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GROSSER TRAUM FÜR KLEINES GELD: JEEP WRANGLER TJ RUBICON: DER OFFROAD-PROFI


Off Road - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 14.01.2020

Die Neupreise für Geländewagen der Sonderklasse sind in Dimensionen abgedriftet, die sie für viele unbezahlbar machen. Doch wer sich für ein Fahrzeug der Vorgänger-Baureihe der aktuellen Modellgeneration entscheidet, kann seinen automobilen Traum viel leichter verwirklichen – beispielsweise in Form des Jeep Wrangler TJ Rubicon, der im Gelände die Maßstäbe setzt.


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Bildquelle: Off Road, Ausgabe 2/2020

Bereits im Jahr 1996 bringt Jeep mit dem Wrangler TJ den Nachfolger des YJ – mit den klassischen Rundscheinwerfern seiner Ahnen, die gewöhnungsbedürftigen Rechteck-Leuchten des Vorgängers sind damit Geschichte. Der Neue verfügt zwar immer noch ...

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Bereits im Jahr 1996 bringt Jeep mit dem Wrangler TJ den Nachfolger des YJ – mit den klassischen Rundscheinwerfern seiner Ahnen, die gewöhnungsbedürftigen Rechteck-Leuchten des Vorgängers sind damit Geschichte. Der Neue verfügt zwar immer noch über das legendäre Wrangler- Image und eine markante Offroad-Optik, doch er ist ein Softie geworden: Das beginnt schon bei den kleinen Serienrädern und endet bei der viel zu langen Achsübersetzung noch lange nicht. Das mag zwar seine Vorteile im Stra- ßenbetrieb haben und zur Verbrauchsreduzierung beitragen, aber die Jeep-Klientel erwartet von einem Wrangler etwas anderes: maximale Gelände-Performance. Und da der TJ hier patzt, brechen die Verkaufszahlen im Lauf der Jahre ein – so findet der Wrangler anno 2002 bei uns gerade noch 500 Käufer.

HEAVY DUTY

Im Sommer des gleichen Jahres erfüllt Jeep mit dem Rubicon dann alle Wünsche seiner Gelände-affinen Anhänger: Er soll das durch den Basis-Wrangler lädierte Offroad-Image der Marke rehabilitieren und der Konkurrenz vom Schlage eines Defender oder Mercedes G endlich wieder Paroli bieten können.

Neben dem Rubicon-Schriftzug seitlich auf der Motorhaube fallen auf den ersten Blick die großformatigen MT-Reifen der Dimension 245/75 R 15 unter den mächtigen Kotflügelverbreiterungen auf. Doch mit dem daraus resultierenden größeren Abrollumfang verschärft sich das Problem der viel zu langen Achsübersetzung noch weiter. Also werden die Serienachsen mit ihrer Übersetzung von 3,07:1 beim Rubicon durch kürzere 4,10er ersetzt. Für die größeren Räder und die um 34 Prozent kürzere Übersetzung ist aber der Antriebsstrang nicht ausgelegt. Also erhält der Rubicon eine mehr als doppelt so starke Ausführung mit Dana-44-Achsen und stärkeren Kardanwellen mit Kreuzgelenken vom Typ Spicer 1330.

Um ein Optimum an Geländegängigkeit zu erzielen, spendieren die Jeep-Ingenieure dem Rubicon auch noch eine Geländereduktion von 4,0: 1 statt der serienmäßigen 2,72: 1, was ihm eine Kriechgeschwindigkeit von 2,2 km/h bei Leerlaufdrehzahl ermöglicht. Und um den Vorsprung zum Rest der Allradwelt noch weiter zu vergrößern, erhält der Rubicon die Kombination aus einer Differenzialbremse in der Hinterachse plus zwei zuschaltbaren 100-Prozent- Sperren. Der Sinn dahinter: Die Sperren können nur in der Untersetzung aktiviert werden, während die Bremse auch bei schnellen Fahrten im Straßengang eingreift.

Plastiklandschaft: Armaturenbrett mit wenig Charme, aber umfangreicher Ausstattung.


Antriebslayout: Reihen-Sechser mit 177 PS plus Vierstufen-Automatik.


Klaviatur: Schalterreihe inklusive Sperrenknopf unten am Armaturenbrett.


ANTRIEB NACH ALTER SCHULE

Was sonst außer einem großvolumigen Benziner und einem Automatikgetriebe sollte sich unter der Motorhaube eines Kult-Amerikaners verstecken? Im Fall des Rubicon ist es ein vier Liter großer Reihen-Sechszylinder. Der Zweiventiler liefert seine 177 PS an ein Vierstufen-Automatikgetriebe, das die Hinterräder antreibt, während sich der Vorderachsantrieb über einen zweiten Schalthebel bei Bedarf manuell zuschalten lässt. Erstmals vertraut Jeep beim Wrangler der TJ-Baureihe auf die Kombination aus zwei Starrachsen und Schraubenfedern rundum. Der Umstieg vom Blattfeder-Fahrwerk des Vorgängers bringt im Straßenbetrieb einen höheren Fahrkomfort und besseren Geradeauslauf. Ungeachtet dessen begrenzt Jeep die Höchstgeschwindigkeit des Rubicon auf Tempo 148 – er ist schließlich nach Ansicht des Herstellers ein reines Gelände-Spielzeug. Konsequenterweise sucht man in diesem Modell Straßen- Features wie ABS vergeblich, dafür überzeugt die Komfortausstattung mit Klimaanlage, Tempomat, Alu felgen, Soundsystem, Kompass und einem automatisch abblendenden Innenspiegel.

KING OFF THE ROAD

In Verbindung mit der Automatik und dem kräftigen Sechszylinder lässt die kurze Gesamtuntersetzung den Jeep selbst lange und extreme Steigungen souverän meistern: Man gibt einfach unten Stoff und lässt den fulminanten Vierliter bollern – den Rest erledigt die Automatik, die sich in der Steigung die passende Zahnradpaarung sucht und bei Bedarf oh- ne Zugkraftunterbrechung zurückschaltet.

Für und wider: Die 4,10er-Dana-44-Achsen sind kurz übersetzt, schränken mit ihrem voluminösen Differenzialgehäuse aber die Bodenfreiheit ein.


Auch tiefe Gräben stellen kein ernst zu nehmendes Hindernis dar, da dank der beiden Differenzialsperren der Vorwärtsdrang auch dann anhält, wenn zwei Räder frei in der Luft durchdrehen. Und setzt der Rubicon in extremen Geländepassagen tatsächlich einmal mit den Schwellern auf, verhindern massive Rockslider eine Kaltverformung des teuren Blechs. Dennoch könnte auch der Gelände- Wrangler ein wenig mehr Bodenfreiheit vertragen – trotz der Reifen, die in der Höhe 31-Zöllern vergleichbar sind, und der gegenüber der Serienversion rund zehn Millimeter verlängerten Federn. Denn zum einen verfügen die Dana- 44-Achsen über ein voluminöseres Differenzialgehäuse, sodass der Zuwachs an Bodenfreiheit hier nur zwei Zentimeter beträgt, zum anderen setzen in der Fahrzeugmitte Automatik- und Verteilergetriebe die Grenzen in 265 mm Höhe. Doch das ist Kritik auf höchstem Niveau, der TJ-Rubicon ist ein überlegenes Geländegerät, mit dem man in jedem Terrain durchkommt – und sei es am legendären Rubicon-Trail in der Sierra Nevada, dem er seinen Namen verdankt.

RARES LIEBHABERFAHRZEUG

Der Wrangler TJ war bereits während seiner Produktionszeit ein Liebhaberfahrzeug, für den Rubicon gilt das umso mehr. Entsprechend dünn ist auch das Angebot auf dem Gebrauchtmarkt. Im Gegenzug sind die offerierten Fahrzeuge in der Regel penibel gewartet und haben nur geringe Kilometerleistungen absolviert – typisch Zweitwagen eben.

Doch so mancher Eigner hat es mit seiner Liebe zum Rubicon auch übertrieben: So finden sich auf 500 PS getunte Exemplare ebenso auf den Verkaufsportalen wie Bigfoot- Umbauten. Die Preisliste für den Rubicon im Originalzustand beginnt bei rund 18 000 Euro, für knapp 30 000 Euro werden Exemplare im Sammlerzustand angeboten – mit gerade mal zehn- oder fünfzehntausend Kilometern auf der Uhr.

Wie es gefällt: Geteilte Hecktüre mit Hard- oder Softtop darüber.


Verstärkt: Die Antriebswellen sind wegen der gegenüber der Basisversion um 34 Prozent kürzeren Übersetzung massiver ausgeführt.


Beruhigend: Massive Rockslider schützen die Schweller zuverlässig vor Beschädigungen bei hartem Geländeeinsatz.


Bergauf, bergab: Der Rubicon meistert jede Steigung – und das in beide Richtungen.


GENAU HINSEHEN

Von allzu gewagten Umbauten sollte man besser die Finger lassen, solche Fahrzeuge bringen meist mehr Probleme, als man sich vorstellt. Viele Besitzer haben ihren Rubicon jedoch mit sinnvollem und in der Anschaffung teurem Offroad-Zubehör wie Seilwinden oder Ansaugschnorchel ausgerüstet. Doch aufgepasst: So manchen hat der Spieltrieb im Gelände übermannt, was gröbere Gebrauchsspuren am Fahrzeug hinterlassen haben kann.

Der Wrangler TJ gilt aufgrund seiner einfachen Konstruktion als zuverlässig und langlebig. Der Sechszylinder ist für Laufleistungen jenseits einer Viertelmillion Kilometer gut, sein Benzinverbrauch von 14 bis 16 Litern im OFF ROAD-Testbetrieb jedoch kostenintensiv. Der verstärkte Antriebsstrang des Rubicon beugt den sonst beim Sechszylinder-TJ häufigen Schäden an diesen Bauteilen vor. Apropos vorbeugen: Trotz Teilverzinkung ist Rost ein Thema, dem wirken eine nachträgliche Hohlraumversiegelung sowie ein neuer Unterbodenschutz jedoch effektiv entgegen.

T | Theo Gerstl F | Archiv

Jeep Wrangler TJ Rubicon