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HAENEL „JÄGER 10 COMPACT SOFT TOUCH BLACK“: Auf den Punkt gebracht


Wild und Hund - epaper ⋅ Ausgabe 13/2019 vom 04.07.2019

Das von AKAH aufgelegte Sondermodell der „Jaeger 10“ ist als Allrounder konzipiert und speziell auf den Schalldämpfereinsatz abgestimmt. Claudia Elbing und Michael Schmid führten den kurzen Repetierer im Revier und auf dem Schießstand.


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Bildquelle: Wild und Hund, Ausgabe 13/2019

Wer eine moderne und vielseitige Büchse bauen und erfolgreich verkaufen möchte, muss genau hinhören. Wie ticken die Jägerinnen und Jäger, welche Wildarten stehen im Fokus, wie wird gejagt und wie lauten die waffentechnischen Ansprüche? Das Großhandelshaus AKAH hat das Ohr am Kunden und bietet mit der „Compact Soft Touch Black“ einen nach eigenen Vorstellungen ...

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Wer eine moderne und vielseitige Büchse bauen und erfolgreich verkaufen möchte, muss genau hinhören. Wie ticken die Jägerinnen und Jäger, welche Wildarten stehen im Fokus, wie wird gejagt und wie lauten die waffentechnischen Ansprüche? Das Großhandelshaus AKAH hat das Ohr am Kunden und bietet mit der „Compact Soft Touch Black“ einen nach eigenen Vorstellungen konzipierten, kompakten Ansitz-, Pirsch- und Drückjagdrepetierer an. Unser erster Eindruck: Kein Schnick-Schnack, sondern zeitgemäße Funktion.

Basis der Büchse ist das bewährte Haenel „Jaeger 10“-System. Rund um den Suhler Drehzylinderverschluss platziert AKAH eine Vielzahl praktisch durchdachter Ausstattungsmerkmale.

Das beginnt ganz unscheinbar mit dem Kaliber. Das Sondermodell wird ausschließlich in .308 Win. angeboten. Was auf den ersten Blick nach einer wenig kundenfreundlichen Lösung aussieht, entpuppt sich auf den zweiten als kluge Entscheidung. Die Reduktion auf ein Kaliber senkt die Produktions- und Lagerkosten und so den Preis der Waffe. Jagdpraktische Einschränkungen sind damit so gut wie nicht verbunden. Denn keine andere Patrone bietet ein derart breites Leistungsspektrum in Verbindung mit einer enormen Munitionsauswahl.

Egal ob bleihaltig oder bleifrei, in .308 Win. ist vom leichten Flitzer bis zum dicken Brummer fast jeder Geschosstyp erhältlich. Hohe Eigenpräzision, gute Energieausbeute aus kurzen Läufen und günstige Munitionspreise – was will man mehr? Moderne Neuentwicklungen, wie die RWS „Performance Line“, Norma „Bondstrike“ oder Winchester „Extreme Point Copper Impact“, erweitern die Einsatzmöglichkeiten bis hin zu schwerem Schalenwild und weiten Schussdistanzen. Auch beim Training ist die kurze .30er eine gute Wahl. Hochpräzise oder schadstoffreduziert fürs Schießkino, die Regale sind meist lückenlos bestückt. Ein weiteres Plus: Ein Gewehr ausschließlich in .308 Win. kann problemlos auf ein kostspieliges Wechsellaufsystem verzichten.

Das Rohr der „Jaeger 10“ ist deshalb fest in der Stahlhülse verschraubt. Verriegelt wird, wie bei modernen Büchsen üblich, direkt im Lauf. Die Baulänge von 470 mm (450 mm ohne Verriegelung) ist perfekt auf die Verwendung von Schalldämpfern (SD) abgestimmt. Damit bleibt die „Compact Soft Touch Black“ (Gesamtlänge: 100 cm) auch mit aufgesetzter Flüstertüte ausreichend führig. Als Befestigungsschnittstelle dient ein serienmäßiges M 15 x 1- Mündungsgewinde. Wie es sich für einen richtigen Allrounder gehört, ist der Lauf mit einer Offenen Visierung ausgestattet. Die robusten Stahlbauteile sind auf den flüchtigen Schuss und kurze Distanzen ausgelegt. Drei grüne Punkte auf der Kimme führen das Auge über das leuchtrote Rundkorn fast automatisch zum Ziel. Dank dachförmigem Kimmenblatt hat man die Umgebung bestens unter Kontrolle. Eingeschossen wird das Visier mittels Stell-/Klemmschrauben an Kimme und Korn.

Fotos: Claudia Elbing

Nutzt man die Büchse in Verbindung mit einem schlanken Aufsatzschalldämpfer (Beispiel: B&T „Tiger“, Rohrdurchmesser: 40 mm), kann sowohl über die Optik als auch über Kimme und Korn gezielt werden. Aufgrund der hohen Visiersockel fallen dabei die Sichtbeschränkungen minimal aus. Auch leistungsstarke Overbarrel-SD lassen sich auf dem AKAH-Sondermodell befestigen. Der Kornsockel ist nach wenigen Umdrehungen mit einem Inbusschlüssel abnehmbar. Der nach hinten überstehende Teil des SD (im Test: Freyr&Devik „Featherweight 269 Titanium“) lässt sich dann problemlos über den Lauf schieben. Wer auf stimmiges Design Wert legt, kann zusätzlich den Kimmensockel abschrauben. Mehr Kombinationsmöglichkeiten in puncto Visierung und Schalldruckreduktion bieten nur wenige Büchsen.

Um unterschiedlichen persönlichen Vorlieben zu genügen, ist die Haenel mit einem Kombiabzug ausgestattet. Direkt betätigt, löst das Züngel den Schuss bei einem praxisorientierten Zeigefingerdruck von 1 200 g aus. Die Charakteristik stimmt: kein Vorweg, kein Kriechen. Damit lassen sich von der flüchtigen Sau bis zur weit entfernten Gams alle jagdlichen Situationen meistern. Der mit Entstechautomatik ausgestattete Rückstecher löst bei gerade mal 130 g aus. Damit spielt man, zumindest auf Bewegungsjagden, im wahrsten Sinne des Wortes mit dem Feuer. Unangenehm beim Stecherschuss ist das weit nach hinten durchfallende Züngel. Alle AbzugsStellschrauben sind versiegelt, Einstellungen sind nur durch den Fachmann möglich.

Ausreichend, aber nicht optimal für eine Allround- und Strapazierbüchse, ist die Sicherungstechnik der „Jaeger 10“. Der hinter dem Kammerstängel platzierte Kipphebel wirkt lediglich auf den Abzugsstollen. Die bei Pirsch, Drückjagd und Nachsuche oft erforderliche Kombination aus maximaler Sicherheit und schneller Feuerbereitschaft wäre mit einer Handspannung besser gewährleistet. Die Bedienung jedoch ist komfortabel und mit etwas Fingerspitzengefühl auch leise im Anschlag möglich. Der griffige Kipphebel bietet zwei Positionen: „Gesichert, Kammer gesperrt“ und „Feuer“. Mittels separater Druckplatte lässt sich der Verschluss auch im gesicherten Zustand öffnen. Das überstehende Schlösschen signalisiert den gespannten Zustand der Waffe.

Kimme und Korn sind einstellbar. So klappt auch der treffsichere, bewegte Schuss auf kurze Distanzen.


Von der Stange ist das Verschlusssystem des AKAH-Sondermodells. Die Kammer der „Jaeger 10“ verriegelt mit drei Doppelwarzen. Aufgrund sternförmiger Anordnung beträgt der Öffnungswinkel nur 60°. Damit geht der Repetiervorgang flott von der Hand. Unterstützt wird schnelles Laden durch den griffigen Kugelabschluss des Kammerstängels. Der Verschluss läuft geschmeidig und weitgehend spielfrei. Für exakte Führung sorgt der Schlosshalter in Verbindung mit einer breiten Steuernut. Fest in den Kammerkopf integriert sind Auszieherkralle und Ausstoßbolzen. Beide Bauteile gewährleisteten im Test einen zuverlässigen Hülsenauswurf. Guten Korrosions- und Stoßschutz bieten die Ilaflon-beschichteten Stahloberflächen.

Serienmäßig hat die Haenel ein M 15 x 1-Mündungsgewinde.


Die Munitionszufuhr erfolgt über ein Zick-Zack-Stahlblechmagazin. Entgegen den Herstellerangaben (3 + 1) verdaute unsere Testwaffe problemlos eine vierte Patrone (4 + 1). Ein nicht zu verachtender Vorteil auf Drückjagden. Das Wechselmagazin verriegelt mit zwei Haken fest im Schacht. Über einen formschön in den Abzugsbügel integrierten Drucktaster lässt sich die Arretierung lösen. Unbeabsichtigte Betätigung, zum Beispiel durch vorbeistreifende Äste, wird durch die vorgegebene Bewegungsrichtung zur Mündung hin und eine stramme Feder weitgehend ausgeschlossen. Das Magazinhandling ist einfach – Wechsel und Aufmunitionieren eine Sache von Sekunden. Empfindliche Geschossspitzen schützt der eingearbeitete Schulterstopp.

Eine Picatinny-Schiene ist ab Werk fest verschraubt. Dadurch sind günstige und wiederholgenaue Montagen möglich.


Bei der Zielfernrohrmontage setzt AKAH auf die weit verbreitete Picatinny-Schiene. Serienmäßig mit der Hülse verschraubt, lässt sich damit vom Rotpunktvisier bis hin zur Zieloptik mit Nachsichtvorsatz alles schussfest und preiswert realisieren. Ein weiterer Vorteil ist die individuelle Einstellmöglichkeit des Augenabstandes. Das auf der Testwaffe mit Ringen und Hebelklemmontage befestigte Minox „ZX5 2 – 10 x 50“ bewährte sich im Test als vielseitiger Allrounder. In der Praxis führten wir die Büchse in der Kombination Overbarrel-SD/Zielfernrohr. Auf engen Drückjagdschneisen und bei Nachsuchen kam jedoch vereinzelt die Offene Visierung zum Einsatz. Dazu nahmen wir SD und Zielfernrohr ab und schraubten den Kornsockel wieder auf. Treffpunktverlagerungen waren dabei nicht feststellbar.

Vorsicht ist beim erneuten Aufsetzen des „Minox“ geboten. Um Setzschüsse zu vermeiden, ist die Optik vor dem Schließen der Klemmhebel in Schussrichtung gegen den Anschlag der Picatinny-Schiene zu drücken. Beachtet man diese Spielregel, sind Fehlschüsse zumindest technisch kein Thema. Gerade mal 17 mm betrug der mit Schalldämpfer geschossene Streukreis mit der 9,7 g schweren Winchester „Extreme Point Copper Impact“ (5 Schuss/100 m). Auch mit der Lapua„ Naturalis“ (11 g) kam die Messschieberanzeige nicht über 24 mm hinaus. Und bleihaltig? Egal ob Norma „TipStrike“, RWS „Speed Tip Professional“ oder Geco „Plus“, die Haenel schoss hochpräzise (Streukreise: 20 bis 26 mm) und das ohne chemisch-mechanische Zwischenreinigung. Das Abnehmen des Schalldämpfers hatte außer einer geringfügigen Treffpunktverlagerung (3 cm tief) keine weiteren Präzisionseinbußen zur Folge. Hier macht sich der kurze, dicke und damit schwingungsreduzierte Lauf (Mündungsdurchmesser: 19 mm) positiv bemerkbar.

Fotos: Claudia Elbing

Die Sicherung hat zwei Positionen („Sicher“ [l.] und „Feuer“ [r.]) und wirkt auf den Abzugsstollen.


Trotzdem nur drei Patronen reinpassen sollen, finden vier im Magazin Platz.


Mit der Winchester „Extreme Point Copper Impact“ betrug der Streukreis 17 Millimeter.


Mit Schalldämpfer schießt sich die nur drei Kilogramm schwere Büchse (ohne ZF) äußerst komfortabel. Etwas heftiger, aber immer noch gut beherrschbar, fällt der „Kick“ ohne Flüstertüte aus. Anteil daran hat der rückstoßreduzierende, gerade Kolben und die ausgezeichnet dämpfende Gummischaftkappe. Der robuste, glasfaserverstärkte Kunststoffschaft hat eine Standardkolbenlänge von 36,5 cm. Wer es kürzer oder länger braucht, muss – mangels Verstellmöglichkeiten – die Schaftkappe wechseln. Für sicheres Waffenhandling bei jeder Witterung sorgt die griffige Soft-Touch-Oberfläche. Ergonomisch nicht mehr zeitgemäß ist der weit nach hinten geschwungene Pistolengriff. Zwei Riemenbügel und eine zusätzliche Wechselöse zur Zweibeinbefestigung runden die Schaftausstattung ab.

Fazit: Mit der „Compact Soft Touch Black“ hat AKAH einen grundsoliden, preisgünstigen Allrounder im Programm (999 €). Robust, führig, präzise und mit vielfältigen Anbauund Kombinationsmöglichkeiten ausgestattet, überzeugte die Büchse im Test als funktionales Revierwerkzeug. Luft nach oben besteht bei Sicherheitstechnik und Schaftform. Modellpflege ist ab Sommer angesagt. Dann ersetzt die neue „iSight“-Technik (s. WuH 7/2019, S. 72) das bisher verwendete Wechselvisier.

Dank eines Drucktasters kann die Kammer im gesicherten Zustand geöffnet werden.


Foto: Claudia Elbing