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GRID


Play5 - epaper ⋅ Ausgabe 9/2019 vom 07.08.2019

Reboot, Remake oder Nachfolger? – Vollkommen egal! Der Racer von Codemasters macht einfach verdammt viel Spaß.


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Bildquelle: Play5, Ausgabe 9/2019

Auch als Führender muss man aufgrund der verbesserten KI stets hellwach sein und darf sich keine Fehler erlauben.


Serientypisch dürfen wir in vielen verschiedenen Rennklassen antreten. Abwechslung ist garantiert.


Macht man sich Feinde auf der Strecke, werden diese alles dafür tun, einem das Rennen zu versauen.


RENNSPIEL | Race Driver: Grid aus dem Jahr 2008 war ein hervorragendes Rennspiel, das nicht nur damals begeisterte, sondern auch heute noch viele Fans hat. Der Wunsch nach einem richtigen ...

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... Nachfolger erfüllte sich jedoch nie so ganz, da Entwickler Codemasters mit der Serie andere Wege einschlug. Grid 2 entfernte sich von der bewährten Mischung aus eingängigem Fahrspaß und realistischem Motorsport. Stattdessen war der Titel eher ein Arcade-Racer. Grid: Autosport hingegen sprach die Fans des Erstlings wieder etwas mehr an, vollkommen zufrieden waren sie dennoch nicht, denn das Spiel orientierte sich in Sachen Aufbau, Präsentation und Gameplay eher an den TOCA-Games sowie der DTM-Race-Driver-Reihe, aus der das erste Grid hervorging. Am 11. Oktober 2019 soll nun mit dem simpel betitelten Grid endlich ein Spiel erscheinen, welches an die ganz eigenen Qualitäten von Race Driver: Grid anknüpfen und die Fans wirklich zufriedenstellen soll. Wir durften Grid bereits mehrere Stunden spielen sowie mit dem Game Director plaudern und sind guter Dinge, dass dieses Vorhaben diesmal auch wirklich gelingen wird.

Reboot, Remake, Rennspaß

Bevor wir auf unserem Anspieltermin selbst zum Xbox-One-Controller greifen dürfen, um die PC-Version des Rennspiels zu zocken, werden wir von Game Director Chris Smith begrüßt, der uns erklärt, warum sich Codemasters dazu entschieden hat, die Serie zu rebooten, und warum das die Spieler überhaupt interessieren sollte. Laut dem sympathischen Briten war Codemasters selbst mit der Entwicklung der Serie nicht ganz zufrieden, hatte aber das Gefühl, dass viel Potenzial in der Marke steckt. Smith erzählt sogar sehr ehrlich, dass er Race Driver: Grid damals geliebt hat, die beiden Fortsetzungen aber überhaupt nicht mochte. „Ich habe vorher bei Playground Games als Chief Designer an Forza Horizon 3 und 4 gearbeitet und war dort auch sehr glücklich, aber als Codemasters mir die Chance bot, ein Grid-Reboot zu entwickeln, musste ich einfach zusagen, weil ich den ersten Teil damals so geliebt habe. Mein Ziel ist es nun, ganz wie im ersten Grid, Fahrspaß mit Motorsport zu kombinieren. Das ist für mich eine neue Herausforderung, die ich gerne annehme, denn Horizon 3 und 4 sind super spaßige Rennspiele, aber sie repräsentieren natürlich nicht echten Motorsport.“

Smith führt weiter aus, mit welchen Mitteln er und sein Team Grid wieder in die Erfolgsspur bringen möchten. Laut dem Game Director ist Grid sowohl Reboot der Reihe als auch in gewisser Weise ein Remake von Race Driver: Grid. Das neue Grid sei natürlich technisch und vom Gameplay her moderner als das Original von 2008 und auch neue Features haben ihren Weg ins Spiel gefunden, aber Auf- bau und Spielgefühl sollen eben an den Erstling anknüpfen. So wird der Spielfluss des Karrieremodus beispielsweise nicht mehr durch sich wiederholende Langstreckenrennen unterbrochen, aber der Aufbau selbst entspricht dem des Originals. Uns erwarten also verschiedene Cups mit unterschiedlichen Fahrzeugklassen und durch Rennerfolge werden neue Meisterschaften in der jeweiligen Rennklasse freigeschaltet. Wer eine davon komplett mit sämtlichen Cups durchspielt, darf anschließend sogar an der World Series eben jener Klasse teilnehmen.

Aufgrund der zufälligen Crashes ist das Renngeschehen herrlich unberechenbar.


Von Features und Feinden

Um das neue Grid ein wenig aufzupolieren, entschied man sich zudem, die Rennen abwechslungsreicher zu machen und an der Gegner-KI zu feilen. Smith erzählt uns, dass Grid die Unberechenbarkeit des Motorsports widerspiegeln soll. Daher entschied sich das Team für einen Zufallsgenerator für Crashes. „Im echten Motorsport sieht man immer wieder spektakuläre Crashes, die durchaus Einfluss auf ein Rennen nehmen können. Genau das wollen wir auch in unserem Spiel. Dabei braucht ihr aber keine Angst zu haben, dass Grid zu Destruction Derby wird und es an allen Ecken und Enden kracht. Wir haben hier sehr auf die Balance geachtet. Ihr werdet Rennen fahren, in denen ihr außer ein paar Rempeleien vielleicht keinen Unfall zu sehen bekommt, ein anderes Mal hingegen seht ihr vielleicht, wie sich zwei Fahrer aus Versehen gegenseitig von der Piste schießen, in einem anderen Rennen wiederum kann es durchaus auch mal sein, dass sich eine Massenkarambolage ereignet. Das ist auch nicht geskrip- tet, sondern passiert rein zufällig. So wollen wir erreichen, dass jeder Spieler seine eigenen kleinen Geschichten während der Rennen erlebt“, so Smith.

Zudem soll die KI nun viel besser und vor allem unterschiedlicher agieren. „Die KI-Fahrer fahren nicht einfach nur Ideallinie, sondern schließen selbstständig Lücken, bremsen euch aus oder verlieren auch mal die Geduld, wenn sie an euch nicht vorbeikommen. Ist der Fahrer hinter euch schneller, wird aber konsequent von euch blockiert, so wird er versuchen, ein paar Tricks aus dem Ärmel zu ziehen oder gar genervt über das Gras neben der Strecke an euch vorbeifahren wollen“, führt Chris Smith weiter aus.

Mit der verbesserten KI geht auch das größte Feature von Grid einher: Wir können uns Feinde auf der Strecke machen. Kommen wir knapp vor oder hinter einem KI-Fahrer ins Ziel, wird dieser als normaler Rivale benannt. So sollen wir im nächsten Rennen direkt sehen können, wer unser größter Konkurrent auf der Strecke ist. Rammen wir einen anderen Fahrer jedoch einfach weg, besteht die Chance, dass er zu unserer Nemesis wird und fortan auf Rache aus ist. Smith dazu: „Es gibt insgesamt 400 KI-Fahrer im Spiel, die alle unterschiedliche Persönlichkeitswerte haben. Während ein bestimmter Pilot erst sauer wird, wenn ihr ihn absichtlich in ein Hindernis drängt, wird ein anderer Fahrer bereits zur Nemesis, wenn ihr ihm im Pulk leicht ins Heck drückt. Eine Nemesis wird alles dafür tun, speziell gegen euch zu fahren. Sie wird euch ausbremsen, abdrängen und einfach richtig fies sein. Wie genau sie gegen euch vorgeht, hängt auch wieder von ihrer jeweiligen Persönlichkeit und natürlich ihren Fahrerwerten ab.“

Persönlichkeit und Fahrerwerte sowie unser allgemeines Rennverhalten sollen sich außerdem auf die Loyalität des Teamkollegen auswirken. „Aus insgesamt 72 Fahrern wählt ihr einen Teamkollegen, dem ihr auch Kommandos geben dürft. So könnt ihr beispielsweise sagen, dass euer Kollege das Feld hinter sich aufhalten soll, oder ihr weist ihn an, mehr Gas zu geben, um Druck auf den KI-Fahrer hinter euch auszuüben. Allerdings solltet ihr einen Kollegen nicht nur rekrutieren, weil dieser die besten Fahrerwerte aufweist. Bessere Fahrer sind nicht unbedingt loyal und können sich euren Anweisungen auch verweigern“, erzählt uns Game Director Smith.

Nach Hause kommen

So gut die Aussagen von Mister Smith auch klingen, davon wollen wir uns natürlich selbst überzeugen und sind deshalb froh, als wir endlich selbst zum Gamepad greifen dürfen. Der Multiplayer-Modus ist in unserer Version zwar noch gesperrt – laut Smith soll dieser super flüssig laufen –, aber wir dürfen uns vollkommen frei im Freien Modus und in der Singleplayer- Karriere austoben. Im Freien Modus dürfen wir selbst eigene Rennen und Meisterschaften erstellen. Hier sollen auch direkt bei Spielstart sämtliche Fahrzeu ge und Strecken auswählbar sein, während man sich diese im Karrieremodus freispielen muss.

Dank der verbesserten KI sind Positionskämpfe fordernder und auch spaßiger als zuvor.


Grid ist grafisch kein Knaller, glänzt aber sowohl bei Tag als auch bei Nacht mit hübschen Lichteffekten.


In Grid darf man viele Einstellungen vornehmen, um das Spielgefühl nach eigenem Gusto anzupassen.


Die KI ist beim Überholen nun noch aggressiver. Sie drängelt und versucht manchmal sogar abzukürzen.


Grid bietet zwar nicht so eine große Fahrzeugauswahl, dafür sind die Rennklassen abwechslungsreich.


Für unseren Anspiel-Termin sind in der Karriere jedoch auch alle Cups bereits freigeschaltet und wir verfügen über genügend Geld, um die Fahrzeuge unserer Wahl zu kaufen. So können wir dem beliebtesten Modus aus dem Original-Grid nun auch im Remake/ Reboot ausgiebig auf den Zahn fühlen. Hier erwarten uns insgesamt 104 Events, aufgeteilt auf die sechs Rennklassen Touring, Stock, Tuner, GT, Invitational und die besonderen Herausforderungen des ehemaligen Formel-1-Weltmeisters Fernando Alonso in der Formula J. Zudem erwartet uns für jede Klasse ein spezieller World-Series- Cup, den wir freischalten, indem wir die normalen Veranstaltungen in der jeweiligen Disziplin abschließen. Die Rennen werden an zwölf über die Welt verteilten Locations auf insgesamt 92 Kursen ausgetragen. Hier war Codemasters allerdings mal wieder ein wenig sparsam, denn dazu zählen auch Teilabschnitte einer Strecke oder gespiegelte Kurse. Die Locations sind jedoch allesamt schön und atmosphärisch gestaltet – ganz egal, ob wir nun über reale Strecken wie Brands Hatch oder den Sydney Motorsport Park oder den bereits aus Race Driver: Grid bekannten Stadtkurs in San Francisco rasen.

So hübsch die Aufmachung der Strecken auch ist, überzeugen muss Grid natürlich spielerisch, doch auch hier gibt sich das Rennspiel keine Blöße. Wer Race Driver: Grid damals gespielt hat, wird sich sofort heimisch fühlen, denn das neue Grid hat das damalige Fahrgefühl genau so in die Gegenwart gebracht, wie es sich die Fans seit Jahren wünschen. In den Standard-Einstellungen mit teilweise eingeschalteten Fahrhilfen fährt sich Grid recht gutmütig. Man muss zwar die richtigen Bremspunkte finden, vernünftig einlenken und aus der Kurve beschleunigen, doch es ist ein ganzes Stück weg von einer Simulation. Das Spiel vermittelt einem hier aber – genau wie Race Driver: Grid damals – gekonnt das Gefühl, ein richtig talentierter Fahrer zu sein.

Typisch für die Reihe darf man jedoch wieder selbst einstellen, welches Spielgefühl man bevorzugt. Wer simplen Arcade-Spaß möchte, darf dies genauso in den Optionen einstellen wie jemand, der ein eher simulationsähnliches Fahrverhalten bevorzugt, und die Sim-Cade-Mischung ist natürlich auch möglich. Obwohl wir uns in Sachen Aufmachung und Fahrgefühl sofort wie zu Hause fühlen, haben sich dennoch einige Dinge verändert. Dies jedoch glücklicherweise nur zum Positiven.

Nicht zu viel versprochen

Wir starten Grid auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad und sind ziemlich schnell positiv überrascht, denn die KI ist bei Weitem nicht mehr so lahm und vorhersehbar wie im Vorgänger. Sofern wir kein Qualifying absolvieren, starten wir in dem 16 Mann starken Teilnehmerfeld von Position 13 und haben erst mal Mühe, überhaupt durch den Verkehr zu kommen. Fanden echte Positionskämpfe früher höchstens unter den ersten fünf statt und ließ sich der Rest am Anfang super schnell abhängen, müssen wir nun richtig arbeiten, um nach vorne zu kommen. Mit zwei anderen Piloten liefern wir uns in der ersten Runde einen packenden Kampf um Platz 8, bis wir uns endlich absetzen können. Nun müssen wir mächtig Gas geben, um noch zum Führenden aufzuschließen.

Die meisten Kontrahenten auf der Strecke geben ihre Position nicht einfach auf. Sie versuchen Lücken zu schließen, uns auszubremsen und abzudrängen. Doch auch wenn wir den ersten Platz erobert haben, können wir uns nicht einfach zurücklehnen. Das Fahrerfeld im vorderen Teil hat gehörig Speed drauf, versucht ständig, uns zu attackieren, und nutzt dafür geschickt Sektoren, in denen wir ein wenig Zeit liegen lassen. Wie Game Director Smith uns zuvor sagte, merkt man, wie die KI genervter und verzweifelter wird, je näher wir dem Ziel kommen. Sie bedrängt uns aggressiver und versucht sogar, über das Gras an uns vorbeizukommen.

Bei so vielen Positionskämpfen ist es natürlich nur eine Frage der Zeit, bis wir das Nemesis-Feature in Aktion sehen. Auch hier hat Chris Smith nicht zu viel versprochen. Manche Fahrer betrachten uns erst als Feind, wenn wir sie absichtlich wegrammen, andere hingegen wollen schon Rache, wenn wir sie im Pulk nur leicht touchieren. Doch egal, wie leicht reizbar die jeweiligen Fahrer sind, sie machen uns mächtig Ärger auf der Piste. Sie drängen uns ab, bremsen uns aus oder versuchen, uns in die Bande zu crashen. Wir müssen also noch geschickter fahren, um eine Chance auf den Sieg zu haben. Besonders pikant: Geht eine Veranstaltung über mehrere Rennen, hasst uns unsere Nemesis auch weiterhin auf den folgenden Kursen. Zudem kann man sich sogar in einem Rennen mehrere Feinde zugleich machen. Dies sorgt auch tatsächlich dafür, dass die Raserei unberechenbarer ist als viele andere Rennspiele. In einem Rennen machen wir uns einen Feind, weil wir den Fahrer voll in die Absperrung rammen. Das hat allerdings keine Auswirkung für uns, da wir vorne im Feld fahren und unsere neue Nemesis aufgrund des von uns verschuldeten Unfalls auf Platz 15 zurückfällt. In einem anderen Rennen hingegen machen wir uns bereits beim Kampf durch den Startpulk einen Feind und müssen nun irgendwie versuchen, an diesem Typen vorbeizukommen, der nur noch auf Rache aus ist.

Sämtliche Fahrzeuge steuern sich unterschiedlich. Bei diesem Ferrari braucht man Fingerspitzengefühl.


KI und unterschiedliche Fahrerwerte sorgen für spannende Rennen.


Opportunist oder Leidtragender?

Doch nicht nur das Nemesis-Feature überzeugt, sondern auch die vom Game Director angekündigten Zufallscrashes. Wie Smith uns bereits im Vorfeld mitteilte, können diese mal kleinere und mal größere Auswirkungen auf das Renngeschehen haben. In einigen Rennen bekommen wir außer einigen normalen Rempeleien davon gar nichts mit, in anderen hingegen passieren Unfälle direkt vor unserer Nase und sorgen für erinnerungswürdige Momente. Auf dem Stadtkurs in Barcelona beispielsweise brauchen wir viel zu lange, um durch das Mittelfeld zu kommen, und sehen erst am Anfang der letzten Runde den Erst- und Zweitplatzierten vor uns. Da beide mit ordentlich Geschwindigkeit unterwegs sind und sich keine Fehler erlauben, haken wir den Sieg bereits gedanklich ab, da höchstens noch die Chance besteht, auf Platz 2 zu landen. Doch siehe da: In einer der letzten Kurven vorm Ziel schießen sich die beiden Kontrahenten gegenseitig von der Piste und wir biegen plötzlich als lachender Nicht-mehr-Dritter auf die Zielgerade.

Bei einem Rennen auf Brands Hatch verlässt uns allerdings unser Glück. Wir kommen nach dem Start super durch den Pulk und nähern uns gegen Ende der ersten Runde den ersten vier Fahrern im Feld. Da uns der Kurs liegt, malen wir uns schon aus, wie wohl unsere Siegesfeier ablaufen wird. Doch Pustekuchen! Die Fahrer vor uns bauen eine riesige Karambolage, der wir nicht mehr ausweichen können und in die wir ebenfalls voll hineinrasen. Unser Auto ist zwar noch fahrtüchtig, aber wir sind zwischen den anderen Boliden eingekeilt. Während wir uns ärgern, fahren all jene Piloten, die wir eigentlich längst hinter uns gelassen hatten, schön an uns vorbei. Diese verdammten Glücksschweine! Jetzt können wir entweder versuchen, das Feld erneut von hinten aufzurollen oder einfach auf die Rückspultaste drücken, um zu einem Zeitpunkt vor dem großen Crash zu springen. Dieses Feature ist – typisch für Codemasters-Titel – natürlich rein optional, sodass Rennspiel-Puristen sich ihr verächtliches Geschnaube sparen können. Grid soll eben jedem ermöglichen, so zu spielen, wie er will – egal, ob Anfänger oder Profi, ob Casual-Racer oder Sim-Experte. Und das macht es auch echt gut.

Spielerisch erwartet uns mit dem Titel wohl ein klarer Hit. Nur grafisch sollte man sich nicht zu viel erhoffen. Zwar ist die Präsentation gelungen und es gibt einige schöne Licht- und Wettereffekte, aber mit Forza Motorsport 7 kann es Grid in Sachen Optik nicht aufnehmen. Die Grafik-Engine der Codemasters-Titel ist mittlerweile doch ein wenig veraltet. Doch wenn der Titel spielerisch so überzeugt, können wir auch mit Grafik leben, die „nur“ gut ist.

Meinung


„Grid wird der Nachfolger, den ich mir schon lange wünsche.“
Christian Dörre Redakteur


Ich habe Race Driver: Grid damals geliebt, fand Teil 2 eher mäßig und Grid: Autosport war zwar ein tolles Spiel, aber eben auch nicht genau das, was ich von einem Nachfolger erwartete. Deshalb freute ich mich bereits bei der Ankündigung von Grid darüber, dass Codemasters nun endlich zu den Ursprüngen der Reihe zurückkehrt. Nachdem ich den Titel nun mehrere Stunden lang selbst zocken durfte, ist die Vorfreude auf den Release noch größer. Grid fährt sich toll, bietet abwechslungsreiche Rennklassen und die neuen Features funktionieren nicht nur gut und gliedern sich hervorragend in das Gameplay ein, sondern sorgen tatsächlich dafür, dass man eigene kleine Geschichten auf den Kursen erlebt. Vor allem die Positionskämpfe mit der verbesserten KI machen richtig Laune. Obwohl Grid jetzt noch mal kurzfristig auf Oktober verschoben wurde, bin ich guter Dinge, dass uns mit dem Titel ein echtes Rennspiel-Highlight erwartet.

Darauf basiert unsere Meinung:

Wir durften den Titel bereits über zwei Stunden bei Koch Media in München anspielen und nebenher mit dem zuständigen Game Director plaudern.