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Gut, besser, Bao


streetFOOD Business - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 25.10.2019

Die taiwanesischen Gua Baos sind in Deutschland ein Nischenprodukt. Dass sie trotzdem funktionieren, zeigt das Münchner Unternehmen TurboBao.


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Foto: TurboBao

Fotos: TurboBao

Aller Anfang ist schwer – das musste auch Predrag Stojanovic feststellen, als er sich 2015 mit seinem Streetfood-Konzept auf die ersten Festivals wagte. In seinem Foodtruck verkauft der gelernte Koch die in Taiwan der gelernte Koch die in Taiwan der gelernte Koch die in Taiwan Baos, eine gedämpfte Teigtasche, die traditionell mit Schweinebauch gefüllt ist. nell mit Schweinebauch gefüllt ist. nell mit Schweinebauch gefüllt ist. sein Job ...

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... zu Beginn vor allem eines: Überzeugungsarbeit leisten. „Ich musste die Menschen aktiv ansprechen und ihnen mein Produkt erklären“, erinnert er sich. Für den europäischen Markt hat der gelernte Koch das Rezept angepasst und verfeinert. Er legt das Fleisch nicht mehr in einem Stück in den Bao, sondern hackt es und rundet es mit Gemüse, geröstetem Se sam, Erdnüssen und einer Mango-Chilisauce ab. Baos bekommt man in Deutschland nur in wenigen Restaurants. So wie Predrag Stojanovic sie zubereitet, sind sie einzigartig. „Wir haben keine direkte Konkurrenz. Das ist einerseits gut, weil die Leute die Baos sonst nirgendwo essen können. Andererseits ist das Gericht so unbekannt, dass sich viele Leute nicht trauen, es zu probieren.“

Angefangen hat Predrag, genannt Peach, einen Namen in der dortigen Streetfood-Szene erarbeitete. 2018 jedoch zog es ihn zurück in seine Heimat München. Um sich dort zu etablieren, richtete er zusätzlich zu seinem mobilen Streetfood-Business zunächst einen festen Standort an der alten Utting, einem hippen Gastronomieprojekt rund um ein altes Schiff, ein.

Zusammen mit seiner Partnerin Warwara val kennengelernt hat, tourt er quer durch Deutschland und bedient Caterings, Messen und Festivals. Auch außerhalb Deutschlands ist TurboBao aktiv; ihr liebster Anlaufpunkt: Straßburg. „Dort sind die Leute ganz verrückt nach unseren Baos“, berichtet Warwara Isajeva, „und man ist außergewöhnlichem „und man ist außergewöhnlichem „und man ist außergewöhnlichem genüber auch viel aufgeschlossener, als das vielerorts in Deutschland der Fall ist.“ Anders als viele andere Foodtrucker, wollen sich die beiden nicht auf ein bestimmtes Gebiet beschränken und nehmen weite Wege auf sich. So war TurboBao 2019 zusätzlich zu seinem festen Standort fast jedes Wochenende auf zwei verschiedenen Events vertreten. Auch weil es abseits der Utting so gut läuft, konnten Warwara Isajeva und Predrag Stojanovic ihren festen Standort im September wieder schließen. „Das vergangene Jahr hat ziemlich an uns gezehrt. Der Standort an der Utting und unser Streetfood Business waren für jeden von uns quasi zwei Vollzeitjobs, die wir unter einen Hut bringen mussten.“ Dennoch – der Aufwand hat sich ausgezahlt: „Wir kriegen inzwischen sehr viele Catering- und Streetfood-Anfragen, weil die Leute uns von der Utting kennen“, berichtet Warwara Isajeva stolz.

Geschmack als USP

Ihren Erfolg führen die beiden vor allem auf die Qualität ihres Produktes zurück: „Wenn die Leute erstmal einen Bao probiert haben, kommen sie immer wieder“, erklärt sie. „Das Besondere ist die ungewöhnliche Geschmackskombination. Da schmeckst du etwas Knuspriges, etwas Weiches, etwas leicht Saures und etwas Fruchtiges auf einmal.“

Den Gua Bao gibt es in verschiedenen Varianten. Im Streetfood-Bereich konzentrieren sich die mobilen Gastronomen auf die zwei Kernrezepte: den klassischen Gua Bao mit Schweinebauch und eine vegane Version mit Zitronengrastofu und salziger Mango. Eine solche fleischlose Variante anbieten zu können, sei mittlerweile essentiell, meint Predrag Stojanovic. Ca. 30 Prozent ihres Umsatzes macht TurboBao mit den Tofu-Baos. Zusätzlich gibt es den sogannten Bao-Burger. Diesen hat er eingeführt, weil er den Kunden als Burger ein bekanntes Element bietet und die Berührungsängste vor dem fremdartigen Produkt Gua Bao überbrückt. „Die Leute finden unsere Baos oft interessant, entscheiden sich dann aber doch für den Burger am Stand nebenan, weil sie das einfach kennen. Seitdem wir den Bao Burger haben, kommen viel mehr Leute zu uns und kaufen dann letztendlich meist sogar den normalen Bao“, erklärt er. Das Feedback sei allerdings sehr standortabhängig. In Großstädten wie Köln oder München seien die Menschen tendenziell offener für Neues, während sie in ländlicheren Gegenden eher zurückhaltend reagierten.

Fotos: TurboBao

Mit der Zeit hat sich einiges am Gesamtkonzept von TurboBao verändert. Seinen alten Trailer nutzt Predrag Stojanovic kaum noch. Inzwischen besitzen die Unternehmer einen Foodtruck und einen alten, umdesignten Bauwagen, mit denen sie meist gleichzeitig auf zwei verschiedene Veranstaltungen fahren. Für die Events stellt TurboBao Aushilfen ein, die das Team vor Ort unterstützen. „Ich bin am Anfang mal alleine zur Jahrhunderthalle nach Frankfurt gefahren und habe dort gleichzeitig gekocht, kassiert und das Essen ausgegeben. Das habe ich einmal gemacht und nie wieder“, lacht Predrag Stojanovic.

Waffelsaison

Anders als bei vielen Foodtruckern endet das Geschäft für TurboBao nicht in der kalten Jahreszeit. Im Winter sind sie vor allem auf Weihnachtsmärkten aktiv und verkaufen Waffeln, ein Mitbringsel aus Warwara Isajevas Vergangenheit. Bevor sie Predrag Stojanovic kennenlernte war sie mit ihrem Waffelstand als selbständige Unternehmerin ebenfalls im Streetfood-Bereich aktiv. Und noch etwas hat sie in das Unternehmen eingebracht: „Peach ist ein toller Koch, ihm ist unser leckeres Produkt zu verdanken. Meine Stärke liegt eher in der Organisation, sodass wir uns beide perfekt ergänzen“, erklärt sie. Dazu gehöre auch eine akribische Buchhaltung und vor allem, den eigenen Erfolg und Misserfolg regelmäßig zu reflektieren. Warum war das Event nicht erfolgreich? Lag es am Publikum, am Veranstalter oder gar am Wetter? Und wie kann man den eigenen Auftritt Schritt für Schritt verbessern? All dies sind Fragen, die sich die beiden regelmäßig stellen und die nachhaltig zu ihrem Erfolg beigetragen haben. „Außerdem stehen wir in engem Kontakt mit den Veranstaltern“, meint Predrag Stojanovic. „Uns ist wichtig, dass wir von vornherein einen guten Platz auf einem Festival haben. Wenn das nicht der Fall ist, sagen wir ein Event lieber ab, weil es sonst schnell zum Minusgeschäft wird.“

Die Entwicklung der Streetfood-Scene beobachtet er kritisch. „Der Markt wurde in den letzten Jahren ziemlich überschwemmt. Man wird sehen müssen, ob der Abwärtstrend in diesem Jahr ein vorübergehendes Phänomen war oder es wieder aufwärts geht.“ Deswegen will er sich nicht allein auf das Streetfood-Geschäft verlassen. Die Caterings seien ein wesentlich stabilerer Markt und eine verlässliche Einnahmequelle. In diesem Bereich bietet TurboBao nicht nur das Kernprodukt an, sondern fährt ein erweitertes Angebot, etwa mit Curry-Gerichten oder Dim Sum.

In Zukunft will er sich außerdem auch im Mittagsgeschäft versuchen. Hin und wieder träumt er sogar von einem eigenen Restaurant: „Einen eigenen Laden zu haben, das wäre schon was. Aber ob ich mir den Stress nochmal antue – mal sehen“, überlegt er. Liebhaber der Gua Baos jedenfalls würde es freuen.