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Hades


Play5 - epaper ⋅ Ausgabe 10/2021 vom 01.09.2021

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Bildquelle: Play5, Ausgabe 10/2021

ACTION/ROGUE-LITE | Es braucht schon ein wenig Selbstbewusstsein, um sich einen Namen wie Supergiant Games zu verpassen. Und ob Bastion, Transistor und Pyre – die letzten Spiele des kleinen Indie-Studios – wirklich so gigantisch waren, sei mal dahingestellt. Sicher ist aber: Mit ihrem neuen Werk Hades haben sich die Entwickler selbst übertroffen. Herrlich griffige Action, unverwechselbarer Stil, tolle Charaktere und cleveres Storytelling verbinden sich hier zu einem höllisch motivierenden Rogue-lite, das mit Preisen nur so überhäuft wurde. Hades ist letztes Jahr zuerst für PC und Switch erschien, nun werden endlich auch PS4 und PS5 bedient. Zeit für ein Meisterwerk!

Wirklich überraschend kam der Erfolg allerdings nicht: Schon seit Dezember 2018 war Hades im Early Access (nur am PC) spielbar und zeigte sich sofort in Topform. Seitdem haben wir mehr als 150 Stunden in dem Titel versenkt! Zwar lässt ...

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... sich die Hauptstory schon in deutlich weniger Zeit durchboxen, doch selbst dann gibt es noch so viel mehr zu tun: Für unseren Langzeittest auf mehreren Plattformen haben wir uns dutzende

Male durch die griechische Unterwelt gemäht, zahllose Sagenwesen verkloppt, mit Göttern geschäkert, Helden verkuppelt und mit dreiköpfigen Höllenhunden gekuschelt. Ein tolles Erlebnis, das trotz aller Wiederholungen einfach nicht langweilig wird.

GOLD

9 10 von Ausgabe

10/2021

Ein Prinz kratzt die Kurve

Rebellische Phasen machen zwar die meisten von uns durch, doch Zagreus treibt das Ganze auf die Spitze. Schließlich ist er kein Geringerer als der Sohn von Totengott Hades, was ihn zum unsterblichen Prinzen der griechischen Unterwelt macht. Und von der hat er die Schnauze gestrichen voll. Fest entschlossen, das Totenreich endlich hinter sich zu lassen und seine verschollene Mutter zu finden, beginnt der lässige Göttling damit, sich aus den Tiefen des Hades hinauf ins Freie zu kämpfen. Raum für Raum, Stockwerk für Stockwerk, Hauptsache es geht aufwärts. Dabei scheitert er, immer und immer wieder – und liefert so die perfekte Struktur für ein motivierendes Rogue-lite, das nicht nur mit geschliffenem Gameplay, sondern auch mit seiner netten Story punktet.

Denn in Hades locken euch nicht nur dauerhafte Verbesserungen und zig freischaltbare Inhalte immer wieder zurück ins Spiel, das Abenteuer wird auch durch einen gelungenen Plot zusammengehalten, der sich nach und nach in unzähligen, kleinen Dialogen entfaltet. Trotz zig ernster Momente verkommt Hades dabei nie zur schwermütigen Trauershow, im Gegenteil: Meistens geht es ausge-sprochen positiv und entspannt zu, eine Wohltat! Wer aber wirklich wissen will, was Zagreus’ Mutter zugestoßen ist, welche Wahrheit sein Vater vor ihm verbirgt und was das erzählerisch clevere Schlusskapitel nach dem letzten Bosskampf zu bieten hat, muss Hades viele, viele Male durchspielen. Umso besser, dass ein erfolgreicher Durchgang oft schon in 30 bis 40 Minuten erledigt ist, außerdem wird in jedem Raum automatisch gespeichert. So liefert Hades hübsch portionierte Gameplay-Happen, die sich für längere Sitzungen genauso gut eignen wie für eine kleine Runde zwischendurch.

Bloß raus aus der Unterwelt!

Hades ist simpel aufgebaut. Ihr beginnt jeden Durchgang auf der untersten Ebene Tartarus, die aus mehreren zufälligen Räumen voller Gegner besteht. Rätsel, freies Erkunden oder Plattformer-Einlagen gibt es nicht, in Hades dreht sich alles blitzschnelle Kämpfe. Habt ihr die Unterwelt-Viecher erfolgreich plattgemacht, geht es weiter zum nächsten Raum, bis ihr irgendwann einen Bossgegner erreicht. Liegt auch der am Boden, steigt ihr ins nächste Stockwerk rauf, wo ein neues Setting auf euch wartet, diesmal das von Lavaseen durchzogene Asphodel. Dort wiederholt sich das ganze Spielchen, nur eben mit neuen Gegnern und Zwischenbossen. Danach kommen nochmal zwei weitere Ebenen – und dann steht ihr auch schon dem Endboss gegenüber. Klingt eintönig? Ist es im Grunde auch! Tatsächlich könnte Hades gerade bei den Bosskämpfen, Gegnern und Schauplätzen deutlich mehr Abwechslung vertragen, hier liegt die größte Schwäche des Actionspiels. Doch das gleichen die Entwickler mit einem umfangreichen Upgradesystem locker wieder aus.

Den Göttern sei Dank!

Es fängt schon bei der Waffenauswahl an. Vor jedem Durchgang schnappt ihr euch eine von sechs Hauptwaffen aus dem Regal, die es außerdem noch in vier unterschiedlichen Varianten gibt. Egal, ob Schwert, Bogen, Speer, Wurfschild, Kampfhandschuh oder Fantasy-Knarre, jede Waffe erfordert einen unterschiedlichen Spielstil und setzt andere Schwerpunkte. Zagreus’ Repertoire ist überschaubar, er kann einen Haupt- und Zweitangriff einsetzen, mit einer schnellen Dash-Bewegung ausweichen und mit einem magischen Geschoss macht er Gegnern auf Distanz die Hölle heiß.

Doch nun geht der Spaß erst richtig los: Unterwegs erbeutet Zagreus regelmäßig neue Upgrades, viele davon bekommt er von fröhlichen, griechischen Göttern in die Hand gedrückt. Von Zeus gibt’s beispielsweise kräftige Kettenblitzeffekte, der flinke Hermes hat praktische Ausweichtalente im Gepäck und Kriegsgott Ares verstärkt unsere Angriffe mit mächtigen Schadenszaubern. Demeter verpasst uns mörderische Eis-Effekte, Aphrodite hat Schwächungszauber dabei und Athene pimpt unsere Defensive mit nützlichen Schildverbesserungen. Und das ist nur eine winzige Auswahl der unzähligen Upgrades, aus denen wir uns in jedem Spieldurchgang einen mächtigen Build zusammenstellen. Jede Götterkraft lässt sich noch in Rangstufe und Level aufwerten, außerdem gibt es besonders starke Duo-Effekte und Synergien, die aus Zagreus eine wahre Kampfmaschine machen.

Wer klug vorgeht, steht dem Endboss mit einem Helden gegenüber, der Geschosse lässig abprallen lässt, der sich mit jedem Schwerthieb heilt und dabei Zauber entfesselt, die selbst dickste Brocken in Rekordzeit wegputzen! Besonders cool: Pro Run kommen noch mehrere Upgrades hinzu, die das Verhalten der Waffe komplett umkrempeln. Da wird der Wurfspeer plötzlich zur explodierenden Lanze, das Schwert schleudert magische Energiewellen und die Knarre mutiert mal eben zum Raketenwerfer oder feuert plötzlich fünf Granaten auf einen Schlag ab. Egal, womit man gerade kämpft, Hades spielt sich durchweg klasse und flüssig. Mit etwas Übung dashen wir rasend schnell durch die kleinen Arenen,während wir die Feinde punktgenau an die Wand klatschen, Geschossen ausweichen und Fallen umgehen. Gerade auf höheren Herausforderungsstufen, in denen die Gegner und Bosse mehr Tricks auf Lager haben, sind zwar erstklassige Reflexe nötig, aber dafür wird die Action auch nach vielen Stunden nicht langweilig. Und für alle jene, die nur die Story erleben und stressfrei durchkommen möchten, gibt es im Optionsmenü noch ein nettes Extra: Wer hier den Götter-Modus aktiviert, hat mit den Gegnern leichtes Spiel, da Zagreus dann bei jedem Ableben stärker wird.

Stilvoll durch die Unterwelt

Hades spielt sich aber nicht nur klasse, es sieht auch so aus: Der Comicstil aus der isometrischen Ansicht glänzt mit vielen Details, weichen Animationen und hübschen Effekten. Hier und da leidet zwar auch mal die Übersicht, insbesondere wenn gegen Ende eines Runs viele Zauber gleichzeitig über den Bildschirm prasseln, doch meistens hat man alles gut im Blick. Der Sound steht der Optik in nichts nach, denn typisch für Supergiant Games ist auch die Musikbegleitung ein Volltreffer: Hades wird von einem großartigen Soundtrack untermalt, der das Geschehen stimmungsvoll begleitet und gut auf das Spieltempo abgestimmt wurde, ohne uns auf die Nerven zu gehen. Tipp: Der Soundtrack ist in der physischen Disc-Version als Download-Code enthalten.

Tot, aber glücklich

Egal, ob man den letzten Boss knackt oder doch mal wieder den Löffel abgibt: Am Ende landet der stoische Zagreus immer wieder im Tempel seines Vaters Hades, der ihn mit einem höhnischen Kommentar empfängt. Doch bevor man sich gleich in den nächsten Fluchtversuch stürzt, sollte man die Verschnaufpause nutzen, denn auch zu Hause gibt’s viel zu tun! Zum Beispiel wohnen im Tempel noch andere Charaktere, die Zagreus Mut machen und ihn bei seinem Plan unterstützen. Egal, ob man mit Nyx, Thanatos oder einem fröhlichen Skelett mit dem Hang zur Selbstzerstörung plaudert: Die Gespräche sind knackig geschrieben, erstklassig (auf Englisch) vertont und scheinen einfach kein Ende zu nehmen! Selbst nach hundert Spielstunden haben viele Figuren noch frische Kommentare auf Lager und sorgen dafür, dass sie uns mit der Zeit richtig ans Herz wachsen. Die meisten Charaktere können wir außerdem mit Nektar und Ambrosia beliefern, dadurch verbessert sich ihre Beziehung zu Zagreus, bis sie ihn irgendwann um kleine Gefallen bitten oder ihm Andenken hinterlassen, die ihm mächtige Boni verpassen. Auch hier gehen Story und Gameplay Hand in Hand.

Es gibt viel zu tun

Aber nicht nur die Bewohner solltet ihr regelmäßig abklappern, auch der Tempel selbst braucht eure Aufmerksamkeit: Mit gesammelten Edelsteinen marschiert ihr zum Baumeister und schaltet dort dauerhafte Upgrades frei, beispielsweise neue Levelelemente wie Schatzkisten, Portale oder mit Gold gefüllte Krüge, die einem dann in künftigen Runs begegnen können. Außerdem dürfen wir Hades’ Totentempel nach und nach mit massenhaft Verzierungselementen schmücken, vieles davon ist reine Dekoration, anderes dagegen kann auch spielerische Vorteile brin-gen. Vor allem in den ersten Stunden wichtig: Der Spiegel der Nacht, denn hier aktiviert ihr dauerhafte Vorteile, die noch dazu in zwei Ausführungen vorliegen, das lädt zum Experimentieren ein. Waffen lassen sich ebenfalls in mehreren Rängen aufleveln, beim Händler tauscht man überschüssige Schätze ein und wer unterwegs (per Minispiel) ein paar Fische fängt, darf die Beute direkt beim Koch abliefern, der Zagreus dann mit weiteren Materialien belohnt. Und damit das Spiel nicht zu leicht wird, darf man sich vor jedem Run auch neue Modifikatoren hinzuschalten, zum Beispiel größere Gegnergruppen, verringerte Heilung, stärkere Bosse oder ein Zeitlimit, das euch mächtig auf Trab halten wird. All diese Effekte sorgen zwar für eine deutlich größere Herausforderung, werfen aber auch neue Belohnungen ab, die ihr dann wieder in den Tempelausbau und in Waffenverbesserungen stecken könnt.

So bleibt Hades mit seinen ständigen Wiederholungen zwar einerseits unglaublich einförmig, andererseits sorgen die unzähligen Story-Häppchen, die immer neuen Upgrade-Kombos und die freischaltbaren Inhalte auch für eine ungeheure Motivation. Dass man damit Dutzende Stunden und mehr zubringen kann, ohne sich zu langweilen, spricht eine deutliche Sprache: Hades ist ein herausragendes Rogue-lite geworden und darf sich in einem Atemzug mit den besten des Genres nennen. An Hades muss sich die Konkurrenz messen.

Hades ist für PS4 und PS5 erhältlich. Auf PS5 läuft das Spiel auch in 4K bei 60fps. Eine Cross-Save-Funktion wie in den PC- und Switch-Fassungen gibt‘s dagegen leider nicht.

FELIX SCHÜTZ

Meinung

„Damals wie heute: An Hades muss sich die Konkurrenz messen.“

Felix Schütz Redakteur

Einfach klasse, was Supergiant Games hier geschaffen hat: Hades liefert vom ersten Augenblick an großartige Unterhaltung, die sich sowohl an Gelegenheitsspieler wie auch an Action-Profis richtet. Egal, ob ich mit den sympathischen Charakteren launige Gespräche führe, mich wunderbar flüssig durch die Monsterhorden kloppe, mächtige Skill-Kombinationen entdecke oder einfach nur den gelungenen Stil genieße:

Hades liefert massig Spielspaß pro Minute und ist damit auch wunderbar für kurze Sessions geeignet, was mir sehr entgegenkommt. Mein einziger wirklicher Kritikpunkt ist der Mangel an Abwechslung: Mehr Boss-Variationen, mehr Zufallsbegegnungen und unterschiedlichere Settings hätten Hades sicherlich gutgetan. Auch aus der Story hätte man – gerade gegen Ende – vielleicht noch mehr machen können. Abgesehen davon bin ich aber mehr als zufrieden: Hades ist ein echtes Action-Highlight geworden, eines der besten Rogue-likes auf dem Markt – und nun, ein Jahr später, endlich auch für PS4/PS5 erhältlich.