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GUMMIFISCH-HECHTE: Gummi-Feinheiten


Blinker - epaper ⋅ Ausgabe 10/2020 vom 06.12.2019

Die Effektivität eines Gummifisches lässt sich schon mit Kleinigkeiten enorm steigern.Bertus Rozemeijer packt die Trickkiste aus.


Artikelbild für den Artikel "GUMMIFISCH-HECHTE: Gummi-Feinheiten" aus der Ausgabe 10/2020 von Blinker. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Blinker, Ausgabe 10/2020

Bigbait! Der Autor setzt auf Köder von mindestens 15, eher noch 20 Zentimetern Länge.


Die einfache Variante: Der Jighaken ist schnell montiert und stabilisiert den Gummi durch sein Kopfgewicht automatisch. Er erfordert aber einen Zusatzdrilling


Ich liebe Softbaits! Das hat zwei Gründe: Sie sind recht günstig und halten – je nach Material – viele Hechtattacken aus. Außerdem kann ich einen Gummi in den unterschiedlichsten Tiefen anbieten. Am liebsten aber fische ich damit im ...

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... ganz Flachen – also auf ein bis drei Meter Tiefe. Denn in den Gewässern und Ländern, in denen ich auf Hecht fische, angle ich fast zehn Monate im Jahr ganz flach. In Irland von März bis Ende September, in Holland von Mitte Februar bis Ende November. Natürlich spielt auch das Wetter dabei eine Rolle, aber ich gehe von einem „normalen” Jahr ohne lang andauernde Hitze- oder Kältewellen aus.

Ich setze auf Gummis von mindestens 15 Zentimetern Länge – besser noch 18 oder 20. Manchmal, wenn die Hechte keine Lust zu beißen haben, gehe ich mit der Ködergröße nach oben. Dadurch löse ich zwar nicht mehr Attacken durch reinen Hunger aus, aber dafür eventuell durch den Revierverteidigungs-Drang. Ab 20 Zentimetern ist bei mir übrigens Schluss mit der Ködergröße – alles darüber will ich nicht den ganzen Tag werfen müssen. Und, da ich die Hechte auf den großen flachen Bereichen immer wieder suchen muss, kommen einige Würfe pro Angeltag zusammen.

Wichtiger Bauchdrilling

Damit der Köder diese Würfe – und auch Bisse – übersteht, ködere ich ihn an einer Shallow Screw an. Ein Haken am Bleikopf eignet sich auch, aber nur mit einem zusätzlichen Stinger am Gummi. Denn die Fische liegen im Kraut und attackieren von unten, das würde bei einem Einzelhaken zu Fehlbissen führen. Bevor man den Stinger anbringt, sollte man sehen, ob der Einzelhaken wirklich mittig im Rücken des Gummifisches sitzt. Wenn er ein wenig zu weit rechts oder links herauskommt, läuft der Köder ungleichmäßig. Wenn man nun einen Stinger befestigt, kann dieser die Unwucht des Köders noch verstärken. Weiß man, dass der Gummifisch leicht unbalanciert läuft, kann man den Stinger als Gegengewicht anbringen und so die perfekte Balance erzielen. Mir ist zwar klar, dass ein angeschlagener Beutefisch auch nicht immer in einer Spur läuft, aber bislang habe ich mit meiner Anköderung immer Erfolg gehabt. Außerdem hat der Jigkopf noch einen Nachteil: Nach mehreren Würfen kann er aus dem Gummi reißen.

Die effektive Variante: An der Shallow Screw hält der Gummi deutlich länger. Außerdem ist sie dezenter als ein Jigkopf. Die Kugeln sorgen in diesem Fall für Stabilisation.


GERÄTEKISTE LIEBER ETWAS ZU SCHWER

Gummifische lassen sich sowohl mit der Stationärrolle als auch der Baitcaster einsetzen. Bei der Schnurwahl unterschätzen viele Angler einen großen Hecht. Auch wenn die Verpackung einer Geflochtenen eine Tragkraft von zehn Kilogramm verspricht, wird ein großer Hecht diese Schnur sprengen. Spätestens, wenn er mit dem Köder im Kraut verschwindet. Daher fischt Bertus immer mit einer mindestens 0,20er Geflochtenen. Auch Mono setzt er manchmal ein! Sie hat eine gewisse Dehnung und wirkt wie ein Puffer, an dem sich ein großer Fisch ermüdet.

Einer ist genug! Bertus montiert nur einen Stinger. So muss er beim Anhieb nicht so viel Kraft aufbringen.


Hakmaschine Gummis sind tolle Krautköder. Unbeschwert lassen sie sich super über den Pflanzen präsentieren. Und der Bauchdrilling hakt jeden Räuber.


Auch bei der Shallow Screw setze ich nur einen Bauchdrilling ein. Jetzt könnte man meinen, dass ich dadurch weniger Fische hake. Dem ist aber keinesfalls so! Je mehr Hakenspitzen ich verwende, desto mehr Kraft benötige ich beim Anhieb, um alle Spitzen ins Fischmaul zu treiben. Dementsprechend kann ich bei einem Drilling etwas leichter fischen.

Hakensystem im Eigenbau

Natürlich reicht ein einzelner Drilling am Stahl aus, um einen Hecht zu fangen. Ich habe dieses System aber etwas verfeinert. Da ich sehr viel angeln gehe und auch viele Hechte fange, setze ich auf Stahldraht. Ein „normales” Stahlvorfach weist irgendwann Gebrauchsspuren auf und ich muss es auswechseln – das nervt. Stahldraht dagegen ist extrem langlebig. Auf diesen fädele ich noch einige Gewichte, dadurch bekommt der Gummifisch einen zentrierten Schwerpunkt am Bauch. Besonders bei stark flankenden Shads ist das wichtig: Ohne Schwerpunkt neigen sie dazu, sich zu drehen. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt: Man kann Bleioliven oder auch das Körpergewicht eines alten Spinners oder alles verwenden, was ein Loch in der Mitte besitzt und was man auf den Draht aufziehen kann. Obwohl ich handwerklich nicht begabt bin, kann ich mir ein System bauen.

Große Auswahl Wie genau Du den Gummi beschwerst, ist Deiner Fantasie überlassen.


Explosionsfoto Bertus benutzt kein Stahlvorfach, da es sich mit der Zeit abnutzt. Er setzt auf Sprengring, Wirbel und eine selbstgedrehte Stahldraht-Achse mit Gewicht.


Gesucht und gefunden Mit Gummis lassen sich große Flachwasserbereiche sehr effektiv nach den Krautbewohnern absuchen.


„ICH VERWENDE NUR EINEN DRILLING. DADURCH MUSS ICH WENIGER DRUCK BEIM ANHIEB AUSÜBEN UND KANN LEICHTERES GERÄT VERWENDEN.”


Gut geführt

Du kannst die Gummifische auf verschiedene Weise anbieten, solange Du sie nicht am Boden entlang jiggst, weil Du dann bei jedem Wurf Kraut einsammelst. Man will den Köder ja möglichst auf gleicher Tiefe halten, deshalb sollte man die Rutenspitze nach dem Wurf leicht heben. Je weiter der Köder zum Boot kommt, desto mehr wird sie abgesenkt. Achte darauf, dass Du die Spitze nicht zu weit hebst, sonst bekommst Du beim Anhieb nicht genügend Druck auf den Haken! Am besten kurbelt man den Gummi stumpf ein, manchmal kann man ihn auch kurz stehen lassen. Dabei sollte die Schnur immer auf Spannung sein, die Bisse kommen dann wie ein Stromschlag. Bei der Shallow Screw-Variante jerke ich den Gummi auch manchmal: ein kurzes, aber beständiges Schlagen mit der Rutenspitze, bis der Köder wieder am Ufer ist. In jedem Fall lohnt es sich, ein paar Probewürfe in flachem Wasser zu machen, um den Lauf des Gummifisches zu checken. Schon sehr bald wirst Du entdecken, dass das Angeln mit Gummifischen wohl einer der besten Wege ist, einen Großhecht an den Haken zu bekommen.


Foto: B. Rozemeijer

Fotos: B. Rozemeijer