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Gut geplant ist schon halb gewonnen


Traders - epaper ⋅ Ausgabe 12/2021 vom 25.11.2021

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Bildquelle: Traders, Ausgabe 12/2021

Wer verschiedene Systeme oder Märkte professionell handeln möchte, benötigt einen konkreten (Trading-) Plan. Er muss die Frage beantworten, wie Sie Ihr Geld so einsetzen, dass Sie mit wenig Risiko den meisten Gewinn erwirtschaften. Eine Möglichkeit, die Ihr Kapital schützt und gleichzeitig Gewinne absichert, möchten wir Ihnen genauer vorstellen.

Sie müssen dabei nicht wissen, was der Markt gerade macht. Es ist nur erforderlich, dass Sie wissen, wie Sie in bestimmten Situationen reagieren müssen. Das A und O: Schreiben Sie alle Vorgänge klar verständlich auf. So können Sie später auch darauf zurückgreifen, wenn mal etwas schiefläuft.

Der Aufbau

Der Hauptbestandteil unseres Plans ist der finanzielle, also die Kapitalallokation. Wo setze ich mein Geld ein? Beobachten Sie die Märkte und steigen Sie nur dann ein, wenn es ein gutes Signal gibt.

Stellen Sie dafür Verhaltensregeln auf: „Wenn das passiert, ...

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... werde ich auf jeden Fall …“, „Wenn der Kurs am Widerstand dreht, dann werde ich …“, „Kommt es zur Trendbildung, dann …“.

Als Nächstes halten Sie fest, wie Sie Ihr Geld einsetzen. Angenommen, Sie haben ein Startkapital von 10.000 Euro. Sie legen fest, dass Sie davon täglich maximal 100 Euro verlieren dürfen. Das ist Ihr höchster Tagesverlust, den Sie nicht überschreiten sollten. Sie können damit zum Beispiel zwei bis drei Trades mit jeweils 30 bis 40 Euro Stopp-Loss eingehen. Werden Sie dabei mit Verlust ausgestoppt, verlieren Sie rund 100 Euro und hören an diesem Tag mit dem Handel auf.

Genauso sieht es mit Ihrem maximalen Monatsverlust aus. Sie deckeln ihn bei 1.000 Euro. Verlieren Sie diesen Betrag, setzen Sie den Livehandel aus. Das heißt aber nicht, dass Sie nun bis zum nächsten Monatsanfang untätig warten sollen. Sie traden mittels Demokonto weiter. Sie müssen Ihre Fehler durchgehen und analysieren. Erst zum nächsten Monatsbeginn dürfen Sie neues Geld auf das Handelskonto einzahlen und live weiterhandeln.

In dieser Phase liegt das Gewinnziel pro Woche bei 350 Euro. Haben Sie es erreicht, hören Sie ebenfalls auf.

Fassen wir unseren Plan zusammen:

• Bei 100 Euro Tagesverlust – aufhören.

• Bei 1.000 Euro Monatsverlust – aufhören.

• Bei 350 Euro Wochengewinn – aufhören.

• Keine Ausnahmen.

Führen wir den Plan weiter. Sie zahlen zu Beginn nicht das gesamte Geld auf das Handelskonto ein, sondern starten im ersten Monat mit 1.000 Euro. In unserem Beispiel handeln Sie jeden Monat erfolgreich. Nach dem ersten profitablen Monat dürfen Sie demnach ein zweites Mal 1.000 Euro auf Ihr Handelskonto einzahlen. Nach dem zweiten erfolgreichen Monat kommen weitere 1.000 Euro hinzu. Ebenso nach dem dritten Monat mit Gewinn. Dann, nach dem vierten, fünften und sechsten Monat, dürfen Sie jeweils 2.000 Euro einzahlen. Damit ist nach sechs Monaten Ihr gesamtes Handelskapital auf dem Handelskonto. Nach einem Verlustmonat bleibt das Kapital unverändert. Erst nach einem weiteren Erfolgsmonat dürfen Sie wieder Geld hinzuschießen. Das ist die Vorgehensweise in den ersten sechs Trainingsmonaten.

Nach Plan weiterhandeln

Diese Vorgehensweise schützt Sie davor, euphorisch oder wütend zu werden. Euphorisch könnten Sie über den Gewinn von 350 Euro werden, es geht ja vielleicht noch mehr. Andererseits könnten Sie beim Verlust von 1.000 Euro eine Revanche vom Markt fordern.

„Wer verschiedene Systeme oder Märkte professionell handeln möchte, benötigt einen konkreten (Trading-)Plan.“

In einer Woche könnten Ihre Ergebnisse folgendermaßen aussehen:

• Tag 1: 100 Euro Verlust

• Tag 2: 175 Euro Gewinn

• Tag 3: 100 Euro Verlust

• Tag 4: 125 Euro Gewinn

• Tag 5: 250 Euro Gewinn

Damit ergibt sich ein Gewinn von 350 Euro in einer Woche. Auf den Monat hochgerechnet, könnte das 1.400 Euro Gewinn bedeuten. Wenn alles nach Plan läuft und Sie jede Woche den maximalen Gewinn erreichen, hätten Sie somit im ersten Monat Ihr Handelskapital auf 11.400 Euro erhöht (siehe auch blaue Linie in Bild 1).

Im umgekehrten Fall könnte es auch nach der ersten Handelswoche gar nicht gut für Sie laufen und Sie generieren täglich 100 Euro Verlust. Somit hätten Sie am 15. Handelstag den maximalen Monatsverlust von 1.000 Euro erreicht (orange Linie in Bild 1) und müssten nun Fehleranalyse auf dem Demokonto betreiben.

Angenommen, Sie haben nach sechs Monaten mit nur ein paar kleineren Drawdowns einen Kontostand von 15.000 Euro erreicht. Nun könnten Sie den maximalen Monatsverlust auf 1.500 Euro erhöhen.

Der Wochengewinn könnte dann maximal 600 Euro betragen und der maximale Monatsgewinn 2.400 Euro. Gehen wir davon aus, dass Sie weiterhin erfolgreich handeln. Sie haben zwar einen größeren Drawdown, nachdem Sie ein paarmal Ihre Verlustlimits erreichen, können das Konto aber nach dem zwölften Monat auf 20.000 Euro hochhandeln. Nun können Sie erneut Ihre Limits erhöhen. Sie setzen den Monatsverlust auf 2.000 Euro, den Wochengewinn auf 800 Euro und den maximalen Monatsgewinn auf 3.200 Euro.

„Der Schlüssel zum Erfolg: kleine Wochenziele wählen, realistische Limits setzen und optimistisch bleiben.“

Die Vorteile

Auch wenn Sie zwischenzeitlich wieder einen Teil des Geldes verlieren sollten, haben Sie durch dieses Vorgehen die Möglichkeit, den Drawdown ohne überzogene Risiken zu überstehen. Der Schlüssel zum Erfolg: kleine Wochenziele wählen, realistische Limits setzen und optimistisch bleiben. Gerade für Anfänger ist dieser konkrete Plan klar von Vorteil.

Meist ist es nämlich so, dass das zur Verfügung stehende Kapital bereits aufgebraucht wird, bevor überhaupt die Lernkurve steigen kann (Bild 2). Der stetige Vergleich Ihrer Positionen mit Ihren Zielen und Limits hilft dabei, sich unter Kontrolle zu halten und nicht über das Ziel hinauszuschießen – im positiven wie im negativen Sinne. So begrenzen Sie Ihre Verluste und nehmen Gewinne mit. Währenddessen sollten Sie permanent Ihre Trades analysieren, Fehler finden und sicherstellen, dass Sie diese nicht erneut begehen.

Fazit

Der durchschnittliche Anfänger startet mit 4.000 bis 5.000 Euro an der Börse und wird nach drei bis vier Monaten wieder rausgeworfen, weil er sein Geld verspielt hat. Koppeln Sie sich von diesem Durchschnitt ab und traden Sie mit Plan. Konkrete Ziele und Grenzen helfen Ihnen, die Kontrolle über Ihr Kapital zu behalten.