten sich der Keller oder zwei holzvertäfelte Gasträume zum Speisen an. Sie schreien danach, als Filmkulisse entdeckt zu werden. Darum der Tipp: unbedingt einen Blick in den Gasthof werfen! Einen optischen Vorgeschmack gibt es im Netz.

Route des Crêtes, 68700 Wattwiller, Tel. +33- 389-81 17 66, https://ferme-molkenrain.com

26. UNGERSHEIM

Le Parc de Petit Prince

Der von Antoine de Saint-Exupéry (1900-1944) inspirierte Freizeitpark für Familien lockt jährlich rund 200 000 Gäste an. Viele der Fahrgeschäfte und Attraktionen spielen auf Aussagen und Werke des Schriftstellers an, allen voran natürlich auf sein Hauptwerk, „Der kleine Prinz“. Dazu zählt eine Dauerausstellung über Saint-Exupéry, ein knallroter Doppeldecker aus dem Roman und eine Show rund um den kleinen Prinzen. Selbstverständlich hat der Park auch Nervenkitzel-Klassiker wie eine Wildwasserbahn oder einen auf 150 Meter steigenden Ballon zu bieten. In der Aerobar gibt es sogar Verpflegung in luftiger Höhe. Hinzu kommen 4D-Unterwasserwelt-Animationen. Für die ganz kleinen Gäste bietet der Park einen Irrgarten, Schaukeln, eine Seilbahn und einen Minizug. Das Angebot reicht locker für einen ganzen Tag. Den sollten Besucher schon wegen des deftigen Tagespreises einplanen.

Rue de l’Espoir, 68190 Ungersheim, Tel. +33- 389-62 43 00, www.parcdupetitprince.com, Öffnungszeiten: siehe Internet, Preise: 23 (Erwachsene), 18 Euro (Kinder bis 11 Jahre), 74 Euro (Familien)

27. UNGERSHEIM

Écomusée d’Alsace

In vielen elsässischen Dörfern scheint die Zeit vor 100 Jahren oder davor stehen geblieben zu sein. Das gilt noch viel mehr für das Écomusée d’Alsace. In Frankreichs größtem Freilichtmuseum stehen typische elsässische Häuser, von Bauernhöfen und einer Wassermühle über Fachwerkhäuser bis zu einer Bäckerei und einem mittelalterlichen Wohnturm aus Stein. Mitglieder des Museumsvereins haben die Immobilien seit 1984 in den Ortschaften der Umgebung ab- und im Museumsdorf wieder aufgebaut. Stein für Stein, Balken für Balken – was für eine Arbeit! Heute stehen hier 72 Gebäude, die auch von innen zugänglich sind. An ihren Originalstandorten standen sie vor dem Abriss. Zum Glück haben sie im Écomusée eine neue Heimat gefunden. Das Museum zählt mit jährlich rund 200 000 Gästen zu den beliebtesten Ausflugszielen im Elsass. Wer einmal dort war, wird sich darüber nicht wundern.

Chemin du Grosswald, 68190 Ungersheim, Tel. +33-389-74 44 74, Öffnungszeiten: Di. bis So. 10 bis 18 Uhr, www.ecomusee.alsace, Preise: 16,50 Euro (Erwachsene) 11 Euro (Kinder von 4 bis 17 Jahren), 50 Euro (Familien)

28. BANTZENHEIM

Motorradmuseum

Manches Museum nennt sich „Museum zum Anfassen“ – und alles, was Besucher anfassen dürfen, ist doch nur die Klinke an der Eingangstür. In der Motorradscheune ist das völlig anders. Hier stehen nicht nur 90 Motorradklassiker und Raritäten aus den Jahren 1920 bis 1958, alle in sehr gutem Zustand und überwiegend aus französischer Produktion. Hier können Besucher auch auf einem Oldtimer Probe sitzen – ein emotionales Erlebnis, nicht nur für Kenner alter Zweiräder. Die Museumswerkstatt ist eine Fundgrube für Sammler und alle, die planen, ihre alte Maschine wieder flottzumachen: In der Werkstatt warten Hunderte anderswo kaum mehr auffindbare Ersatzteile für Marken wie Ravat, Radior, Monet-Goyon, Terrot, Libéria oder Hercules darauf, wieder in einem Motorrad zum Einsatz zu kommen. Hier sollen Liebhaber schon häufiger Tränen der Freude über den unerwarteten Fund eines seltenen Ersatzteils vergossen haben. 8 Rue du Général de Gaulle, 68490 Bantzenheim, Tel. +33-389-26 23 36, www.lagrangeabecanes.com, Öffnungszeiten siehe Internet, Preise: 4,50 Euro (Erwachsene), 3,50 Euro (ermäßigt), Kinder bis 9 Jahre frei

29. MULHOUSE

Marché du Canal Couvert

Darf’s auch ein bisschen mehr sein? Ein ganzes Schaf, zum Beispiel? Natürlich mit Kopf, also das komplette Tier. Oder eine wohlgenährte Taube? Wahlweise roh oder gebraten. Der Markt in Mulhouse hat all das zu bieten. Nicht jedem dürfte angesichts der vielen, oft seltsamen Spezialitäten gleich das Wasser im Mund zusammenlaufen. Man muss all das ja auch nicht essen. Der Markt hat dank seines ungewöhnlichen internationalen Angebots schlicht großen Unterhaltungswert und taugt mindestens für eine längere Fotosafari. Dennoch sollten Besucher auch mal etwas probieren, und sei es nur ein klassisches französisches Frühstück. Als Alternative bieten sich typisch elsässische Süßigkeiten wie Dampfnüdle oder Manele an, ein Briochegebäck. Auffällig ist das exotische Angebot. Es reicht von Kakteenfrüchten bis zu Kleidern, bunten Taschen und skurrilen Kopfbedeckungen und Tüchern.

Marché de Mulhouse, 26 Quai de la Cloche, 68200 Mulhouse, Öffnungszeiten: Mo. bis Fr. 5 bis 17, Sa. 6 bis 17 Uhr, Infos bei Visit Mulhouse, Tel. +33-389-354848

30. MULHOUSE

Destination Automobile

Frankreichs größtes Automobil- und Oldtimer-Festival steigt am 10. und 11. September 2022 in Mulhouse. Dann wird der Parc Expo zum „Catwalk“ für historische Autos, Motorräder, Beiwagen und Busse. Veranstalter ist das Automobilmuseum, das seine mobilen Schätze aus dem Depot holt und auf die Straße schickt. Am ersten Festivalabend findet eine aufwendige Ton- und Lichtshow auf der Rennstrecke des Automobilmuseums statt, bei der es ein Wiedersehen mit vielen Klassikern der Automobilgeschichte gibt. Zu den Höhepunkten zählen die Fahrzeugparade zwischen dem Écomusée d’Alsace (Ziel 27) in Ungersheim und dem Parc Expo am Sonntag – und ein interessanter Ausblick auf die Mobilität von morgen.

Veranstaltungsort: Parc Expo, 120 Rue Lefèbvre, 68100 Mulhouse, Eintritt mit Ausnahme der Samstagabendshow frei, Infos beim Musée National de l’Automobile, Tel. +33-389- 33 23 23, www.musee-automobile.fr/de/

Jens Lehmann

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