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GROSSER RATGEBER


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Geliebte Katze - epaper ⋅ Ausgabe 6/2022 vom 17.05.2022

GESUND & FIT

Wenn alte Katzen schreien

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Bildquelle: Geliebte Katze, Ausgabe 6/2022

Liebe ist die beste Medizin

Nichts fördert das Wohlbefinden so sehr, wie das Gefühl, geliebt zu werden. Eine Katze, die viel Zuwendung bekommt und die in einem sicheren, stabilen Umfeld lebt, hat deshalb die besten Voraussetzungen für ein gesundes und glückliches Leben.

Pemphigus foliaceus

Fehlgeleitetes Immunsystem

Pemphigus foliaceus ist eine Autoimmunkrankheit, bei der das körpereigene Abwehrsystem die Haut angreift und zu schweren Entzündungen mit oder ohne Juckreiz führt. Wie es genau zur Fehlfunktion des Abwehrsystems und der Entzündung kommt, ist noch nicht ganz klar. Außer Katzen können auch Menschen, Hunde und viele andere Säugetiere an Pemphigus foliaceus erkranken. Die Krankheit ist aber nicht ansteckend.

Bei einer Erkrankung an Pemphigus foliaceus haben die Katzen anfangs hauptsächlich an den Ohren, am Nasenspiegel, den Augenlidern, dem Kinn oder den ...

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... Pfoten (Krallenbett) Krusten und Pusteln. Im weiteren Verlauf der Krankheit können sich auch an anderen Körperregionen Pusteln und Krusten entwickeln.

Häufig findet man die Hautveränderungen beidseitig am Körper. Die betroffenen Stellen können jucken, tun es aber nicht immer. Einige Tiere mit Pemphigus foliaceus leiden auch unter Fieber, Müdigkeit und Appetitlosigkeit. Für die Diagnose muss der Tierarzt Hautproben entnehmen, die von einem Speziallabor untersucht werden. Pemphigus foliaceus ist unheilbar. Um die Symptome der Krankheit zu lindern, muss die Katze lebenslang Medikamente erhalten, die das falsch funktionierende Abwehrsystem unterdrücken (Immunsuppressiva).

Anfangs benutzt man relativ hohe Dosierungen der Medikamente, um der Katze schnell zu helfen. Mit der Zeit wird die Dosis dann allmählich gesenkt, um Nebenwirkungen zu vermeiden.

Scheren bei langem Haar

So wird das Lämmchen wieder ein Löwe

Scheren ist manchmal aus medizinischen Gründen notwendig. Ist das Haar zu lang, zu dicht oder verfilzt, muss der Katze geholfen werden. Doch ein „Friseurtermin“ kann Stress für die Katze bedeuten. Sorgen Sie zuallererst für eine entspannte Stimmung, indem Sie Ihre Mieze z. B. mit einer Massage verwöhnen. Besonders Problemzonen wie unter den Pfoten oder an den Achseln brauchen große Aufmerksamkeit, da sie besonders schnell verfilzen. Hier ist äußerste Vorsicht geboten, wenn Filzknäuel weggeschnitten werden. Auch der Bauch ist empfindlich. Grundsätzlich sollte nur ein Profi Katzen scheren, da Laien sie ernsthaft verletzen könnten. Sorgen Sie lieber vor, indem Sie die Katze regelmäßig pflegen, damit das Scheren erst gar nicht notwendig ist!

Nur das Beste im Napf: Was Katzen wirklich brauchen

Neben echtem Katzen-Know-how braucht es vor allem eins, um Samtpfoten kulinarisch zu überzeugen: Fleisch. Nur frische und fleischhaltige Kost kann den Fleischfresser Katze überzeugen. Denn warum sollte sich eine Katze mit weniger zufriedengeben, als die Natur es sie gelehrt hat.

Proteine und Wasser

In freier Wildbahn macht die Katze Jagd auf Beutetiere wie Mäuse und andere Nagetiere. Je nach Bedarf erbeutet sie dabei bis zu zwanzig Tiere pro Tag. Ein Beutetier entspricht dabei exakt einer Mahlzeit, denn eine Katze jagt nicht auf Vorrat – sie mag es frisch.

Die Katze ergänzt ihre Nahrung weder durch die Aufnahme von pflanzlichen Komponenten noch von Getreide oder anderen komplexen Kohlenhydraten.

Anders als der Hund gilt die Katze damit als reiner Fleischfresser und kann einzig aus tierischem Protein Energie ziehen und verwerten. Grund hierfür ist ihr einzigartiger Stoffwechsel, der sich durch einen hohen Bedarf an tierischem Protein auszeichnet. Neben ausreichend tierischem Protein ist Wasser ein wichtiges Thema. Da in der ursprünglichen Katzenheimat, der Steppe, kaum Wasser vorhanden ist, muss die Beute der Katze auch ihren Wasserbedarf decken. Das Beutetier besteht im frisch erjagten Zustand zu 70 bis 80 Prozent aus Wasser. Diese hohe Feuchte versorgt den Vierbeiner über die Nahrung mit Wasser.

Eine ausreichend feuchte Nahrung ist ein wichtiger Faktor, denn zu geringe Feuchtigkeitsmengen können Nierenprobleme und Harnsteine fördern.

Was die Katze alles braucht

Lebenswichtig für die Katze ist zudem Taurin, welches der Katzenstoffwechsel nicht selbst ausreichend herstellen kann. Er ist auf die Aufnahme über die Nahrung angewiesen. Taurin ist insbesondere für Augen und Herz wichtig.

Ein Mangel kann zu Netzhautproblemen bis hin zur Blindheit sowie Herzproblemen führen. Zudem ist Taurin essentiell für die Eiweißherstellung und die Produktion von Gallensalzen, die insbesondere für die Verwertung von Fetten benötigt werden. Durch die Verwertung von Nahrungsfetten geht Taurin permanent verloren, weswegen es täglich „nachgefüllt“ werden muss. Die Beute in der freien Wildbahn bietet einer Katze alles, was sie benötigt. Ihr Jagdinstinkt wird befriedigt und sie bekommt frische

Mahlzeiten mit viel Fleisch, Feuchte und ausreichend Taurin. Ein geringes Maß an pflanzlichen Ballaststoffen, Rohfaser, zusätzlichen Mikronährstoffen sowie Omega-3-Fettsäuren erhält die Katze indirekt und vorverdaut über den Mageninhalt der Beutetiere.

Zusätzliche Ballaststoffe und Rohfaser liefern Fell und Haut der Beute. Was bei der natürlichen Ernährung der Katze hingegen nicht oder kaum gefunden wird, ist Getreide. Dem Katzenorganismus fehlen die entscheidenden Enzyme, um die komplexen Kohlenhydrate aufzuspalten und zu verwerten.

Getreidefreie Nassfuttersorten wie die Terra-Felis-Menüs nehmen das naturgegebene Ernährungskonzept zum Vorbild. Frische Rohstoffe in Lebensmittelqualität, artgerechte Rezepturen und ein sehr hoher Fleischanteil imitieren das Beutetier auf ganz natürliche Weise und bieten der Katze damit eine gesunde, frische Ernährung ganz nach dem Vorbild der Natur.

Wenn sie an der Couch kratzt

Wenn Katzen kratzen, dient dies nicht nur der Krallenpflege, sondern auch der innerartlichen Kommunikation und gehört zum instinktiven Verhaltensrepertoire. Mit ihren Pfoten hinterlassen sie einen charakteristischen Duft. Unsere Samtpfoten nutzen diese Duftbotschaften, um zu sagen: „Ich war hier oder das ist meins!“ Kratzmarkierungen untermauern einen territorialen Anspruch auf wichtige Dinge innerhalb ihres Revieres. Unangenehm für uns Katzeneltern wird es dann, wenn sie hierzu nicht die erlaubten Kratzmöglichkeiten nutzen, sondern sich an unseren

Praxis-Tipps von Katzenpsychologin Annika Wechmann-Scherbe

Möbeln, Türen oder Tapeten verewigen. Überprüfen Sie, ob die Kratzmöglichkeiten in ausreichender Anzahl vorhanden sind und individuelle Vorlieben abdecken: Bieten Sie dem schnurrenden Mitbewohner Optionen an, die ein senkrechtes Strecken ermöglichen und außerdem horizontal genutzt werden können – vorzugsweise aus unterschiedlichen Materialien. Wählen Sie einen Standort, der aus Katzensicht interessant und geeignet ist – Ihre Vorstellungen können von denen Ihrer Katze durchaus abweichen! Kommt es zu Spannungen im Mehrkatzenhaushalt? Vermutlich muss Ihre Katze sich deshalb stärker behaupten. Bekommen Ihre Stubentiger ein tägliches Beschäftigungsprogramm geboten? Auch Langeweile, Stress und Unterforderung können ursächlich für ausdauerndes Kratzen sein. Bereits im Kittenalter können Sie durch positive Verstärkung und Belohnung die Weichen dafür stellen, dass Ihr erwachsener Salonlöwe später kein „Krallenstatement“ an unerwünschten Orten hinterlässt.

Transpor tboxen

Lieber praktisch als schön

Korbhöhlen sind kaum geeignet. Sie sind zwar schön wohnlich, aber auf eine einzige Katze, die sich problemlos beim Tierarzt aus der Eingangsöffnung herausnehmen lässt, kommen zehn kleine Tiger, die sich mit allen vieren dagegen stemmen und gegen die Hand schlagen und beißen, die sie herausholen will. Am besten ist es, wenn sich der Käfig von vorne und auch von oben öffnen lässt. Geht die Katze nämlich nicht freiwillig durch das vordere Türchen, kann man sie von oben bequem hineinheben. Bleiben Sie vor allem ruhig, locken Sie die Katze mit einem Leckerli, aber vermeiden Sie es, Ihre Fellnase quer durch das ganze Wohnzimmer zu jagen. Katzen sind clever und wissen meistens genau, warum Sie heute schon den ganzen Tag nervös sind. Je weniger Wirbel Sie selbst verursachen, desto entspannter ist auch die Katze.

Selber kochen

Vor-und Nachteile

Eine Katze ausschließlich mit Selbstgekochtem zu ernähren, erfordert eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema, einigen Zeitaufwand und die notwendige Ausstattung in der Küche. Beginnen Sie damit nur nach einer ausführlichen Ernährungsberatung durch einen Tierarzt mit entsprechender Fachausbildung. An den Tierärztlichen Fakultäten der Universitäten in München, Berlin, Leipzig, Hannover oder Gießen können Sie sich gegen Gebühr beraten lassen. Auch über das Internet sind qualifizierte fachliche Beratungen durch einen Fachtierarzt möglich. Verlassen Sie sich bitte nie auf die Ratschläge eines einzigen Buches, auf Tipps und Rezepte aus dem Internet oder anderen sozialen Medien. Sie benötigen einen detaillierten Futterplan, der nach Ihren Wunschrezepten die Nährstoffe aller Zutaten berechnet und was dann eventuell ergänzt werden muss oder zu viel ist sowie die notwenigen Zugaben von Mineralien, Vitaminen, Kalzium und dem immer notwendigen Taurin. Ganz wichtig: Über einen längeren Zeitraum falsch zusammengestelltes Futter führt zu Mangelerscheinungen oder auch Überversorgungen mit daraus resultierenden Erkrankungen der Katze!

Senioren

Wenn alte Katzen schreien

Ganz besonders häufig gibt es Schreianfälle bei alten Katzen – ungefähr jede zweite Katze ab 16 Jahren wird mit nächtlichem Miauen auffällig. Die Ursachen dafür sind vielfältig und es bedarf umfassender diagnostischer Arbeit, um jeden einzelnen Verdacht auszuschließen oder entsprechend zu behandeln. Häufige und typische Gründe für – nicht nur nächtliches – Dauer-Miauen alter Katzen:

• Schilddrüsenüberfunktion und/oder Bluthochdruck

• Chronische Schmerzen (Gelenke, Tumorerkrankungen, Kopfschmerzen etc.)

• Taubheit

• Hunger und/oder Durst

• Frieren

• Angst (allgemein oder vor dem Alleinsein, Dunkelheit)

• Verwirrung und/oder Langeweile Was für die geistig noch flexible erwachsene Katze eine Selbstverständlichkeit ist, kann für die alte und senile Katze zum unüberwindbaren Problem werden, das sie durch Schreien kommuniziert. Tipp: Machen Sie Tonaufnahmen vom Miauen der Katze, die Sie zu Untersuchung und Gesundheitscheck in die Tierarztpraxis mitbringen.

Besser vorsorgen

Sicherheit für Freigänger

Frei laufende Katzen jagen täglich, verzehren Beutetiere und kommen mit vielen Artgenossen in Kontakt. Sie infizieren sich also leichter mit Parasiten als reine Stubentiger. Um möglichst viel für die Gesundheit eines Freiläufers zu tun, sollten folgende Punkte Beachtung finden:

• Kastration ist ein Muss für beide Geschlechter und Freilauf sollte möglichst erst nach der Kastration beginnen

• Umfassender Impfschutz gegen Katzenschnupfen, Katzenseuche, Felines Leukämievirus und Tollwut

• Floh-und Zeckenprophylaxe

• Entwurmung gegen Spul-und Bandwürmer beziehungsweise Kotuntersuchung und Behandlung nach Bedarf monatlich (nach Empfehlung der ESCCAP) Fotos: Shutterstock (9)