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„HAMILTON IST EIN VER DIENTER CHAMPION, VETTEL UNVERDIENTER VIZE“


Auto Bild motorsport Sonderheft - epaper ⋅ Ausgabe 1/2018 vom 01.12.2017

Ex-Boss Ecclestone und wie er die Formel-1-Welt sieht. Diesmal: sein Urteil über die WM-Rivalen


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Bernie Ecclestone zieht sich immer mehr zurück. In Brasilien trafen wir ihn dennoch zum Gespräch


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Vettel und Hamilton im Kampf um die erste Kurve: Am Ende hatte Hamilton klar die Nase vorn


Fotos: ATP J. Kian/Picture Alliance © nordphoto/Bratic/Picture Alliance

Herr Ecclestone, wie bewerten Sie den Zweikampf zwischen Lewis Hamilton und Sebastian Vettel in dieser Saison?

Bernie Ecclestone (88): Lewis ist ein verdienter Weltmeister geworden und Sebastian ein unverdienter Zweiter.

Wie meinen Sie das?

Ich meine, dass Lewis überragend war, aber auch die totale Unterstützung vom Team bekam. Das kann man bei Sebastian nicht behaupten. Mein Eindruck ist, dass Ferrari nach dem Tod von Sergio Marchionne in alte Strukturen verfiel. Es fehlte die starke Hand, und es herrschte mehr Chaos als konstruktives Handeln. Es gab plötzlich merkwürdige Fehler in der Strategie, und von außen hatte man den Eindruck, dass Ferrari mehr für Kimi Räikkönen machte als für Sebastian. Er ist Opfer, nicht Täter. Hätte Ferrari ihn genauso unterstützt wie Mercedes Lewis, Sebastian hätte auch Weltmeister werden können. Ein Team muss seinen Titelkandidaten kompromisslos unterstützen. Genau das hat Mercedes gemacht, Ferrari leider nicht.

Aber Sebastian Vettel hat auch Fehler gemacht, dafür haben Sie selbst ihn zuletzt hart kritisiert. Anders als Michael Schumacher habe er Ferrari nicht aus der Krise geführt.

Das stimmt, aber man muss auch fragen warum? Ein Team muss einen Toppiloten stärken, nicht schwächen. Jean Todt stand damals voll hinter Michael. Aber wenn ein Fahrer die Unterstützung seines Teams nicht spürt, steigt die Fehlerquote. Denn das meiste spielt sich im Kopf ab. Auch Lewis war 2016 nicht so souverän, als er sich mit Nico Rosberg duellieren musste. 1986 verlor Williams den Titel, weil sie Nigel Mansell und Nelson Piquet nicht im Griff hatten. Damals profitierte Alain Prost davon. 2007 wäre Fernando Alonso locker Weltmeister geworden, wenn Ron Dennis und McLaren rechtzeitig ins Teamduell mit dem damaligen Neuling Lewis Hamilton eingegriffen hätte. Sie taten es nicht, nur so konnte Kimi Räikkönen gewinnen.

Trotzdem: Warum ist Lewis Hamilton ein verdienter Weltmeister?

Weil er wahrscheinlich die beste Saison seiner Karriere abgeliefert hat. Er war konstant, und bei all seinem Speed ist er immer unglaublich kontrolliert gefahren. Er ist einer der Besten aller Zeiten, ohne Frage. Aber ich denke, Sebastian steht ihm in nichts nach.

Wie geht Sebastian mit der Niederlage um? Wird er wieder stark zurückkommen?


„Mercedes hat diese gründliche deutsche Arbeitsweise, die an Perfektion grenzt.“


Bernie Ecclestone (88)

Da habe ich keine Zweifel. Aber er braucht wie gesagt auch Unterstützung von Ferrari.

Machen die Regeländerungen der Aerodynamik für 2019 Hoffnung, dass die Dominanz von Mercedes beendet wird und Ferrari den Titel gewinnt?

Das bezweifle ich. Ich setze immer noch auf Mercedes. Geld entscheidet immer eine WM, und Mercedes hat mit Abstand am meisten davon. Dazu kommt: Mittlerweile bekennt sich Ferrari wieder zu seinen italienischen Wurzeln, und das führt zu merkwürdigen Fehlern und Leistungsschwankungen. Mercedes dagegen hat diese gründliche deutsche Arbeitsweise, die an Perfektion grenzt, und ist im Gegensatz zu Ferrari im Team klar strukturiert.

Wird Hamilton seine Karriere bei Mercedes beenden und dann Schumacher eingeholt haben, was Titel betrifft?

Im Moment gibt es keinen Grund für ihn, das Team zu wechseln. Er kann mit Mercedes alle Rekorde brechen. Aber wer weiß, vielleicht will er seine Karriere bei Ferrari beenden. Denn machen wir uns nichts vor: Jeder Formel-1-Fahrer hat den Wunsch, einmal für Ferrari zu fahren. Tief in seinem Innern auch Lewis. Wenn er Senna nacheifern will, muss das so sein.

44 Jahre war Bernie Ecclestone Chefvermarkter der Formel 1. Im Januar 2017 trat er von diesem Amt zurück, ist jetzt Ehrenpräsident der F1

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