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Gute Gynäkologin gesucht


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myself - epaper ⋅ Ausgabe 5/2022 vom 13.04.2022

Der Gyn-Check

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Sorry, aber das Internet ist nur bedingt eine verlässliche Quelle für gute Arztpraxen.

Die Brust abtasten lassen, von ungewollter Kinderlosigkeit erzählen, mit der extrem schmerzhaften Endometriose verstanden werden – Gynäkologie ist ein sehr sensibler und intimer Bereich. Umso wichtiger, dass man sich als Patientin wohlfühlt: in der Praxis, bei Untersuchungen und mit der behandelnden Ärztin. Die zu finden ist aber gar nicht so einfach. Und selbst wenn man sie gefunden hat, muss man manchmal weitersuchen, weil man in eine neue Stadt gezogen ist oder eine Spezialistin braucht oder die bisherige Ärztin in den Ruhestand gegangen ist. Worauf man achten sollte? Einfach einmal umblättern.

Welchen Empfehlungen kann man trauen?

Die beste Empfehlung bleibt die persönliche. Fragen Sie Freundinnen und Bekannte nach Frauenärztinnen, mit denen sie gute Erfahrungen gemacht haben. Unabhängige Infos findet man unter gesund.bund.de – die Seite wird vom Bundesministerium für Gesundheit ...

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... betrieben und bietet unter anderem ein Arztsuche-Tool an. Auch die Unabhängige Patientenberatung (UPD) mit deutschlandweiten Niederlassungen hilft, digital und telefonisch. Hat man Kandidatinnen in der engeren Auswahl, kommen meistens Online-Bewertungsportale in Spiel, bei denen man vorsichtig sein muss, warnt Johannes Schenkel, medizinischer Leiter der UPD: „Oft sind Einträge gefälscht.“ Denn bewerten kann hier jeder, manchmal werden extra Agenturen beauftragt, um positive Einträge zu erstellen, oder Ärzte bitten Freunde um ein positives Ranking.

Geschönte Einträge lassen sich zum Glück relativ leicht erkennen. Klagen mehrere Patientinnen über lange Wartezeiten oder patzige Arzthelferinnen, trifft das meistens zu. Bei Nutzerinnen, die sich vor Begeisterung fast überschlagen, lohnt ein Blick auf ihr Profil, wo ihre anderen Bewertungen angezeigt werden. Immer fünf Sterne? Wahrscheinlich ein Fake-Account. Auch verdächtig: mehrere positive Kommentare, nachdem ein Arzt eine schlechte Bewertung bekommen hat. Solche Manöver dienen dazu, die Praxis wieder hochzuranken.

Ist die Ärztin gut erreichbar?

In dringenden Fällen oder bei wichtigen Fragen die Gynäkologin zeitnah erreichen sollte kein großes Ding sein. Tatsächlich sind viele deutsche Arztpraxen nicht mal via Mail kontaktierbar. Auch die Möglichkeit, dass die Ärztin zurückruft, ist nicht selbstverständlich – blöd, wenn man zum Beispiel auf Dienstreise oder im Urlaub ein gynäkologisches Problem hat. Hilfreich sind Whatsappoder Tele-Sprechstunden, genau wie Terminvergabe und -absage über das Buchungstool Doctolib oder über die Praxis-Website. Wer oft länger arbeitet, wird längere Öffnungszeiten zu schätzen wissen. Und man sollte darauf achten, wie lange man im Wartezimmer sitzt. „Daran erkennt man, wie gut die Gynäkologin organisiert ist“, sagt Patientenberater Johannes Schenkel. Ein Notfall kann immer dazwischenkommen, aber mehr als eine halbe Stunde Wartezeit sollte es nicht sein. Falls es doch mal länger dauert, sagt ein gutes Praxisteam Bescheid, sodass man zwischendurch zum Beispiel Einkäufe erledigen kann.

Katrin, 34

„Mit 16 hatte ich immer wieder Juckreiz im Intimbereich. Mein Gynäkologe sagte, das ginge von alleine weg. Monatelang habe ich mich damit herumgeplagt und schließlich einen anderen Arzt aufgesucht. Der stellte eine bakterielle Infektion fest und verschrieb mir eine Salbe.“

Stimmt das Bauchgefühl?

Wie ist die Gynäkologin im persönlichen Umgang? Kann man offen reden und sich ihr anvertrauen? Fühlt man sich verstanden? Klar, jede Frau tickt anders, hat eigene Erwartungen und Vorstellungen, etwa ob man lieber zu einem Mann oder einer Frau geht. Aber das Bauchgefühl trügt in solchen Fällen selten. Deshalb kann es sinnvoll sein, bei einer abweisenden oder bevormundenden Ärztin ans Wechseln zu denken, selbst wenn man sich fachlich immer gut aufgehoben gefühlt hat. Denn Ärztinnen, die ihre Patientinnen nicht ernst nehmen, können Wichtiges übersehen. Siehe das Beispiel Endometriose: Die meisten betroffenen Frauen suchen mehrere Fachärzte auf. Bis zur Diagnose vergehen im Schnitt sieben bis zehn Jahre. Bei jungen Patientinnen sind es sogar zwölf. Das ließe sich ändern, wenn Gynäkologinnen und Gynäkologen mehr auf Betroffene eingehen und deren Beschwerden ernster nehmen würden.

An den Wartezeiten erkennt man, wie gut die Praxis organisiert ist

Maja, 24

„Umzug, erster Termin beim neuen Frauenarzt. Die Sprechstunde führt mich ins Untersuchungszimmer, sagt, ich solle mich schon mal ausziehen und auf den Behandlungsstuhl setzen – und so dann auf den neuen Arzt warten und mich vorstellen. Schrecklich!“

Wie sieht es in der Praxis aus?

Auf Einrichtung und Räumlichkeiten kommt es nicht so an? Falsch, denn daran erkennt man, wie es um Hygienestandards steht und ob die Praxis auf der Höhe der Zeit ist. Frischer Blumenstrauß auf dem Empfangstresen, einheitliches Arzthelferinnen-Outfit und Mineralwasser im Wartezimmer sind ein nice to have. Und es muss nicht das neueste Ultraschallgerät sein, aber neuere Geräte zeigen mehr als solche, die 15 Jahre alt sind. Vergilbte Wände wirken nachlässig. Eine verschmutzte Toilette – ganz schlecht.

Wird der Arztbesuch zur Verkaufsveranstaltung?

Hängt die Preisliste der Zusatzleistungen schon im Wartezimmer, gewinnt man das Gefühl, „etwas angedreht zu bekommen“, so Johannes Schenkel, der Fälle kennt, in denen Ärztinnen nur Termine vergeben, wenn Patientinnen vorab in sogenannte IGeL-Leistungen einwilligen, für die man selbst zahlen muss, weil sie nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. „Gute Mediziner weisen darauf hin, dass manche Untersuchungen total unnötig sind“, sagt der Experte. Stutzig werden sollte man bei Werbegeschenken wie Kugelschreibern, Mousepads oder Notizblöcken eines bestimmten Pharmaunternehmens – erst recht, wenn die Ärztin immer wieder zu Medikamenten dieses Herstellers rät. In solchen Fällen ruhig fragen, ob es nicht ein günstigeres und ebenso wirksames Arzneimittel gibt. Wenn man bislang das gleiche Medikament von einem anderen Hersteller eingenommen hat, kann man das ansprechen. Nicht immer muss die Pharmalobby dahinterstecken – manchmal geht es um günstigere Preise, bessere Verfügbarkeit oder Verträglichkeit. Manchmal haben Ärzte oder die Kassen einen neuen Vertrag mit einer anderen Pharmafirma abgeschlossen.

Alba, 37

„Als mich meine Frauenärztin auf Kinder ansprach, habe ich gesagt, dass ich definitiv keine will. Sie hat vier. Meine Entscheidung konnte sie nicht nachvollziehen. Seither ist unser Verhältnis angespannt, meine Vorsorgeuntersuchungen fallen kürzer aus. Einmal musste ich sie sogar daran erinnern, meine Brüste abzutasten.“

Julia, 32

„Ich wünsche mir seit Längerem, Mutter zu werden, aber es klappt einfach nicht. Als ich meine Frauenärztin darauf ansprach, war das Erste, was sie sagte: ,Nehmen Sie halt ab, dann wird das schon.‘ Danach habe ich die Praxis gewechselt.“

Gute Gute ÄrztinnenÄrztinnenhaben nichts gegen eine zweite Meinung

Stimmt die Kommunikation?

Patientinnen mit Beschwerden abwimmeln, keine Kapazitäten für Notfälle, ein unsensibler Umgang mit schlechten Nachrichten, zum Beispiel wenn ein Tumor entdeckt wurde oder etwas mit dem ungeborenen Kind nicht stimmt – Ärztinnen sind Menschen, und manchen Menschen fehlt leider das, was man Einfühlungsvermögen nennt. Auffällige Befunde etwa sollten niemals am Telefon mitgeteilt werden, sondern immer persönlich. Gibt es im Anschluss noch Fragen, können oft die Sprechstundenhilfen weiterhelfen: „Ich rate den Patientinnen immer, mich anzurufen, bevor sie womöglich falsche Informationen googeln“, sagt Julia Lechner, Arzthelferin aus München. Vor schwierigen Untersuchungen rät geschultes Praxispersonal außerdem, eine Vertrauensperson mitzubringen. Und nach bestimmten Eingriffen, Untersuchungen oder Befunden ruft es ein Taxi, damit man sicher nach Hause kommt.

Wird man gut beraten?

Unerfüllter Kinderwunsch und gleich mal eine Überweisung fürs Kinderwunschzentrum? So sollte es nicht laufen. Gute Gynäkologinnen beraten erst mal selbst. Denn es gibt einige Behandlungsmöglichkeiten, bevor man über eine künstliche Befruchtung oder Ähnliches nachdenken muss. Gleichzeitig haben sie aber auch nichts dagegen, wenn man eine zweite Meinung einholt. Im Zweifelsfall werden sie sogar eher dazu raten, um den bestmöglichen Behandlungsansatz für die Patientin zu finden.