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Hardware: Notebook-Tipps für Windows 10


PC Welt - epaper ⋅ Ausgabe 6/2019 vom 03.05.2019

Sie können es auch Windows überlassen, Ihr Notebook schnell und ausdauernd zu machen. Doch wer höhere Ansprüche an Tempo und Akkulaufzeit hat, sollte die richtigen Einstellungen selbst wählen und dabei auch verstecke Kniffe anwenden.


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Foto: © choreograph – 123RF

Wie sich Notebooks in Zukunft verbessern lassen, weiß Intel schon jetzt: Ein mobiler Rechner soll jederzeit und sofort auf Nutzereingaben reagieren, die Angst vor einem leeren Akku und einer instabilen Internetverbindung der Vergangenheit angehören.
Doch bis die Ideen des sogenannten Project Athena Realität werden, müssen sich Notebook-Nutzer mit ...

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Wie sich Notebooks in Zukunft verbessern lassen, weiß Intel schon jetzt: Ein mobiler Rechner soll jederzeit und sofort auf Nutzereingaben reagieren, die Angst vor einem leeren Akku und einer instabilen Internetverbindung der Vergangenheit angehören.
Doch bis die Ideen des sogenannten Project Athena Realität werden, müssen sich Notebook-Nutzer mit zahlreichen Tricks behelfen, um ihren Laptop schneller und ausdauernder zu machen. Immerhin werden Sie dabei von Windows 10 unterstützt. Denn mit jedem Update fügt Microsoft dem Betriebssystem neue Funktionen hinzu, die speziell den Notebook-Betrieb verbessern sollen. So haben Sie viele Möglichkeiten, die Akkulaufzeit zu steigern und die Rechenleistung zu optimieren.

Windows-Einstellungen: Akkulaufzeit mit einem Klick verbessern

In Windows 10 führt der schnellste Weg zu längerer Akkulaufzeit über die Taskleiste. Klicken Sie dort auf das Akkusymbol, erscheint ein Schieberegler, mit dem Sie einen von vier Energiesparplänen auswählen: Beste Leistung, Bessere Leistung, Mehr Akkueffizienz oder Stromsparmodus. Die Standardeinstellungen bei den meisten Notebooks ist „Bessere Leistung“: Das ist auch für den Akkubetrieb vernünftig, denn viele Aufgaben lassen sich mit höherer Rechenleistung schneller erledigen, weswegen Sie Einbußen bei der Laufzeit akzeptieren können. Wenn aber der Akku so lange wie möglich halten soll, weil Sie in absehbarer Zeit an keine Steckdose kommen, stellen Sie „Mehr Akkueffizienz“ ein. Maximale Akkulaufzeit ermöglicht der „Stromsparmodus“, den Sie nur im Akkubetrieb aktivieren können. In den Windows-Einstellungen ist unter „Akku“ festgelegt, dass sich dieser Modus automatisch aktiviert, wenn der Akkustand unter 20 Prozent fällt. Diesen Wert können Sie aber über den Schieberegler verändern. Wollen Sie den Stromsparmodus sofort einschalten, geht das mit dem Regler darunter. Automatisch reduziert Windows in diesem Modus auch die Bildschirmhelligkeit: Das hilft der Laufzeit auf die Sprünge, kann aber auch stören – zum Beispiel, wenn Sie für bestimmte Anwendungen wie Spiele oder Fotobearbeitung unbedingt eine hohe Helligkeit benötigen oder die Leuchtkraft des Displays bereits optimal für die aktuellen Lichtverhältnisse angepasst haben. Dann deaktivieren Sie „Bildschirmhelligkeit im Stromsparmodus verringern“.
Ein Akkufresser sind Programme, die im Hintergrund aktiv sind und CPU-Leistung beanspruchen. Oft wissen Sie gar nicht, welche Tools unbemerkt arbeiten, und können deshalb deren Stromverbrauch nicht kontrollieren. Das nimmt Ihnen Windows 10 seit Version 1709 über die Funktion „Power Throttling“ ab. Das Betriebssystem erkennt, mit welchen Programmen Sie aktuell arbeiten und welche nur im Hintergrund aktiv sind – die bekommen dann weniger Systemressourcen zugewiesen, um den Stromverbrauch zu senken. Haben Sie das Gefühl, dass Windows eine falsche Programmauswahl trifft und Tools ausbremst, denen Sie eigentlich höhere Rechenleistung zuordnen wollen, ändern Sie dies in den Windows-Einstellungen unter „Akku –› Überprüfen Sie, welche Apps sich auf die Akkulaufzeit auswirken“. Klicken Sie auf den Eintrag des entsprechenden Programms. Dort entfernen Sie die Haken bei „Windows soll entscheiden, wann diese App im Hintergrund ausgeführt werden soll“ sowie „Von der App ausführbare Aufgaben reduzieren, wenn sie im Hintergrund ausgeführt wird“. Diese Möglichkeit gibt es aber nur für Windows-Apps.
Während Ihnen diese Option einen Überblick über einen bestimmten Zeitraum gibt (6 Stunden, 24 Stunden oder 1 Woche) können Sie im Task-Manager den Stromverbrauch laufender Prozesse sehen. Öffnen Sie das Programm und klicken Sie gegebenenfalls auf „Mehr Details“ unten. Im Reiter „Prozesse“ zeigen die beiden letzten Spalten, wie sehr jeder Prozess den Akku belastet („Stromverbrauch“) beziehungsweise die in den letzten zwei Minuten von ihm verursachte durchschnittliche Akkubelastung („Stromverbrauch (Trend)“).


„Windows 10 bietet viele Einstellungen für eine längere Akkulaufzeit. Man muss sie nur alle finden.“


Jederzeit hohe Rechenleistung, trotzdem lange Laufzeit: Mit dem Project Athena will Intel Notebook-Hersteller dabei unterstützen, noch mobilere Laptops zu bauen.


In den Einstellungen von Windows 10 finden sich nur wenige Optionen, um den Stromverbrauch des Notebooks zu beeinflussen. Mehr Möglichkeiten bietet die klassische Systemsteuerung.


Windows 10 kann selbstständig entscheiden, wie viel CPU-Leistung Apps im Hintergrund bekommen. Diesen Automatismus können Sie in den Einstellungen ändern.


Notebook per Knopfdruck oder per Zuklappen schlafen legen

Die Akkulaufzeit lässt sich am besten dadurch verlängern, dass sich das Notebook in einen Schlafzustand begibt, wenn Sie gerade nicht damit arbeiten. Dafür schließen Sie den Displaydeckel oder drücken auf den Einschaltknopf: Wie sich das Notebook danach verhält, legen Sie in der Systemsteuerung unter „System und Sicherheit –› Energieoptionen“ im Menü auf der linken Seite fest. In den meisten Fällen ist „Energie sparen“ oder „Ruhezustand“ empfehlenswert – was die einzelnen Schlafzustände bedeuten und wie Sie feststellen, welche Ihr Notebook unterstützt, lesen Sie im nächsten Tipp. Sie müssen nicht befürchten, dass das Notebook sich im Schlafzustand einfach ausschaltet, wenn sich der Akku komplett leert und Sie zum Beispiel Dateien verlieren: Es sollte vorher zu einem festgelegten Akkustand aufwachen, speichern und in den Ruhezustand wechseln oder herunterfahren. Was es bei welchem Akkustand macht, legen Sie fest unter „Energieoptionen –› Energiesparplaneinstellungen ändern –› Erweiterte Energieeinstellungen ändern –› Akku: Aktion bei kritischer Akkukapazität“.

Mit Windows 101809 hat der Task-Manager zwei zusätzliche Spalten bekommen, die Ihnen den Stromverbrauch aktiver Prozesse anzeigt


Aktuelle Notebooks nutzen den S0-Standby, auch Modern Standby genannt: Die meisten Hardware-Funktionen sind dann abgeschaltet, aber zum Beispiel das WLAN kann weiterhin aktiv bleiben.


Mit diesen Standby-Funktionen verlängern Sie die Akkulaufzeit

Ihr Laptop unterstützt eventuell noch mehr Schlafzustände als es in den Windows-Einstellungen den Anschein hat. Welche das sind, erfahren Sie über den Kommandozeilenbefehlpowercfg -A .

Standby (S0 Niedriger Energiestand – Leerlauf) Netzwerk verbunden: Diesen Schlafzustand gibt es nur unter Windows 10. Ihn nutzen die meisten aktuellen Notebooks, wenn Sie „Energie sparen“ aktivieren. Microsoft nennt ihn „Modern Standby“: Das System ist nach dem Aufwachen sofort einsatzbereit. Das WLAN bleibt verbunden, daher kann das System E-Mails empfangen oder Updates herunterladen. Bestimmte Apps dürfen Hintergrundaktivitäten ausführen. Beherrscht Ihr Notebook Modern Standby, finden Sie in den Energieoptionen ausschließlich den Energiesparplan „Ausbalanciert“.
Standby (S3): In diesem Zustand wird der Systemzustand ist im RAM gespeichert, das weiterhin mit Strom versorgt wird. Das gilt auch für Komponenten wie Tastatur- und USB-Controller oder Netzwerkchip, damit zum Beispiel eine Tasteneingabe das Gerät aufweckt. Der Stromverbrauch ist niedriger als im Modern Standby, dafür benötigt das Notebook mehr Zeit zum Aufwachen.
Ruhezustand (S4): Windows speichert den Systemzustand auf Festplatte oder SSD in der Datei hiberfil.sys. Das Notebook verbraucht fast keinen Strom mehr. Anders als beim Neustart bleiben geöffnete Programme und Dateien erhalten. Der Ruhezustand lohnt sich aber nur für längere Pausen, denn das Aufwachen dauert fast so lange wie ein Neustart. In den Energieeinstellungen legen Sie fest, nach welcher Zeit oder bei welchem Akkustand sich das Notebook vom Standby in den Ruhezustand begeben soll.
Hybrider Standbymodus: Diesen Schlafzustand beherrschen nur wenige Notebooks; er ist eher bei Desktop-PCs gebräuchlich. Wie beim Ruhezustand schreibt Windows den Systemzustand auf Festplatte oder SSD, verbraucht aber mehr Strom, weil es sich in einen Schlafzustand wie S3 begibt. Deshalb kann es schneller aufwachen. Fällt während des Schlafens der Strom aus, bleiben die Daten erhalten.
Schnellstart: Seit Windows 8 nimmt das System diesen Zustand ein, wenn Sie das Notebook über „Herunterfahren“ ausschalten. Es ist dann nicht aus, sondern eigentlich im Ruhemodus, was den Startvorgang im Vergleich zu einem echten Neustart verkürzt. Die Datei hiberfil.sys ist kleiner als beim Ruhezustand, aber Sie müssen nach dem Aufwachen die zuletzt genutzten Programme und Dateien erneut öffnen.

Versteckte Einstellungen zum Stromsparen: Windows 10 verbirgt standardmäßig viele Menüoptionen in den Energieeinstellungen. Mit einem Eingriff in die Registry können Sie sich diese anzeigen lassen. Dazu müssen Sie zunächst über die Kommandozeile deren Bezeichnung herausfinden.


Die neueste Version von Windows 10 erlaubt eine sparsamere Video-Wiedergabe im Akkubetrieb: Das Betriebssystem kann die Auflösung des abgespielten Films reduzieren und so CPU und Grafikkarte entlasten.


Akkuverbrauch gezielt per Systemsteuerung reduzieren

Sehr detailliert regeln Sie den Stromverbrauch einzelner Komponenten in den Energieoptionen der Systemsteuerung: Gehen Sie beim aktiven Energiesparplan auf „Energiesparplaneinstellungen ändern –› Erweiterte Energieeinstellungen ändern“. Welche Optionen hier verfügbar sind, hängt von den Schlafzuständen ab, die das Notebook unterstützt: Bei Systemen mit Modern Standby lassen sich meist nur Bildschirm und Akku beeinflussen, bei Systemen mit S3 häufig zusätzlich WLAN, USB und CPU. Bildschirm: Wann Windows das Display ausschaltet, legen Sie in den Einstellungen fest.
In den Energieoptionen können Sie unter „Bildschirmhelligkeit“ meist außerdem einstellen, wie hell das Display im Akkubetrieb leuchten soll. Hier ist ein Wert empfehlenwert, bei dem Sie den Bildschirminhalt gut erkennen, ohne die Augen anstrengen zu müssen. Bietet Ihr Notebook die Option „Adaptive Helligkeit aktivieren“, überlassen Sie es dem Lichtsensor des Laptops, die Helligkeit optimal an die Umgebungsbedingungen anzupassen. Unserer Erfahrung nach liegt der Laptop mit seinen Einstellungen aber meist daneben; in diesem Fall deaktivieren Sie diese Option. Nur in den Windows-Einstellungen finden Sie eine Option, um bei der Wiedergabe von Filmen im Akkubetrieb Strom zu sparen: „Apps –› Videowiedergabe –› Akkunutzung“.
Akku: Fällt der Akkustand unter eine bestimmte Grenze, informiert Sie Windows darüber: Diese Grenze stellen Sie unter „Niedrige/Kritische Akkukapazität“ fest. Selbst wenn sich das Notebook im Standby befindet, geht das Display kurz an, damit Sie die Mitteilung sehen können. Unter „Benachrichtigung bei niedriger/kritischer Akkukapazität“ können Sie den Hinweis auch abschalten. Dann sollten Sie aber unbedingt unter „Aktion Benachrichtigung bei niedriger/ kritischer Akkukapazität“ festlegen, was das Notebook automatisch in diesem Fall macht – sinnvoll ist hier „Ruhezustand“. WLAN: Das deutlichste Plus für die Akkulaufzeit erzielen Sie, indem Sie den Flugmodus aktivieren. Dazu klicken Sie auf die Kachel „Flugmodus“, die erscheint, wenn Sie das Benachrichtigungssymbol unten rechts in der Taskleiste aufrufen. Bei Notebooks mit Modern Standby können Sie in den Windows-Einstellungen unter „System –› Netzbetrieb und Energiesparen –› Netzwerkverbindung“ entscheiden, ob das
WLAN im Standby aktiv bleiben soll, um zum Beispiel E-Mails empfangen zu können. Bei vielen Laptops finden Sie weitere Optionen für den WLAN-Adapter unter „Drahtlosadaptereinstellungen“. Hier können Sie stufenweise die Übertragungsleistung von „Höchstleistung“ bis „Maximaler Energiesparmodus“ regeln. Welche Option am besten ist, müssen Sie ausprobieren: Eine zu geringe Sende-/Empfangsleistung schont den Akku, kann aber WLAN-Reichweite und Signalqualität reduzieren, sodass das Notebook gar keine oder nur eine schlechte Verbindung hat.
Prozessor: Windows 10 steuert eine moderne Notebook-CPU so gut, dass Sie mit manuellen Einstellungen kaum zusätzliche Akkulaufzeit herauskitzeln können – sofern eine passende Option wie „Prozessorenergieverwaltung“ überhaupt in den Energieoptionen zu finden ist. Damit der Lüfter aber seltener oder gar nicht läuft, kann eine Kappung der Taktrate sinnvoll sein: Stellen Sie dafür bei „Maximaler Leistungszustand des Prozessors“ den Wert auf 99 statt 100%. Eine Intel-CPU deaktiviert dann den Turbo-Boost. Damit senken Sie die Abwärme des Prozessors erheblich und in der Folge auch störende Lüftergeräusche