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Groß, g rößer, GROSSARTIG


junge familie - epaper ⋅ Ausgabe 2/2021 vom 27.05.2021

Artikelbild für den Artikel "Groß, g rößer, GROSSARTIG" aus der Ausgabe 2/2021 von junge familie. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: junge familie, Ausgabe 2/2021

Einem Neugeborenen geht es wie einem Astronauten auf einem fremden Planeten: alles neu, alles fremd, alles unbekannt. Geräusche, Farben, Gerüche – alles ganz schön merkwürdig! Zum Glück sind Babys beherzte Astronauten. Schritt für Schritt entdecken sie ihre Welt, lernen ihre Bewohner kennen, finden durch Ausprobieren heraus, was nützlich und was gefährlich ist.

Neue Reize für Babys Sinne

Gut, dass die Neuankömmlinge auf zwei wertvolle Helfer vertrauen können: auf liebevolle Eltern, die sie versorgen und ihnen die Eingewöhnung in der neuen Umgebung erleichtern. Und auf ihr Köpfchen. Das Gehirn macht bei Neugeborenen mehr als zehn Prozent des Gewichts aus (bei Erwachsenen sind es knapp zwei Prozent) und beansprucht einen gro ßen Teil ihres Energieverbrauchs. Mehr als 100 Milliarden Hirnzellen stehen bei der Geburt bereit, damit sich die Kinder wie ein Schwamm „aktiv mit Informationen vollsaugen ...

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... können“ – so der Hirnforscher Professor Dr. Manfred Spitzer. In rasendem Tempo verarbeiten sie die Reize, die Babys Sinne liefern, und knüpfen neue Verbindungen (Synapsen) untereinander – bis zu 15 000 pro Nervenzelle. Wie Trampelpfade werden oft benutzte Verbindungen verstärkt, andere werden umgebaut oder verfallen, wenn sie nicht gebraucht werden. Das heißt: Ein Baby lernt. Dabei können Eltern verschiedene Strategien der Kleinen beobachten:

Die einfachste Form des Lernens, die Wissenschaftler schon bei Babys im Bauch festgestellt haben, ist die Gewöhnung (Habituation). Wenn die große Schwester zum ersten Mal auf ihre Trommel haut, erschrecken Babys und weinen. Aber sie merken schnell: Von dem Instrument geht keine Gefahr aus, und bald schon sorgen Trommelkonzerte für Begeisterung.

Lernen durch Experimente

Gewöhnung ist auch im Spiel, wenn Mütter ihr Baby durch sanftes Zureden beruhigen und der Duft von Mamas Schal das Kleine besser schlafen lässt. Stimme und Duft erinnern das Baby an frühe Sinneseindrücke und signalisieren ihm Geborgenheit. So kann sich das Neugeborene leichter entspannen.

Je geschickter Babys greifen und sich bewegen können, desto mehr lernen sie durch Experimente und eigene Untersuchungen. Besonders gern nutzen sie anfangs die hochempfindlichen Sinneszellen von Lippen und Zunge, um sich ein Bild von der Form und der Oberflächenbeschaffenheit ihrer Spielsachen zu machen. Erst nach sechs, sieben Monaten setzen Babys dann verstärkt Finger und Augen ein. Manche Experimente, die Kinder so anstellen, finden Eltern dreist: zum Beispiel wenn die Kleinen ihren Ball wieder und wieder auf den Tisch knallen oder den Löffel zum x-ten Mal vom Hochstuhl fallen lassen. Doch natürlich tun Babys das nicht, um die Großen zu ärgern. Die Wiederholung spielt eine große Rolle. Dass der Löffel herunterfällt oder Mamas Stimme wohlige Gefühle auslöst, könnte ja ein Zufall sein … Erst wenn viele Versuche die Zusammenhänge bestätigt haben, sind Babys überzeugt. Und die entsprechenden Verbindungen im Gehirn sind von da an fest geschaltet.

Der wichtigste Motor zu lernen, ist Babys Wunsch, groß zu werden. Auf dem Weg dahin versucht es, ältere Kinder und Erwachsene nachzuahmen, vor allem die Eltern und größeren Geschwister. Deshalb wollen die Kleinen unbedingt selbst den Löffel halten, wenn sie ihren Brei bekommen. Und deshalb wandern Einjährige mit einer Rassel am Ohr im Zimmer umher wie Papa mit dem Handy.

Brauchen Kinder dann überhaupt noch zusätzliche Förderung? Lernprogramme im TV, auf CD oder DVD, die angeblich das Sprachvermögen und die Intelligenz der Kleinen verbessern, brauchen die Zwerge nicht. Wenn Eltern sich im Alltag intensiv mit ihrem Baby beschäftigen, ist das Anregung genug.

Bitte umblättern:

Entwicklungskalender Was euer Kind wann kann

Jedes Baby hat sein eigenes Tempo: An der Tabelle können Eltern sich grob orientieren. Wenn ihr euch unsicher seid, ob sich euer Kind altersgerecht entwickelt, sprecht am besten mit eurem Kinderarzt

1. Monat

Greifen & Spielen

● Das Baby greift reflexartig zu, wenn etwas seine Handfläche berührt.

Sprechen & Verstehen

● Das Neugeborene lässt sich beruhigen, wenn die Eltern es in den Arm nehmen und mit ihm sprechen.

Essen & Trinken

● Wird von der Mutter gestillt oder mit dem Fläschchen gefüttert.

Verhalten

● Mag keine starken Licht- und Geräuschreize.

3. Monat

Krabbeln & Laufen

● Hält den Kopf in der Bauchlage sicher und stützt sich auf den Unterarmen ab. Dreht sich auf die Seite.

Greifen & Spielen

● Verfolgt ein Spielzeug mit den Augen, wenn ihr es langsam hin- und herbewegt.

Sprechen & Verstehen

● Schreit je nach Anlass anders, bildet einzelne Töne, gurrt, gurgelt, jauchzt. Lauscht auf Töne.

Verhalten

● Öffnet die Hände und steckt sie in den Mund.

● Lächelt Bekannte und Fremde an. Hält Blickkontakt und verändert dazu, wenn nötig, seine Lage.

6. Monat

Krabbeln & Laufen

● Der Kopf kippt nicht nach hinten, wenn man Baby aus der Rückenlage zum Sitzen hochzieht.

Greifen & Spielen

● Greift Spielsachen gezielt mit der ganzen Hand. Nimmt Dinge von einer Hand in die andere. Untersucht sie mit dem Mund.

Sprechen & Verstehen

● Plaudert in wechselnder Tonhöhe und Lautstärke.

● Unterscheidet liebevolle von strengen Äußerungen. Bildet Silbenketten (mem-mem-mem).

Essen & Trinken

● Bekommt Brei.

Verhalten

● Schläft ab und zu sechs bis acht Stunden durch. Beginnt zu fremdeln.

9. Monat

Krabbeln & Laufen

● Kann frei sitzen, dreht sich vom Bauch auf den Rücken. Robbt und krabbelt.

Greifen & Spielen

● Spielt mit den Füßen.

● Kann absichtlich loslassen. Untersucht Dinge gründlich mit Augen und Fingern. Mag „Kuckuck“-Spiele.

Sprechen & Verstehen

● Bildet längere Silbenketten mit A (ra-ra-ra).

● Versteht situationsgebundene Wörter.

● Imitiert Laute.

Essen & Trinken

● Knabbert an fester Nahrung und trinkt aus einer Tasse.

Verhalten

● Beobachtet Tätigkeiten konzentriert. Kann Bekannte und Fremde sicher unterscheiden.

12. Monat

Krabbeln & Laufen

● Steht sicher, wenn es sich an Möbeln, Wänden oder euren Beinen festhält.

Greifen & Spielen

● Beherrscht den Pinzettengriff mit Daumen und Zeigefinger. Findet Spielsachen, die ihr vor seinen Augen versteckt.

Sprechen & Verstehen

● Verdoppelt Silben (ma-ma, da-da), benutzt sinnvolle Kinderwörter.

● Versteht einfache Verbote und Bitten.

Essen & Trinken

● Isst mit den Großen.

● Kann selbstständig Kekse und Fingerfood essen.

Verhalten

● Zeigt eigenen Willen und ahmt Gesten nach (winke, winke). Kann selbst Kontakt zu anderen aufnehmen.

15. Monat

Greifen & Spielen

● Kann Spielsachen gezielt loslassen und „Geben und Nehmen“ spielen. Mag Kinderreime und Fingerspiele.

Sprechen & Verstehen

● Sagt sinngemäß „Mama“ und „Papa“.

● Reagiert auf Lob und Tadel und testet Grenzen aus.

Verhalten

● Macht zum Abschied winke, winke. Ahmt einfache Handlungen nach. Zieht geöffnete Schuhe aus.

18. Monat

Krabbeln & Laufen

● Kann sicher gehen, klettert auf Stühle oder aufs Sofa.

Greifen & Spielen

● Baut Türme aus wenigen Bauklötzen. Steckt Gegenstände in Behälter und holt sie wieder heraus. Steckt Ringe auf eine Pyramide.

Sprechen & Verstehen

● Verwendet Kinderwörter wie „wau, wau“.

● Befolgt einfache Aufforderungen.

Essen & Trinken

● Trinkt selbstständig aus der Tasse.

Verhalten

● Spielt parallel mit anderen Kindern (nicht mit ihnen zusammen).

● Akzeptiert einen (bekannten) Babysitter.

24. Monat

Krabbeln & Laufen

● Kann zielsicher rennen, Hindernisse umsteuern und abstoppen. Geht eine Treppe hinauf.

Greifen & Spielen

● Kann Buchseiten umblättern. Fährt Rutschauto. Kann sich allein in einem Raum aufhalten und spielen. Kann malen.

Sprechen & Verstehen

● Bildet Zwei-Wort-Sätze.

Essen & Trinken

● Isst selbstständig mit dem Löffel.

Verhalten

● Holt einen Stuhl und klettert hoch, um an etwas heranzukommen.

● Signalisiert „Nein“.