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HARDWARE-SYNTHESIZER: KORG: VOLCA MODULAR


Keys - epaper ⋅ Ausgabe 5/2019 vom 04.04.2019

Mit dem Volca Modular bekommt die Volca-Serie von Korg neuen Zuwachs in Form eines Experimentierkastens für große und kleine Synthesizer-Nerds nach dem Motto: „Liebling, ich habe das Modularsystem geschrumpft“.


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Bildquelle: Keys, Ausgabe 5/2019

Während mit Modularsystemen üblicherweise die Vorstellung kühlschrankgroßer Monster der späten Siebziger oder die derzeit populären Module im Eurorack-Format verbunden ist, handelt es sich beim Volca Modular um einen einstimmigen, analogen Synthesizer mit semimodularem Aufbau und kompakter Oberfläche (19 x 12 cm). Pfiffigerweise lässt sich der Synthesizer mit Batterien betreiben und ...

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... besitzt sogar eingebaute Lautsprecher, sodass man mit dem putzigen Kästchen auch in der Hängematte auf Klangsuche gehen kann.

Modular-Synthesizer im Miniformat

Waren Modular-Synthesizer ursprünglich einer betuchten Klientel vorbehalten, so erleben sie heute eine Renaissance im Eurorack-Format. Grundsätzlich besteht zwar jeder Synthesizer aus Modulen, die bestimmte Aufgaben übernehmen. Modularsysteme erlauben es jedoch, diese Elemente frei zu konfigurieren und zu verschalten – im Gegensatz zum vorgegebenen Aufbau der meisten elektronischen Klangerzeuger.

Kreative West-Coast-Synthese

Der Volca Modular steht in der Tradition der von Don Buchla geprägten West-Coast-Synthese. Während die durch Bob Moog zu Ruhm gelangten Module der Ostküste geradlinig der subtraktiven Synthese folgen, ist der West-Coast-Ansatz eher offen für Zufälliges und dazu flexibler ausgelegt. Schon der Beginn der Tonerzeugung unterscheidet sich durch Einsatz von Waveshaping-Verfahren und Frequenzmodulation von der subtraktiven Variante. Der Korg Volca Modular besteht aus acht mehrheitlich analogen Modulen, die über beigelegte Mini-Patch-Kabel an insgesamt 50 Patch-Punkten frei kombiniert werden können, etwa um Portamento- oder Ringmodulationseffekte zu erzeugen. Das lädt zum Experimentieren ein. Je nach Modul können Audiosignale, Steuersignale, Gates und Trigger verarbeitet und ausgegeben werden.

Anschlussfreudig

Der interne Sequenzer lässt sich per Stereo-Miniklinke oder CV-Signalen mit anderen Geräten synchronisieren. So kann der Modular zusammen mit anderen Volcas, Monotribes oder Analog-Sequenzern bis hin zur DAW betrieben werden. MIDI ist jedoch nicht vorhanden. Der Sound wird über den recht ansprechenden eingebauten Lautsprecher, Kopfhörer oder mittels Adapter auch an andere Lautsprechersysteme ausgegeben. Die zahlreichen durchsichtigen Drehregler hinterlassen einen recht stabilen Eindruck und beginnen etwa bei halbem Reglerweg rot zu leuchten, was nicht nur hübsch aussieht, sondern auch grobe Orientierung über die eingestellten Werte bietet.


>> Volca Modular richtet sich nach der West-Coast-Synthese. <<


Der Volca Modular lädt mit 50 frei kombinierbaren Patch-Punkten zum Experimentieren ein.


MIni-Folientastatur

Zur Toneingabe und zum Ausführen diverser Funktionen dient die Folientastatur. Sie umfasst 16 rote und weiße Minitaster, auf denen wie auf einem Keyboard gespielt werden kann, allerdings ohne Tastenhub. Im chromatischen Modus beginnt die Tastatur auf a und endet eine Oktave plus Terz höher auf c. Daneben kann die Tastatur auch in diverse Skalenmodi versetzt werden. Hierbei erzeugt sie auf einem wählbaren Grundton dorische, lydische, japanische oder andere Skalen nebst mikrotonaler Anpassung einzelner Töne.

Semimodularer Aufbau

Im Source-Modul wird das Ausgangssignal geformt. Statt eines Sets fertiger Wellenformen wird der Basisklang durch zwei spannungsgesteuerte Dreiecksoszillatoren erzeugt, von denen einer das Trägersignal bereitstellt und der andere dieses frequenzmoduliert. Mit zwei Drehreglern lassen sich Ratio und Intensität der Modulation justieren. Ein dritter Regler bestimmt die Wirkung des Wave Folders, der dem Signal durch zusätzliche Obertöne eine komplexere Struktur aufprägt. Da es sich um spannungsgesteuerte Oszillatoren handelt, ist das Tuning allerdings nicht immer völlig perfekt. Wie bei jedem analogen Synthesizer ist eine kurze Aufwärmphase aber durchaus hilfreich. Ohne Einsatz von Patch-Kabeln durchläuft der Sound nun eine Attack/Release-Hüllkurve des Functions-Moduls, kann im ersten von zwei Lowpass Gates (LPG) gefiltert sowie anschließend im Space-out-Modul mit einem Vintage-Hall versehen werden. Das Clock-Modul dient der Geschwindigkeitskontrolle des Sequencers. Es besitzt fünf Ausgabepunkte für Viertel-, Dritteloder halbe Geschwindigkeit, Gate und Pitch. Dazu gibt es einen Eingang zur externen Temposteuerung.
Eine Sample-und-Hold-Schaltung bietet das Woggle-Modul. Ohne externen Eingang wird der Woggle mit rosa Rauschen gefüttert und kann sein Ausgangssignal mit oder ohne Glättung ausgeben. Das Functions-Modul bietet noch einen zusätzlichen Rise/Fall-Generator, bei dem lediglich Form und Zeitdauer der Veränderung einstellbar sind. Letzterer lässt sich etwa auf das Source-Modul patchen, um LFO-artige Modulationseffekte zu erzeugen. Außerdem gibt es noch ein zweites LPG sowie ein Split-Modul, das auch zum Zusammenführen von Signalen verwendet werden kann. Im Utility-Modul lassen sich Audio-, aber auch Steuersignale kombinieren und abschwächen.

Vielseitiger Sequenzer

Der interne Sequenzer kann 16 Patterns à 16 Steps speichern. Im Modus Active Step lassen sich die Schritte der Sequenzen einzeln ein- und ausschalten. Neue Muster lassen sich per Step- oder Echtzeiteingabe erstellen. Dazu lassen sich mehrere Sequenzen verketten sowie einzelne Sequenzen vorwärts, rückwärts oder zufällig abspielen. Besonders interessant ist der Modus Motion Sequence, bei dem Reglerbewegungen der Klangerzeugung während eines Durchlaufs aufgezeichnet und abgespielt werden können.

Praxis

Wer bisher noch nicht mit analogen Modular-Synthesizern zu tun hatte, wird etwas Zeit benötigen, um halbwegs planbare und zufriedenstellende Resultate zu erreichen. Das Handbuch ist hierbei behilflich, erklärt Aufbau und Funktion der Module und zeigt erste Patch-Beispiele. Sind viele Patch-Kabel gezogen, kann es schwierig werden, die Drehregler zu bedienen – hier ist Feingefühl gefragt und man fühlt sich ein wenig wie Gulliver mit dem Liliput-Synth.
Dafür hält der kleine Volca Modular eine erstaunlich breite Klangpalette bereit – von metallisch bis flötenartig, weich oder dystopisch geräuschhaft. Dabei liegen ihm meiner Meinung nach die experimentellen und „bösen“ Klänge ganz besonders. Bei einer Ratio von 1:4 und komplett nach links gedrehtem Mod- und Fold-Regler klingt es noch eher weich. Je mehr man den Fold-Regler aufdreht, desto mehr Obertöne, Druck und Strahlkraft erhält der Klang und wechselt ins Klarinettenbis Oboenartige, was auch gute Leadsounds ergibt. Für tiefe Bässe fehlen dem Modular leider die unteren Oktaven, denn die Tastatur lässt sich maximal um eine Oktave abwärts transponieren. Dreht man nun noch den Regler des Modulators auf, erhält man die FM-typischen, nicht immer vorhersagbaren Ergebnisse. Mir persönlich hat es großen Spaß gemacht, diese eher fiesen Sounds auch noch in Echtzeit zu manipulieren.

FAZIT

Der Volca Modular lässt sich einfach in ein Volca-Ökosystem einbinden, kann aber auch mit anderen Analogsystemen kooperieren. Dank Skalenfunktionen und leistungsfähigem Step-Sequencer wird man dabei eine ganze Weile Spaß haben. Er besitzt klanglich einen etwas schrägen Charme, den experimentierfreudige Soundbastler zu schätzen wissen werden. Insbesondere bei kalten und bösen Klängen kann er seine Stärken voll ausspielen. Doch obwohl das Gerät explizit zum Experimentieren einlädt, gelangt man dennoch zu halbwegs kontrollierbaren Ergebnissen. Dafür ist es sinnvoll, sich zuvor mit dem Konzept der Klangerzeugung vertraut zu machen. Einen preiswerten und empfehlenswerten Einstieg in die Welt der modularen West-Coast-Synthese bietet Volca Modular in jedem Fall!

Der Synthesizer setzt sich aus Digitaleffekten, Sequenzer und acht unabhängigen analogen Modulen zusammen.