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Hardware für Linux und Windows


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LinuxWelt - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 26.11.2021

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Bildquelle: LinuxWelt, Ausgabe 1/2022

Am 5. Oktober 2021 hat Microsoft Windows 11 veröffentlicht. Für Linux-Nutzer oder zukünftige Umsteiger lohnt sich ein Blick auf die gegenüber Windows 10 geänderten Ansprüche an die Hardware. PCs und Notebooks mit Baujahr 2017 und älter erfüllen die Hardwarevoraussetzungen für Windows 11 in der Regel nicht und müssen daher offiziell bei Windows 10 bleiben, das immerhin noch bis zum 14. Oktober 2025 mit Updates versorgt wird. Danach muss man die Geräte ausmustern oder auf Linux umsteigen – was natürlich auch schon jetzt möglich ist.

Microsoft argumentiert, dass nur die jetzt angehobenen Hardwarevoraussetzungen Stabilität, Sicherheit und Leistung des Systems gewährleisten. Auf welche Bereiche sich das auswirkt, erklärt das Unternehmen jedoch nicht ausführlich. Es wird bisher auch nicht technisch begründet, warum ein bestimmter Prozessor unterstützt wird, ein etwas älteres, offenbar baugleiches und nur ...

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... niedriger getaktetes Modell jedoch nicht.

In diesem Beitrag beleuchten wir, was neuere Hardware für Windows 11 zu bieten hat und was das für Linux-Nutzer bedeutet. Die nachfolgenden Artikel des Specials befassen sich mit der Linux-Tauglichkeit aktueller Hardware. Ein Ratgeber für die Linux-Installation auf älteren Geräten ist ebenfalls enthalten.

Die CPU-Unterstützung bei Linux

Linux stellt an die Hardware keine besonderen Ansprüche. Das System lässt sich auch auf Geräten installieren, die zehn Jahre und älter sind (siehe ab Seite 46). Auf aktuellen PCs und Notebooks macht Linux aber mehr Spaß. Multicore-CPUs von AMD oder Intel, SSDs und ausreichend RAM ermöglichen schnelle Startzeiten und flüssiges Arbeiten.

Davon profitieren auch Standardanwendungen wie Office-Pakete und Browser. Wer den Computer für Spiele oder Videoschnitt verwendet oder Virtualisierungssoftware einsetzt, benötigt dafür einen aktuelleren und leistungsstarken Rechner. Intel-CPUs der Core-i-Serie (Core i3, i5, i7, i9 ab etwa 2010) oder vergleichbare AMD- CPUs (AMD Ryzen 3, 5, 7, 9) bieten auf jeden Fall ausreichend Leistung. Die Softwareentwicklung kann bei Linux oft nicht mit den Neuerungen bei der Hardware mithalten. Besonders neue Geräte liefern nicht immer die optimale Leistung, weil die erforderlichen Anpassungen noch nicht in die Kernel- und Treiberentwicklung eingeflossen sind. Eine Linux-Installation ist trotzdem möglich und meist ist die reduzierte Leistung nur messbar und kaum spürbar. Man kann aber generell davon ausgehen, dass ein neuerer Kernel beziehungsweise das nächste Update der Linux-Distribution die Leistung verbessern.

Die CPU-Unterstützung bei Windows

Bis einschließlich Version 10 verhält sich Windows nicht grundsätzlich anders als Linux. Es lässt sich auch auf Geräten mit relativ alten CPUs installieren, 32-Bit-Prozessoren werden ebenfalls unterstützt. Aber auch hier gilt: Auf Geräten mit lahmer CPU, wenig RAM und langsamer Festplatte läuft Windows nicht wirklich flüssig.

Windows 11 basiert auf Windows 10 und läuft daher zufriedenstellend auf der gleichen Hardware. Das Setupprogramm verweigert bei einer zu alten CPU jedoch die Installation. Die Beschränkung auf neuere Prozessoren dürfte für viele Windows-Nutzer ein Problem darstellen. Noch 2020 wurden Geräte mit CPUs verkauft, die Windows 11 nicht mehr akzeptiert.

Nach Aussage von Microsoft dient die CPU- Beschränkung der Systemsicherheit. Aktuelle CPUs kennen Funktionen, über die sich beispielsweise Speicherbereiche vor unberechtigtem Zugriff schützen lassen. Microsoft nennt das Virtualization Based Security (VBS). Die Hypervisor-Enforced Codeintegrität (HVCI) nutzt VBS, um Kernel-Modustreiber und Binärdateien vor dem Start zu prüfen, und lehnt unsignierte Treiber ab. Ältere Prozessoren beherrschen diese Techniken meist auch, allerdings laut Microsoft nur mit ungenügender Leistung. Damit das System nicht zu stark ausgebremst wird, hat Microsoft daher diese CPUs auf die schwarze Liste gesetzt. Eine Übersicht mit den unterstützten CPUs finden Sie über www.pcwelt.de/Nyg_D5 (Intel) und www.pcwelt.de/OhqwZY (AMD).

Hinweis: Upgrade oder Neuinstallation auf Windows 11 sind auf eigene Gefahr auch auf nicht unterstützter Hardware möglich. Informationen dazu finden Sie unter www. pcwelt.de/2616501 (Neuinstallation) und www.pcwelt.de/2616877 (Upgrade).

TPM und Secure Boot

Das Trusted Platform Module (TPM) stellt die Systemintegrität sicher und dient zur Erstellung sicherer, hardwarebasierter Kryptografieschlüssel, etwa zur Laufwerksverschlüsselung. Bei vielen vor 2015 gebauten Computern ist TPM noch nicht vorhanden. Das spielt aber keine Rolle, weil dann auch die CPU für Windows 11 zu alt sein dürfte.

TPM 2.0 ist in der Regel auf Hauptplatinen mit Intel-Chipsätzen ab Serie 100 und Intel X299 zu finden. Bei AMD ab Serie 300 sowie AMD X399 und TRX40. Im Firmwaresetup ist TPM oft deaktiviert (siehe ab Seite 44).

Secure Boot muss für die Installation von Windows 11 ebenfalls aktiviert sein. Alle verbreiteten Linux-Distributionen können mit Secure Boot umgehen (siehe ab Seite 44). TPM spielt bei Linux standardmäßig keine Rolle, wird vom Kernel aber unterstützt. Man kann die Technik beispielsweise für die Laufwerksverschlüsselung oder SSH-Schlüssel verwenden. Die Linux-Entwickler sind beim Einsatz von TPM zurückhaltend, weil es dem Open-Source-Gedanken widerspricht. Schließlich weiß niemand genau, wie TPM intern funktioniert und ob die Hersteller keine Hintertür für Geheimdienste eingebaut haben.

Ist Linux weniger sicher?

Microsoft legt bei Windows 11 mit VBS, HVCI, TPM und Secure Boot viel Wert auf Sicherheit. Das ist verständlich, weil das meistverbreitete Betriebssystem beliebtestes Ziel von Angriffen ist. Da die Funktionen auf die Unterstützung durch die Hardware angewiesen sind, bleiben ältere Geräte außen vor. Nutzer von Windows 10 müssen sich jetzt natürlich fragen, ob ihr System vergleichsweise unsicher ist.

Linux ist alleine schon aufgrund der geringen Verbreitung auf Desktopsystemen weniger bedroht. Infektionen mit Viren und Trojanern sind jedoch ebenfalls möglich. Davor schützen aber mehrere Mechanismen: Heruntergeladene Dateien oder Anhänge von E-Mails sind standardmäßig nicht ausführbar. Selbst ein versehentlicher Klick darauf bewirkt gar nichts. Software und Kernel sowie Treiber stammen aus besonders geschützten Repositorien, Schadsoftware kann darüber nicht auf den Rechner gelangen. Zusätzliche Treiber oder Software erstellen erfahrene Anwender selbst aus dem Quellcode. Theoretisch könnte Schadsoftware enthalten sein, was aber durch die Community schnell entdeckt werden würde. Das Gleiche gilt für Software aus alternativen Quellen, etwa https://launchpad.net.