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„Guardiola könnte auch Union trainieren“


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Sport Bild - epaper ⋅ Ausgabe 16/2022 vom 20.04.2022

BUNDESLIGA

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Fischer ist seit 2018 bei Union Berlin. Der Trainer hat einen Vertrag bis 2023

SPORT BILD: Herr Fischer, Sie sind ein leidenschaftlicher Angler. Hilft Ihnen das für Ihren Trainer-Beruf?

URS FISCHER (56): Wenn ich in der Natur bin, vergesse ich alles – auch den Fußball. Ich höre das Wasser rauschen, die Vögel zwitschern. Das tut mir gut. Kürzlich habe ich von meiner Familie eine Go- Pro-Kamera zum Geburtstag geschenkt bekommen, die ich auch beim Angeln nutzen kann. Ich bin gespannt auf die Aufnahmen.

Was war Ihr spektakulärster Fang?

Ich war mit meinem Trainerkollegen Markus Hoffmann (Assistent von Fischer bei Union; d. Red.) drei Tage in Österreich zum Angeln. Wir fingen unter anderem Äsche, Regenbogen-und Bachforelle – die waren alle über 50 Zentimeter lang. Es ist eher ungewöhnlich, sie in so kurzer Zeit zu fangen. Das war ein Highlight.

Ein Highlight ist auch, was Union Berlin unter Ihnen erlebt. In dieser Saison waren die Eisernen erstmals ...

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... international vertreten, in der Bundesliga sind sie Tabellen-Sechster und auf Europacup-Kurs. Diesen Mittwoch steht das DFB-Pokal-Halbfinale bei RB Leipzig an. Wie nehmen Sie die Erfolge selbst wahr?

Was wir bisher geleistet haben, ist etwas Außergewöhnliches. Nach unserer Qualifikation für die Conference League waren viele der Meinung, dass wir aufgrund der Dreifach- Belastung einbrechen würden. Doch wir haben mit Bravour frühzeitig das Ziel Klassenerhalt erreicht, jetzt wollen wir ins DFB-Pokalfinale. Das gelang Union letztmals 2001.

„Was wir geleistet haben, ist etwas Außergewöhnliches. Jetzt wollen wir ins Pokalfinale“

Dabei verließ v e rgangenen Winter mit Max Kruse trotz eines laufenden Vertrages ein Unterschied-Spieler Union Richtung Wolfsburg. Wie enttäuscht waren Sie von ihm?

Ich war nicht von Max Kruse enttäuscht. Ich war über die Situation enttäuscht, dass wir einen solchen Spieler verloren haben. Dass ein Spieler so handelt, ist Teil des Geschäfts, das löst bei mir nichts mehr aus. Wir sollten auch nicht immer zurückblicken und sagen: Vor 20, 30 Jahren war alles gut, weil Verträge grundsätzlich eingehalten wurden. Es war eine andere Zeit.

Wie sehr hat der Kruse-Abgang Union sportlich getroffen?

Natürlich war es nicht angenehm für die Mannschaft, denn auch Marvin Friedrich (ging im Januar nach Gladbach; d. Red.) wurde abgegeben. Andere wie Sven Michel (kam aus Paderborn; d. Red.) geholt. Wir hatten sieben, acht Spiele, in denen es nicht wie gewünscht lief. Da fehlten die Automatismen.

Sie arbeiten für einen Traditionsverein. Sind Sie Fan des Leipziger Konstrukts?

Die Leipziger haben ihren Weg. Man kann vielleicht eine andere Meinung dazu haben, aber was ist daran falsch? Es gibt auch andere Beispiele, wie die Werkself von Bayer Leverkusen.

Der Verein geht ebenfalls seinen Weg. Und der ist ähnlich erfolgreich wie der der Leipziger. Ich kann das akzeptieren.

Ihr Vertrag läuft 2023 aus. Wann verlängern Sie?

Wir sind in einer Phase, da geht es für uns um sehr viel. Da ist die Zukunft des Trainers nicht entscheidend. Außerdem habe ich noch ein Jahr lang Vertrag. Als ich zuletzt verlängerte, war dies auch ein halbes Jahr (Dezember 2020; d. Red.) vor Auslaufen meines Kontraktes.

Erfolg weckt Begehrlichkeiten. Dennoch sagte Union-Präsident Dirk Zingler Anfang des Jah- res im SPORT BILD- Interview: „Ich bin überzeugt, dass Urs Fischer keinen größeren Verein trainieren muss, um groß genug zu sein.“ Was sagen Sie dazu?

Diese Aussage beschreibt ein wenig meinen Charakter. Grundsätzlich mache ich mir keine Gedanken, was in einem halben Jahr ist. Das sehe ich pragmatisch. Dafür kenne ich das Geschäft zu gut. Als ich vor Jahren vor der Wahl stand: Willst du nun ins Haifischbecken und als Cheftrainer im Profi-Bereich arbeiten oder doch lieber weiter im Nachwuchs tätig sein, da hat mich meine Frau gefragt: „Worauf hast du hingearbeitet?“ Ich entschied dann: Ich mache es. Bei meiner ersten Station (vom 19. April 2010 bis 12. März 2012 beim FC Zürich; d. Red.) wurde ich entlassen. Das hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Ich dachte, ich war an allem schuld, das war es. Und dann bekam ich doch nochmals eine Chance.

„Bei meiner ersten Station wurde ich entlassen. Das hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen“

Der FC Thun holte Sie neun Monate später, von dort ging es zum FC Basel. Seit 2018 sind Sie in Berlin. Hat Zingler recht, wenn er sagt: Union und Urs Fischer, das passt?

Bis jetzt ja. Aber das ist für alle keine Garantie. Situationen können sich eines Tages verändern. Doch solche Szenarien habe ich nicht im Kopf, mir macht die Arbeit hier sehr viel Spaß. Und wenn ich daran denke, dass ich im Sommer in mein fünftes Jahr gehe, das muss man sich erst einmal vorstellen, das ist ebenfalls etwas Außergewöhnliches.

Warum?

Schauen Sie: Die Durchschnitts-Haltbarkeit eines Bundesliga-Trainers lag in den letzten Jahren bei etwa zwölf, 14 Monaten. Das ist Wahnsinn, das ist für mich eine falsche Entwicklung. Da spreche ich für all meine Kollegen. Um etwas aufbauen zu können, braucht man Zeit.

Ihr Kollege Steffen Baumgart vom 1. FC Köln behauptet: Urs Fischer wäre auch erfolgreich mit Manchester City, Pep Guardiola aber nicht mit Union. Seine Begründung: Der Spanier könne nur mit Top-Stars arbeiten ...

Der Steffen macht einem das Leben schon schwer … (lacht). Doch seine Aussage nehme ich gerne mit, logisch. Wir haben einen guten Austausch. Ich schätze sehr, was er in Köln hinbekommen hat. Und was Pep Guardiola betrifft: Er könnte auch Union trainieren.

Ihr Kollege Felix Magath ist 68 Jahre alt und Herthas achter Trainer, seitdem Sie bei Union sind. Wird er den Verein retten?

Ich hoffe, dass Felix Magath es schafft. Er ist ein Trainerkollege. Er hat alles erlebt, verfügt über eine große Erfahrung und hat mit seinem konsequenten Weg in der Vergangenheit gezeigt, dass er Mannschaften wieder in die Spur bringt.

Was würde ein Abstieg der Hertha bedeuten?

Es wäre unheimlich schade und schlecht für Berlin. Wenn man beim letzten Derby gesehen hat, wie viele Menschen für so ein Spiel mobilisiert werden konnten, was für eine Stimmung herrschte, das war schon einzigartig. Es waren über 20 000 Unioner unter den 75 000 Zuschauern dabei. Darum hoffe ich, dass die Hertha oben bleibt. Denn das Derby würde fehlen.

LEIPZIG – UNION

Mittwoch, 20. April, 20.45 Uhr live bei ARD und Sky, Highlights ab Do. 0 Uhr in der SPORT BILD-App.

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Samstag, 23. April, 15.30 Uhr live bei Sky, Highlights kurz nach Abpfiff auf BILD.de, Sportbild.de und in der SPORT BILD-App.