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Grumman F-14D Tomcat:Gesteigerter Kater


ModellFan - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 16.09.2019

Knüpft die teilemäßig leistungsgesteigerte D-Version der Tomcat an die bereits hervorragende F-14A von Tamiya an? Unser Autor zeigt, was alles Neues in diesem Superkit steckt. Und zugleich, wie einfach das Modell gealtert werden kann mithilfe der neuen „Panel Line Accent Colorsund Schminksets von Tamiya


Artikelbild für den Artikel "Grumman F-14D Tomcat:Gesteigerter Kater" aus der Ausgabe 10/2019 von ModellFan. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ModellFan, Ausgabe 10/2019

Mit der unterschiedlichen Bewaffnung unterstreicht die D-Version ihre Mehrzweckfähigkeit


A uf den ersten Blick könnte der Modellfan meinen, man erkennt nicht allzu viele Unterschiede zur A-Version der Tomcat von Tamiya. Doch weit gefehlt, denn der Hersteller hat die Änderungen gegenüber der ersten ...

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A uf den ersten Blick könnte der Modellfan meinen, man erkennt nicht allzu viele Unterschiede zur A-Version der Tomcat von Tamiya. Doch weit gefehlt, denn der Hersteller hat die Änderungen gegenüber der ersten Ausführung aufwendig mit vielen neuen Teilen am Flugzeug selbst und der möglichen Waffenlast sehr genau umgesetzt. Um die vielen zusätzlichen und geänderten Teile standesgemäß unterzubringen, wuchs die Verpackung kräftig gegenüber der ersten Version. Das schöne Deckelbild erleichtert die Wahl. Eine Tomcat der VF-213 „Black Lions”, bewaffnet mit zwei AIM-9L/M Sidewinder, je einer AIM-54C Phoenix, GBU-12 Paveway II, GBU-31 JDAM und einem Zielbeleuchtungsbehälter AN/AAQ-25 LANTIRN soll es werden.

Erster Lack
Alle hierfür benötigten Teile habe ich zunächst zusammengeklebt. Die etwas schwach profilierten Reifen gravierte ich mit einem Sägeblatt nach. Dafür hielt ich das Blatt der Säge auf die Rille des aufgespannten Reifens, wobei ich ihn langsam drehen ließ (1 ). Eine neue Endabdeckung am Zielbeleuchtungskörper, an dem ich mithilfe eines kleinen Nietwerkzeugs noch die Schrauben simuliert habe, rundeten die kleinen Umbauten ab.
Hervorragend eignen sich die neuen „Panel Line Accent Colors” zum Hervorheben der Details (2 ). Um in einem Durchgang vorab zu lackieren, habe ich die metallischen Bereiche der Flügel, der Triebwerkseinlauflippen und des Instrumentenboards vom RIO (Radar Intercept Officer) mit Alclad 101 lackiert (3 ). Im gleichen Atemzug erledigte ich diese Arbeiten mit Alclad 101 und 103 an den Tauchrohren der Fahrwerke und den Schubdüsen. Weiß XF-2, Gunze H 308 „Light Ghost Grey” FS 36375 für die Bewaffnung und Schwarz X-18 folgten als nächster Farbauftrag (4 ). Für das „Olive Drab” FS 34088 der Steuerungsflächen der Bomben habe ich Revell 363 seidenmatt verwendet. Aufwendig war, hierfür das Grau der GBU-31 JDAM mit Tamiya-Masking-Tape und Maskol zu schützen. Alle anderen Bomben waren leicht abzukleben (5, 6 ).

Außenlasten und Cockpit
Die für die D-Version neu gestalteten Teile des Cockpits habe ich nach den Farbangaben der Bauanleitung koloriert. Außer für das Grau der Zellenlackierung, hielt ich mich an die Vorgaben. Absolut passgenau, lassen sich die Decals der Radarscreens auf einen silbernen Untergrund aufsetzen (7 ). Zusätzliche Details vom Cockpit und den Sitzen habe ich mit Vallejo-Farben gemalt. Mittels eines 0,2 Millimeter starken Kupfer-drahts ersetzte ich noch den Fahrwerks-und den Parkbremshebel auf der linken Seite des Piloten. Die Zugschlaufe zum Auslösen des Schleudersitzes zwirbelte ich aus zuvor gelb und schwarz lackiertem 0,1-mm-Draht. Ein leichtes Drybrushing mit Revell 373 Hellgrau seidenmatt hebt die vielen schönen Details hervor (8, 9 ), vor allem am Cockpit, wenn man dieses einmal von links und rechts ohne die jeweilige Seitenkonsole ablichtet. Teuren Resinersatz kann man sich getrost sparen (10, 11 ). Danach nahm ich die Detailbemalung überwiegend am Bugfahrwerk vor (12, 13 ).

Der Bereich der Flügel, der in dem Rumpf verschwindet, ist mit XF-19 Smoke und Schminkset B und D betont


Hier gibt der Autor dem Reifenprofil der ansonsten gut detaillierten Räder noch etwas mehr Profiltiefe


Dieser kleine Umbau am Fahrwerk erleichtert die Handhabung beim Lackieren ungemein


Die kleinen Deckel an der Vorderkante der Flügel sind mit Darkaluminium 103 von Alclad abgesetzt


Weiß XF-2, Gunze 308 Grau FS 36375, Sschwarz X-18 und Alclad 101 sind auf die vorerst benötigten Baugruppen aufgetragen


Mit der gleichen Methode, aber mit einem feinen Pinsel ausgeführt, füllte ich die Vertiefungen des Nachbrennerrings mit Braun aus. Eine Vorschattierung, aufgesprüht mit der Airbrush mit bis zu 95 Prozent verdünntem Braun und Schwarz, betont den hochbelasteten Bereich der Nachbrennerkammer (14 ). Die Farben der „Accent Colors” erlauben eine realistische Darstellung des Triebwerks. Hochverdünntes XF-60 und XF-68 trug ich auf, um den mit unterschiedlichen Temperaturen belasteten Nachbrennerring farblich umzusetzen. In der Mitte setzte ich noch einige Flecken mit SM 314 Beige von Revell. Ein Lackauftrag mit Revell Matt 02 brach jeden Glanz. Tamiya XF-56 als Grundfarbe, dabei die Details mit einem Wash in Schwarz hervorgehoben, färbte die Turbineneintrittsschaufeln (15 ).

Ein echter Easy-Kit
Mehr einem Steckbausatz ähnelnd, reichte ein sauberes Abtrennen der Teile vom Spritzling aus. Zudem konnte ich mir eine Trockenpassung vollkommen sparen. Cockpit, Triebwerkseinlässe und die Fahrwerksschächte schützte ich mit Tamiya-Masking-Tape und Maskol. Zurechtgeschnittenen Schaumstoff schob ich in die Einlässe ein. Bevor ich das Grau über alles auftrug, lackierte ich die Seitenruder im typischen Blau der „Black Lions” (16 ). Nachdem das selbst gemischte FS 36440 „Light Gull Grey” (Tamiya XF-19 1x; XF-80 1x; XF-2 2x) abgetrocknet war, hob ich die Innenflächen der Panels, Wartungsdeckel und der hervorstehenden Bereiche der Zelle mit aufgehellter Grundfarbe hervor.
Zeitgleich zog ich mithilfe von abgedunkelter Basisfarbe die Gravuren nach. Hierbei achtete ich auf besonders beanspruchte Bereiche der Zelle (17 ). Dank der scharfen Gravuren und der „Accent Colors” von Tamiya war es ein Kinderspiel, selbige zu nuancieren. Die mit dem Applikator der Flasche eingebrachte hochverdünnte Farbe lief dank der Kapillarwirkung wunderbar in die Linien und Vertiefungen hinein (18 ). Überschüssiges entfernte ich mit einem fusselfreien Lappen, der in ein wenig Feuerzeugbenzin getränkt wurde. Dabei wischte ich immer in Flugrichtung nach hinten die behandelten Flächen ab. Auch mit Bleistift betonte Bereiche verblendete ich mit dieser Methode (19 ).

Das Vorbild: Grumman F-14D Tomcat

Die gebaute F-14D „213” des VF-213 im Flug Foto: Sammlung Hopfensperger


Die ab 1974 eingesetzte F-14A Tomcat der United States Navy wurde als zweisitziges, zweistrahliges und überschallschnelles Kampfflugzeug, primär als Luftüberlegenheitsjäger und zur Flottenverteidigung in Dienst gestellt. Die Problemlösungen, die sich mit dem TF-30 Turbofan ergaben und geplante Leistungssteigerungen führten über die F-14B zur D-Version. Diese war dann die Endausbaustufe mit einem digitalen Avioniksystem und Glas-Cockpit. Leistungsgesteigert in allen Bereichen des modernen Kampfflugzeugbaus, erfüllte die D-Version die in sie gestellten Anforderungen auch in der Luft-Boden-Rolle. Zum Beispiel erhöhte sich die Kampfreichweite gegenüber der A-Version durch die GE F110-400 um über 60 Prozent. 2006 endete der aktive Dienst der Tomcat bei der U.S. Navy, der viele Piloten wegen ihrer enormen Power bis heute nachtrauern.

Fertig zum Start in die Vitrine und bereit für den Einsatz im Tamiya-Museum


Sehr zeitaufwendig ist die GBU-31 zu maskieren. Alle anderen Waffen hingegen sind einfach zu lackieren


Die gelb gesprenkelten Tupfer stellt man mit einem groben Borstenpinsel und Revell 310 Gelb seidenmatt her


Ein silberfarbener Untergrund bringt die Decals der Radarscreens deutlich besser zum Vorschein


Ein wenig Illusionsmalerei und kräftige Farben lassen das Cockpit leuchten


Die Schleudersitze sind von Haus aus schon sehr gut detailliert


Von links ein Blick ins von Tamiya vorbildlich detaillierte und passgenaue Cockpit


Grundlage für die getönte Windschutzscheibe ist 0,12 Millimeter starke blaue Acetatfolie. Später wurde sie mit „Micro Metal Foil Adhesive” innen festgeklebt (20 ). Damit ich den Innenbereich der Kanzel vor dem Lackieren schützen konnte, kopierte ich mehrmals die mitgelieferte Vorlage. Auf die Kopie klebte ich Kabukiband und schnitt die Vorlagen aus. So geschützt, färbte ich die Innenund Außenseiten der Kanzel schwarz ein. Zu sehen ist der erste innere Farbauftrag mit X-18 (21 ). Für Spuren, die überlaufenden Turbinentreibstoff oder auslaufendes Hydrauliköl verursachen, kommen die Schminksets von Tamiya zum Einsatz. Erkennen kann man dies an den Treibstofftanks und den Anlenkpunkten der Landeklappen. Schon jetzt konnte ich nach einem Glanzauftrag die Decals aufbringen (22 ). Da die Abziehbilder der F-14A verhältnismäßig dick sind, sich aber mit Weichmacher aufbringen ließen, habe ich auch hier auf Tamiya gesetzt.
Leider schmiegte sich Decal Nummer 1, der blaue Keil hinter dem Cockpit, selbst nach mehrmaligem Einweichen mit diversen Softern nicht an Letztendlich ist das Abziehbild während dem Trocknungsprozess sogar eingerissen (23 ). Aufwendige Schleif-, Gravierund Lackierarbeiten waren die Folge. Da sollte man gleich um das Cockpit herum abkleben und alles lackieren. Selbiges gilt für die Decals Nummer 218, 220, 221 und 222 der Schubdüsenverkleidungen. Neu gespritzt, trifft Vallejos Panzergrau 056 perfekt den Farbton der aus faserverstärktem Kohlenstoff hergestellten Verkleidungen. Bild (24 ) zeigt den reparierten und beilackierten Cockpitbereich und alle aufgebrachten Abziehbilder am Modell. Zusätzlichen Arbeitsaufwand habe ich auch für die Hoheitsabzeichen am Flügel investieren müssen: Der rote Balken ist nicht mittig gedruckt (25 ). Mithilfe von Micro-Scale-Streifen in Weiß und Rot habe ich diesen Fehler behoben. Man erkennt auch den beabsichtigten, in seiner Stärke unterschiedlichen Verschmutzungsgrad an der Ober-und Unterseite der Flügel (26 ). Für die farbliche Gestaltung der Schubdüsen kamen viele Alterungsmethoden zum Tragen (27 ).

Mehr Details erkennt man an der rechten Cockpitseite. Dort ist auf dem Rücksitz ein Hebel nachgebaut, dessen Funktion nicht bekannt ist


Traumhaft reproduzierter Bugrad -schacht der F-14D. Dem japanischen Ingenieur war’s nicht zu schwer


Genial, wie Tamiya die komplexe Einheit vom Schwenkflügel und Fahrwerksschacht umgesetzt hat


Die neuen „Panel Line Accent Colors” sind leicht anzuwenden und stehen dank der quadratischen Flasche sicher auf dem Tisch


Trotz der tiefen Lage des Nachbrennerrings lohnt sich in jedem Fall eine saubere Bemalung


Hier fehlen noch die Maskierungen beider Seitenruder, bevor das Modell mit FS 36440 lackiert wird


Um den späteren Eindruck zu kontrollie-ren, fügt man alles ab und an zusammen


Dank des Kapillareffekts fließt die Farbe größtenteils von allein in die Gravuren


Einmal komplett grau ausgelegte Gravuren am Rumpf


Dank der hervorragenden Detaillierung der Bauteile ließen sich die Feinheiten des Fahrwerks mit einem dezenten Wash sehr realistisch umsetzen (28 ). Blieben noch die beiden Besatzungsmitglieder. Pilot und RIO passen genau auf ihre Plätze, weswegen ich sie nur locker eingesetzt habe. Optisch habe ich versucht, mittels dunkler Farbbrühe die Vertiefungen zu betonen, um nach der Trocknung die Faltenhügel mit hellem Grün aufzuhellen. Zugegeben ist da noch viel Luft nach oben (28 ). Abschließend fügte ich alle fertiggestellten Baugruppen zusammen.

Fazit
Diese Tomcat ist ein traumhaft zu bauendes Modell für jedermann. Umschifft man die kleinen Probleme der Abziehbilder, steht nach vielen Stunden Bastelspaß die derzeit beste Tomcat vor einem. Dank der cleveren Bausatzkonstruktion, der hervorragenden Passungen und des allgemeinen Erscheinungsbildes kann man sie allen Liebhabern der Jetfliegerei empfehlen. Besonders Anfänger können sich auf die farbliche Gestaltung konzentrieren, da sich der Kit, wie gesagt, zum großen Teil wie von selbst zusammenfügt. Allerdings haben sich die Wege von Autor und Modell getrennt. Klein Tomcat steht jetzt im Museum von Tamiya in Shizuoka, dem japanischen Mekka des Modellbaus (Bericht dazu im Panorama auf Seite 8).

Es schadet nicht, sich Kopien vom Mas-kierbogen anzulegen. Zudem benötigt man auch für die Innenseite einen Satz


Bereits innen lackiert, sprühte der Autor nun Schwarz auf die Außenseite der Kanzel auf


Nach einer Glanzlackierung mit „XDGG Acrylic” von Xtracolor können nun die Decals aufgebracht werden


Aufwendige Schleif-und Lackierarbei-ten waren die Folge von dem Riss dieses Abziehbildes


Sammelbild der mit Abziehbildern versehenen Teile. Auch der Schaden am Decal Nummer 1 ist bereits behoben worden


Um diesen Versatz im Hoheitszeichen zu beheben, halfen Micro-Scale-Streifen in Rot und Weiß


Bewusst fällt die Alterung auf der Ober-seite stärker aus als auf der Unterseite


Alle denkbaren Alterungsmethoden kamen hier zum Einsatz


Viele Details lässt das Fahrwerk nach einem Wash erkennen


Bei der Figurenbemalung wurden unterschiedliche Ausführungen der Fliegerkombi berücksichtigt


Guido Veik Seinen Einstieg in den Modellbau hatte er 1976 im zarten Alter von sechs Jahren, zugleich baute er sein erstes Modell. Schwer begeistert ihn die Luftfahrt in 1:48 und 1:32. Seit 2000 ist er Mitglied im PMC-Erding e. V. und 2. Vorstand. Neben dem Spielen von Badminton fährt er noch gerne mit seinen italienischen Motorrädern durch die bayerische Landschaft.


Fotos, sofern nicht anders angegeben: Guido Veik