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Gute Besserung!


Baby & Co. - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 04.09.2019

Ob Erkältung oder Kopfschmerzen: Auch Schwangere brauchen manchmal Medizin. Welche sich wirklich eignet


Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker – diesem Rat sollten alle folgen, die Medikamente einnehmen. Besonders Schwangere! Denn fast alle chemischen Stoffe, die Mütter zu sich nehmen, gehen über die Plazenta auch auf das Kind über. Deshalb sollte sich eine werdende Mutter sicher sein, ob sie Medikamente braucht. Vor allem zwischen der sechsten und zwölften Schwangerschaftswoche ist Vorsicht geboten: Da entwickeln sich die Organe des Embryos, er ist daher sehr empfindlich.

Meist werden Schwangeren ...

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Bildquelle: Baby & Co., Ausgabe 3/2019

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... allerdings ohnehin nur Mittel verordnet, deren Wirkungen und Nebenwirkungen bekannt sind. Optimal ist daher, wenn das Mittel schon längere Zeit auf dem Markt ist. Maik Pommer vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sagt: „Wir bekommen Rückmeldungen von Ärzten, die über die Erfahrungen ihrer Patienten berichten. Häufen sich bestimmte Beschwerden, ergreifen wir schnellstmöglich Maßnahmen zum Schutz von Patientinnen und Patienten. Wir verpflichten dann die Hersteller, neu entdeckte Nebenwirkungen oder Risikofaktoren in den Beipackzettel aufzunehmen und neue Studien durchzuführen.” Deshalb sollte der Beipackzettel – auch bei bekannten Medikamenten – immer gut studiert und eine möglichst niedrige Dosis gewählt werden.

Eine Erkältung ist auch in der Schwangerschaft harmlos. Bei hohem Fieber allerdings heißt es: Sofort zum Arzt gehen!


PFLANZEN SIND NICHT BESS ER

Steht „natürlichauf einem Pflanzenpräparat, muss das nicht heißen, dass es für Schwangere unbedenklich ist. Manche Mittel enthalten etwaAlkohol.Vorsicht auch z. B. bei Abführmitteln mitSennesblättern:Diese reizen den Darm und können Gebärmutterkontraktionen auslösen. Selbst bei Tees ausHeilkräuternmüssen Schwangere aufpassen: Nicht alle eignen sich in der Schwangerschaft, manche sind nur kurz vor der Geburt gut, andere zum Stillen.

Gefährlich ist sehr hohes Fieber, weil es zu Fehlgeburten führen kann. Da sollten sich werdende Mütter auf jeden Fall ein unbedenkliches Medikament verschreiben lassen, das das Fieber zuverlässig senkt. Bewährte Hausmittel wie Wadenwickel und feuchte Tücher mit lauwarmem Wasser auf der Stirn können zusätzlich helfen. Frauen, die unter Diabetes oder Herzkrankheiten leiden, sollten vor der Schwangerschaft mit ihrem Arzt besprechen, ob eine Grippe-Impfung für sie sinnvoll wäre.

Magen-Darm-Infekte sollten einfach mit viel Flüssigkeit, etwa Kräutertee und Brühe, Zwieback und ebenfalls viel Bettruhe auskuriert werden.

Eine Wärmflasche hilft oft gegen Bauchweh


WIRKSTOFFE, DIE HELFEN

Die Wirkstoffe auf dieser Positiv-Liste können Schwangere ohne Bedenken einnehmen – nach Rücksprache mit dem Arzt

ANTIBIOTIKA
Der Wirkstoff Penicillin ist ungefährlich für das Baby. Wer eine Penicillin-Allergie hat, kann Erythromycin nehmen. „Auch Amoxicillin, Ampicillin und Cephalosporin sind möglich, sagt Frauenarzt Dr. Klaus König aus Steinbach.

MITTEL GEGEN PILZE
Laut Dr. König erlaubt: Clotrimazol, aber auch Nystatin.

SCHMERZMITTEL
Paracetamol ist die beste Wahl. ASS und Ibuprofen nur in Absprache mit dem Arzt.

KORTISON
Bei manchen Hautproblemen werden Kortisonsalben empfohlen – auch in der Schwangerschaft okay, aber sparsam verwenden. Inhaliermittel gegen Asthma sind unbedenklich.

PILZINFEKTIONEN
Gegen Pilzerkrankungen gibt es chemische Wirkstoffe, aber auch Hausmittel: „Bei Scheidenpilzen hilft oft, einen Tampon in Naturjoghurt zu tauchen und über Nacht in der Scheide zu lassen”, sagt Eva-Maria Chrzonsz. Bei Fußpilz kann zweimal täglich ein Fußbad mit Salbeiblättern helfen: Dazu 5 EL Salbeiblätter (getrocknet aus der Apotheke) in zwei Liter heißes Wasser geben, etwas abkühlen lassen und die Füße zehn Minuten darin baden. So oft es geht: Luft an die Füße lassen. Und für eine gute Durchblutung der Füße sorgen, z. B. mit Wechselbädern (Füße fünf Minuten in warmem Wasser baden und danach einige Sekunden in kaltes Wasser tauchen).

KOP FSCHMERZEN
Auch bei Kopfschmerzen kann man zunächst Hausmittel anwenden: Vielleicht hilft es sogar, sich einfach in einen ruhigen, abgedunkelten Raum zu legen und die Augen zu schließen. Entspannungstechniken wie Yoga, autogenes Training oder progressive Muskelrelaxation sind ebenfalls gute Mittel gegen Kopfschmerzen. Ansonsten kann bei Spannungskopfschmerzen Pfefferminzöl auf Schläfen, Stirn und Nacken gerieben werden. Oder man gibt das Aromaöl in eine Duftlampe.

Hilft alles nichts und die Schmerzen sind nicht auszuhalten, ist der Wirkstoff Paracetamol die erste Wahl. „Der Wirkstoff ASS ist auch möglich, allerdings nicht gegen Ende der Schwangerschaft, wegen der Blutungsneigung”, sagt Frauenarzt Dr. König aus Steinbach im Taunus. Wer ASS (Acetylsalicylsäure) einnimmt, sollte das immer mit seinem Arzt absprechen.

ÜBELKEIT
Mit Übelkeit haben die meisten Schwangeren zu kämpfen. Ingwertee kann helfen, aber auch Pfefferminz-oder Fencheltee. Morgens kann es besonders schlimm sein, wenn der Blutzuckerspiegel noch niedrig ist. Dann trockenes Brot oder Zwieback kauen, gesüßten Kräutertee trinken. Essen Sie über den Tag verteilt viel Obst und Rohkost und vermeiden Sie zu fette oder zu stark gewürzte Gerichte; das hilft, Übelkeit vorzubeugen. Man muss immer auch ein bisschen ausprobieren, was einem bekommt. Manchen genügt es, einen Kaugummi zu kauen, der den Speichelfluss anregt. Bei Bauchweh hilft oft eine Wärmflasche. Muss sich die werdende Mutter häufig übergeben, können Medikamente eingenommen werden. Frauenarzt Klaus König sagt: „Gegen Übelkeit kann man Medikamente mit den Wirkstoffen Vomex A oder Paspertin nehmen.”

Doch auch hier gilt: Gehen Sie zuerst zum Arzt und „bedienen” Sie sich nicht ohne Beratung aus der Hausapotheke. So sind Sie auf der sicheren Seite!

DIESE MITTEL SIND TABU

Es gibt viele Medikamente, die nicht für Schwangere geeignet sind. Ihr Arzt berät Sie! Diese hier sollten Sie möglichst meiden

DIURETIKA
Viele Schwangere haben vermehrt Wasseransammlungen im Körper. Medikamente dagegen, sogenannte Diuretika, sollten sie aber nicht nehmen. Bei stark angeschwollenen Beinen, Füßen oder Fingern gleich zum Arzt gehen, denn das könnten Zeichen für eine Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie) sein!

ANTIBIOTIKA
Diese Wirkstoffe können Nebenwirkungen haben, die das Baby schädigen: Tetracyclin, Streptomycin, Sulfanomide.

ANTIHISTAMINIKA
Mittel gegen Heuschnupfen oder andere Allergien sind nicht immer gut für Schwangere. Am besten vor der Schwangerschaft klären, ob die Mittel weiter genommen werden können.


Fotos: Getty Images/Is Tockphoto/Tatyanagl; Fotolia.Com/Modelsky22