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Griffschrift & Notensatz: Lugert Verlag Forte 10


Harmonikawelt - epaper ⋅ Ausgabe 31/2019 vom 18.03.2019

Es ist kein Zufall, dass zu den häufigsten Anfragen beim Lugert Verlag das Thema Griffschrift für die Steirische Harmonika zählt. Warum? Nun, das Notensatzprogramm Forte gehört seit jeher zu den einfach zu bedienenden, durchdachten und günstigen Lösungen auf dem Markt und richtet sich vor allem an Musiklehrer und -schüler sowie Musiker, die ohne viel Tamtam schnell und intuitiv ihre Noten aufschreiben, bearbeiten und teilen wollen. Das Anfragen beim Verlag hat sich wohl gelohnt, denn mit der neuen Version Forte 10 kommt neben ein paar praktischen Neuerungen (siehe Kasten) auch die Steirische als ...

Artikelbild für den Artikel "Griffschrift & Notensatz: Lugert Verlag Forte 10" aus der Ausgabe 31/2019 von Harmonikawelt. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Harmonikawelt, Ausgabe 31/2019

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... eigenes, neu implementiertes Instrument ins Rennen, Griffschriftnotation und -konvertierung inbegriffen.

Gehen wir direkt ans Eingemachte: In Forte 10 gibt es jetzt ein eigenes Instrument für die Steirische Harmonika. Was bedeutet das eigentlich? Ganz einfach: Wie bei der Notation für Schlagzeug oder der Gitarrentabulatur weicht die Notation bei der Griffschrift deutlich von der Notenschrift ab. Es handelt sich schließlich um ein ganz anderes System, das nach anderen Regeln funktioniert. Diese haben die Entwickler bei Forte jetzt analysiert und in einem virtuellen Instrument umgesetzt, um die Griffschrift mit ihrer eigenen Struktur notieren zu können, aber auch, um diese hörbar zu machen und mit anderen Instrumenten kombinieren zu können. Dementsprechend ist im Menü „Optionen“ jetzt neben der Schlagzeugnotation der Button „Steirische Harmonika“ hinzugekommen. Dahinter verbergen sich die Notations-Voreinstellungen für die Steirische. In diesem Menü (siehe Screenshot) lässt sich die Diskantbelegung des Instrumentes definieren. Es gibt fünf Presets für ein dreireihiges und vier vierreihige Modelle (siehe Screenshot), bei denen die Knöpfe der einzelnen Reihen bereits bestimmten Tonhöhen (MIDI-Pitch) zugewiesen sind. Dabei ist auch die Balgrichtung – dafür sind die Buttons mit den Symbolen „ > <“ für Druck und „< >“ für Zug verantwortlich – berücksichtigt. Die Belegung lässt sich natürlich ändern, sodass an dieser Stelle die Konfiguration für das jeweils eigene Instrument, sollte es von den Presets abweichen, angepasst werden kann.

Das Erstellen einer Griffschrift
Beim Erstellen einer Griffschriftnotation hilft der Partiturassistent, der sich nach dem Programmstart über das Forte- Symbol „Neu – Partiturassistent“ aufrufen lässt. Im ersten Schritt lassen sich Titel, Interpret und weitere Angaben zur Partitur eintragen. Im nächsten Menü offeriert der Assistent eine Instrumentenliste, in der in der neuen Version eben auch die Steirische Harmonika zu finden ist. In einem abschließenden Menüfenster lassen sich dann noch Taktart, Tonart, Tempo und bei Bedarf ein Auftakt festlegen. Da ich mir als Aufgabe gesetzt habe, ein paar Takte der Salzburger Volksweise „Hochzeitslandler“ von Franz Fuchs in Forte 10 einzugeben, bereite ich mein Griffschriftblatt mit diesen Voreinstellungen vor. Vor mir liegen jetzt mehrere leere Takte mit fünf Griffschriftlinien und der „TAB“-Markierung anstatt Notenschlüssel am Anfang jeder Reihe, überschrieben mit Titel, Untertitel und Interpret des Stückes. So weit, so gut – aber jetzt kommt schon die erste größere Herausforderung: Die Eintragung der Druckbalken. Wenn man einmal weiß, wie es geht, ist es denkbar einfach, denn der Balken ist in der Eingabepalette bei den Schlüsseln zu finden. Dort lässt sich der Strich auswählen und dann mit dem Cursor an den richtigen Stellen in der Partitur eintragen: einfach beim gewählten Startpunkt mit der linken Maustaste klicken, die Taste halten und dann den Druckbalken bis zu der Stelle ziehen, wo er enden soll. Fertig.

In der Notations-Voreinstellung des neu implementierten „Steirische Harmonika“-Instrumentes stehen fünf Presets mit gängigen Diskant-Belegungen zur Verfügung. Außerdem lassen sich allen Knöpfen individuell die gewünschten MIDI-Noten zuweisen.


Um den Druckbalken-Strich einzufügen, muss im „Schlüssel“-Menü der Eingabepalette das entsprechende Tool ausgewählt und dann der jeweilige Bereich in der Partitur eingezeichnet werden.


Die Eingabepalette hält für die Notenköpfe unterschiedliche Symbole bereit, so auch ein „x“, um die Griffschriftnoten für die dritte und vierte Reihe einzugeben.


Die einzelnen Töne lassen sich jetzt sehr einfach mit der Noteneingabe hinzufügen, was mit der Maus, aber auch mit der Tastatureingabe denkbar ist. Bereits im zweiten Takt muss jetzt ein „x“ als Notenkopf verwendet werden, was in der Standardnotation nicht vorkommt. Dafür gibt es in der Eingabepalette ein Pop-up-Menü, in dem unterschiedliche Notenkopfvarianten zur Auswahl stehen. Ist das „x“ als Symbol ausgewählt, lassen sich die Töne der dritten und vierten Reihe sehr einfach eintragen. Auf diese Weise habe ich schnell die ersten vier Takte notiert. Damit das Ergebnis jetzt auch nach einer Ziach klingt, öffne ich mit einem Doppelklick in die Spur die „Spur-Eigenschaften“. Der Kartenreiter „Instrument“ hält jetzt unter den Orgeln auch einen Akkordeon-Sound bereit. Den wähle ich aus und höre dann meine Kurznotation an. Passt, und hört sich nach einer Ziach an! Der ein oder andere wird sich jetzt vielleicht fragen, was denn mit den Bässen ist. Möglich ist es, sie als Text in der Griffschrift einzutragen. Allerdings haben sich die Entwickler bei Forte zunächst auf die Abbildung der Diskantseite konzentriert, sodass er derzeit noch nicht hörbar gemacht werden kann. Vielleicht ist das ja eine spannende Herausforderung für die nächste Forte-Version. In Forte 10 muss man sich aber vorerst beim Abhören und, wie wir noch sehen werden, auch beim Konvertieren mit der Diskantseite begnügen.

Die Eingabe der ersten Takte von Franz Fuchs’ „Hochzeitslandler“ in Griffschriftnotation ist schnell und einfach vorgenommen.


Die Konvertierung von Griffschrift in Notenschrift ist denkbar einfach: Doppelklick zum Öffnen der Spureigenschaften, Typ-Auswahl „Normal“ und ein Klick auf „Übernehmen“ – fertig. Das Bild links zeigt die Griffschrift, das Bild rechts die Notenschrift nach der Konvertierung.


Damit die eingegebene Griffschrift auch stilecht nach einer Ziach klingt, gibt es unter „Spureigenschaften – Instrument“ die Möglichkeit, den Sound „Accordion“ auszuwählen.


Die Konvertierung von Griffschrift in Notenschrift ist denkbar einfach: Doppelklick zum Öffnen der Spureigenschaften, Typ-Auswahl „Normal“ und ein Klick auf „Übernehmen“ – fertig. Das Bild links zeigt die Griffschrift, das Bild rechts die Notenschrift nach der Konvertierung.


Konvertierung
Neben der Eingabe von Griffschriftnoten ist aber in Forte 10 auch die Konvertierung von Notenschrift in Griffschrift und vice versa möglich. Das ist natürlich für viele interessant, die ihr Lieblingsstück nur in Notenschrift vorliegen haben, es aber nur nach Griffschrift spielen können. Ich mache die Probe aufs Exempel, indem ich die gerade notierte Griffschrift kurzerhand in Standardnotation konvertiere. Wie? Ganz einfach: Ein Doppelklick auf die Spur öffnet das Spur-Eigenschaften-Menü. Unter „Name und Typ“ kann ich den Typ von „Steirische Harmonika“ auf „Normal“ setzen. Jetzt klicke ich noch auf den Button „Übernehmen“ – und schon liegt das Stück in Notenschrift vor. Übrigens lässt sich im Spureigenschaften- Menü auch die Stimmung der Steirischen auswählen (siehe Screenshot), was allerdings nur einen Einfluss auf die Wiedergabe, also das Klangergebnis, nicht aber auf die Konvertierung in Notenschrift hat. Notiert bleibt es in C-Dur, auch wenn eine andere Tonart und andere Tonhöhen erklingen. Je nach Anwendung wäre es natürlich schön, auch die tatsächlich klingenden Noten vorliegen zu haben, um verschiedene Instrumente problemlos miteinander kombinieren zu können. Ist die Stimmung vor der Konvertierung auf D-Dur gestellt (H-E-A-(D), klingen die Noten einen Ganzton höher als die angezeigten, konvertierten Noten. Aber gut: Sehr schön ist, dass die Konvertierung von Griffschrift in Notenschrift problemlos funktioniert. Bei komplexeren Stücken muss man sich allerdings darauf einstellen, die Notenausgabe nach der Konvertierung noch einmal zu prüfen und Konvertierungsfehler per Hand zu korrigieren.

Für den umgekehrten Weg, sprich: der Konvertierung von Noten in Griffschrift, verwende ich das Lied „Leitln, miassts lustig sei – Zwiefacher“, das mir der Lugert-Verlag als Notenschriftversion zur Verfügung stellt. Ich bin gespannt, ob dieser Weg genauso gut funktioniert, denn schließlich müssen jetzt noch die Druckstriche richtig gesetzt werden. Wichtig ist, dass die Ausgangsnotation mit Akkorden versehen ist, denn ansonsten kann Forte die Noten nicht richtig analysieren und die Griffschrift nicht entsprechend umsetzen. Dann ist das Prozedere im Kern das gleiche wie gehabt: Spureigenschaften-Menü mit Doppelklick aufrufen und dann den umgekehrten Weg gehen, den Typ von „Normal“ auf „Steirische Harmonika“ setzen und „Übernehmen“ anklicken. Schwupp, erscheint die ganze Chose in Griffschrift mit Druckbalken und den Akkordsymbolen auf dem Bildschirm.

Um den Klang der Griffschriftnoten so zu hören, wie die Ziach tatsächlich klingt, können unterschiedliche Stimmungen in den Spureinstellungen ausgewählt werden.


Die Konvertierung von Noten- in Griffschrift gelingt sehr einfach über die Typ-Auswahl in den Spureigenschaften. Vorher: linker Screenshot, nachher: rechter Screenshot


Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, das Stück auf der Steirischen zu spielen, denn dann merkt man sehr schnell, ob bei der Konvertierung alles funktioniert hat. Da es sein kann, dass ein Ton zwar der richtigen Taste zugewiesen ist, sich diese aber nur sehr umständlich oder gar nicht im Zusammenhang spielen lässt, kann über die Funktion „Enharmonische Verwechslung“, die sich per Rechtsklick auf die jeweilige Note aufrufen lässt, eine Alternativtaste angezeigt werden. Wenn man beim Durchspielen ins Stocken kommt, kann es hilfreich sein, sich mit dieser Funktion bestimmten Passagen oder Tönen noch einmal anders zu nähern, um am Ende eine optimal spielbare Version zu finden. Ob das notwendig ist, hängt immer vom Ausgangsmaterial und dessen Tonumfang ab. Wenn zu viel Chromatik vorkommt, kann es mitunter je nach Harmonika-Modell auch nur schwer oder gar nicht möglich sein, ein Stück eins zu eins umzusetzen. In solchen Fällen bleibt einem dann ohnehin nichts anderes übrig, als die Melodien dem Instrument entsprechend zu vereinfachen. Probleme mit der Darstellung und Umsetzung der Bässe und Verwirrung durch die unterschiedlichen Bassbelegungen nach Rosenzopf, Derschmidt, Pauli oder Michlbauer kann es zum Glück nicht geben, weil diese, wie gesagt, derzeit nur als zusätzliche Texteingabe ergänzt werden können. Forte 10 errechnet also nicht aus den Akkorden eine passende Bassbegleitung. Die gute Nachricht ist: Auf diese Weise kann jeder die für ihn gängige Bassbelegung wählen, muss dann aber – das ist die schlechte Nachricht – wohl oder übel über die Texteingabe den Bass nachträglich notieren.

Wie im Kasten „Neue Feature in Forte 10“ beschrieben, möchte ich zum Schluss noch auf die überarbeitete und verbesserte Scan-Funktion hinweisen, die in der Premiumversion von Forte 10 auch wieder zur Verfügung stehen wird. Mit ihr können auch Notenblätter eingescannt oder sogar per Smartphone abfotografiert werden, um dann in die Scan-Score-Anwendung geladen und für den Gebrauch in Forte aufbereitet zu werden. Auf diese Weise können Noten schnell per Scan oder Foto importiert und kurzerhand in Griffschrift konvertiert werden.

Résumé
Mit der Griffschrift-Implementierung in Forte 10 ist vielen Ziachspielern gedient, die einfach und schnell Griffschriftnoten aufschreiben und mit anderen teilen wollen. Die Bedienung ist auch für den Laien intuitiv verständlich und ermöglicht es, ohne viel Tamtam Druckbalken und alternative Notenköpfe (dritte und vierte Reihe) zu notieren. Dank des Accordion-Sounds lässt sich das Eingegebene auch gleich stilecht abhören und kontrollieren. Es stehen fünf unterschiedliche Diskantbelegungen als Presets zur Verfügung, die sich aber auch benutzerdefiniert anpassen lassen. Die Bassbelegung, -wiedergabe und -eingabe ist in Forte 10 noch nicht möglich, lässt sich aber bei Bedarf als Text unter die Griffschrift schreiben. Die Konvertierung für die Diskantseite von Noten in Griffschrift und vice versa ist mit zwei Klicks erledigt und bedarf zumindest bei einfachen Stücken kaum einer Korrektur. Aber selbst wenn im Nachhinein noch ein wenig Hand angelegt werden muss, bleibt es sehr erfreulich, wie einfach und natürlich die Entwickler die Griffschrift für die Sterische Harmonika in das Gesamtkonzept ihrer Notationssoftware eingebettet haben. Es bleibt spannend, wie sich das Griffschrift- Instrument in den nächsten Updates und Versionen weiterentwickeln wird. Das Debüt ist aber schon mal sehr gut gelungen.

NEUE FEATURES IN FORTE 10

Die Software-Entwickler beim Lugert-Verlag ruhen sich keinesfalls auf ihren Lorbeeren der vergangenen Jahre aus, sondern arbeiten sukzessive daran, die Notationssoftware weiterzuentwickeln. Das Jahr 2018 steht dabei im Zeichen der nunmehr zehnten Version. Diese bringt neben der oben erläuterten Implementierung der Steirischen Harmonika als eigenes Instrument mit eigener Griffschriftnotation ein paar allgemeine und nicht weniger interessante Features mit. Manchmal sind es gerade die Kleinigkeiten, die den Workflow verbessern und das Arbeiten mit einem Programm komfortabel und praxisgerecht gestalten, weswegen ich an dieser Stelle die Optimierungen, welche an der Forte 10 vorgenommen wurden, skizzieren möchte.

Vielleicht zunächst nur eine Frage des Geschmacks ist der Night-Modus, der das Design des GUI (Graphical User Interface) verändert. Mit ihm lässt sich das komplette Design in ein dunkles Gewand hüllen. Was im Tag-Modus weiß ist, wird schwarz, der Rest wird in dunklen Grautönen angepasst. Die Ansicht ist dabei immer noch sehr kontrastreich und übersichtlich, aber eben dunkel. Eine Abwechslung, die den ein oder anderen sicher freuen wird und auch je nach Umgebungsbedingungen und Lichtverhältnissen zu einem entspannten und komfortablen Arbeiten einlädt.

Zur Optimierung des Workflows haben sich die Entwickler fünf Funktionen vorgenommen. Sehr hilfreich ist die Layout-Speicherfunktion. Mit ihr ist es jetzt möglich, unterschiedliche Layouts zu erstellen und diese mit allen eingestellten Parametern abzuspeichern. Einmal vorgenommen, lassen sich dann die jeweiligen Layouts auf ein Projekt übertragen. Das kann sehr hilfreich sein, wenn zum Beispiel ein Chor- oder Orchesterleiter sowohl die gesamten Partituren als auch die Einzelstimmen ausdrucken muss. Im Menü „Partitur“ können jetzt wie gewohnt die Layout- Einstellungen für die Partitur, aber auch für eine Einzelstimme festgelegt und über den „Layout Speichern“-Button abgelegt werden. Extrahiert man dann die einzelnen Stimmen aus einer Partitur, muss nicht immer wieder das Layout angepasst werden; durch das Laden des Layout-Presets werden alle Einstellungen im Handumdrehen angepasst und übertragen. Gleiches wäre auch bei einem Griffschrift- Layout denkbar, um sehr einfach und komfortabel immer wieder ein identisches und gut funktionierendes Layout zu bekommen.

Punkt zwei der Neuerungen ist die Malfunktion. Mit diesem neuen Feature können jetzt Anmerkungen und Markierungen unkompliziert in der Partitur oder den Noten vorgenommen werden. Unter „Bearbeiten“ stehen dafür das Stift-, das Rechteck- und das Linien-Tool zur Verfügung. Mit dem Stift kann frei Hand in die Noten geschrieben werden. Beispielsweise lässt sich ein Takt einkreisen, der besonders schwierig ist und separat geübt werden soll. Mit einem Touch-Screen unter Windows 10 können auch handschriftliche Anmerkungen vorgenommen werden. Eine Farbpalette ermöglicht dabei auch unterschiedliche Kolorierungen. Das Rechteck-Tool zieht einen Kasten auf, der auch wieder zur Hervorhebung bestimmter Passagen dienen kann. Mit dem Linien-Werkzeug kann beispielsweise der Wechsel auf eine andere Reihe angedeutet werden. Fürs eigene Üben oder für Anmerkungen des Lehrers im Unterricht ist dieses neue Feature eine lohnenswerte und sehr hilfreiche Erweiterung. Übrigens findet man die Auswahl-Buttons zur Malfunktion im „Bearbeiten“-Menü.

Neben dem neuen Nacht-Modus gibt es in Forte 10 fünf wesentliche Neuerungen:

Malfunktionen ermöglichen Notizen und Markierungen in der Partitur.


Die Einzählfunktion hilft beim Üben zu Playbacks.


Layouts können in Tamplates gespeichert und geladen werden.


Optimierte Speicherfunktion sorgt für besseren Workflow.


Flexibles Kopier-Tool verbessert das Handling.


Apropos Üben – wer kennt es nicht: Man möchte zu einem Playback, Backingtrack oder dem Player in der Notationssoftware spielen, drückt den Start-Button, und bis man dann am eigenen Instrument parat ist, sind die ersten vier Takte vorbei. Das muss mit Forte 10 jetzt nicht mehr sein, denn es gibt eine praktische Einzählfunktion, die genug Zeit verschafft, um sich entspannt auf das Mitspielen vorzubereiten. Ist im Wiedergabe-Menü das Metronom aktiviert, lässt sich im Bereich „Einzählen“ die Anzahl der Takte festlegen, die vorgezählt werden. Bei einem schnellen Stück können das auch vier oder acht Takte sein, um den Einsatz ganz entspannt zu bekommen. Gerade wenn man sich alleine vorbereiten oder üben möchte, ist das eine überaus hilfreiche Zusatzfunktion, um auch die ersten Takte und den Einsatz zu trainieren.

Wie schon gesagt, es sind oft auch die Kleinigkeiten, die im Workflow den Komfort ausmachen. Gerade wenn man oft und viel mit Forte arbeitet, hilft es sehr, dass bei der Speicherfunktion jetzt automatisch der Titel des Projektes als Dateiname übernommen wird. Das erneute Eintippen ist somit obsolet, und besonders wenn alle Einzelstimmen einer Partitur abgespeichert werden sollen und der Titel beispielsweise „Eine kleine Nachtmusik – Romanze“ ist, fällt die Zeitersparnis durchaus ins Gewicht. Einmal ganz davon abgesehen, dass es Vielnutzern natürlich auch zunehmend Spaß macht, wenn der Workflow einfach und intuitiv ist und nicht durch kleine Stolperfallen unterbrochen wird.

Last, but not least haben die Entwickler die Kopierfunktion überarbeitet und verbessert. Innerhalb einer Partitur lassen sich jetzt einfach mehrere Instrumente gleichzeitig auswählen und kopieren. Dafür wird per Mausklick ein Kasten aufgezogen, um den gewünschten Bereich zu markieren. Mit der Tastenkombination „Strg + C“ wird der Part in den Zwischenspeicher kopiert. Jetzt kann eine Stelle in der gleichen Partitur oder in einem neuen Projekt definiert werden, an der mit „Strg + V“ der Part eingefügt wird. Das funktioniert auch mit einzelnen oder mehreren frei kombinierten Notenzeilen. Ist beispielsweise eine Zeile durch das Aufziehen eines Rahmens markiert, kann bei gedrückt gehaltener Steuerungstaste eine beliebige andere Notenzeile ausgewählt und kopiert werden.

What’s next?
Im Gespräch mit Sebastian Lugert erfahre ich noch den kurzfristigen Ausblick zu Forte 10. Auch die Scan-Funktion mithilfe des Zusatzprogramms Scan-Score, das in der Premiumvariante zur Verfügung steht, ist komplett überarbeitet und verbessert worden und wird es in naher Zukunft als weiteres Update geben. Außerdem haben sich die Entwickler mit der neuen Arrangement-Applikation Bandora einen besonderen Leckerbissen ausgedacht. In guter alter Bandin- a-Box-Manier liefert diese Zusatzsoftware, welche in Forte 10 implementiert, aber auch als eigenständige Anwendung zur Verfügung stehen wird, eine virtuelle Band, die in rund 500 unterschiedlichen Stilen (Styles) spielen kann. Liegt beispielsweise lediglich eine Melodie mit Akkorden vor, analysiert Bandora das Material und ergänzt automatisch ein komplettes Arrangement, das dann angehört und bearbeitet werden kann. Dabei ist der gewünschte Stil frei wählbar. Mozarts „Eine kleine Nachtmusik“ als Raggaeoder Rock-Version sind dann fix erstellt. Auf diese Weise lassen sich zum Beispiel neue Ideen für abwechslungsreiche Arrangements für den Musikunterricht schaffen und auch sehr einfach und schnell Playalongs und Backing- Tracks zum Üben und Spielen erstellen.