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Haie hautnah


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Gong - epaper ⋅ Ausgabe 3/2022 vom 14.01.2022

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Bildquelle: Gong, Ausgabe 3/2022

WEISSER HAI Der größte Raubfisch der Weltmeere kann mehr als sieben Meter lang werden

GANZ NAH DRAN

Der preisgekrönte Unterwasser- Kameramann Didier Noirot, der seine Karriere bei Jacques Cousteau begann, fängt spektakuläre Bilder ein

150 Mio. Haie verteilen sich auf über

500 Arten

Beim Rendezvous zweier Weißspitzen-Riff haie im Südpazifik geht es ganz schön wild zu. Das Männchen verbeißt sich in die Flosse seiner Partnerin, um sie festzuhalten. Die Haut des Weibchens ist extradick, die Wunde wird schnell verheilen. Viel bedenklicher: Hinter Korallen versteckt lauert eine Muräne auf das beschäftigte Paar. Wie der Erotikthriller ausgeht, verrät die Doku „Haie leben gefährlich“ (siehe TV-Tipp).

Denken wir an Haie, kommt den meisten von uns sofort ein Untier in den Sinn: Steven Spielbergs „Der Weiße Hai“ (1975) ...

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... bleibt ein Meisterwerk, hat das Image der Raubfische jedoch böse beschädigt, sie sind als blutrünstige, gnadenlose Killer verschrien. Die Realität sieht jedoch anders aus – und Hai ist nicht gleich Hai: Weltweit sind über 500 Arten bekannt. Die Dokumentation räumt mit Vorurteilen auf und taucht tief ein in die Welt der vielfältigen Meeresjäger, zeigt sie von ihrer verletzlichen oder auch mal unbeholfenen Seite – ein spannendes Plädoyer für Verständnis und Schutz der vermeintlichen Horrorspezies. Der Filmtitel deutet es bereits an: Haie sind eher gefährdet als gefährlich. In den vergangenen 50 Jahren hat sich ihre Anzahl in den Weltmeeren um rund 70 Prozent verringert.

Zahnpflege und Teamwork

Seit 400 Millionen Jahren bevölkern Haie bereits die Ozeane. Viele Arten existieren seit rund 60 Millionen Jahren beinahe unverändert, in arktischen wie auch in tropischen Gewässern. Am langlebigsten ist der Grönlandhai, der mehrere Hundert Jahre alt wird und in stockfinstere Tiefen von mehr als 2000 Metern abtaucht. Ein solches Exemplar kommt dem renommierten Unterwasserfilmer Didier Noirot („Unsere Ozeane“) zwar nicht vor die Kamera, dafür schwimmt aber ein sanfter Riese durchs Bild: Der Walhai ist der größte Fisch der Welt – und ernährt sich ganz harmlos von Plankton.

Wenn kleine Fische scharenweise direkt in aufgesperrte Haimäuler schwimmen, wirkt das im ersten Moment verstörend: Sind die lebensmüde? Tatsächlich werden wir hierbei Zeugen einer professionellen Zahnreinigung: Putzerfische befreien die beachtlichen Gebisse ihrer Fressfeinde von Speiseresten, „picken“ Parasiten von deren Haut und genießen so eine Gratismahlzeit, während ihr Wirt stillhält. Nur Weißspitzen-Riff haie kommen bei der Körperpf lege allein zurecht. Sie können sich nämlich am Meeresgrund flach hinlegen und „ziehen“ durch Anspannen von Maul- und Kiemenmuskeln einen sauerstoffreichen Wasserstrom – die perfekte Munddusche. Kooperativ sind sie dennoch: Obgleich es vor allem unter den großen Haiarten Einzelgänger mit Revieranspruch gibt, haben sich Weißspitzen- mit Grauen Riffhaien verbündet. Schließlich erhöht Teamwork die Chancen auf reiche Beute für alle, etwa bei der Jagd auf Sardellenschwärme: Die einen schwimmen unter den Schwarm und treiben ihn aufwärts, die anderen kreisen die Fische ein und schneiden ihnen die Fluchtwege ab.

Feind Nr. 1 ist der Mensch

Von Anfang an auf sich allein gestellt ist der pazifische Epaulettenhai: Das Neugeborene schlüpft zwar voll entwickelt, seine Mutter aber ist längst weitergezogen. Haie haben keinen Mutterinstinkt. Für den kleinen Überlebenskünstler, durchschnittlich 60 Zentimeter lang, lautet die Devise also: Learning by Doing.

Nur sieben Arten können dem Menschen überhaupt gefährlich werden, etwa der massige Bullenhai, der eine Zeitlang in Süßwasser überleben kann und bis in Flüsse vordringt. Nicht unbedingt freiwillig: Die Meere sind überfischt und verschmutzt, mit der Nahrung aufgenommenes Mikroplastik führt zu Vergiftungen. Allein 38 Millionen Haie jährlich werden wegen ihrer Flossen getötet, die Suppe gilt vor allem in Asien als Delikatesse. Millionen weitere verenden als Beifang in Fischernetzen. Aktuell gelten mehr als drei Viertel der Bestände als bedroht. Selbst der so berüchtigte Weiße Hai ist in Lebensgefahr.

ULRIKE SCHRÖDER