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Gruppenreise nach Südfrankreich & NordspanieGruppenreise Nordspanien: Geteilte Aufgaben


fliegermagazin - epaper ⋅ Ausgabe 70/2020 vom 19.06.2020

Bei der »Grumman Gang« dürfen auch Piloten anderer Muster mit. Die Gruppe hat einen sehr interessanten Ansatz, was Planung und Reiseorganisation angeht. Das erlaubt flexible Reaktion aufs Wetter


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Bildquelle: fliegermagazin, Ausgabe 70/2020

So soll Flugwetter sein Kurz vor der Landung in Lyon-Bron in Südfrankreich, dem ersten Ziel der Reise


Prost Landebier! Sieben Flugzeuge, vierzehn Piloten – da muss man die Ankunft schon mal feiern


Es gibt vier fertig ausgearbeitete Reisepläne – das Ziel mit dem besten Wetter gewinnt


Jedes Jahr sammelt sich im Juni eine Gruppe von Grumman-Eignern zum gemeinsamen Fliegen »ins Schöne«. Das allerdings war 2018 ...

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... buchstäblich ins Wasser gefallen und alles andere als schön: Der von Jörg wie immer sorgfältig geplante Trip fiel diversen Tiefdruckgebieten zum Opfer, übrig blieb die Bezahlung fest gebuchter Hotels auf der Route. Frust auf ganzer Linie.

Die Lösung, die wir nun versuchen wollen, ist Aufgabenteilung: Vier Crews planen einen Wochentrip in jeweils eine Himmelsrichtung. Sammel- und Ausgangspunkt soll Freiburg sein. Auch »Fremde« sind zugelassen: Neben vier Grumman Tiger wollen eine Cessna, eine Echo-registrierte WT-9 und ein UL vom Typ Sting S4 mit, insgesamt sind wir 14 Piloten.

Am 6. Juni geht’s los. Ein lauer Sommerabend auf dem Weingut eines Bekannten nahe Freiburg, verschiedene traumhafte Weine, dazu hausgemachter Flammkuchen: Der erste Tag kann nicht besser zu Ende gehen! Beim Briefing am nächsten Morgen stehen wie abgesprochen vier Ziele zur Wahl. Die beste Wettervorhersage ist die für Südfrankreich. Also werden die Pläne nach Italien, ins Baltikum und Richtung Ungarn gekippt, alle Crews votieren für den Südwesten. Unsere erste Etappe: ein gemütliches Leg von Freiburg nach Lyon-Bron.

Die »Basics« müssen nicht mehr diskutiert werden: Jede Crew ist für die Route, den Flugplan und die Durchführung selbst verantwortlich; Formationsfliegen unerwünscht. Jörg wird das morgendliche Tour- und Wetterbriefing durchführen, nach der gemeinsamen Fahrt zum

Flugplatz ist dann jede Crew auf sich gestellt.

Die Aufgabenteilung geht bei uns über die Anfangsplanung hinaus. Es folgt die Kür der fünf »Amtsträger«. Wir bestimmten einen »Hotelorganisator«, einen »Taxi-

Auftakt im Weingut Am Kaiserstuhl bei Freiburg gibt es Wein und dazu Flammkuchen aus dem selbstgebauten Ofen


Jedes Jahr sammelt sich im Juni eine Gruppe von Grumman-Eignern zum gemeinsamen Fliegen »ins Schöne«. Das allerdings war 2018 buchstäblich ins Wasser gefallen und alles andere als schön: Der von Jörg wie immer sorgfältig geplante Trip fiel diversen Tiefdruckgebieten zum Opfer, übrig blieb die Bezahlung fest gebuchter Hotels auf der Route. Frust auf ganzer Linie.

Die Lösung, die wir nun versuchen wollen, ist Aufgabenteilung: Vier Crews planen einen Wochentrip in jeweils eine Himmelsrichtung. Sammel- und Ausgangspunkt soll Freiburg sein. Auch »Fremde« sind zugelassen: Neben vier Grumman Tiger wollen eine Cessna, eine Echo-registrierte WT-9 und ein UL vom Typ Sting S4 mit, insgesamt sind wir 14 Piloten.

Am 6. Juni geht’s los. Ein lauer Sommerabend auf dem Weingut eines Bekannten nahe Freiburg, verschiedene traumhafte Weine, dazu hausgemachter Flammkuchen: Der erste Tag kann nicht besser zu Ende gehen! Beim Briefing am nächsten Morgen stehen wie abgesprochen vier Ziele zur Wahl. Die beste Wettervorhersage ist die für Südfrankreich. Also werden die Pläne nach Italien, ins Baltikum und Richtung Ungarn gekippt, alle Crews votieren für den Südwesten. Unsere erste Etappe: ein gemütliches Leg von Freiburg nach Lyon-Bron.

Die »Basics« müssen nicht mehr diskutiert werden: Jede Crew ist für die Route, den Flugplan und die Durchführung selbst verantwortlich; Formationsfliegen unerwünscht. Jörg wird das morgendliche Tour- und Wetterbriefing durchführen, nach der gemeinsamen Fahrt zum Flugplatz ist dann jede Crew auf sich gestellt.

Die Aufgabenteilung geht bei uns über die Anfangsplanung hinaus. Es folgt die Kür der fünf »Amtsträger«. Wir bestimmten einen »Hotelorganisator«, einen »Taxi- logistiker« für die Flugplatz-Transfers, einen »Restaurantfinder « fürs Abendessen, einen »Event-Manager« zur Erkundung örtlicher Sehenswürdigkeiten und den Schatzmeister zur Verwaltung des Gruppenvermögens.

Ein Höhepunkt der Reise Auf die Bucht von San Sebastian ganz im Nordwesten Spaniens bietet sich ein spektakulärer Ausblick


Als Hotelorganisator hat sich Wolfgang den schwierigsten Job zugemutet: Erst am Abend wählen wir abhängig vom Wetter das Ziel für den nächsten Tag. Dann brauchen wir mal eben zwölf Einzel- und ein Doppelzimmer! Normalerweise ist das unmöglich, zumal schon Urlaubszeit ist. Aber nicht für Wolfgang: Sein Haus-Reisebüro schafft es jedesmal, uns gut unterzubringen – allerdings nicht immer alle im gleichen Hotel. So viel Flexibilität müssen wir mitbringen.

Sechs-Punkte-Programm

Schaut man sich die französischen Luftfahrtkarten mit den vielen Sperrgebieten an, möchte man den Flieger am liebsten über Land schieben. Doch alles ist ganz einfach: Flugplan aufgeben, NOTAMS checken und sich dann getrost von Lotse zu Lotse weiterreichen lassen. Die sind stets freundlich und sprechen gut Englisch.

Ab jetzt gilt für die nächsten Tage ein Sechs-Punkte- Standard-Programm: Flugzeug putzen, tanken, ab ins Hotel, frisch machen, die Stadt erkunden und sich der Wahl des Restaurantfinders ergeben.

Lyon bei strahlendem Sonnenschein! Die überlange Schlange Wartender an der Hafenfähre lässt schon ahnen, dass uns der Bootsausflug auf der Rhône misslingen könnte. Genauso passiert’s. Die vergebliche Wartezeit in der Sonne muss erst einmal mit einem Kaltgetränk an der Uferpromenade verschmerzt werden. Der Gourmet- Beauftragte hat als Treffpunkt einen Italiener mit langem Tisch bestimmt – ein schöner Abend!

Jörg hatte sich als Wunschziel für seinen Copiloten Max das direkt an der Biskaya gelegene San Sebastian in Spanien ausgesucht. Da dort nur wenige Parkplätze verfügbar sind, bittet er den Tower vorab um Reservierung. Die Antwort verwundert: ULs sind nicht zugelassen! Damit die Gruppe zusammenbleibt, disponieren wir um und planen zum nördlich gelegenen Deauville. Doch die große Überraschung beim morgendlichen Briefing: San Sebastian hat unsere Reservierung bestätigt, die »UL-Diskriminierung« ist plötzlich kein Thema mehr!

Der Flug über das südwestliche Frankreich beschert uns die schönsten Landschaften und Aussichten. Links liegen die immer größer werdenden Pyrenäen-Gipfel, unter uns wechseln Land- und Ortschaften ab. Um die 3,5 Flugstunden kommen so zusammen. Der Flugplatz San Sebastian liegt fast schon wieder in Frankreich, ganz nah an der Grenze. Über Boote und Badende hinweg schwenken wir auf die »22« ein. Beim Parken wird klar, warum wir vorbuchen mussten: Nur 14 Plätze stehen zur Verfügung, unsere Gruppe allein belegt die Hälfte. Wir verteilen uns in die verschiedenen Unterkünfte, um uns kurz darauf in der schönsten Bleibe zum Bier zu treffen: Das Hotel Monte Igueldo liegt majestätisch oberhalb der Stadt auf der höchsten Bergspitze. Westlich glänzt der Atlantik, nördlich erstrecken sich die Strände Richtung Biarritz, unten schwingt sich die Bucht mit Hafen und Sandstrand von San Sebastian. Bei leichtem Sommerwind sitzen wir auf der Terrasse, die Seelen baumeln, Handyfotos vom Tag machen die Runde.

San Sebastian am Wochenende ist Kirmes pur. Alle sind unterwegs, Musikgruppen ziehen durch die engen Straßen. Auf dem Marktplatz arbeitet sich eine Sängergruppe am Gefangenenchor von Nabucco ab, schon am Vormittag sind die Tapas-Lokale prall gefüllt. Zwei Tage reichen für diesen herrlichen Ort eigentlich nicht aus, doch der Wettergott mahnt zum Weiterflug: Von Westen droht eine Kaltfront. Wir beschließen, ans Mittelmeer auszuweichen. Unser Ziel ist Beziers, angenehme zwei Stunden Flugzeit östlich.

FORMATIONSFLUG
Fliegen in Formation erfordert höchste Konzentration auf die anderen Flugzeuge – keinesfalls für Gruppenreisen geeignet. Deshalb fliegt jeder separat und hält bewusst viele Meilen Abstand. Spontane Foto-Formationen sind besonders gefährlich.

Typspezifisch Vier Grumman Tiger sind der Kern der »Grumman Gang« – doch es sind auch eine Cessna, eine WT-9 und ein UL vom Typ Sting S4 dabei


Genuss in der Fremde Die spanische Küche kommt bei den Piloten der Gruppe gut an. Vorn recht der Autor


CARTES AZBA
Tiefflugstrecken des französischen Militärs scheinen weite Teile des Luftraums zu blockieren. Doch sie sind oft nicht aktiv. Auf den »Cartes AZBA« findet man unter www.sia.aviation-civile.gouv.fr/ schedules die exakten Aktivierungspläne.

Den Abflug machen uns die Spanier nicht leicht. San Seb ist schließlich gefühlter Großflughafen. Das Gepäck wird gecheckt, wir müssen Abflugdokumente ausfüllen, ein Stockwerk höher bezahlen und die Quittungen zur Kontrolle bereithalten. Zwei Herausforderungen sind zu bewältigen: Die Wolkendecke ist zu niedrig, um sicher über die Hügel zu kommen – löst sich aber auf. Und die Grumman-Spezialisten der Gruppe sind gefordert, Sepps Problem mit einem Zylinder einzuschätzen. Nach sorgfältigem Check geben sie seinen Flug frei.

Wir wechseln gleich nach Frankreich auf die Nordseite der Pyrenäen, heute sind die Schneegipfel auf der Steuerbordseite. Nach dem Unterfliegen einiger Wolkenfelder beim Start haben wir wieder CAVOK und landen schließlich auf der weit sichtbaren »09« von Béziers.

Hinterm Berg Der Flugplatz von San Sebastian (links oben) liegt noch dichter an der französischen Grenze als die Stadt



An der Côte d’Azur weisen die Lotsen ständig neue Höhen zu


Jörg hat Korsika als nächstes Ziel vorgeschlagen. Was macht das Wetter, auch schon mal mit Blick auf den Heimflug? Es zeigt sich, dass die Alpenpassage für unsere zwei tschechischen Teams sowohl westlich als auch östlich kritisch werden kann. Sepp und Voytech möchten angesichts ihrer Motorprobleme auch kein Risiko mit einem einstündigen Flug über Wasser eingehen. Beide Teams beschließen den vorzeitigen Heimflug.

Die Frequenzen stimmen nicht!

Wir dagegen machen uns auf nach Calvi im Nordosten Korsikas. Natürlich nicht direkt – die Route von Béziers entlang der Küste bis zum Abflugpunkt nach Calvi ist mit Verbots- und Restriktionszonen geradezu gepflastert.

Die zwei IFR-Crews mit Jörg, Christian, Peter und Johannes machen es sich in Sachen Luftraumstruktur leicht und überlassen die Arbeit den Controllern. Ein Team umfliegt die kritischen Zonen auf der Wasserseite, weit draußen über dem MIttelmeer. Das UL-Team entschließt sich zur »Ochsentour«: Entlang der Küste zeigt die Karte eine VFR-Route, die im Zick-Zack durch alle kritischen Gebiete und Zonen bis zur Pflichtroute nach Korsika führt. So haben wir den Flugplan aufgegeben.

Um 11 Uhr starten wir zum knapp dreistündigen Flug und stellen schnell fest: Die Frequenzen aus dem Sky- Demon-Flugplan stimmen alle nicht. Nun ist Konzentration angesagt. Einer fliegt, der andere funkt. Mal dürfen wir bis 1500 Fuß steigen, dann Frequenzwechsel und runter auf 700, die nächste Station erlaubt 1000 Fuß. So geht’s hin und her, bis wir kurz vorm Cap de St.-Tropez den VFR-Punkt für die Wasserpassage erreichen. Endlich steigen! Die Außentemperatur ist hoch; als wir ausleveln, zeigt die Ölanzeige 105 Grad.

Ob Überhitzung oder Spaß an Gruselaktionen: Plötzlich ist das schöne Garmin G3X mit seinen großen Touch-Displays rabenschwarz. Tot! Schrecksekunde, dann arbeitet der Kopf wieder: Navi ist kein Problem, zwei iPads als Backup reichen. Auf den Transponder lässt sich zur Not verzichten, nicht aber auf Funk. Gibt’s eine Handfunke im Flieger? Natürlich nicht, aber den festen Entschluss, ein solches Gerät sofort anzuschaffen, sollten wir je wieder festen Boden erreichen. Doch einmal aus- und wie der eingeschaltet fährt das G3X wieder hoch und bringt uns sicher übers Meer.

Dicht an der Wolkenbasis Auf dem Weg nach Grenoble ist das Gelände hoch, die Reste einer Regenfront haben Wolken hinterlassen


Die Wettersituation für den Rückflug wird intensiv diskutiert


Expertenrunde Ein Motor macht Probleme und wird sorgfältig inspiziert. Doch die Fachleute der Gruppe geben den Flug frei


Turbulenz-Erzeuger Hinter der Bergkette liegt der Flugplatz von Calvi im Nordwesten Korsikas – bei starkem Wind rappelt es entsprechend


Kaum sind wir gelandet, ist der Tankwagen zur Stelle. Es gibt mal wieder einen Lerneffekt: Durch den große Einfüllstutzen fließt das Avgas blitzschnell, der 70-Liter- Tank ist in Minutenschnelle voll. Ich wundere mich aber über die niedrige Tankrechnung, schaue sicherheitshalber noch mal nach und stelle fest: Es fehlt Sprit. Der massive Zufluss hatte die Entlüftung blockiert! Den Tankwart holen wir uns beim Abflug nochmal ran.

Wolfgangs Reisebüro hat wieder fantastisch gearbeitet: Das Hotel Regina oberhalb Calvi ist vom Allerfeinsten. In den Pilotenbrüsten erwachen die Bikerherzen. Mit fünf Rollern, zwei Motorrädern und einem ausgelatschten Jeep gehen wir auf Inseltour. Unzählige Kurven später dämpft die Sonne den Tatendrang.

Trotz Mittagsbuffet will keiner das obligatorische Schlemmermahl am Abend versäumen. Wir schlendern durch das wunderschöne Calvi, unser Restaurantorganisator ist mitten im Zentrum fündig geworden. Wichtiges Gesprächsthema: die Wettersituation. Die Regenfront aus dem Westen kommt näher und verspricht fürs Wochenende Probleme. Am sichersten erscheint ein Flug ab Donnerstag bis Grenoble, am Freitag dann der Rückflug für alle. Beschlossen und verkündet!

Tuuurbuuuleenzzzen!

Bis Mittag liegt eine Regenfront über dem Festland, erst kurz vor 13 Uhr machen wir uns auf den Weg zum Flugplatz. Was nicht vorhergesagt war: Es weht ein kräftiger Wind quer zur Bahn. Wir rollen bei brütender Hitze endlos lang zum Abflugpunkt. Als wir abheben, warnt der Türmer vor »severe turbulence«. Zu recht: Wir buchstabieren das Wort »Tuuurbuuleenzzzen« neu und atmen erst über Wasser wieder auf.

Nachdem wir wieder Land unter den Flügeln haben, ist der Flug purer Genuss: liebliche Landschaften, an Steuerbord die französischen Seealpen. Wir steigen von 5000 auf 7000 Fuss, die Reste der Regenfront stehen als dunkle Wolken dicht über uns.

Jörg hat ein Hotel ausgesucht, das alle vom Hocker reißt: Auf einem Hügel mit kilometerweitem Blick bis zur Alpenkette empfängt uns das Herrenhaus Domaine de Dony. Es stimmt alles: die Atmosphäre, die liebevolle Einrichtung, die Entspannung verströmende Terrasse. Die Zimmer sind eigentlich viel zu schön für nur eine Übernachtung. Dem gemeinsamen Terrassenbier folgt wenig später ein Vier-Gänge-Menu. Einen würdigeren Abschluss unseres diesjährigen Sommertrips kann es nicht geben!

Das Wetterglück bleibt uns auch am letzten Tag treu: Die von Westen aufziehende Front verspricht eine gute Portion Rückenwind. Die Crews fliegen ihrer Wege: Zwei Teams wollen sich noch Speyer ansehen, Jörg bringt Christian nach Nürnberg, wir steuern direkt den Norden an. Auf den Termin im nächsten Jahr sind bereits alle eingeschworen.


FOTOS HUBERT ERNST, HENDRIK K ACZOREK

KART E: LUCIE DEINZER