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Gut behütet und agil


segeln - epaper ⋅ Ausgabe 90/2020 vom 18.08.2020

Die Neue aus der Moody-DS-Reihe stellt sich dem segeln-Test in der Neustädter Bucht. Bei moderaten drei Beaufort spielt die 41-Fuß-Yacht ihre Stärken aus: Bedienkomfort im sicheren Cockpit, viel Platz unter Deck und überraschend muntere Segeleigenschaften.


Artikelbild für den Artikel "Gut behütet und agil" aus der Ausgabe 90/2020 von segeln. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: segeln, Ausgabe 90/2020


„Schon von Weitem erkennt man die 41er Moody in Decksalon-Ausführung an ihrem markanten Aufbau und ihrem Faltdach“


Das „DS“ steht für Decksalon, und der wiederum für stufenlosen Einstieg in den Wohnbereich. Die Hanse-Werft, zu deren Produkt-Palette seit 2007 auch die Moody-Baureihe gehört, hat sich für die englische Schreibweise Decksaloon entschieden ...

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... und hält sich bei der Konzept-Beschreibung ebenfalls ans Englische. Den barrierefreien Übergang vom Cockpit in den Salon nennt sie „living on one level“. Vielleicht aus alter Verbundenheit hält sie auch am britischen Dixon Yacht Design-Team fest, das schon die Moodys entwarf, als sie noch in England von der namensgebenden Gründerfamilie gebaut wurden. Die Dixon-Konstrukteure liefern seit Jahrzehnten Moody- Entwürfe und haben neben dem neuen DS-Modell auch die klassische Ausführung der Moody 41 gezeichnet. Sie nennt sich AC, was für Aft- beziehungsweise Achter-Cockpit steht.

DS statt AC

Der Unterschied zwischen beiden 41er-Versionen ist eklatant und auf den allerersten flüchtigen Blick erkennbar. AC hat einen flachen Aufbau, DS einen hohen, der in zwei feste Rahmen ausläuft, zwischen denen ein Biminitop gespannt werden kann. Weil sein Kajütaufbau nicht in den Rumpf integriert, sondern aufs Deck gesetzt ist, befinden sich Cockpit- und Salonboden auf derselben Ebene, und man gelangt in den Salon, ohne Stufen hinabsteigen zu müssen. Vielen Seglern ist gerade diese Anordnung der Räume besonders wichtig, da sie den Wechsel von außen nach innen ohne Klettern absolvieren möchten. Das zweite Argument pro Deckshaus besteht darin, eine gute Rundumsicht zu gewährleisten, ohne dass man sich aus den gemütlichen Salonsofas erheben muss. Außerdem lässt sich drinnen ein zweiter Steuerstand aufbauen. Beim vierten Kriterium geht es darum, möglichst viel Stauraum zu generieren, wofür der Platz unterhalb des Cockpits genutzt wird. Außer zwei riesigen Backskisten ist hier nur der Motor untergebracht, der vom Cockpit aus gewartet wird. Auf der Testyacht haben wir es nicht mit dem 57 PS Standard- Motor zu tun, sondern mit dem optionalen, 75 PS starken Yanmar-Diesel. Wir nutzen das lange, enge Fahrwasser hinaus auf die Ostsee, um Messwerte zu nehmen und halten fest, dass die Marschfahrt-Geschwindigkeit 7,8 bis 8,0 Knoten beträgt.

Flott voran

Wofür DS nicht zwingend steht, ist flottes Segeln, denn wer sich für ein Decksalon-Modell entscheidet, möchte es in erster Linie komfortabel haben und hat meist keine Eile. Schnelle und wendige Segeleigenschaften sind natürlich willkommen, stehen aber deutlich weiter unten auf der Wunsch-Liste. Umso erfreulicher, wenn es sie gibt. Bei der Moody DS 41 stellen wir schon nach wenigen Segelminuten fest, dass dies der Fall ist. Sie ist ein positives Beispiel dafür, dass sich Bequemlichkeit und Agilität zu einem attraktiven Kompromiss verbinden lassen.

Während wir, zu viert an Bord, unter Selbstwendefock und Rollgroß hoch am Wind über die Ostsee segeln, überrascht die Testkandidatin mit guten Geschwindigkeitswerten und ansprechender Beweglichkeit. Dabei wirkt das Schiff nicht nervös, sondern durchaus spurtreu. Den leichten Ruderdruck, der sich aufbaut, empfinden wir als angenehm, genau wie das Leistungsvermögen. An der Kreuz erreichen wir häufig sechs Knoten, und das bei drei Beaufort und einem engen Wendewinkel von circa 70 Grad. Die Selbstwendefock macht es möglich. Später, als wir das schmale Vorsegel wegrollen und mit der Genua, die bis dahin angeschlagen am zweiten Vorstag gewartet hatte, weitersegeln, steigt der maximale Geschwindigkeitswert um ein paar Zehntel, allerdings fahren wir, vorsegelbedingt, auch etwas voller.

TESTDATEN

Testrevier: Ostsee, Neustädter Bucht
Testbedingungen: 3 Beaufort, keine Welle
Konzept: Decksalon-Yacht mit barrierefreiem Übergang
Preis: ab 399.000 Euro, exkl. MwSt.

TECHNISCHE DATEN

Konstruktion: Dixon Yacht Design
Interieur: Hanse Design Team
Lüa: 12,52 m
Rumpflänge: 11,99 m
LWL: 11,42 m
Breite: 4,20 m
Tiefgang: 2,14 m, altern. 1,83 m
Verdrängung: 11,6 t
Ballast: ca. 3,1 t
Wassertank: 475 l
Treibstofftank: 210 l
Motor: 57 PS Yanmar (Standard), opt. 75 PS (siehe Testschiff)
Groß: 45 m²
Vorsegel: 38 m²
Preis: ab 399.000 Euro exkl. MWST. Voll ausgerüstet mit einschließlich aller Rollanlagen, Waschmaschine etc. kommt man auf ca. 500.000 Euro exkl. MWST.

KOJENMASSE

Vorschiffskabine: Fuß/Kopf:1,00 m,
Schulter: 1,90 m,
Länge: 2,00 m
Mittschiffskabine:
(Einzelbetten) Breite: 0,75 m
Länge: 2,00 m

STEHHÖHEN

Vorschiffskabine: 1,96 m
En-Suite-Bad: 1,92 m
Bad mittschiffs: 1,94 m
Kabine mittschiffs: 1,95 m
Pantry: 1,95 m
Navi-Ecke: 1,95 m
Salon: 1,95 m
Kellerraum: 0,86 m

ADRESSE

Werft:www.moodyboats.com

DECKSLAYOUT

Sicheres Cockpit – mit stufenlosem Übergang in den Salon

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1. Die Crew sitzt sehr geschützt
2. Im Stehen hat der Rudergänger den besten Überblick
3. Die beiden Vorstage liegen sehr dicht hintereinander
4. Ausgesprochen leichtgängig ist das Faltdach
5. Kippt man den Cockpittisch zur Seite, öffnet sich der Zugang zum Motor
6. Die Sitzflächen der Skipperbänke dürften gerne höher liegen
7. Vom Mast aus geht´s für Fallen und Strecker verdeckt weiter

TESTERGEBNISSE

Segeltragezahl: 4

Ihr Wert gibt das Verhältnis von Segelfläche zur Verdrängung an. Wie viel Segelfläche eine Yacht bis zum Reffen tragen kann, hängt jedoch von der Tiefe des Schwerpunkts und der Stabilität ab. Der Wert einer typischen Fahrtenyacht liegt bei 4,2. Steife Cruiser-Racer erreichen über 5.

Ballastanteil: 36 %

Mit einem Ballastanteil von 36 % liegt die Moody DS 41 auf der sicheren Seite. Einen Ballastanteil von 25 % sollten Fahrtenyachten mit dem üblichen moderaten Tiefgang aus Gründen der Seetauglichkeit nicht unterschreiten.

Längen- Breitenverhältnis: 2,9: 1

Das Längen-Breitenverhältnis von 2,9: 1 spricht für eine ausgewogen segelnde Yacht. Regattayachten können das Verhältnis 2,2: 1 haben. Zusammen mit dem Ballastanteil und der Lage des Gewichtsschwerpunkts hat dieser Wert großen Einfluss auf die Segeleigenschaften.

Rumpfgeschwindigkeit: 8,2 kn.

Maximal erreichte Geschwindigkeit am Testtag: 9,0 kn unter Groß und Genua, bei drei Beaufort und einem Kurs von 70 Grad zum Wind.

UNTER DECK

Wohnkomfort für vier – mit Panoramablick und Kellertorum

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1 Die Sitzgruppe liegt direkt neben dem Salon-Eingang
2 Gekocht wird gegenüber
3 Die Navigation dient auch als Innensteuerstand
4 Der Kellerraum ist ideal für Waschmaschine, Klimaanlage etc.
5 Kleinere Utensilien sind im Navitisch sicher aufgehoben
6 Auch in den Nasszellen sind ausreichend Stauräume vorhanden
7 … und es gibt Duschen mit vernünftiger Bewegungsfreiheit
8 In der Bugkabine schläft man auf einem Inselbett
9 Die Mittschiffskabine ist mit zwei Einzelkojen ausgestattet
10 Anstatt die Matratze mühsam hochzuwuchten, zieht man einfach die Schublade auf
11 Die Werft hat sich für ein Zwei-Kabinen-Layout entschieden

Es geht flott voran: Sechs Knoten Fahrt hoch am Wind bei drei Beaufort sind keine Seltenheit


Einhandtauglich

Die Bedienung der Segel ist einfach. Sie erfolgt zum größten Teil per Knopfdruck, denn die Hauptwinschen sind elektrifiziert und liegen in Reichweite des Rudergängers. Weil der Fußblock der Großschot auf dem Kajütdach platziert ist, bleibt der Cockpitboden aufgeräumt. Nicht zum Standard gehört das zweite Vorstag, allerdings wird es meistens mitbestellt, genau wie der Rollmast, der ebenfalls als Extra gilt. Zumindest, solange die Selbstwendefock gefahren wird, lässt sich dieses Schiff ohne Weiteres einhand segeln. Wer steuert, hat die Wahl zwischen Lee- und Luv-Position, denn die Moody DS 41 ist mit zwei Rädern ausgestattet, die auf ein tiefreichendes Ruderblatt zugreifen.

Verstellte Sicht

Einen Wermutstropfen gibt es allerdings: Egal, ob man sich für das Luv- oder Lee-Rad entscheidet, die Sicht nach vorn ist alles andere als optimal, weil man die Bugspitze nicht sieht. Im Sitzen schon gar nicht, denn die Steuermannsbänke sind so niedrig, dass man nicht übers Deckshaus hinwegsehen kann. Aber auch im Stehen kann man den Steven nicht ausmachen. Der breite, kantige Aufbau, die mächtigen Rolltrommeln der Vorstage (die sehr dicht hintereinanderstehen) und die Schanz verstellen den Blick. Bei Einrümpfern ist das Gefühl, die Enden nicht sehen zu können, ungewohnt. Man fühlt sich etwas unbehaglich. Von Autos oder auch von Mehrrumpf-Yachten kennt man dieses Gefühl allerdings und weiß, dass man sich relativ schnell daran gewöhnt und die Abmessungen recht bald richtig einzuschätzen lernt. Den besten Überblick erhält, wer sich zum Steuern hinstellt und dabei weit nach außen rückt.

Gut abgesichert

Der Weg zum Bug ist sicher, aber schmal. Schmal, weil das ausladende Deckhaus viel Platz einnimmt, sicher, weil keine Stolperfallen eingebaut sind und kein Want im Weg steht. Die Oberwanten liegen außen am Rumpf und die Unterwanten am Aufbau. Darüber hinaus sorgen die Schanz, die die klassische Fußreling ersetzt, und ein festes Relingsrohr anstelle des obligatorischen Relingsdrahts für guten Halt. Auf der Innenseite kann man sich an den Handläufen oder direkt an den Dachkanten festhalten, was zusätzliche Sicherheit gewährleistet. Die Verlängerungen dieser Dachkanten dienen als Gleisbetten für das Faltdach. Üblicherweise werden die hier montierten Schienen und Rutscher als Traveller eingesetzt, in diesem Fall sorgen sie dafür, dass sich die Stoffbahn des Biminitops spielend leicht verschieben lässt. Ausgefahren beschattet das Ziehharmonika-Verdeck das komplette Gästecockpit und schützt zuverlässig vor Sonne, Wind und Regen.

Wohnen für vier

Cockpit und Wohnbereich sind durch ein ausgetüfteltes, gläsernes Schiebetür-System getrennt, das eine Besonderheit parat hält: In einer extra Nut läuft ein zweites, niedriges Schott, das bei Bedarf vor den Eingang geschoben wird, damit kein Wasser in den Salon hineinschwappt. Moody nennt diese Konstruktion „Patio Push & Sliding“-Tür. Zusätzlich sorgt eine Ablaufrinne vor der Eingangstür dafür, dass überkommendes Wasser schnell wieder aus dem Cockpit nach außenbords gelangt.

An Steuerbord hinter dem Eingang ist die Sitzgruppe aufgebaut, bestehend aus einem großzügig dimensionierten Tisch und einem als U geformten Sofa. In diesem Wohn- und Essbereich kön- nen vier Personen komfortabel dinieren und relaxen. Gegenüber liegt die Pantry mit allem, was das Fahrtenseglerherz begehrt: Kocher mit Backofen, Eisbox und Kühlschrank, Spüle, Schrankraum für Geschirr und Besteck und Mülleimerfach. Davor ist die Navigation untergebracht. Sie hat einen vernünftig dimensionierten Tisch mit Kartenfach und dient außerdem als zweiter beziehungsweise Innen-Steuerstand. An ihm sitzt man gut, wenn die Moody DS 41 unter Maschine läuft, denn die großen Panoramascheiben gewähren einen guten Ausblick.

KOMMENTAR segeln-Testerin Silke Springer

Guter Kompromiss

Eigentlich könnte man glauben, dass bei einer Yacht, die mit einem Decksalon ausgestattet ist, Komfort an erster Stelle steht und Segeleigenschaften erst dahinter kommen. Bei der neuen Moody DS 41 erlebt man beides, Wendigkeit und Komfort, wobei der Bequemlichkeit immer noch sehr viel Gewicht verliehen wird. So ermöglicht das living-on-one-Level- Konzept einen barrierefreien Übergang vom Cockpit in den Salon und einen Rundumblick vom Sofa aus. Das Faltdach, das mit einem leichten Ruck über die Plicht gezogen werden kann, generiert zusätzlichen Außen-Komfort. Da sich die Werft entschlossen hat, den Innenraum mit nur zwei Kabinen auszubauen, fallen sowohl die Bewegungsfreiheit als auch die Stau-Möglichkeiten großzügig aus. Ein Manko gibt es allerdings, und das ist schlechte Sicht nach vorn. Man kann die Bugspitze nicht sehen, und daran muss man sich tatsächlich erst gewöhnen.

Nur wer weiß, dass es einen Keller gibt, bemerkt die Falltür überhaupt. Sie ist in den Boden direkt vor der Pantry eingelassen und lässt sich mit beherztem Schwung aufstellen. Mit knapp 90 Zentimetern Höhe ist dieser Raum dafür geeignet, die Waschmaschine und die Klimaanlage unterzubringen.

Zwei Kabinen, zwei Bäder

Geschlafen wird eine Etage tiefer. Um in die Kajüten zu gelangen, muss man tatsächlich ein paar Stufen hinabsteigen. Vorn im Bug liegt die Eignerkabine. Sie verfügt über ein Inselbett mit einer breiten, aber nicht allzu tiefen Schublade darunter. Der Platz vor der Schublade ist vom Wassertank besetzt. Viel Stauraum für die Kleidung hält ein großer Schrank parat, der an Backbord eingebaut ist.

Auf der Steuerbordseite, einmal um die Ecke herum, befindet sich die Tür zum En-Suite-Bad mit WC, Waschbecken und Dusche. Auffällig an beiden Räumen ist das große Angebot an Staumöglichkeiten. Das gilt auch für die zweite Nasszelle, die zur zweiten Schlafkammer gehört. Diese ist auf der Steuerbordseite eingerichtet und auf der Testyacht mit zwei Einzelbetten ausgebaut. Denkbar wäre auch eine Doppelkoje. Erstaunlicherweise wirkt dieser Raum, obwohl er sich unter dem Salonboden befindet und im Bereich der Kojen keine Stehhöhe hat, ausgesprochen wohnlich. Verantwortlich für die angenehme Atmosphäre ist ein gutes Lichtund Beleuchtungs-Konzept. Durch diverse Rumpffenster, eingelassen sowohl in die Cockpit- als auch in die Außenwand, dringt viel Tageslicht ins Innere. Deckenstrahler und Spots in warmen Farben komplettieren die behagliche Stimmung.

Weniger ist mehr

Da sich die Werft bewusst entschieden hat, nur zwei anstelle von drei Kabinen einzubauen, konnten beide Schlafräume großzügig dimensioniert und mit ausreichend Ablagefächern und Staumöglichkeiten ausgestattet werden. In der Mittschiffskabine gibt es umlaufende Schrankzeilen, die Kleidung verschwindet unter den Kojen oder kann wahlweise sorgsam in den Schrank gehängt werden.

Die Entscheidung, auf die dritte Kabine zu verzichten, darf rundum als Gewinn verbucht werden, denn bei einer Maximalbelegung von vier Seglern hat jeder Platz genug, sich auszubreiten und sich auch mal zurückzuziehen, wenn ihm danach zumute ist.

Wer schon vor dem Kauf weiß, dass er mit seiner Moody DS 41 auf Langfahrt gehen möchte, verzichtet eventuell auf die zweite Nasszelle. Dann wird aus diesem Raum eine weitere Staukammer, von denen man erfahrungsgemäß nicht genug haben kann.

FAZIT

Die Moody DS 41 ist eine gut segelnde Decksalonyacht, bei der Bewegungsfreiheit und ausreichend Stauplatz vor eine hohe Anzahl Kojen gestellt wurde.

PRO

● stufenloser Übergang vom Cockpit in den Salon
● Seitendecks stolper- und wantenfrei
● agil auf dem Ruder
● viel Stauraum

CONTRA

● schlechte Sicht nach vorn
● niedrige Steuermannssitze


Fotos: Silke Springer