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Habe Vertrauen in dich


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ich bin - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 11.01.2022

Artikelbild für den Artikel "Habe Vertrauen in dich" aus der Ausgabe 1/2022 von ich bin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: ich bin, Ausgabe 1/2022

Du kennst es bestimmt: Es gibt Tage, an denen wir schon mit einem Lächeln aufwachen. Wir freuen uns auf diesen Tag und auf die Dinge, die wir vorhaben. An solchen Tagen scheint uns alles zu gelingen, und ein bisschen Glück kommt noch oben drauf: Das Familienfrühstück wird zum wunderbaren Moment, weil deine Tochter den Abend vorher beschlossen hat, euch mit der Frühstücksvorbereitung zu überraschen.

Ganz früh war sie schon beim Bäcker und hat all das bekommen, was du die vergangenen Tage vergeblich gesucht hattest. Die Fahrt zur Arbeit war total entspannt, und im Job wartet eine positive Überraschung auf dich, ein tolles Lob von deinen Kollegen inklusive. Nach einem wunderbaren Abendspaziergang kommst du zur Ruhe und bist für diesen Tag von Herzen dankbar. Du spürst keine Zweifel an dir, bist im Vertrauen zum Leben und schläfst lächelnd ein.

Wenn die Zweifel kommen

Aber es gibt auch andere Tage: Schon ...

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... beim Aufwachen möchtest du am liebsten im Bett bleiben. Du fühlst dich kraftlos, auch weil du weißt, dass heute unangenehme Termine auf dich warten. Der Bäcker hat heute wegen Krankheit geschlossen, die Aufbackbrötchen verbrennen auf dem Toaster. Aber du hast nicht wirklich Appetit, also egal. Der Stau auf der Straße ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf den negativen Stress, der auf der Arbeit auf dich wartet. Du ärgerst dich über dich selbst, bist dir sicher, dass du schlimme Fehler gemacht hast. Du willst heute nicht widersprechen, wenn andere auf dir herumhacken. Du willst einfach nur nach Hause, ins Bett, die Decke über die Ohren ziehen und so tun, als hätte es diesen Tag nie gegeben. Was du noch nicht weißt, ist, dass dich zuhause der nächste Ärger erwartet. Deine Tochter hat in der Schule Mist gebaut, und du wirst mit dem Gedanken einschlafen, dass du wahrscheinlich auch bei der Erziehung deiner Kinder versagt hast.

Und jetzt komme ich mit dem klugen Spruch: „Verliere nicht den Glauben an dich, alles wird gut!“ Sei ehrlich, wie kommt dieser Spruch an solchen Tagen bei dir an? Trotzdem habe ich recht, und ganz tief in dir drin weißt du es auch. Aber wie gelingt es uns, dieses Wissen in Zuversicht zu verwandeln?

Eines der Zauberworte dafür lautet: Vertrauen.

Vertraue dir

Was aber heißt es eigentlich, dir selbst zu vertrauen? In meinen Augen heißt es vor allem, in schweren Situationen nicht die Hoffnung aufzugeben. Es heißt, daran zu glauben, dass du genug Kraft in dir hast – oder sie wecken kannst, um diese Situationen durchzustehen. Dieser Glauben muss fest genug sein, dass er nicht beim leisesten inneren Zweifel in sich zusammenfällt. Sonst verschwindet mit deiner Zuversicht auch deine Kraft und das Ganze wird zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung, wie man so schön sagt: Weil du nicht mehr an dich glaubst, gehen die Chancen dafür, diese Situation zu meistern, gegen Null. Das Scheitern wird dann deine Selbstzweifel nur noch verstärken. Ein Teufelskreis, der sich schwer aufbrechen lässt.

Und gerade weil du in solchen schweren Situation oft nicht mehr in Ruhe nüchtern und analytisch denken kannst, ist ein Grundvertrauen so wichtig. Ein Grundvertrauen, dass du nicht jedesmal wieder hinterfragst, das einfach da ist, wenn du es brauchst. Ich will dir mal ein ganz einfaches Beispiel dafür geben. Ich weiß nicht, ob du Auto fährst. Ich selbst fahre viel, und habe schon etliche Kilometer auf meinem Fahrer-Tacho. Und nun stell dir mal vor, du steigst in dein Auto ein und denkst jedes Mal:

„Oh, ich weiß nicht, ob ich es schaffe, gleichzeitig zu steuern und zu blinken. Ich bin mir nicht sicher, ob ich nicht doch ab und zu das Gas- und das Bremspedal verwechseln werde. Und überhaupt, das Überholen ist doch jedesmal ein neues Risiko, vielleicht sollte ich heute drauf verzichten.“ Du weißt, was passieren würde, wenn du dir diese Fragen tatsächlich jedesmal stellen würdest. Es würde genau das eintreffen, was du mit deinen Zweifeln heraufbeschwörst. Deshalb stellst du dir diese Fragen nicht, sondern vertraust ganz unbewusst deiner Erfahrung und deinem Können. Du vertraust dir einfach! Und genauso, wie es im Kleinen funktio- niert, verhält es sich auch im Großen.

Glaube an dich

Erinnere dich an Momente, in denen du dir mehr zugetraut hast, als sonst. Und erinnere dich an solche Momente, in denen dich dein Selbstvertrauen verlassen hat und die Zweifel an dir stärker waren.

Lege dir eine Tabelle an, in denen du diese Momente aufführst. Überlege auf der einen Seite, woher das starke Selbstvertrauen in dem einen Fall gekommen ist. Woran hast du gedacht? Was hast du gefühlt? Was hat dich stark sein lassen? Trage diese Gedanken neben die entsprechenden Momente ein. Auf der anderen Seite denke an die Momente des Zweifels und des Zögerns. Frage auch da, was du gedacht und gefühlt hast. Was hat dich letzten Endes zweifeln lassen?

Schau dir deine Eintragungen an und überlege, ob es ein Muster gibt. Also etwas, dass dich in solchen Situationen immer wieder entweder im Vertrauen bleiben lässt oder dich zu Zweifeln führt. Du wirst dich ein Stück besser kennenlernen und den Quellen deines Selbstvertrauens ein Stück näher kommen.

„Das wollte ich dir heute einmal sagen: Du machst es richtig und du machst es gut. Punkt.“

Stefan Goedecke

Erinnere dich

Ich habe dir dazu eine Übung zusammengestellt, die auf ganz einfachem Weg dein Selbstvertrau- en stärken kann und dir die Punkte aufzeigt, an deren du es noch weiter ausbauen solltest. In der Übung geht es darum, dass du dich daran erinnerst, wo das Vertrauen in dich selbst dazu geführt hat, schwierige Situationen zu überstehen. Und wir beide wissen, dass es viele solche Situationen in deinem Leben gab. Manche hast du vielleicht schon verges- sen, und genau deshalb wird es dir gut tun, dich jetzt ganz bewusst an solche Momente zu erinnern. Auch hier sind die kleinen Momente genauso wichtig wie die großen. Natürlich zählen auch Niederlagen und Zweifel zu unseren Erinnerungen, keine Frage. Aber es ist wichtig, dass du dich vor allem an deinen positiven Erinnerungen orientierst. Sie zeigen dir, wieviel Kraft in dir steckt, sie helfen dir, mit dir im Vertrauen zu bleiben und stärken dich für künftige Herausforderungen.

Ein Ort des Vertrauens

Meditation

Suche dir zunächst einen Ort aus, an dem du so weit es geht ungestört bist. Einen Ort, an dem du die Stille genießen und auf dich wirken lassen kannst, damit du dich nur auf dich selbst, deine Atmung und deinen Geist konzentrierst und nicht abgelenkt wirst.

Schließe deine Augen und atme tief durch die Nase ein und wieder aus. Spüre, wie dein Bauch sich hebt und senkt und nimm wahr, wie die Luft dich ausfüllt. Entspanne deine Muskulatur. Starte bei deinem Gesicht, dann gehe hinunter zu den Schultern, den Beinen und den Füßen. Atme noch einmal tief ein und aus.

Dein Körper wird schwer werden, aber das ist in Ordnung. Spüre dich selbst in deinem Körper. Beginne dir vorzustellen, dass du einen schmalen, hell gepflasterten Weg entlang gehst. Links und rechts von dir erstrecken sich weite, grüne Wiesen. Sieh dir die Farbe genau an, präge sie dir ein. Versuche den Geruch des Grases in die aufzunehmen. Siehst du Blumen? Bleibe einen Augenblick stehen und sieh dich um.

Gehe nun langsam weiter. Du kommst zu einem goldenen Torbogen. Sobald du hindurch schreitest, spürst du, wie alle Last von dir abfällt. Du fühlst dich leicht, beinahe schon schwerelos, als würde dein Körper nur schweben. Alle negativen Gedanken und Gefühle lösen sich auf. Obwohl du unsicher warst, ob du diesem Weg folgen sollst, gehst du ihn nun selbstbewusst weiter. Alles Unangenehme liegt hinter dir und ist weit weg von deinem Empfinden.

Links siehst du einen Brunnen, der mit klarem Wasser und einer kleinen Fontäne vor sich hin sprudelt. Rechts entdeckst du eine kleine, schmale Bank, die umgeben von Rosen einfach nur da steht und darauf wartet, dass du deinen Platz auf ihr einnimmst. Du entscheidest dich für den Brunnen. Langsam gehst du auf ihn zu und siehst, wie durchsichtig und klar das Wasser ist, das in einer kleinen Fontäne sprudelt.

Stelle dir nun vor, du legst dich auf die Wiese neben dem Brunnen. Du schließt deine Augen. Du kannst die warme Luft spüren, nimmst den sanften Wind wahr, der durch dein Haar gleitet und dir einzelne Haare und Haarsträhnen ins Gesicht weht, und fühlst das kalte, dennoch weiche Gras unter dir. Von weiter weg hörst du ein paar Vögel zwitschern.

Du kannst an diesem Ort einfach sein. Du hast keine Verpflichtungen, du musst dich um nichts kümmern.

Du kannst hier einfach existieren und alles um dich herum wahrnehmen.

Wenn du erholt bist, dann sieh dich noch einmal um und nimm alle Eindrücke dieses Ortes in dich auf, bevor du dich langsam erhebst. Du gehst den gepflasterten Weg zurück in die Richtung, aus der du gekommen bist. Du gehst noch einmal an dem Brunnen mit dem wunderbar klaren Wasser vorbei, wirfst einen letzten Blick auf die Bank mit den Rosen und gehst dann unter dem goldenen Tor hindurch.

Bleibe einige Sekunden liegen und finde langsam zurück in deinen Körper. Bewege die Zehen, die Fingerspitzen. Wackle ein wenig mit den Füßen und Händen und atme mehrere Male tief ein und aus. Kehre in die Schwere deines Körpers zurück und öffne, wenn du bereit dafür bist, ganz langsam deine Augen.

Vertraue auch anderen

Sich selbst mehr zu vertrauen, soll nicht heißen, die Zweifel und das Misstrauen jetzt nach außen zu lenken. So nach dem Motto: „Lass mich das mal machen, ich kann das besser als du.“ Vertrauen ist ein universelles Gefühl, etwas, was zu einer Eigenschaft tief in uns werden kann. Uns selbst mehr zu vertrauen, heißt also, überhaupt mehr zu vertrauen. Denn dem Menschen neben dir und den Menschen um dich herum geht es genauso wie dir. Auch sie brauchen Ermutigung, Zuspruch, Erfolgserlebnisse, um das eigene Selbstvertrauen, die eigene Selbstachtung zu stärken. Auch in ihnen ruht eine Kraft, die geweckt werden will, weil sie sich vertrauen.

Also übertrage das Vertrauen in dich jetzt auch auf andere, vertraue ihnen und respektiere sie. Sicher, nicht jeder Vertrauensvorschuss wird auch „zurückgezahlt“, aber darum geht es auch gar nicht. Es ist wie mit der Liebe – am tiefsten und stärksten ist sie, wenn sie bedingungslos ist.

Finde Ruhepunkte

Dir selbst zu vertrauen, dich zu achten und die Zuversicht zu bewahren, braucht Ruhe. Ruhe, um tief in dich hinein zu spüren. Ruhe, um die Hektik und den Gedankensmog des Alltags von dir abzuschütteln. Aber das klingt einfacher als es ist. Denn wir wissen alle: Dann, wenn wir die Ruhe am meisten brauchen, ist sie am schwersten zu finden. Je schneller sich das Hamsterrad dreht, desto schwieriger wird es, einfach so mal kurz auszusteigen.

Wenn du diese ICH BIN durchblätterst und auf die Texte schaust, wirst du sehen, dass sich genau diese Thematik durch unser ganzes Heft zieht. Deshalb an dieser Stelle ein paar Bemerkungen dazu, wie ich es ganz persönlich hinbekomme, meine Ruhepunkte in meinen Alltag einzubauen. Als erstes war es für mich ganz wichtig, einen Weg zu finden, der auch zu mir persönlich passt. Wie du vielleicht aus anderen Texten von mir weißt, bin ich eher ein Judoka als ein Yogaist. Ich schätze Yoga sehr, keine Frage.

Deine Ruheoasen

An dieser Stelle eine kleine Anregung für dich, einmal ganz konkret darüber nachzudenken, was genau für dich die idealen Ruheoasen oder Ruhegelegenheiten sind – oder auch werden könnten, ob Bastelzimmer, Abendspaziergang oder die Schwimmhalle. Liste sie einfach auf einem Bogen Papier auf.

Dann überlege dir, welche davon dich bisher am meisten „mitnehmen“ und wie du sie stärker nutzen, aus ihnen eine stabilere Routine machen kannst. Notiere dir dazu ein paar Stichpunkte. Dann schaue auf die, die es in Zukunft werden könnten. Suche dir eine Idee davon aus und notiere dazu, wann du sie ausprobieren wirst. In aller Ruhe.

„Ab und zu brauchen wir alle eine Umar mung, einen Kuss auf die Stirn und die Versicherung, dass alles gut ist, wie es ist.“

Stefan Goedecke

Aber mein Weg ist es nicht. Anders sieht es mit Atemübungen, Meditationen und Affirmationen aus. Sie sind für mich eine wertvolle Unterstützung, ganz bei mir zu bleiben. Ich habe inzwischen den richtigen Platz für meine Meditationen gefunden und weiß, dass meine Familie meinen Rückzug dorthin akzeptiert. Ich habe inzwischen auch Routine darin, mir meine eigenen Meditationstexte auf mein Smartphone zu sprechen, um mich vom gesprochenen Text führen zu lassen. Ich musste mich zwar erst einmal an meine eigene Stimme gewöhnen (kennst du das?), aber inzwischen klappt es wunderbar.

Wichtig ist dabei auch, dass du dir das Aufsuchen und Nutzen deiner „Ruheoasen“ zur Routine machst. Denn in den Momenten, in denen wir die Ruhe brauchen, haben wir oft gar keinen Nerv dafür, jetzt alles noch neu zu organisieren und zu überlegen, wie wir es am besten hinbekommen. Da helfen Routinen und schon vorher getroffene Vorbereitungen. Passend zu unserem Thema habe ich für dich eine Meditation geschrieben, die dich in den Raum des Vertrauens führt. Suche die für dich passendste Form, die Meditation einmal auszuprobieren. Lass dich ganz unvoreingenommen darauf ein. Und du wirst sehen, wie du zur Ruhe und ins Vertrauen kommst. Ein Gefühl, das zu bewahren sich lohnt. •

STEFAN GOEDECKE