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Grüße aus der Vergangenheit


fliegermagazin - epaper ⋅ Ausgabe 110/2019 vom 18.10.2019

Hunderte von Flugzeugen, Maschinen aus jeder Epoche, ikonische Raritäten, die man sonst kaum irgendwo sieht – die »Hahnweide« ist alle drei Jahre ein Festival der Luftfahrtgeschichte. Mit viel Spektakel, aber auch ganz ruhigen Momenten


Artikelbild für den Artikel "Grüße aus der Vergangenheit" aus der Ausgabe 110/2019 von fliegermagazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: fliegermagazin, Ausgabe 110/2019

Zeitreise Blériot XI vor der Burg Teck. Mikael Carlson zaubert mit seinen Vorführungen eine andächtige Stimmung in die Luft


FOTOS ROBERT K APPER

Oldtimertreffen auf der Hahnweide 2019

Spiegelblank Fotograf Robert Kapper »in« einer militärischen Beech 18. Die Frontkanzel diente dazu, Navigatoren auszubilden


Elf Stunden ist er geflogen. Von Compton Abbas in England über den ...

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... Ärmelkanal, mit fünf Stopps durch Frankreich, bis er in Deutschland war. In Freiburg haben sie ihm gesagt, nach Osten könne er einem Tal folgen. Doch tief durch den Schwarzwald – das war Tony nicht geheuer. Und so stieg er auf 5500 Fuß. Der Rest war einfach.

Es ist noch früh am Donnerstag vor dem Veranstaltungswochenende, als der Brite seinen Aircamper in Kirchheim auf die Graspiste setzt. Der Parasol-Hochdecker macht 70 Meilen pro Stunde »Reise«, er hat weder ein geschlossenes Cockpit noch ein elektrisches System. Und wo ist das Funkgerät? Der Pilot zieht ein Handfunkgerät aus der Hosentasche – »funktioniert einwandfrei «. Er sei ein Glückspilz, sagt Tony Ryan-Fecitt, »das Wetter ist schön, wir haben Spaß, und das Bier schmeckt gut.« Und der Heimflug? »Wenn ich irgendwo hängenbleibe, ist mir das egal. Ich habe Zeit, zu Hause wartet keine Arbeit.«

Unbeschwertheit liegt in der Luft, als das Flugprogramm des Oldtimer-Treffens zwei Tage später beginnt. Von 6.30 Uhr bis 8.45 Uhr sind besonders neugierige Zuschauer um die teilnehmenden Maschinen herumgeschlichen, dann hat man sie hinter den Zaun entlang der Piste 13/31 geschickt. Es geht los, die Segler machen den Anfang.

Unterschätzt Früher konstruiert als die berühmte Spitfire war die Hawker Hurricane für die Royal Air Force viel wichtiger


Als sie auf Höhe geschleppt werden, kriechen Nebelschwaden übers Gelände östlich der Piste, steigen auf, verdecken am Horizont zeitweise die Burg Teck, die das Geschehen überragt und im Ortsnamen vorkommt: Kirchheim unter Teck. »Unter«? Es braucht einen Gleitwinkel von 1:12, um von der Burg bis zur Stadt zu kommen, Topografie dürfte beim Namenszusatz weniger eine Rolle gespielt haben als Ehrfurcht. Die gebührt jetzt den Segelflugzeugen, welche unweit der Teck kreisen: SG-38, Wolf, Minimoa, Kranich, Grunau Baby, Gö-4, eine Slingsby mit offenem Side-by-side-Cockpit, eine SHK mit V-Leitwerk … Schweigende Zuschauer, die gebannt in den Himmel blicken. Zwölf historische Segelflugzeuge gleichzeitig am gleichen Ort in der Luft – das ist einmalig! Irritierend: Ein SG-38 viele hundert Meter über Grund. Den Schulgleiter sieht man sonst nur dicht überm Boden, kurz angeschleppt. Da oben wirkt der vollkommen im Freien sitzende Pilot extrem ausgesetzt. Andere alten Segler verraten mit ihren Knickflügeln, dass man sich einst an den Vögeln orientierte, wenn es um die V-Stellung ging. Unter den Bespannungen zeichnen sich filigrane Holzstrukturen ab; sie lassen erahnen, wie aufwändig der Bau solcher Flugzeuge war. Heute kümmern sich Mitglieder des Fliegenden Museums Hahnweide um die pflegebedürftigen Kostbarkeiten.

Massenhaft Attraktionen Entlang der Hauptpiste aufgereiht ziehen die Oldtimer rund 30 000 Zuschauer an


Sechs Zwischenstopps Tony Ryan-Fecitt ist mit seinem Aircamper aus England gekommen


Mutter aller Airliner Nachbau der Junkers F 13 aus Dübendorf in der Schweiz. 1919 war dieses Muster das erste Ganzmetall-Passagierflugzeug der Welt


2480 PS, 18 Zylinder, über 700 km/h und ein Brüllen, das man bis weit in die Schwäbische Alb hinein hören muss – die Hawker Sea Fury bildet den Gegenpol in der Hahnweide-Fliegerwelt. Der Norweger Lars Ness ist mit einer zweisitzigen Version aus Duxford gekommen, morgens in Stuttgart gelandet, Grenzkontrolle muss sein, und dann zur Teck weitergeflogen. Für den schnellen Jäger dürfte das kurze Leg aus nicht viel mehr als Ab- und Anflug bestanden haben. Am Ziel ist er in guter Gesellschaft: Hurricane, Spitfire, P-40, Mustang, Yak 3, 9 und 11, Thunderbolt sowie eine spanische Version der Bf-109 (Buchón) sind weitere Warbirds aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs – okay, Sea Fury und Yak 11 haben ihn nicht mehr erlebt; die kamen erst Ende 1945 raus. Die Fury repräsentiert die letzte Entwicklungsstufe der Propellerjäger. Ihr Bristol Centaurus, ein 18-Zylinder-Doppelsternmotor, lässt die Sackgasse erkennen, in der die Kolbenmotortechnik bei Flugzeugen angekommen war: Komplexität, Gewicht und Wartungsaufwand hatten absurde Dimensionen erreicht. Die vorgeflogene Maschine wurde 1957 für die deutsche Luftwaffe umgerüstet und als Zielschlepper betrieben. Über Stationen in Neuseeland und den USA landete sie schließlich wieder dort, wo sie produziert worden war: in England.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Wie groß die Unterschiede zwischen den Jägern aus jener Epoche sein können, zeigt eine enge Formation von Thunderbolt und Buchón: Die »Me« wirkt zierlich, als sie wie ein Putzerfisch seitlich an der mächtigen P-47 klebt. Kaum zu glauben, dass das mal Gegner waren.

Im Vergleich von amerikanischen, deutschen und britischen Propellerjägern kommt die Hawker Hurricane oft zu kurz, überstrahlt von der berühmten Spitfire. Dabei war es die Hurricane, die das Rückgrat der Royal Air Force bildete. Zwei Drittel der Flugzeuge in der Luftschlacht um England waren Hurricanes. Sie war zur richtigen Zeit am richtigen Ort, nämlich in der Luft: Durch ihre traditionelle Bauweise konnten die Bodenzeiten bei Reparaturen kurz gehalten werden. Sie hat einen genieteten Rumpf, die Spitfire einen geschweißten, und Schweißen auf einem Feldflugplatz war schwierig. Über der Hahnweide würdigt Matze Hörber die Hurricane mit einem harmonischen Display, das Loops, Rollen und andere sehr präzise geflogene Figuren enthält.

Einblick für alle Wann sieht man sowas schon mal: ein hängender V12! Hier der Argus As-410-A2 in einer Pilatus P-2


Gediegen Wurzelholz und Steuerräder im Cockpit einer Stinson SR-9C. Der US-Vier- bis Fünfsitzer wurde 1937 gebaut


Recht wild geht’s hingegen zur Sache, als der Franzose Jean-Luc Beyrie zeigt, was eine Bronco kann. Das amerikanische Beobachtungs- und Transportflugzeug diente in den sechziger Jahren auch bei der Bundeswehr. Charakteristisch ist die Doppelrumpfauslegung mit hochgesetztem Höhenleitwerk. Die Turboprop-Twin kann extrem kleinräumig geflogen werden, was ihrem Einsatzzweck als STOL-Maschine entgegenkommt. In atemberaubenden Kehren durchpflügt sie die Luft, das Publikum staunt: Geradeausflug mit viel Dampf, 90 Grad Schräglage und schlagartig ums Eck. Dieg -Belastung für Pilot und Zelle muss gewaltig sein.

Eine geradezu liebliche Anmutung hat die Vorführung von vier Klemms. Ganz in der Nähe, in Böblingen, war der Leichtflugzeugbau Klemm zu Hause. Die vorn fliegende Maschine ist das älteste in Deutschland betriebene Motorflugzeug, eine L 25 a VI von 1927 mit BMW-Sternmo- tor, dahinter kommt die hellblaue L 25D VII R der Luftsportgruppe Hanns Klemm, Baujahr 1934, es folgen zwei Kl 35, wobei die D-EDEX das persönliche Flugzeug von Wolf Hirth war, zum Einsitzer umgebaut und mit 160 PS wesentlich stärker motorisiert als die Serien-»35«, die 105 PS hat. Die Motoren der Klemms kamen hauptsächlich von Hellmuth Hirth, dem Bruder der Segelfliegerlegende; erst vor acht Jahren hat man den HM 506 der D-EDEX durch einen gleich starken Walter Minor ersetzt.

Danach kamen die Jets Hawker Sea Fury aus Duxford. Der Propellerjäger hat einen Doppelsternmotor und klappbare Flügel für den Einsatz auf Flugzeugträgern


In Kirchheim zu Hause Minimoa, Baujahr 1939. Der Knickflügel findet sich im Firmenlogo des Herstellers Schempp-Hirth


Beschaulich ziehen die leichten Tiefdecker in Formation ihre Bahnen, das älteste Flugzeug gibt die Geschwindigkeit vor. Dabei wirken die beiden L 25 etwas kippelig mit ihrer geringen Flächenbelastung, was aber nichts an der Aktualität ihrer Botschaft ändert: Man kann mit wenig Energie fliegen, wenn die Aerodynamik hochwertig ist; jeder soll die Möglichkeit dazu haben, für kleines Geld.

Gruppen- und Einzelauftritte

Da ist er! Airshow-Veteran Walter Eichhorn, bekannt unter anderem durch seine Auftritte mit der T-6


So will man fliegen lernen! Slingsby T.21 von 1948 mit offenem Side-by-side-Cockpit


Formationen wie die der Klemms faszinieren, weil sie ein Thema deutlicher in den Himmel heben als Einzeldarbietungen: Die LA Barnstormers mit zwei Bü 133 und einer Bü 131 – das sinddie deutschen Doppeldecker der dreißiger Jahre, nicht wegzudenken in Ausbildung und Kunstflug; die Antique-Aeroflyers mit Curtiss Robin, Ryan STA Special, Kinner Sportster B-1 und Morane Saulnier 317 – stellvertretend für ausländische Exoten, die extrem selten und kostbar sind; die Dutch Thunder Yaks mit drei Yak-52 und einer Su-29 – da dreht sich alles um Russenpower aus Sternmotoren; die Bravo-Lima-Formation – für alle, die gern an die Burda-Staffel denken und nichts kultiger finden als eine Cub; North American T-6 und Grob G120TP-A – Militärtrainer vor 80 Jahren und heute; Habicht und Lo 100 – gravitätischer Kunstflug ohne Motor; oder oder oder. Allein hundert Doppeldecker sind auf dem Gelände versammelt – wo sonst in Europa kann man die Ausstrahlung solcher Konstruktionen höher dosiert genießen?

Und dennoch: Es gibt Auftritte, die keinerlei Mehrfachwirkung bedürfen. Als die Me 262 am Samstag für 12.02 Uhr angekündigt wird, naht ein solcher Moment – obwohl gleich ein Nachbau zu sehen sein wird. Von der Teck kommend steuert der Zweistrahler in einem weiten Linksbogen die Piste an. Fahrwerk und Klappen sind draußen, die Triebwerke kaum zu hören. Im Cockpit sitzt Geri Krähenbühl, ein Schweizer Testpilot. Er macht einen langsamen Überflug, dann mehrere schnelle – auf die Gelegenheit, diese Silhouette am Himmel zu sehen, haben viele Zuschauer lange gewartet. Es ist die Silhouette des ersten in Serie gebauten Strahlflug- zeugs der Welt. 1942 kam der Prototyp in die Luft, der Nachbau ist von 2005. Er fliegt mit Triebwerken von General Electric, die kleiner sind als die früher verwendeten Jumos. Um die modernen Triebwerke herum bieten die Motorgondeln, die Originalgröße haben, Platz für Mock-ups im Jumo-Design – beim Blick in die Gondeln soll alles so aussehen wie einst. Die D-IMTT gehört der Messerschmitt Stiftung, sie ist in Manching gestartet, am Sitz des Betreibers. Ohne auf der Hahnweide zu landen, kehrt sie zu ihrer Homebase zurück, die Kirchheimer Grasbahn hätte das Strahlflugzeug überfordert. Gleich darauf startet die DA40 der Fliegergruppe Wolf Hirth – sie holt den »262«-Piloten in Manching ab und bringt ihn zum Oldtimertreffen zurück; er soll die Hangarparty am Abend nicht verpassen.

Zweimal 723 PS Diese OV-10B Bronco flog einst für die Bundeswehr. Sie ist extrem wendig und verblüfft mit ihren STOLEigenschaften


Faszinierende Formation Die Antique-Aeroflyers mit einem Teil ihrer Schätze


Als die Sonne schon sehr flach über der Albkante steht, hat ein anderer großer Solist seinen zweiten Auftritt des Tages: Mikael Carlson, Flugzeugrestaurator und -sammler aus Schweden. In der turbulenzfreien Morgenluft hat er seine Blériot XI vorgeflogen, jetzt sind die Bedingungen wieder ruhig genug für ein anderes Fluggerät aus der Frühzeit der Luftfahrt, einen Nachbau der Fokker Dr.I. Das Original kam ab 1917 als Jäger zum Einsatz. Carlson ist der einzige Pilot, der bei seinen Vorführungen auf der Hahnweide keine Mindesthöhe einhalten muss – normalerweise gelten für Einzel-Displays 100 Meter über Grund und für Formationen 300 Meter. Der erfahrene Berufspilot weiß sein Privileg zu schätzen. In Bodennähe reißt er den Dreidecker um die Kurven, zeigt Fassrollen, Auf- und Abschwünge, alles extrem kleinräumig und hart geflogen. Wer wissen will, wie wendig die DR.1 ist, muss das gesehen haben! Es braucht eine Weile, bis man nicht mehr erschrickt, wenn der Pilot seine Kiste in geringer Höhe auf den Rücken legt und klar ist, dass er jetzt … durchzieht! Ein aberwitzig enger Abfangradius bringt die finster-grüne Fokker dann tatsächlich wieder in Normalfluglage, hoch genug über der Bahn.

Carlson landet ganz im Westen, weit weg von den Zuschauern. Hat er Angst, dass der Dreidecker ausbrechen könnte? Es gibt keinen Gashebel, um die Leistung zu dosieren; der Pilot kann nur die Zündung ein- oder ausschalten, und bei »aus« dreht sich der Umlaufmotor noch ewig. Das wäre im Notfall desaströs. Ein Helfer ist zur Stelle, greift das bremsenlose Flugzeug am linken Randbogen und begleitet es zur Flightline. Bei der 90-Grad-Drehung hinein in die Parklücke gelingt es ihm nicht ganz, die Dr.I zurückzuhalten, er rutscht übers Gras. Ein letzter Gasstoß, der Le-Rhône ist stumm, seine Masse reagiert darauf nur zögerlich – so ist das eben, wenn sich der ganze Motor dreht und nicht bloß der Prop. Beifall, »Wow!«-Rufe, was für eine Show!


Formationen heben ein Luftfahrt-Thema prominent in die Luft


Betörend schön Ryan STA Special der Antique-Aeroflyers mit Günther Kälberer an Bord. Die 1937 gebaute NC17360 war bei der mexikanischen Luftwaffe im Einsatz


Unentwegt im Einsatz Die DH.89 Dragon Rapide aus Großenhain nimmt Besucher zu Rundflügen mit. Der Achtsitzer wurde 1945 gebaut


Ein magischer Moment

Das letzte Wort aber hat das Blanix-Team der Flying Bulls – Formationsflug zu klassischer Musik, mit Rauch und Lichteffekten an den Flügelspitzen, ohne Motor. Das Flugprogramm endet, wie es begonnen hat: mit lautloser Ästhetik.

Sonntagfrüh die Gegenperspektive, von der Teck aufs Veranstaltungsgelände. Die Ruhe des heraufziehenden Tags weicht einem anschwellenden Brummen: Von Nordosten nähert sich ein Fokker-Eindecker, es muss die E.III von Jürgen Weller sein, der einzige flugfähige Nachbau in Deutschland! Die Maschine zieht einen weiten Kreis östlich der Teck, dann taucht ein Stieglitz auf, umrundet die Burg und schließt zur Fokker auf, gemeinsam verschwinden sie über der Alb. Ein magischer Moment – zwei charismatische Oldtimer in einer Umgebung, die romantischer nicht sein könnte. Offensichtlich müssen die beiden Piloten noch warten, bis sie auf der Hahnweide landen dürfen.

Meisterleistung Mikael Carlson hat die Fokker Dr.I selbst gebaut. Sein Display ist atemberaubend


Dort wird heute wieder der Bär toben, auch wenn keine F8F dabei ist: knapp 400 Flugzeuge, riesige Parkplätze auf umliegenden Wiesen, Rundflüge für Besucher, 30 000 Zuschauer wird man am Ende zählen, von oben gleicht die Szenerie einem gigantischen Festivalgelände. Warbirds dröhnen bis zur Burg herauf, nachmittags kollidieren am Boden zwei Besucherflugzeuge, die vier Insassen werden verletzt, Abbruch des Flugprogramms.

Was die Organisatoren von der Fliegergruppe Wolf Hirth und ihre mindestens 150 Helfer geleistet haben, verdient höchste Anerkennung. Ohne sie wären auch die E.III und der Stieglitz an diesem Morgen nicht über der Teck erschienen. Es war wie nach einem Stadionkonzert, wenn die Band unangekündigt noch in einem kleinen Club spielt, und man ist zufällig dabei. Ein ganz anderer Rahmen, ein ganz anderer Genuss.

Finale Mit viel Rauch garniert das Blanix-Team seine Kunst. Im letzten Tageslicht geht die Show zu Ende


SCANNEN

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