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Handwerkzeuge: Handhobel: 6 Handhobel im Vergleich: Wo gehobelt wird, herrscht Freude!


Heimwerker Praxis - epaper ⋅ Ausgabe 6/2019 vom 18.10.2019

Hobeln gehört sicher mit zu den schönsten Tätigkeiten, die bei der Arbeit mit massivem Holz anfallen. Vorausgesetzt, man hat einen guten Hobel. Wir haben aktuelle Doppelhobel zum Vergleich eingeladen.


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Bildquelle: Heimwerker Praxis, Ausgabe 6/2019

Das sausende Geräusch, wenn die Klinge über das Holz gleitet und einen feinen Span abträgt, der sich zur Hobellocke ringelt, der Geruch, den frisch gehobeltes Holz verströmt und vor allem die Holzoberfläche, die sich zeigt, wenn sägeraues Holz mit dem Hobel geglättet wird – hobeln ist eine sehr sinnliche Angelegenheit. Mit jedem Hobelzug entwickelt man sein Gefühl für den Hobel und das Holz, das man ...

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... bearbeitet, weiter. Wer es sich leisten kann, bei der Arbeit mit Massivholz auf Handwerkzeuge zurückzugreifen, sollte sich das gönnen. Man lernt viel, es macht Freude und es ist ressourcenschonend, weil man weder Strom verbraucht noch mit Maschinen arbeitet, die irgendwann einmal zum Elektroschrott gehören werden. Ein guter Handhobel ist etwas zum Vererben.

Unser Testfeld

Für unseren Test haben wir uns für eine recht universell verwendbare Bauform entschieden, den Doppelhobel. Er liegt, was den Abtrag und die Oberflächengüte betrifft, zwischen dem Schlichthobel, der für höheren Abtrag ausgelegt ist, und dem Putzhobel, der vor allem eine besonders hohe Oberflächengüte liefert. Üblicherweise liegt die Breite des Hobelmessers hier zwischen 45 mm und 50 mm, die Sohlenlänge beträgt 240 – 260 mm und der Schneidwinkel des Hobels beträgt 45°. Die Maulöffnung ist bereits sehr fein und ein Doppelhobel hat einen Spanbrecher, also ein zweites Eisen, das ihm den Namen gegeben hat. Das Maul ist schon vergleichsweise eng, um eine feine Spanabnahme und eine gute Oberfläche zu erzielen.

Holzhobel

Für den Test konnten wir zwei Hobel mit Holzkörpern und traditioneller Keil-Befestigung des Eisens gewinnen. Dazu kommen vier Hobel mit Metall-Hobelkörpern. Die kurzen, nach frühen Stanley-Modellen „Nr. 4“ genannten Hobel werden meist als Putzhobel bezeichnet. Mit einem Schnittwinkel von 45° und einer verstellbaren Maulweite sind sie letztendlich mit hölzernen Doppelhobeln vergleichbar.

Damit der Hobel lange hält, verwendet man bei Holzhobeln für die Hobelsohle besonders harte Holzarten. Die Hobelsohle des Pinie besteht deshalb aus Weißbuche


Einstiegsklasse:Pinie Doppelhobel CLASSIC

Der tschechische Hersteller Pinie fertigt ein großes Sortiment traditioneller Holzwerkzeuge. Bei den Hobeln hat man die Wahl zwischen den Serien Eko, Classic und Premium. Wir haben ein Modell der mittleren Schiene getestet.

Ausstattung

Der Pinie Doppelhobel Classic kommt ganz traditionell mit einer Keilbefestigung des Hobelmessers, der in den Hobelkörper gekeilt wird. Gut gelöst hat Pinie die sich erweiternde Öffnung des Hobelhastens, sodass sich hier trotz des Keil-Gegenlagers keine Hobelspäne stauen.

Praxis

Der Pinie Doppelhobel Classic ist ein schönes, schlichtes und vor allem leichtes Werkzeug. Die Verarbeitung überzeugt, die Ergonomie stimmt. Das Einstellen des Hobeleisens erfordert ein wenig Aufmerksamkeit, das Hobeleisen muss vor dem Einsatz erst einmal ordentlich geschärft werden.

Fazit

Einfach und gut – und ein tolles Angebot für alle, die einen preiswerten und guten Doppelhobel suchen, der schön leicht ist und den man vielseitig verwendenk ann.

Einstiegsklasse:Silverline Handhobel Nr. 4

Silverline ist in Deutschland wenig bekannt. Doch in Sachen Werkzeuge ist der hinter der Marke stehende Toolstream-Konzern ein Global Player.

Ausstattung

Auf den ersten Blick sieht der Silverline Handhobel Nr. 4 aus wie die Modelle von Stanley. Erst auf den zweiten Blick zeigen sich Unterschiede. So ist die Hobelsohle genutet, damit sie leichter über das Werkstück gleitet. Die Klappe ist etwas anders und das Hobeleisen ist stärker. Ins Auge fallen auch die Griffe aus Holz.

Praxis

Die Auspackqualität des Silverline-Hobels schreckt zunächst ab. Alles ist in vor Rost schützendes Öl getränkt, Bearbeitungsspuren und Staub wurden nur flüchtig beseitigt, das Messer ist grob zugerichtet. Doch mit etwas liebevoller Aufmerksamkeit, Reinigen, Schärfen und Justieren, entpuppt sich der Silverline-Hobel als richtig gutes Werkzeug!

Fazit

Ganz klar unser Preistipp! Investieren Sie neben dem wenigen Geld noch etwas Arbeit in diesen Hobel und sie haben ein echtes Schnäppchen gemacht.

Oberklasse:Bailey Putzhobel Nr. 4

Der Bailey-Hobel kommt von Stanley. Stanley war im 19. Jahrhundert einer der weltweit führenden Werkzeughersteller und hat bei der Entwicklung von Metallhobeln Maßstäbe gesetzt. Viele Hobel werden heute noch nach den alten Stanley- Bezeichnungen benannt.

Ausstattung

So entspricht der Bailey-Hobel einem Stanley Nr. 4 und weist die typischen Merkmale auf: Das Eisen sitzt auf einem Frosch, der verschiebbar auf dem Gussgehäuse des Hobels verschraubt ist. Durch dass Verschieben des Froschs kann man die Maulweite verstellen. Tiefen- und Lateraleinstellung des Messers erfolgen über eine spezielle Mechanik.

Praxis

Von einem Hobel aus dem Hause Stanley hätten wir etwas mehr Qualität erwartet. Die Kunststoffgriffe haben störende Grate, die gesamte Verarbeitung wirkt grob und das Gewinde der Tiefenverstellung ist recht kurz. Das Hobeleisen hat eine durchschnittliche Qualität. Immerhin liefert der Bailey gute Ergebnisse beim Hobeln.

Fazit

Der Bailey Putzhobel Nr. 4 ist ein „Klassiker“. Ob das bei der eher pragmatischen Qualität den Preis rechtfertigt, muss jeder für sich selber entscheiden.

Oberklasse:Handyman Putzhobel

Handyman ist die preiswertere Schiene bei Stanley. Bis auf Kleinigkeiten ist er mit dem Bailey Nr. 4 weitgehend identisch.

Ausstattung

Auch der Handyman-Hobel verwöhnt kaum durch hohe Verarbeitungsqualität. Bei der Klappe hat Handyman im Unterschied zu Bailey auf Hochglanz verzichtet und die Einstellschraube für die Tiefenverstellung besteht aus Kunststoff. Dafür ist sie leichtgängiger und hat einen größeren Verstellbereich.

Praxis

In der Praxis erweist sich der preiswertere Stanley-Hobel als der bessere. Der größere Verstellbereich der Tiefeneinstellung und die leichtgängigere Mechanik verschaffen ihm bei ansonsten gleichen Hobelergebnissen einen kleinen Vorsprung. Dazu kommt ein etwas günstigerer Preis.

Fazit

Wenn es ein Stanley-Hobel sein soll, ist unsere Empfehlung der Handyman. Falls die Kunststoff- Rändelschraube zur Tiefenverstellung verschleißt, findet sich sicher preiswerter Ersatz.

Spitzenklasse:ECE Doppelhobel 103S

ECE ist der letzte ernst zu nehmende Hersteller traditioneller Holzhobel in Deutschland. ECE-Hobel finden noch viel in der Ausbildung und überall da Verwendung, wo auf hohem Niveau mit Handwerkzeugen gearbeitet wird.

Ausstattung

Der ECE 103 ist auch mit Pockholz-Sohle wie auch als Linkshänder-Version lieferbar. Das Eisen wird mithilfe eines Keils befestigt, der in einem speziellen Widerlager sitzt, das den Halt verbessert und den Hobelkörper vor einem möglichen Spleißen schützt. ECE liefert seine Hobel gebrauchsfertig geschärft aus.

Praxis

Das spezielle Keil-Widerlager sorgt auch für eine einfache Verstellung des Hobeleisens – der Hobel lässt sich leicht mithilfe eines Hammers justieren. Die Ergonomie stimmt. Bei der Arbeit merkt man sofort, dass dieser Hobel seine Form durch den praktischen Einsatz gefunden hat. Das Hobeleisen hat eine gute Qualität und ist sofort einsatzbereit, was Sonderpunkte gibt.

Fazit

Wer auch der Suche nach einem hochwertigen, weitgehend traditionellen Doppelhobel aus Holz ist, wird bei E. C. Emmerich fündig.

Spitzenklasse:Kunz plus Nr. 4 Doppelhobel

Tresselt ist der einzige deutsche Hersteller von Hobeln mit Metallkörpern. Mit den Hobeln der Plus-Serie hat Tresselt einige Innovationen auf dem Gebiet der Metallhobel eingeführt.

Ausstattung

Ja, die Kunz-Plus-Hobel haben ihren Preis. Dafür bekommt man hervorragend gefertigte, durchdachte Werkzeuge. Der Kunz plus Nr. 4 Doppelhobel lehnt sich an die Stanley- Bauform an, setzt aber, was die Eisen-Einstellung betrifft, auf eine neu entwickelte und Mechanik. Das Eisen ist 4 mm stark, die Bauform ist allerdings nur bei Tresselt erhältlich.

Praxis

Schon wenn die Hände die Holzgriffe umschließen, weiß man: Dieses Werkzeug wird man lieben. Durchdacht konstruiert, solide gebaut und werksseitig scharf, lässt er einen sofort zur Tat schreiten. In allen Disziplinen erzielt der Kunz-Hobel Bestnoten. Allein das hohe Gewicht kann bei manchen Arbeiten stören.

So testet Heimwerker Praxis Handhobel

Im Vordergrund unserer Tests stehen natürlich die Arbeitsergebnisse beim Hobeln. Hier bewerten wir, wie gut die Hobel Hartholz und Weichholz in Faserrichtung hobeln. Dazu kommt, wie sie mit Ästen und wildwüchsigen Stellen zurechtkommen. Auch wie sie Stirnholz auf der Hobellade hobeln, bewerten wir. Zusätzlich fließen Ergonomie, Bedienung und Qualität in die Bewertung ein.

Fazit

Wir haben die Holz- und Metallhobel in einem Testfeld zusammengefasst, auch wenn einzelne Aspekte hier unterschiedlich zu bewerten sind. Letztendlich ergibt sich jedoch ein klares Bild: Die beiden deutschen Profimarken Kunz und ECE führen das Testfeld an, eine Überraschung ist der preiswerte Silverline-Hobel, der unser Preistipp ist. Die beiden Stanley-Modelle sind gutes Mittelfeld und auch der preiswerte Pinie macht einen richtig guten Job fürs Geld.

Dr. Martin Mertens

ECE bietet die ergonomisch geformten Hobelhörner für Rechts- und Linkshänder an