Weiterlesen mit NEWS. Jetzt testen.
Lesezeit ca. 3 Min.

Handel: BIOLOGISCHE VIELFALT TEIL 1: VON UND MIT DER NATUR: Den Schuss nicht gehört


Deutsche Baumschule - epaper ⋅ Ausgabe 5/2018 vom 04.05.2018

Die Biene hat ein Problem – weiß inzwischen ja jeder. Doch eigentlich stimmt bereits das nicht wirklich. Denn es ist vor allem unser Problem. Allein Europas Erdbeerbauern beispielsweise könnten ohne Bienen rund eine Milliarde Euro abschreiben – wie gesagt: nur die Produzenten von Erdbeeren.


Artikelbild für den Artikel "Handel: BIOLOGISCHE VIELFALT TEIL 1: VON UND MIT DER NATUR: Den Schuss nicht gehört" aus der Ausgabe 5/2018 von Deutsche Baumschule. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Hummeln sind, wie viele Wildbienen, auch bei kühleren Temperaturen als Honigbienen auf dem Flug.


Foto: Stefanie Pfleger

Was das Schwinden der Insekten angeht, war kein Schuss zu hören. Im Gegenteil – es wird immer stiller. Nicht nur ihr Summen verstummt, die Vogelstimmen werden ebenfalls weniger, denn auch Körnerfresser ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 16,99€
NEWS Jetzt gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Deutsche Baumschule. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1000 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 5/2018 von Apfel des Jahres: Roter Brasilienapfel. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Apfel des Jahres: Roter Brasilienapfel
Titelbild der Ausgabe 5/2018 von Kurz notiert. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Kurz notiert
Titelbild der Ausgabe 5/2018 von RHODO 2018: Perspektivwechsel im doppelten Sinn. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
RHODO 2018: Perspektivwechsel im doppelten Sinn
Titelbild der Ausgabe 5/2018 von Termine. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Termine
Titelbild der Ausgabe 5/2018 von Die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung: Was Sie jetzt wissen müssen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung: Was Sie jetzt wissen müssen
Titelbild der Ausgabe 5/2018 von Handel: Absatz online und via Amazon – ein Beispiel: Vermarkten 4.0 – Möglichkeiten und Risiken. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Handel: Absatz online und via Amazon – ein Beispiel: Vermarkten 4.0 – Möglichkeiten und Risiken
Vorheriger Artikel
Handel: Absatz online und via Amazon – ein Beispiel: Vermar…
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel ZU BIOLOGISCHE VIELFALT TEIL 1: BIENENFREUNDLICHES ROSENSORTIMENT…
aus dieser Ausgabe

... ziehen die Brut mit dem nahrhafteren tierischen Protein auf – vor allem also mit Insekten.

Wer glaubt, das Thema Bienensterben betrifft „die Grünen“ und ein paar versprengte Tierschützer, ignoriert vieles: Die Bedeutung von Insekten allgemein, wissenschaftliche Erkenntnisse dazu, die Evolutionsgeschichte, die Wirtschaftsmacht, die von ihnen ausgeht. Und nicht zuletzt: die Pflanzen. Viele von ihnen betreiben einen gigantischen Aufwand und produzieren Farbenpracht, Duft und Nektar – nur, um Insekten anzulocken.

Lohnende Investition

Es war eine grandiose Erfindung der Evolution: Statt sich nur noch vom Wind bestäuben zu lassen, wobei natürlich eine Menge Pollen verloren geht, nutzen viele Pflanzen Insekten. Um dies tun zu können, beeinflussen sie das Verhalten der Tiere: Sie locken sie mit prächtigen Farben, verführerischem Duft – es kann auch mal der nach Aas sein – Nahrung, nämlich Nektar, oder sie gaukeln ihnen sogar vor, ein befruchtungsfähiges Bienenweibchen zu sein, wie die Ragwurz, eine Orchidee. Diese Mühe macht sich die Evolution nur, wenn sich der Aufwand lohnt.

Wenig wählerisch, gut für uns: Gehörnte Mauerbiene an Löwenzahn


Foto: Fittz Geller-Grimm/Wikipedia/GFDL-lizenz

Erdhummel (Bombus terrestris)


Foto: Seaq68/pixabay

Stellvertretend für das Schwinden der Insektenarten steht meist die Biene, genauer die Honigbiene. Die Ursache lag scheinbar auf der Hand: Die Varroamilbe soll es sein. Sie tötete in einigen Wintern schon fast die Hälfte aller Völker. Ja, sie ist verheerend für die Honigbienenvölker, und viele Imker horchen im Frühjahr beinahe angstvoll auf zarte Anzeichen von Leben in ihren Stöcken. Und ja, es ist eine schleichende Katastrophe. Doch die der Honigbiene ist nur ein winziger Ausschnitt derselben.

Die vergessenen Bienen

Honigbienen sind streng genommen Nutztiere. Sie wurden züchterisch vom Menschen bearbeitet und leben zumeist in dessen Obhut. Wie beinahe alle „domestizierten“ Tierarten sind sie empfindlicher als die wilde Verwandtschaft und im Falle der Honigbiene noch zusätzlich anfälliger für Parasiten, denn diese lebt in Völkern.

Von den Wildbienen in Mitteleuropa hingegen lebt nur der geringste Teil sozial: Es sind die Furchenbienen und Hummeln, bei denen sich die Weibchen ein Nest teilen oder gar ein Volk bilden, das auch immer nur zur Vegetationszeit besteht. Bei den Hummeln beispielsweise sterben zum Winter alle bis auf befruchtete, weibliche Individuen, die einzeln an geschützten Stellen überwintern und im Frühjahr die Königinnen eines neuen Volks werden können.

In Deutschland gibt es etwa 550 Arten Wildbienen. 95 Prozent von ihnen leben als sogenannte Solitärbienen. Die Varroamilbe wäre für den Fortbestand der einzelgängerisch lebenden Tiere kaum ein Problem, doch auch sie schwinden. Über die Hälfte der Arten ist bedroht und steht auf der sogenannten Roten Liste.

Schlau wie die Biene…

… nur Honig „schieten“ kann sie nicht: In China haben zum Teil Menschen die Aufgabe der Insekten übernommen und pinseln Pollen auf Blütennarben. In den USA werden Honigbienen als Bestäuber auf teils riesigen LKWs quer durchs Land gefahren, um in Obstplantagen und landwirtschaftlichen Kulturen ihrer wichtigen Pflicht nachzugehen – der Honig ist da nicht mehr als ein Nebenprodukt. Auch bei uns gibt es buchbare Bienenvölker, den Flächen angepasst in kleinerem Rahmen, und es kommen neue Anbieter hinzu.

So gut dies ist – die Sache hat diverse Haken, unter anderem, dass viele Imker inzwischen davor zurückschrecken, ihre Bienen in nicht biologisch wirtschaftenden Flächen fliegen zu lassen. Oder die Frage, ob in einer Obstbauregion überhaupt genug Völker relativ zeitgleich zur Verfügung stehen und der Umstand, dass wilde Insekten zum Teil bessere Bestäuber sind. Wie gesagt, die Evolution leistet sich den vermeintlichen Luxus dezenter bis üppiger Blütenpracht, Duft bis Gestank, Nektar und Täuschungsmanöver nicht, wenn er sich nicht „auszahlt“ – und schon gar nicht, um uns Menschen zu gefallen.

So wenig erfreulich das alles klingt gibt es auch etwas Gutes: Jeder, der auch nur einen Quadratmeter Grund hat, kann etwas tun und selber profitieren. Und dies, ohne dass es gleich großer Umwälzungen bedarf.

Lesen Sie in der nächsten Ausgabe:

● Wildbienen sind effizienter
● Womit jeder anfangen kann

Auf den nächsten beiden Seiten: bienenfreundliches Rosensortiment

Perfekte Täuschung: der Ragwurz, eine Orchidee


Foto: Kaz/pixabay