Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 5 Min.

HARDBAIT-ZANDER:AUF GUMMI-ENTZUG


Blinker - epaper ⋅ Ausgabe 100/2018 vom 14.09.2018

Wenn der Tock beim Jiggen über längere Zeit ausbleibt, setzenStephan Gockel undMarc Ptacovsky auf harte Alternativen.Florian Pippardt begleitete beide einen Tag und bekam einen Einblick in die Vorteile der Hardbaits.


Artikelbild für den Artikel "HARDBAIT-ZANDER:AUF GUMMI-ENTZUG" aus der Ausgabe 100/2018 von Blinker. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Blinker, Ausgabe 100/2018

Ist das Wasser trüb, lassen sich Zander mit tieftauchenden Crankbaits im Flachen fangen.


Lipless-Cranks machen richtig Krawall und die Zander aggressiv.


Jede Zandergeneration wächst mit Gummifischen auf. Und irgendwann ist der Zeitpunkt erreicht, an dem auch der letzte Zetti realisiert, dass Gummis Zahnschmerzen bedeuten. Vor allem an intensiv beangelten Gewässern lernen die Fische ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 3,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Blinker. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 100/2018 von LESERBRIEFE. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
LESERBRIEFE
Titelbild der Ausgabe 100/2018 von FAKTASTISCH: ZANDER. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
FAKTASTISCH: ZANDER
Titelbild der Ausgabe 100/2018 von KÖDERFISCH-ZANDER: MIT FINESSE IN DIE DÄMMERUNG. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
KÖDERFISCH-ZANDER: MIT FINESSE IN DIE DÄMMERUNG
Titelbild der Ausgabe 100/2018 von VERSUNKENE HOTSPOTS: WIEGE DER WRACKS!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
VERSUNKENE HOTSPOTS: WIEGE DER WRACKS!
Titelbild der Ausgabe 100/2018 von WRACKANGELN:SO LÄUFT’S HÄNGERFREI. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
WRACKANGELN:SO LÄUFT’S HÄNGERFREI
Titelbild der Ausgabe 100/2018 von LEBENSHILFE: VON STIPPERN UND STÖRCHEN. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
LEBENSHILFE: VON STIPPERN UND STÖRCHEN
Vorheriger Artikel
KÖDERFISCH-ZANDER: MIT FINESSE IN DIE DÄMMERUNG
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel VERSUNKENE HOTSPOTS: WIEGE DER WRACKS!
aus dieser Ausgabe

... schnell und sind in der Lage, das Bewegungsmuster eines zu Boden taumelnden Shads aus ihrem Beutespektrum auszuschließen. Gemeinsam mit Guide Stephan Gockel und Raubfischweltmeister Marc Ptacovsky habe ich mich deshalb an ein Experiment gemacht – einen Tag lang haben wir die Gummi-Droge abgesetzt und uns Alternativen gesucht. Anders gesagt: Wir haben den Zandern richtig hartes Zeug serviert. Sowohl Marc als auch Stephan sind durchaus versiert im Umgang mit Hardbaits und sich sicher, dass diese Köder vor allem unter Zanderanglern schwer unterschätzt werden. Dieser Meinung bin ich nach unserem Angeltag übrigens auch.

Spitzenaktion, starkes Rückgrat: Für fast alle Hardbaits empfiehlt es sich, eine Jigrute zu benutzen.


HART UND WEICH

Wir haben gleich eine ganze Reihe von Ködertypen benutzt: Spinjigs, Bladebaits, Crankbaits, Zocker und Lipless-Cranks. Bevor ich Ihnen die einzelnen Ködertypen, ihre Einsatzgebiete und ihr Laufverhalten erkläre, möchte ich zunächst den wichtigsten Punkt ansprechen – das Gerät.

Sie sollten zwei Rutenmodelle mitführen, eine straffe Jigrute mit Spitzenaktion und ein Modell mit einer semiparabolischen Aktion. Erstere eignet sich für Spinjigs, Bladebaits, Zocker und Lipless-Cranks, weil alle vier Köderformen beim Zanderfischen über die Rute bewegt werden und ein direkter Köderkontakt wichtig ist. Nur Crankbaits erfordern keine straffe Rute, im Gegenteil – ein semiparabolischer Stock hat einige Vorteile. Cranks fliegen vergleichsweise schlecht, eine weichere Rute lädt sich während der Wurfbewegung besser auf und bringt den dicken Wobbler auf Weite. Außerdem ist dieser Ködertyp schwer einzusaugendes Futter für Zander, eine nachgiebige Spitze begünstigt daher die Bissausbeute. Ebenfalls verringert die Semiparabolik beim sogenannten „Bottom Bouncing“, also dem ständigen Aufschlagen des Köders auf Grund, die Hängerquote. Eine straffe Rute zieht den Drilling sofort in Hindernisse, ein weiches Modell gibt hingegen nach und der Wobbler rutscht über Stock und Stein. Zusätzlich können Sie für die Crankbaitangelei Fluorocarbon als Hauptschnur verwenden. Die Dehnung der Leine fördert alle genannten Vorteile einer semiparabolischen Rute, außerdem ist die hohe Abriebfestigkeit beim Angeln in Grundnähe nicht zu vernachlässigen.

Je weiter hinten der Snap eingehängt wird, desto tiefer läuft der Bladebait.


Viele Bladebait-Modelle sind mit Zwillingen ausgestattet. Sie haken Fische souverän, verursachen aber weniger Hänger am Grund.


BLEIKÖDER

Der Spinjig ist grundsätzlich nur ein Stück Blei mit Spinnerblatt und Drilling. Klingt nicht fängig, ist es aber! Die Führungsweise sieht so aus: Ich halte die Rutenspitze schräg in Richtung Wasseroberfläche, lasse den Köder auf Grund sinken und ziehe ihn mit der Rutenspitze ein Stück, ohne dabei Schnur einzuholen.Während ich die Rute zur Ausgangsposition zurückführe, kurble ich die lockere Schnur auf. Wichtig ist es, die Spitze langsam zurückzuführen, um nicht den Köderkontakt zu verlieren. Alternative kann man den Spinjig einfach faulenze, also mit zwei bis drei Kurbelumdrehungen über Grund hüpfen zu lassen. Der mitgelieferte Bauchdrilling ist übrigens bei vielen Modellen sehr klein – das begünstigt Fehlbisse. Das große, flatternde Spinnerblatt wirkt wie eine Maulsperre. Deshalb sollten Sie den Drilling gegebenenfalls austauschen. Spinjigs sind tolle Köder für inaktive Fische im Spätherbst oder Winter, weil sie ein dezentes Laufverhalten besitzen. Für tiefes Wasser und starke Strömung sind sie aber eher ungeeignet. Ihr Spinnerblatt bietet viel Wasserwiderstand, der Köder driftet deshalb schnell hoch oder weg.

Zocker sind Spinjigs ähnlich – ihnen fehlt nur das Spinnerblatt. Durch ihre längliche, schlanke Form flitzen sie durch die Wassersäule und sinken sehr schnell zum Grund, deshalb sind sie auch für tiefes Wasser und Strömung geeignet. Sie sind tolle Vertikalköder, können aber auch geworfen werden. Bei der Köderführung ist es essenziell, den Zocker schnell anzujiggen und dann an lockerer Schnur zum Grund sausen zu lassen – dadurch flattert er wie wild. Wichtig ist es auch, den Zocker nicht zu weit vom Grund abzuheben, sodass er nicht aus dem Blickfeld der Zander verschwindet. Zocker sind durch ihr aggressives Bewegungsmuster klassische Sommerköder für aktive Räuber. Beifang in Form von Barschen ist mit ihnen immer drin.

FÜR DIE TIEFE

Auch Bladebaits sind Topköder für tiefes Wasser und Strömung. Durch ihren dünnen, schweren Blechkörper schneiden sie durch die Wassersäule und flattern während des Absinkens. Und genau in dieser Phase kommen die Bisse! Wie auch Spinjigs kann man Bladebaits über die Rutenspitze zu sich heranziehen oder eben faulenzen. Sie vertragen auch mehrere Kurbelumdrehungen. Dabei sollte aber darauf geachtet werden, die Rutenspitze in Richtung Wasseroberfläche zeigen zu lassen, um den Köder nicht zu hoch vom Boden abzuheben. Viele Modelle besitzen zwei oder drei Löcher auf der Oberseite. Diese beeinflussen die Lauftiefe während des gleichmäßigen Einholens und auch die Absinkgeschwindigkeit des Köders. Je weiter vorn Sie den Karabiner einhängen, desto schneller sinkt der Köder, desto steiler steigt er bei Zug aber auch in Richtung Oberfläche.


„DER SPINJIG IST NUR EIN BUNTES STÜCK BLEI MIT SPINNERBLATT UND DRILLING. KLINGT NICHT FÄNGIG, IST ES ABER!“


KRAWALLMACHER

Ein ähnliches Körperprofil wie Bladebaits besitzen auch Lipless-Crankbaits. Im Prinzip bestehen sie nur aus einem anderen Material und sind etwas bauchiger. Diese kleine Veränderung der Körperform reicht aber, um ein verändertes Sinkverhalten und eine differenzierte Sinkgeschwindigkeit zu erzeugen. Lipless-Cranks sinken aufgrund ihres Volumens im Vergleich zu Bladebaits deutlich langsamer, weil sie mehr Wasser verdrängen. Oft sind sie hohl und besitzen Metallkugeln im Inneren, dadurch „ schreien“ sie danach, gefressen zu werden. Einige Hersteller haben auch lautlose Modelle aus Gummi in ihrem Programm.

Man führt diesen Ködertyp auf drei unterschiedliche Weisen: Entweder lässt man ihn zu Grund sinken und kurbelt ihn langsam und stetig mit niedrig gehaltener Rute in Richtung Angler. Das funktioniert meist bei aktiven Fischen, die sich einige Meter über Grund aufhalten. Verhalten sich die Fische passiv, faulenzt man den Köder einfach mit einigen Kurbelumdrehungen. Auch das Heranziehen mit der Rutenspitze funktioniert.

Ein wirklich unterschätzter Zanderköder ist der Crankbait. Tieftauchende Varianten erreichen auf Wurfdistanz Tiefen von etwa drei bis fünf Metern. Bedingt durch die eingeschränkte Lauftiefe ist der Crank ein Köder für trübes Wasser oder die Nacht, also dann, wenn die lichtempfindlichen Zander sich ins Flache begeben. Sie sollten den bauchigen Köder langsam einkurbeln und stehen lassen, sodass der Zander ihn ins Visier nehmen kann. Bei wenig Hängergefahr können Sie ihn sogar über Grund schleifen (das erwähnte „Bottom Bouncing“). In stark beangelten Gewässern sollte man zu Modellen ohne Rasseln zurückgreifen.

Spinjigs brauchen große Drillinge, um vernünftig zu haken. Das Spinnerblatt wirkt ansonsten wie eine Maulsperre.


Die Rolle sollte eine recht niedrige Übersetzung haben, um den Köder beim Anstarten nicht außerhalb des Gesichtsfelds der Zander zu befördern.


Kommen Hechte im Gewässer vor, sollte man Stahl benutzen – die Fische stehen genauso auf Hardbaits wie Zander.