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Hagelunwetter vom Wochenende: Schneise der Verwüstung im Rhein-Main-Gebiet


TASPO - epaper ⋅ Ausgabe 34/2019 vom 24.08.2019

Knapp 20 Schadensmeldungen bei der Gartenbau-Versicherung mit über 500.000 bis 750.000 Euro Schadenssumme eingegangen


Artikelbild für den Artikel "Hagelunwetter vom Wochenende: Schneise der Verwüstung im Rhein-Main-Gebiet" aus der Ausgabe 34/2019 von TASPO. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Als hätte Schrotschuss diese F-Clean-Folie getroffen – nach dem Hagel am 18. August muss die komplette Folieneindeckung dieses Gewächshauses ausgetauscht werden.


Diese Freiland-Chrysanthemen wurden durch den Hagel regelrecht „geschreddert”.


Fotos: Gartenbau-Versicherung

Unpassierbare Straßen, Häuser mit zerstörten ...

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... Fassaden und abgedeckten Dächern sowie massenweise umgestürzte Bäume waren das Resultat eines heftigen Hagelgewitters am Sonntag, dem 18. August im Rhein-Main-Gebiet. Betroffen waren auch wieder Gartenbaubetriebe, hier insbesondere südlich und südöstlich von Frankfurt, meldet die Gartenbau-Versicherung (GV). Der Versicherungsgesellschaft auf Gegenseitigkeit wurden knapp 20 Schäden, teils von beträchtlichem Ausmaß, gemeldet. Sie rechnet mit Entschädigungsleistungen zwischen 500.000 und 750.000 Euro. Hiervon betroffen sind den Angaben zufolge sowohl Gewächshausanlagen als auch Freilandflächen, in zwei Fällen zudem angeschlossene Wohngebäude. Die zuständigen Außendienstmitarbeiter befinden sich seit Montagfrüh vor Ort zur Schadenaufnahme, um so die zeitnahe Regulierung und Wiederaufnahme der Produktion sicherzustellen.

Freiland: Topfpflanzen wie abgemäht
In einzelnen Unterglasbetrieben gingen laut GV bis zu 1.000 Scheiben zu Bruch, in einem Betrieb wurde durch die hohe Geschwindigkeit der Hagelkörner die an sich als relativ hagelfest eingestufte F-Clean-Folie total zerstört (siehe Foto links). Im Freiland wurden Topfpflanzen auf einigen Flächen weiträumig umgeweht und selbst die Töpfe dann vom Hagel zerlöchert. Besonders auffällig zeigten sich hierbei auch die Schäden an den Pflanzen. Insbesondere Chrysanthemen, aber auch Callunen und einige Stauden wirkten nach dem Hagel wie abgemäht. Ob „nur” zerstörte Töpfe oder beschädigte Pflanzen: In beiden Fällen seien diese Bestände wirtschaftlich nicht mehr zu nutzen und müssten entsorgt werden (siehe Foto rechts).

Zunächst wurde von Tornado ausgegangen
Durch die lokale Begrenzung des Unwetters einerseits und die schweren Schäden andererseits wurde zunächst von einem Tornado ausgegangen, führt der Versicherer weiter aus. Laut Deutschem Wetterdienst handelte es sich jedoch um eine Superzelle, einem Zusammenschluss mehrerer Gewitterzellen, mit heftigen Fallböen. Diese können Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 Kilometern je Stunde entwickeln und entstehen, wenn kalte Luft in einem Gewitter nach unten fällt und auf den Boden trifft.

Beim Unwetter am Sonntag waren laut GV genau diese Böen dafür verantwortlich, dass Hagel in sehr starker Dichte und mit ungewöhnlich hohen Geschwindigkeiten fast waagerecht auf die sich in der Unwetterschneise befindlichen Gegenstände und Pflanzen „einpeitschte”. Großer Sachschaden war damit vorprogrammiert.