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Größer fernsehen


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Heimkino - epaper ⋅ Ausgabe 2/2022 vom 21.01.2022

Bild · UHD-HDR-DLP-Laser-Ultrakurzdistanz-Projektor

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Bildquelle: Heimkino, Ausgabe 2/2022

Da ist es kaum verwunderlich, dass selbst die etwas holprige Gerätebezeichnung Ultrakurzdistanz-Beamer immer häufiger zum Laser TV wird. Das bevorzugte Leuchtmittel ist hier tatsächlich die Laserdiode, die hat im Vergleich zur sonst gerade in der Projektion noch weit verbreiteten UHP-Lampe eine viel längere Lebensdauer. Die Farbdarstellung ist selbst nach zigtausend Betriebsstunden immer noch stabil, ebenso wie die Leuchtkraft. Außerdem ist das Laser-Leuchtmittel leichter zu kühlen, was den positiven Nebeneffekt hat, dass ein Laser- Beamer im Betrieb viel leiser sein kann als das Pendant mit Lampe. Das es darüber hinaus noch reichlich Gehäusevolumen für den Einbau einer erwachsenen Audio-Abteilung gibt, weiß man indes nicht nur bei XGimi zu nutzen. Hier hat man sich, wie schon bei den mobilen Beamern aus gleichem Hause, die Expertise der ...

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... Audiospezialisten von Harman hinzugeholt, um dem Beamer, Verzeihung, ich meine natürlich dem Laser TV einen angemessenen Sound zu bescheren.

In Position gebracht

Nun muss der Laser TV nur noch aufgestellt und angeschlossen werden. Auch wenn gerade beim Aufstellen nochmal etwas Fingerspitzengefühl gefragt ist, ist das leicht von einer Person alleine zu realisieren. Anders als bei Fernseher ab 65 Zoll Bilddiagonale muss also kein durchtrainierter Nachbar oder Bekannter bemüht werden. Platziert wird der XGimi ca. 33 Zentimeter vor der Leinwand, wir legen hier die Entfernung des Objektivs zugrunde. Daher ragt ie Front mit der Stoffabdeckung der Lautsprecher mit etwa 43 Zentimeter nochmal 10 Zentimeter weiter in den Raum. Mit dem Abstand erreichen wir eine Bildbreite von etwa eineinhalb Metern, was der Bilddiagonalen eines 65-Zoll Fernsehers entspricht. Mit nur wenigen Zentimetern mehr Abstand zur Leinwand erreicht man locker eine Bilddiagonale von 90 Zoll, was mehr als zwei Meter entspricht. Nur Zum Vergleich, Fernseher mit derart großem Bild gibt es noch gar nicht, außerdem ergeben sich bereits bei kleineren Geräten erhebliche Transport und Aufstellungsprobleme. Hier zeigt sich der Aura ein weiteres Mal besonders pflegeleicht; so stellt sich die Bildschärfe mit Hilfe eines eingeblendeten Testbildes automatisch ein. Auch die sogenannten Trapez-Verzerrungen werden weitgehend automatisch korrigiert. Um es ganz genau hinzubekommen bietet der XGimi gar eine manuelle 8-Punkte Trapezkorrektur an. Ob nun automatisch oder manuell, wir haben dem Gerät die Korrektur weitestgehend erleichtert, indem wir ihn in unserem Testraum „ins Wasser“ gebracht haben: Für eine exakte waagerechte Aufstellung steht das Gerät nämlich auf vier Füßen, die per Schraubgewinde einzeln in der Höhe verstellt werden können. Je genauer hier vorgearbeitet wird, umso exakter ist das Bild anschließend ausgerichtet und desto weniger muss automatisch oder manuell nachjustiert werden.

Wie bei nahezu allen Ultrakurzdistanz-Beamern üblich, zeigen sämtliche Anschlüsse zur Leinwand hin und ermöglichen damit für eine möglichst unsichtbare Verkabelung, ein wenig Arbeitsabstand zur Leinwand vorausgesetzt. Beim XGimi gibt es darüber hinaus noch eine seitlich angebrachte und damit leicht zugängliche USB-Schnittstelle. Hier kann ein externes Laufwerk angeschlossen werden auf welches der integrierte Mediaplayer zugreift. Die Taste zum Ein-/Ausschalten ist direkt darüber untergebracht, sodass wir nach der Aufstellung direkt loslegen können.

Android TV in groß

Nach dem Einschalten fährt der XGimi Aura direkt Android TV als Betriebssystem hoch, jeder Android-Nutzer fühlt sich direkt heimisch und ist schnell mit dem Google-Account angemeldet. Neben Youtube, Google Play Filme, waipu.tv und vielen anderen Apps, sind auch die Apps der Mediatheken des deutschen Fernsehens vorinstalliert. Was fehlt kann leicht aus dem App Store nachgeladen werden. Oben links fordert der Google Assistant zur Suche per Spracheingabe auf, wobei man idealerweise in das Mikro spricht, welches in der Fernbedienung integriert ist. Oben rechts findet man die Beamerspezifischen Einstellungen für Bild und Ton sowie die Eingangswahl. Das entsprechende Menü wird dann von rechts in den Bildschirm eingeblendet. Man fühlt sich im Grunde wie an einem riesigen Tablet, mit der Ausnahme, dass es natürlich keine Touch-Bedienung gibt. Dafür steht, wie gesagt der Google Assistant Rede und Antwort, und das erledigt er ausgesprochen zügig. Zügig reagiert das Menü insgesamt auf die Eingaben per Fernbedienung, selbst wenn man zwischen Beamer- Einstellungen und Android-Oberfläche wechselt gibt es kaum Verzögerungen.

Setup und Bildqualität

Gedacht ist der XGimi Aura als Plug-and-Play Gerät, zumindest sobald die Android-Oberfläche eingerichtet und die Bildgeometrie eingestellt ist. Das Farbmanagement beschränkt sich weitestgehend auf die Presets für die unterschiedlichen Aufstellungsszenarien, sowie einem etwas differenzierteren Benutzermodus. Der lässt dann zumindest Eingriffe in die Einstellung der Farbtemperatur zu. Helligkeit, Kontrast und Farbsättigung lassen sich in jedem Preset individuell einstellen.

Der XGimi wird im Bildmodus „Film“ ausgeliefert, der uns jedoch schon auf dem ersten Blick viel zu kühl abgestimmt vorkommt, das Bild ist sogar deutlich blaustichig. Nach einigem Experimentieren erschien uns die Einstellung „Büro“ unseren Vorstellungen am nächsten zu kommen. Die ans chließende Messung bestätigte mit 7500 Kelvin zumindest eine wohnzimmertaugliche Farbtemperatur, die von den geforderten 6500 Kelvin aber immer noch weit entfernt ist. Da laut unseren Messungen auch der HDTV-Normfarbraum nicht komplett abgedeckt wird, die Farbabweichungen zu groß sind und auch der Gammawert ebenfalls Wünsche offen lässt, wechselten wir kurzerhand in den Bildmodus „Benutzer“. Nach wenigen Handgriffen und gelegentlichem Nachmessen gelingt es uns, dem XGimi ein heimkinotaugliches Bild zu entlocken.

Wird der Aura dann mit Hochkontrast-Material (HDR) gefüttert, stellt er beispielsweise die Gammakorrektur weitgehend auf die erforderliche PQ-Kurve ein. Unsere vordem gesetzten Werte für die Farbtemperatur bleiben erhalten, sodass wir jetzt ein Bild mit enormen Kontrasten und knackigen Farben erhalten.

Zeit also für einen Test mit Live-Bildern, wozu wir einmal mehr Marvels „Black Panther“ in den Player legen. Hier kann der XGimi aus dem Vollen schöpfen, was außer dem knackigen Bild auch den Audiopart betrifft. Besonders gut gelingt es dem Beamer, die Farbenpracht der Kostüme im riesigen Bild zur Geltung zu bringen. Tiefstes Schwarz wechselt sich scheinbar mühelos mit gleißendem Licht ab. Gerade beim Kontrast ist der XGimi Aura tatsächlich aktuell kaum zu schlagen.

Fazit

Der Aura von XGimi schafft es, die TV-Konkurrenz mächtig ins Schwitzen zu bringen. Dank Android TV sind Streaming-Dienste und Mediaplayer meist nur einen Klick entfernt und die Apps immer auf dem neusten Stand. Wenn es XGimi gelingt, die Bildeinstellungen ab Werk zu optimieren, bekommt man mit dem Aura einen echten TV-Ersatz, vom Sound einmal ganz zu schweigen.

Technik: Farbdarstellung

Labormessungen mit Unterstützung durch Portrait Displays mit CalMAN-Software von Spectracal

Da der XGimi Aura im voreingestellten Bildmodus „Film“ deutlich zu kühl eingestellt ist, und daher einen starken Blaustich hat, stellten wir das Gerät kurzerhand in den Bildmodus „Büro“. Die Farbtemperatur liegt mit knapp 7500 Kelvin für Filme zwar immer noch recht hoch, das ist im Wohnzimmer aber gerade noch akzeptabel A. Der BT.709 Normfarbraum wird nur unzulänglich abgedeckt, vor Allem Grün mangelt es an Sättigung B. Die Farbabweichungen sind deutlich über einem DeltaE von 10, und damit schlicht zu hoch C. Der Verlauf der Gammakurve ist recht flach, der Gammawert mit 1,54 zu niedrig D.

Die Einzige Möglichkeit, überhaupt etwas einstellen zu können, gibt es im Bildmodus „Benutzer“, und hier stellten wir die Farbtemperatur auf „Warm“. Mangels Eco-Modus stellen wir die Helligkeit auf 50 Prozent. An der Farbtemperatur hat sich nur wenig geändert, sie bleibt etwa 7500 Kelvin A. Der HDTV-Normfarbraum BT709 wird nun immerhin zu fast 100 Prozent abgedeckt B. Die Farbabweichungen sind dagegen nur leicht gesunken C. Beim Gammawert hat sich so gut wie nichts getan, in den mittleren Helligkeitsstufen gibt es nur wenig Durchzeichnung D.

Bekommt der XGimi HDR-Inhalte serviert, stellt er sich automatisch auf die erforderlichen Werte um. Im „Benutzermodus“ bleibt dennoch genug Spielraum, um die Farbtemperatur zu korrigieren. Wir stellten Rot auf 70 Prozent, Blau wurde auf 35 abgesenkt und Grün leicht auf 55 angehoben. Die Farbtemperatur liegt jetzt durchgängig bei den gewünschten 6500 Kelvin A. Bei der Messung des Farbraumes haben wir den erweiterten D65P3 Farbraum hinterlegt, den der XGimi zu knapp 80 Prozent abdeckt B. Selbst jetzt liegen die Farbabweichungen noch knapp über einem DeltaE von 10 C. Die Gammakurve nähert sich jetzt deutlich der geforderten PQ-Kurve D.