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Gutes Gewissen dank Social Investment


Sachwert Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 4/2018 vom 06.09.2018

Investitionen in die Zukunft von Natur und Gesellschaft


Die Schere zwischen Arm und Reich wird Jahr für Jahr klaffender, und zwar nicht nur irgendwo am anderen Ende der Welt, sondern auch hier, im deutschsprachigen Raum. Nicht etwa, dass „die Reichen“ im stillen Kämmerchen boshafte Pläne schmieden würden, wie sie „den Armen“ einen Cent nach dem anderen abknapsen und die geschundene Natur noch weiter ausbeuten und verwüsten können. Nein, der Fehler liegt im System der globalen Marktwirtschaft – und in einer gewissen Unsicherheit, die gewohnten Pfade zu verlassen. Dabei würde eine Menge wohlhabender ...

Artikelbild für den Artikel "Gutes Gewissen dank Social Investment" aus der Ausgabe 4/2018 von Sachwert Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Sachwert Magazin, Ausgabe 4/2018

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... Menschen sehr gerne dafür sorgen, dass es auch anderen gut geht und wenn nebenbei auch noch die Umwelt geschont wird, ist das noch besser. Wer wird nicht gern zum Helden? Aber nicht nach dem Gießkannenprinzip, sondern bitte durch nachhaltige Projekte. Gewusst, wie und wo ist der Schlüssel.

Myanmar ist geologisch gesehen ein reiches Land. Grob 90 Prozent aller Rubine stammen auf Myanmar. Auch Jade und Saphire werden hier abgebaut. Metalle wie Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Zinn, Zink, Blei, Antimon und weitere seltene Erden und Industriemetalle stecken hier im Boden. Obwohl der Staat darum kämpft, den Abbau unter Kontrolle zu bekommen, sind große informelle und illegale Abbauten gang und gäbe. Fehlende Sicherheitsvorkehrungen und Kontrollen führen zu schweren Umweltschäden und Unfällen. Kinderarbeit, wie auf diesem Bild zu sehen, in 12-Stunden-Schichten ist keine Seltenheit. Bekämpfen lassen sich diese Umstände am wirksamsten von Käuferseite her.

Crowdinvestment im grünen Bereich
Wem der Sinn nicht nach so viel Wohltätigkeit steht, findet auf Crowdinvestment-Plattformen innovative Investitionsideen, die noch dazu mit recht niedrigen Einstiegsschwellen von 50 bis 250 Euro pro Projekt auch für den Kleininvestor interessant sind. Dazu gehören Energieeffizienzvorhaben und Ökostromprojekte, teils im direkten Lebensumfeld, wie LeihDeinerStadt-Geld GmbH aus Mainz, Econeers GmbH aus Dresden, Green Vesting Solutions GmbH aus Usingen, bettervest GmbH aus Frankfurt. Mit „Wattpapieren“ von greenXmoney. com werden Forderungen auf künftige Erträge aus der Stromproduktion von Windkraft- und Solaranlagen gekauft. Aus den tatsächlichen Erträgen bekommen die Schwarmanleger später eine Rendite ausgezahlt.
Die Vielfalt der Unternehmensideen wie verpackungsfreie Supermärkte oder die Produktion kompostierbaren Einweggeschirrs ist grenzenlos. Die Kiron University zur Hochschulbildung für Geflüchtete, Female Future Force Academy von Edition F, die sich für Frauenbildung einsetzt, Bonaverde, die Kaffeemaschinen mit Fairtrade-Bezug der Kaffeebohnen kombiniert oder Tado Cooling, eine ressourcensparende Klimasteuerung, die erkennt, wo sich der Hausbewohner befindet und nur dort die Klimaanlage anwirft - all diese sehr erfolgreichen Projekte wurden über den Schwarm finanziert.
Ganz risikofrei ist Crowdinvestment allerdings nicht. Die Crowdinvestment-Plattform-Betreiber haben mit bis zu 14 Prozent Beteiligung an den gesammelten Geldern ein hohes Eigeninteresse, die Projekte ins Rollen zu bringen. Dabei bleiben oft Fragen, wie die der Unternehmensfinanzierung außerhalb des Schwarms oder die Investitionsplanung, offen und sollten beim Unternehmen selbst nachgefragt werden. Geht das Projekt den Bach hinunter, steht der Crowdinvestor als Geber eines partiarischen Nachrangdarlehens ganz hinten in der Reste-Verteilerkette und bekommt meist wenig bis nichts zurück. Fazit: Crowdinvestment kann man machen, wenn man es sich leisten kann, den Einsatz zu verlieren. Allerdings finden sich derzeit auch nirgends sonst so innovative und hoffnungsvolle Geschäftsideen.


„Nach mir die Sintflut“ hat uns gefährlich in die negative Spirale von Umweltkatastrophen und menschlichen Tragödien gebracht. Ein wenig mehr Herz und Verstand beim Investment würde Großes bewirken, diese Spirale umzukehren.


Gold, das mit Umweltfreundlichkeit glänzt?
Gold ist heute wie seit Tausenden von Jahren eine konstant sichere Wertanlage mit nur wenig Schwankungen. Es ist kein Geheimnis, dass in der Goldförderung Niedriglohnarbeiter und oft genug Kinder im Kontakt mit gesundheitsschädlichen Chemikalien schuften und dabei totes Land schaffen, um aus einer Tonne Stein ein einziges Gramm Gold zu gewinnen. Eine umwelt- und sozialverträgliche Alternative zum neu geschürften Gold ist Recycling-Gold, das aus Schmuck, Altgeräten und Produktionsabfällen gewonnen wird. Eine der dazu benötigten Scheideanstalten betreibt beispielsweise die Degussa AG. Daneben ist auch Gold mit Fairtrade-Zertifikat im Handel, das aus garantiert umwelt- und menschenfreundlichem Abbau stammt. Allerdings gibt es wenig davon auf dem Markt, da wegen mangelnder Information derzeit kaum Nachfrage besteht.

Banken mit sozialem Hintergrund
Wenn‘s ums Geld geht, hört oftmals alle Skrupel auf. Nicht so bei extra entgegen diesen Gedanken gegründeten Banken wie etwa Steyler Bank Gmbh, Umwelt-Bank AG aus Nürnberg, GLS Bank, Ethik Bank, Evangelische Bank eG oder die Bank für Kirche und Caritas eG. Hier wurde der ethische Grundsatz schon in der Gründung fest verankert.

Fazit:
Wer sein Vermögen „sauber“ investieren möchte, findet reichlich Möglichkeiten dafür, wenn er sich die meist nicht einmal große Mühe macht, etwas mehr zu recherchieren und Fragen zu stellen. Ob Sie die Möglichkeiten nutzen, Ihr Geld für eine gute Sache arbeiten zu lassen, ist letztendlich eine Frage des Gewissens.


Bild: Depositphotos/imagex