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Grundlagen: Technik – Episode 2


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akkordeon magazin - epaper ⋅ Ausgabe 81/2021 vom 01.12.2021

• Abnahmesysteme sind für alle live spielenden Musiker wichtig. Es gibt hier unterschiedliche Konzepte, die ich im Folgenden näher beleuchten möchte.

ABNAHMESYSTEME

Externe Abnahmesysteme

Mit externen Abnahmesystemen sind Mikrofone gemeint, die nicht direkt am Instrument befestigt werden. Gerne eingesetzt werden sie zum Beispiel von Konzert-​Akkordeonisten, die auf einem Stuhl oder Hocker spielen und diesen Platz während des Konzertes auch nicht verlassen. In diesem Fall bieten sich Kondensatormikrofone an, die mit ca. 50 cm Abstand zum Spieler aufgestellt werden. Die Bühnen-und Saallautstärke sollte dabei nicht zu hoch werden, da ansonsten die Gefahr einer Rückkopplung besteht. Auf die Frage, was hier eine gute Empfehlung an Mikrofonen ist, kann vielfältig geantwortet werden.

Artikelbild für den Artikel "Grundlagen: Technik – Episode 2" aus der Ausgabe 81/2021 von akkordeon magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: akkordeon magazin, Ausgabe 81/2021

Ich persönlich würde zu einem Kleinmembran-​Kondensatorpärchen raten, da das solide und gleichzeitig flexible Mikrofone sind. ...

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... Wie bereits im ersten Artikel erwähnt, muss zur Verwendung dieser Mikrofone die Versorgung mit Phantomstrom gewährleistet sein. Es empfiehlt sich, beim lokalen Musikfachhandel nachzufragen, ob man mehrere Mikrofone testen kann.

Durch die kompakte Bauweise fallen die Mikrofone auf der Bühne nicht sehr auf, sodass der Fokus auf dem Spieler bleibt.

Schwanenhalsmikrofone

Mikrofone dieser Art bilden einen Übergang zwischen externen und eingebauten Mikrofonsystemen. Schwanenhalsmikrofone werden entweder an das Akkordeon geklippt oder über eine passende Befestigungsplatte an einem Balgnagel fixiert. Positiv ist hier, dass man sich frei auf der Bühne bewegen kann – der Klang ist sehr direkt und ein Tausch des Mikrofons ist sehr leicht möglich. Auch gibt die Möglichkeit, bei Bedarf vom kabelgebundenen System auf ein Funksystem zu wechseln. Nachteilig ist zu erwähnen, dass ein Schwanenhalsmikrofon nur auf einen einzigen Punkt am Verdeck des Akkordeons ausgerichtet ist, der dann besonders verstärkt wird.

Ein Schwanenhalsmikrofon eignet sich bei allen Bühnenmusikern, die in einem Band-​Kontext spielen, aber das Mikrofon nicht dauerhaft im Instrument verbauen möchten.

Einbaumikrofone

Einbaumikrofone sind, wie der Name schon sagt, dauerhaft angebrachte Abnahmesysteme für Musiker, die Wert auf Komfort, Bewegungsfreiheit und eine unauffällige Optik legen. Ein großer Vorteil gegenüber der Schwanenhalslösung ist, dass mittels mehrerer Mikrofone ein möglichst gleichmäßiger Sound über alle Oktavlagen erreicht wird. Auch Rückkopplungen spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle. Besonders bei kleinen Räumen oder sehr lauten Bühnen sollte auf ein rückkopplungsfestes System gesetzt werden. Von allen Systemen ist es auch das einfachste im Bühnenalltag, da lediglich die Kabel gesteckt werden müssen und sich Tontechniker und Musiker keine Gedanken über Mikrofonposition und ähnliches machen müssen.

MIDI

MIDI steht für „Musical Instrument Digital Interface“, ist also eine digitale Schnittstelle für Musikinstrumente, und ein Protokoll zur Übertragung von Steuerbefehlen zwischen elektronischen Musikinstrumenten. Steuerbefehle sind beispielsweise die Informationen, welche Taste für wie lange und mit welcher Anschlagsstärke gedrückt wird. Zu den wichtigsten Befehlen zählen „Note On“ (Ton wird erzeugt), „Note Off“ (Ton wird beendet), „Modulation“ (Parameteränderung während des gespielten Tons) und „Expression“ (Lautstärke des einzelnen Klangs). Generell spielt MIDI bei allem, was mit elektronisch erzeugten Klängen in Verbindung steht, eine essenzielle Rolle. Standardmäßig wird ein 5-Pin-​DIN-​ Stecker für die Verkabelung verwendet.

Durch MIDI können mit dem uns bekannten Griffsystem andere Klänge erzeugt werden. Im Folgenden zeige ich mehrere Szenarien, wo das interessant sein kann.

Durch ein Akkordeon mit MIDI-​Möglichkeiten können zum eigentlichen Akkordeonsound weitere Klangfarben erklingen. So kann ich den Bass mittels einer Tuba und die Akkorde mit einer Gitarre doppeln, ohne weitere Musiker einbeziehen zu müssen. Das ist besonders dann von Vorteil, wenn man unabhängig von anderen Musikern agieren möchte oder nur in einer kleinen Besetzung unterwegs sein kann.

Das Einspielen in ein Notationsprogramm ist mit MIDI möglich. So kann ich meine eigenen Ideen und Kompositionen festhalten, ohne mich an ein anderes Griffsystem zu gewöhnen. Um die MIDI-​Befehle an den Computer zu senden, muss ein Interface verwendet werden, welches die Befehle von 5-Pin auf USB übersetzt.

Auch das lautlose Üben ist möglich. Das ist besonders praktisch, wenn ich aufgrund meiner Wohnsituation oder der Uhrzeit nur in einer sehr reduzierten Lautstärke spielen kann. Einfach einen Kopfhörer an den Tonerzeuger anzuschließen und schon kann ich nur noch für mich zu spielen. Dabei ist es auch hier möglich andere Klangfarben zu wählen und diese miteinander zu kombinieren.

Damit nach der Ansteuerung auch ein Ton erklingt, braucht es einen so genannten Tonerzeuger. Dieser kann bereits eingebaut im Akkordeon sein (V-​Akkordeon), ein Keyboard, eine Software im Computer, ein Soundmodul oder ein Synthesizer. Welche Klänge zu hören sind, liegt dann an der gewählten Klangfarbe. Je nach Hersteller unterscheiden sich die Angaben, welche Möglichkeiten der jeweilige Tonerzeuger bietet. Der Realismus und die Qualität der Sounds setzen sich aus der Genauigkeit der Sensoren, der Güte der Klangerzeuger, der Verkabelung der einzelnen Komponenten und der Kreativität des Musikers zusammen. Sehr praktisch ist, dass man nicht nur auf ein Soundmodul begrenzt ist. Der 5-Pin Stecker ist heute an den meisten Keyboards, Synthesizern und Soundmodulen verbaut, sodass mit der Zeit eine eigene Klanglandschaft aufgebaut werden kann. Ohne hier weiter in technischen Details zu versinken, ist es heute mittels MIDI möglich, ganze Filmmusiken zu realisieren, ohne dabei ein großes Orchester zu benötigen.

In der nächsten Episode widmen wir uns den Themen Lautsprecher und Mischpulte und gehen so vom Proberaum oder heimischen Wohnzimmer auf die Bühne.

ROBIN SCHMIDT

Robin Schmidt ist freiberuflicher Musikpädagoge in Akkordeonvereinen und Musikschulen und arbeitet darüberhinaus als freier Tontechniker für (Akkordeon-)Veranstaltungen. Eine Vita finden Sie in in akkordeon magazin #80.

www.robin-​schmidt.info