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GUT ZU FUSS


Reader´s Digest Deutschland - epaper ⋅ Ausgabe 5/2021 vom 26.04.2021

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DIE HORNHAUT an meinen Fersen wird immer dicker, die Nägel könnten einen neuen Schliff vertragen, und Lack haben sie in den letzten Monaten so gut wie gar nicht gesehen. Dabei steht der Sommer praktisch vor der Tür. Höchste Zeit für den Sandalenkauf und eine Generalüberholung meiner Füße. Ein Termin im Fußpflegestudio ist während der Pandemie allerdings nicht zu bekommen. Taugt vielleicht mein Badezimmer zum Fußpflegestudio?

Waschen Sie Ihre Füße täglich und vergessen Sie das Eincremen nicht

„Regelmäßige Pediküre sorgt nicht nur für optisch schönere und gepflegte Füße. Sie hilft auch, schmerzhafte ...

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... Probleme wie etwa Hühneraugen oder eingewachsene Zehennägel zu beheben und ihnen vorzubeugen“, erklärt Tatjana Pfersich vom Verband Deutscher Podologen. Als Junior- Chefin einer Fußpflegepraxis in Reutlingen kümmert sie sich Tag für Tag um Patienten und kennt die häufigsten Probleme genau.

Als Basispflege empfiehlt sie, die Füße täglich mit Wasser und Seife oder Duschgel zu waschen und sorgfältig abzutrocknen. „Die Zehenzwischenräume tupfen Sie am besten mit einem weichen Tuch vorsichtig trocken, damit keine Risse in der Haut entstehen. Denn diese sind die Eintrittspforte für Sporen, die Fußpilz auslösen können“, erklärt die Podologin. Wer möchte, kann zum Trocknen einen Föhn benutzen. Der Luftstrom sollte lediglich handwarm sein, um Verbrennungen zu vermeiden.

„Cremen Sie anschließend Ihre Füße inklusive der Sohlen ein, damit die Haut nicht austrocknet“, rät Pfersich. „Das gilt ganz besonders im Winter.“ Ist Ihre Haut gesund, reicht eine Bodylotion als Feuchtigkeitsspender. Weisen Ihre Füße Schrunden auf, sollten Sie zu einer fetthaltigeren Creme greifen. Bei Schweißfüßen sind fettende Cremes hingegen tabu. Lassen Sie die Pflege vor dem Ankleiden gut einziehen, damit die Strümpfe nicht an der Haut kleben.

Um meine Füße sommerfein zu machen, empfiehlt Pfersich mir ein Pflegeprogramm mit Fußbad, Hornhautentfernung und Nagelpflege, das ich mir etwa alle vier bis sechs Wochen gönnen soll. Dafür brauche ich: eine Bürste, eine Nagelschere, eine Feile, ein Rosenholzstäbchen, einen Bimsstein, eine dem Hauttyp entsprechende Creme oder Lotion, Nagelhautcreme und einen Zusatz für ein Fußbad.

Gönnen Sie sich zum Einstieg ein wohltemperiertes Fußbad

Ich beginne mit einem zehnminütigen Fußbad, denn nach diesem lassen sich Hornhaut und Nägel am besten bearbeiten. Während meine Füße im etwa 38 Grad warmen Wasser entspannen, entferne ich abgestorbene Hautschuppen mit der Bürste. Als Badezusatz habe ich mich für Lavendelöl entschieden. „Ölige Fußbäder sind besser als salzhaltige, weil Letztere die Haut austrocknen können“, erklärt Pfersich. „Der Duft ist eine Frage persönlicher Vorlieben.“

Eine Ausnahme gilt für Schweißfüße. Für diese empfiehlt die Expertin, eine Tasse Salbeitee ins Badewasser zu geben. Salbei wirkt auf natürliche Weise desodorierend. Baden Sie Ihre Füße in diesem Fall drei Minuten bei maximal 35 Grad.

Überschüssige Hornhaut sollten Sie vorsichtig entfernen

Ein bisschen Hornhaut ist ganz normal und schützt den Fuß vor Druck und Reibung. Nimmt sie jedoch überhand, wird rau und rissig, sollten Sie sie entfernen. Durch die Risse können Keime in die Haut eindringen und Entzündungen auslösen.

An meiner rechten Ferse erscheint mir die Hornhaut besonders dick. Also greife ich nach Fußbad und sorgfältigem Abtrocknen zu einem Bimsstein. „Auch eine Hornhautfeile oder ein elektrischer Hornhautentferner eignet sich für die häusliche Fußpflege“, sagt Expertin Pfersich. „Auf Hornhauthobel mit rasiermesserscharfen Klingen verzichten Sie besser. Damit ist die Verletzungsgefahr einfach zu groß.“

Mit dem Bimsstein entferne ich nur so viel von der verhornten Schicht, dass die Haut sich wieder elastisch anfühlt. Mehr sollte es nicht sein, hat mir die Expertin erklärt, sonst wird die Hornhaut zum Nachwachsen angeregt. Und natürlich darf die Behandlung nicht wehtun. Anschließend trage ich eine Creme mit Harnstoff (Urea) auf, wie von der Podologin empfohlen. Von speziellen hornhautreduzierenden Cremes hält sie wenig: „Diese machen die Hornhaut zwar weicher und können die Entstehung hornbildender Hautzellen verlangsamen, sie können die umliegenden Areale aber auch reizen“, warnt Tatjana Pfersich. „Besser ist deshalb eine pflegende Creme.“

FUSSPFLEGE BEI DIABETES

Für Diabetiker ist korrekte Fußpflege besonders wichtig. Ein Diabetes führt häufig zu einer Schädigung der Nerven, der sogenannten Polyneuropathie. Sie vermindert die Schmerzempfindlichkeit, sodass Betroffene kleinere Verletzungen an den Füßen oft gar nicht spüren. Außerdem heilen Wunden bei Diabetikern schlechter, die Infektionsgefahr steigt.

„Menschen mit Diabetes sollten ihre Füße täglich auf Verletzungen oder Rötungen kontrollieren, auch die Fußsohlen und Zehenzwischenräume“, empfiehlt Professor Dr. Jochen Seufert, Leiter der Abteilung Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Freiburg. „Viele Patienten mit Polyneuropathie neigen zu trockener und schuppiger Haut. Umso wichtiger ist es, die Füße nach dem täglichen Waschen gut abzutrocknen und mit einer Creme oder Schaum mit Harnstoff einzucremen.“

Greifen Sie bei bereits verminderter Schmerzempfindlichkeit beim Abtrocknen nicht zum Föhn und entfernen Sie Hornhaut am besten mit Bimsstein. So verhindern Sie Verbrennungen und Verletzungen.

„Lassen Sie Ihre Füße regelmäßig vom Arzt kontrollieren und nehmen Sie die medizinische Fußpflege bei einem Podologen in Anspruch“, rät Professor Seufert.

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EINSENDESCHLUSS IST DER 20.05.2021

So werden Sie Hühneraugen sowie Fuß- und Nagelpilz los

Von Fußpilz und Hühneraugen bin ich zum Glück bislang verschont geblieben. Letztere entstehen durch regelmäßigen Druck oder Reibung, meist an den Zehen. Meiden Sie deshalb zu enges Schuhwerk!

Kleine, flache Hühneraugen können Sie mit speziellen Pflastern oder -tinkturen selbst behandeln. Die darin enthaltene Salizylsäure weicht die Verhornung auf, anschließend tragen Sie das Hühnerauge mit einem Bimsstein ab. Großflächige oder tief in die Haut reichende Exemplare allerdings sind wegen der Entzündungsgefahr ein Fall für den Arzt oder Podologen.

Fußpilz verbreitet sich vor allem dort, wo viele Menschen barfuß laufen, also in Schwimmbädern, Saunen, in Hotelzimmern oder Umkleidekabinen. Haben Sie sich erst einmal angesteckt, ist meist professionelle Hilfe gefragt.

Zwar schafft beim ersten Jucken möglicherweise eine Salbe aus der Apotheke Abhilfe. „Aber der Pilz kann sich auf die Nägel ausbreiten und gefährliche Entzündungen verursachen“, erklärt Pfersich. Die Infektion vermindert die natürliche Abwehr der Haut, sodass Bakterien und Viren leichter in tiefere Schichten eindringen können. Suchen Sie bei den ersten Anzeichen besser den Hautarzt auf.

Dasselbe gilt für Nagelpilz. Dessen Therapie kann zwei bis drei Jahre dauern. „Die eigentliche Behandlung führt der Patient mit Lacken oder der Einnahme von Medikamenten selbst durch“, erklärt Pfersich. „Wir Podologen unterstützen ihn dabei, indem wir so viel wie möglich vom befallenen Nagel abschleifen. Dazu hat der Patient zu Hause nicht die Möglichkeit.“ Beugen Sie vor, indem Sie Ihre Füße täglich waschen, gut abtrocknen und Ihre Nägel sorgfältig pflegen.

Die Pflege der Fußnägel beginnt beim Kürzen

Ob Sie Ihre Fußnägel mit einer Nagelzange oder Nagelschere schneiden, ist Geschmackssache. Wichtig ist: nicht zu kurz! „Es genügt, die Fußnägel alle vier bis sechs Wochen zu schneiden, und zwar in einer geraden Linie auf Höhe der Zehenkuppe“, erklärt Pfersich. „Die Ecken können Sie mit der Feile etwas abrunden, sodass sie nicht in den benachbarten Zeh drücken.“ Zu stark abrunden sollten Sie aber nicht, weil die Nägel sonst leichter einwachsen, was schmerzhafte Entzündungen auslösen kann.

Nach dem Fußbad schiebe ich die Nagelhaut mit einem Rosenholzstäbchen zurück, das ich mir im Drogeriemarkt besorgt habe, genau wie eine Nagelhautcreme. Ein paar abstehende Hautreste zupfe ich vorsichtig mit der Pinzette ab, wie von der Expertin empfohlen. Vom Griff zur Schere rät sie ab. Noch etwas von der Creme darauf und meine private Fußpflege ist abgeschlossen. Etwa 30 Minuten habe ich gebraucht, jetzt fühlen sich meine Füße wohlig erfrischt an.

Zum guten Schluss entscheide ich mich für Nagellack in einem kräftigen Rot – und mache mich auf die Suche nach neuen Sandalen. Jetzt kann der Sommer kommen!

An die Parzen

Nur einen Sommer gönnt, ihr Gewaltigen! Und einen Herbst zu reifem Gesange mir, Dass williger mein Herz, vom süßen Spiele gesättiget, dann mir sterbe.

Die Seele, der im Leben ihr göttlich Recht nicht ward, sie ruht auch drunten im Orkus nicht. Doch ist mir einst das Heil’ge, das am Herzen mir liegt, das Gedicht, gelungen.

Willkommen dann, o Stille der Schattenwelt! Zufrieden bin ich, wenn auch mein Saitenspiel mich nicht hinabgeleitet. Einmal lebt’ ich, wie Götter, und mehr bedarf’s nicht.

FRIEDRICH HÖLDERLIN, DT. LYRIKER (1770–1843)