Weiterlesen mit NEWS. Jetzt testen.
Lesezeit ca. 10 Min.

HARDWARE-SYNTHESIZER: WALDORF: KYRA


Keys - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 17.03.2020

Mit dem Kyra hat Waldorf seinen lange erwarteten 128-stimmigen FPGA-Synthesizer veröffentlicht. Der achtfach multitimbrale Klangerzeuger soll pro Stimme bis zu zehn Oszillatoren ansteuern können. Wir haben den virtuell-analogen Desktop-Synthesizer ausgiebig getestet.


Artikelbild für den Artikel "HARDWARE-SYNTHESIZER: WALDORF: KYRA" aus der Ausgabe 4/2020 von Keys. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Keys, Ausgabe 4/2020

Der weibliche Vorname Kyra bedeutet die Herrscherin, die Sonne, die Göttliche. So mag man davon ausgehen, dass ein Produzent, der seinem Produkt den Namen Kyra gibt, zwei Dinge bei der Namensvergabe im Kopf hatte. Erstens: Auch bei Namen für Synthesizer muss die Frauenquote erreicht werden. Zweitens: Man erhebt für sein Produkt absoluten ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 6,99€
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Keys. Alle Rechte vorbehalten.
Lesen Sie jetzt diesen Artikel und viele weitere spannende Reportagen, Interviews, Hintergrundberichte, Kommentare und mehr aus über 1000 Magazinen und Zeitungen. Mit der Zeitschriften-Flatrate NEWS von United Kiosk können Sie nicht nur in den aktuellen Ausgaben, sondern auch in Sonderheften und im umfassenden Archiv der Titel stöbern und nach Ihren Themen und Interessensgebieten suchen. Neben der großen Auswahl und dem einfachen Zugriff auf das aktuelle Wissen der Welt profitieren Sie unter anderem von diesen fünf Vorteilen:

  • Schwerpunkt auf deutschsprachige Magazine
  • Papier sparen & Umwelt schonen
  • Nur bei uns: Leselisten (wie Playlists)
  • Zertifizierte Sicherheit
  • Freundlicher Service
Erfahren Sie hier mehr über United Kiosk NEWS.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 4/2020 von DVD-INHALT. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
DVD-INHALT
Titelbild der Ausgabe 4/2020 von NEWS: A Guide to Modular Worlds:. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
NEWS: A Guide to Modular Worlds:
Titelbild der Ausgabe 4/2020 von VORSCHAU | SUPERBOOTH 2020: MESSE FÜR ELEKTRONISCHE MUSIKINSTRUMENTE. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
VORSCHAU | SUPERBOOTH 2020: MESSE FÜR ELEKTRONISCHE MUSIKINSTRUMENTE
Titelbild der Ausgabe 4/2020 von INTERVIEW: AUDIOCATION: MEDIEN-AUSBILDUNGSINSTITUTE IM ÜBERBLICK (5): AUDIOCATION AUDIO AKADEMIE. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
INTERVIEW: AUDIOCATION: MEDIEN-AUSBILDUNGSINSTITUTE IM ÜBERBLICK (5): AUDIOCATION AUDIO AKADEMIE
Titelbild der Ausgabe 4/2020 von INTERVIEW: MARIENBERG DEVICES: 5U-MODULARSYSTEME AUS DEUTSCHLAND (5):MARIENBERG DEVICES GERMANY - SYNTHESIZER- MANUFAKTUR. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
INTERVIEW: MARIENBERG DEVICES: 5U-MODULARSYSTEME AUS DEUTSCHLAND (5):MARIENBERG DEVICES GERMANY - SYNTHESIZER- MANUFAKTUR
Titelbild der Ausgabe 4/2020 von SYNTHESIZER-PLUG-INS: ELECTRONIC ESSENTIALS (1): DIE BESTEN SYNTHESIZER- PLUG-INS 2020. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
SYNTHESIZER-PLUG-INS: ELECTRONIC ESSENTIALS (1): DIE BESTEN SYNTHESIZER- PLUG-INS 2020
Vorheriger Artikel
FREEWARE: DIE BESTE FREEWARE FÜR MUSIKPRODUZENTEN (3): ESSEN…
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel EURORACK-MODUL: POLYEND: POLY 2
aus dieser Ausgabe

... Herrscheranspruch. Zumindest was das Prädikat „Wall of Sound“ angeht, denn genau das ist eine der Zielsetzungen, die sich Waldorfs Ingenieure beim Design von Kyra auf die Fahne geschrieben haben. Ob dieses Ziel erreicht wird, wollen wir im folgenden Test näher untersuchen.

Überblick

Kyra ist ein kompakter digitaler Synthesizer mit virtuell-analoger Klangsynthese. Er ist 128-stimmig polyphon und achtfach Multitimbral (acht Parts). Diese Parts können auf maximal vier Stereoausgänge geroutet werden. Je Stimme stehen zwei Oszillatoren zur Verfügung, die parallel Sägezahn, Rechteck, Rauschen und Wavetable ausgeben können. Hinzu kommt je Oszillator ein weiterer Sub-Oszillator. Die Oszillatoren können je Gruppe hard synchronisiert und ring- und frequenzmoduliert werden. Alternativ können die Oszillatoren im Hypersaw-Modus betrieben werden (Umschalter Wave/Hypersaw). Wird Kyra im Dual-Modus betrieben, stehen je Stimme insgesamt 12 Hypersaw-Oszillatoren mit einstellbarer Stereospreizung zur Verfügung. Kyra verfügt im Dual-Modus über zwei Filter je Stimme mit den Charakteristiken Hochpass, Bandpass und Tiefpass mit je 12 dB oder 24 dB Flankensteilheit. Als Modulationsquellen stehen drei Hüllkurven (ADSR) und drei LFOs mit je 128 Wavetable-Wellenformen zur Verfügung. Das Routing erfolgt in einer Modulationsmatrix mit sechs Kanälen und maximal drei Zielen je Kanal. Neben den bereits erwähnten acht Line-Ausgängen verfügt Kyra auch über ein USB-Audio-Feature. Hierüber können alle Stereo-Audiosignale der acht Parts in 24 Bit und maximal 96 kHz Sample-Frequenz an eine angeschlossene DAW übertragen werden. Hierfür gibt es für Kyra einen eigenen Asio-Treiber, auf den die DAW dann zugreifen muss, wenn man diese Betriebsart ausnutzen will. Möchte man das nicht (es kann immer nur ein Asio-Treiber unter Windows verwendet werden), muss man Kyra in den Soundkartenmodus versetzen. In dieser Betriebsart kann nur ein einzelner Stereo-Audio-Feed an die DAW gesendet werden (Output A).

Effektmodule

In der Effektsektion hat man sich nicht lumpen lassen. Je Part gibt es neun Effektmodule, die alle gleichzeitig bedient werden können (entspricht 72 Effekten simultan). Die Effekte sind Drei band-Shelving-EQ, Formant-Filter, 5-Mode-Distortion-Modul, zwei Limiter, Stereo-Delay-Modul, 6-Stage-Phaser mit speziellem Stereo-Multishape-LFO, Chorus-/Flanger-Modul und ein Reverb-Modul. Der Arpeggiator hat 128-Preset-Pattern und einen Akkordmodus. Zentrales Element ist ein hochaufgelöstes und gut lesbares S/W-OLED-Display (256 x 64 Pixel). Ähnlich wie beim Quantum springt die Anzeige um, sobald man irgendeinen Regler dreht oder Taster drückt. Man befindet sich immer gleich an der richtigen Stelle. Steuerungstasten unterhalb des Displays ermöglichen die Navigation und Änderung der Werte. Ein zentraler Encoder wäre hier vielleicht etwas „cooler“ gewesen. Auf der Rückseite findet man neben dem MIDI-Trio und dem USB-Anschluss vier Stereoausgänge für die einzelnen Parts, einen Kopfhörerausgang und einen Anschluss für das externe Netzteil. Beide Punkte fallen mir negativ auf. Lösungen mit externen Netzteilen fühlen sich selten professionell an (diesen Anspruch hat der Kyra aber) und der Kopfhörerausgang gehört für mich eindeutig nach vorne - gerade bei einem Desktop-Gerät.

An der Rückseite befinden sich Netzanschluss, Kopfhörerausgang, acht Line-Ausgänge, MIDI-in/out/Thru, USB-Anschluss und ein Kensington-Schloss.


Architektur

Die oberste Organisationseinheit von Kyra ist das Multi. Ein Multi kann aus bis zu acht Parts bestehen. Parts wiederum werden in Bänken gespeichert. Je Bank können 128 Patches gespeichert werden. Ein Patch ist also die niedrigste Organisationseinheit.
Die Architektur von Kyra ist recht einfach aufgebaut und orientiert sich am klassischen analogen Synthesemodell. Seine „Kraft“ bezieht er zunächst aus den klanglichen Möglichkeiten, die die Oszillatoren bieten. Diese sind eng an das Filter-Modul gekoppelt. Es gibt keine zwischengeschalteten Mischermodule, um die einzelnen Signale vor der Filterung zu mischen. Alles geschieht in den Menüs der Oszillatorgruppen und wird als Source Mixer bezeichnet. Abhängig vom Mode (Single und Dual) werden die Signale unterschiedlich in die Filter geroutet. Somit sind folgende Kombinationen möglich:
A. Oszillatoren und Filter befinden sich im Single Mode. Beide Oszillatorgruppen werden in ein Filter geleitet.
B. Oszillatoren im Dual Mode und Single Mode für die Filter. Die Anzahl der Oszillatorgruppen wird verdoppelt. Beide können gegeneinander verstimmt werden. Das Filter kann entweder im Single Mode oder im Dual Mode (parallel) betrieben werden. Nur im Dual Mode ist ein echter Stereobetrieb der Signale möglich.
C. Wird das Filter in den Dual Mode versetzt, so werden auch die Oszillatorgruppen automatisch in den Dual Mode versetzt. Eine Betriebsart der Oszillatoren im Single Mode und der Filter im Dual Mode ist nicht möglich. Dieses Signal-Routing gilt sowohl für den Wave-Mode als auch für den Betrieb im Hypersaw-Mode. Für jedes Patch kann ein Portamento und das Panorama separat eingestellt und gespeichert werden.


Als Modulationsquellen stehen drei Hüllkurven (ADSR) und drei LFOs mit je 128 Wavetable-Wellenformen zur Verfügung.


Ein hochaufgelöstes und gut lesbares Schwarzweiß-OLED-Display mit 256 x 64 Pixeln ist das zentrale Element der Bedienoberfläche.


Je Part gibt es neun Effektmodule, die alle gleichzeitig bedient werden können (entspricht 72 Effekten simultan).


Oszillatoren

Wie bereits erwähnt, hat jeder Oszillator die Wellenformen Sägezahn und Rechteck als Standardwellenformen zur Verfügung. Der jeweils dazugehörende Suboszillator kann separat zugeschaltet werden und mit den Wellenformen Sägezahn, Rechteck, Pulswelle und Dreieck in der Originaltonhöhe oder eine Oktave tiefer betrieben werden. Zusätzlich besitzt jede Oszillatorgruppe einen sogenannten AUX-Oszillator, der für Rauschen oder Ringmodulation zuständig ist. Der AUX-Oszillator kann so konfiguriert werden, dass er weißes Rauschen oder eine ringmodulierte Ausgabe der Wavetables in jeder Oszillatorgruppe erzeugt. Infolgedessen kann ein Patch weißes Rauschen oder eine Ringmodulation enthalten, jedoch nicht beides gleichzeitig.
Für beide AUX-Oszillatoren gibt es nur einen gemeinsamen Level-Regler in der Oszillatorgruppe 1. Und dann gibt es in jeder Oszillatorgruppe als viertes Signal den Wavetable-Oszillator. Jeder WTO stellt 4096 Single-Cycle-Wellenformen bereit, die in Wave-Gruppen von bis zu 99 Wavetables untergebracht sind. Wave-Gruppen dienen der inhaltlichen Sortierung und Orientierung und deuten an, in welche klangliche Richtung die Wavetables gehen. Leider, und das ist an dieser Stelle wirklich ein großes Manko, kann man die Wavetables nicht durchfahren. Nicht einmal innerhalb einer Wave-Gruppe geht das. Es ist klar, dass Kyra bezüglich der Klangerzeugung eine andere Priorisierung hat, aber ich hätte diese eingeschränkte Funktionalität an dieser Stelle nicht erwartet und meiner Ansicht nach nimmt sie diesem Synthesizer auch die Möglichkeit, noch mehr interessante und lebendige Klänge zu gestalten. Alle vier genannten Oszillatorsignale werden gleichzeitig ausgegeben und können separat in der Lautstärke geregelt werden. Das bedeutet, dass vieles vom Sounddesign schon in den Oszillatorgruppen passiert - bevor überhaupt Filterung, Modulation oder der Einsatz von Effekten stattgefunden hat. Zusätzlich können beide Oszillatorgruppen im Hard-Sync-Modus betrieben werden. Die Suboszillatoren werden dabei nicht synchronisiert, sondern können weiterhin frei gestimmt werden.

Hypersaw

Bislang haben wir nur den Wave-Mode beider Oszillatorgruppen betrachtet. Alternativ können diese auf Hypersaw umgestellt werden. Für Hypersaw wird ein spezieller Algorithmus mit sechs echten Oszillatoren verwendet. Der Hypersaw-Modus ersetzt die beiden Oszillatorgruppen des Wave-Modus durch eine einzige Quelle, deren Klanginhalt mit nur zwei Reglern eingestellt wird: Intensity und Spread. Hypersaw besteht aus mehreren harmonisch reichen Sägezahnwellen (Partials), die jeweils mit einem speziellen Algorithmus angepasst werden. Dieser bietet charakteristische Klangeigenschaften, die sich für eine Reihe von Anwendungen eignen - von kraftvollen Lead Sounds bis hin zu vollen, animierten Pads. Wenn der Dual-Modus ausgewählt ist, wird der Hypersaw-Algorithmus gedoppelt und verwendet zwölf Oszillatoren und zwei Filter für einen echten Stereosignalpfad.

Filter

Über die Filter-Architekur habe ich bereits weiter oben etwas geschrieben, aber noch nichts über die Filter an sich. Kyra besitzt pro Stimme zwei Filter, die auf Emulationen klassischer Kaskaden-Filter beruhen. Für jedes Filter kann eine Flankensteilheit von 12 dB oder 24-dB eingestellt werden. Die Betriebsarten sind Lowpass, Bandpass oder Highpass. Sie sind auch resonanzfähig bis zur Selbstoszillation. Die Filter klingen sauber und gut. Allerdings fehlt ihnen analoger Biss. Etwas mehr „Aggression“ hätte ihnen gut gestanden. Für den Anspruch, breite Pad-Sounds mit Kyra zu erstellen, passen sie aber sehr gut.

Modulatoren

Wie bereits erwähnt, verfügt Kyra über drei Envelope-Generatoren und drei LFOs. Die Hüllkurve EG1 dient zur Modulation des Verstärkers (Amplifiers). EG2 dient zur Modulation des Filters. EG3 ist verfügbar für sonstige Modulationen. Die Amp- und AUX-Auswahl-Taster legen fest, welche Hüllkurve mit den vier Reglern rechts neben den Tastern eingestellt wird. Die Taster sind auch nützlich, um zu allen drei Hüllkurven-Anzeigeseiten zu navigieren und die Parameterwerte zu überprüfen. Das trifit übrigens auf alle Taster und Regler von Kyra zu. Dreht man an einem, wird sofort das passende Menü und der zu regelnde Parameter angezeigt.Die ADSR-Hüllkurven-Parameter bedürfen hier keiner weiteren Beschreibung. EG3 dient als freier Modulator und wird durch Druck auf die AUX-Taste aktiviert. Die Regler der Amp-Hüllkurve dienen nun der Programmierung. Grundsätzlich hat Kyra eine Shift-Lock-Taste, über die man Kyras zweite Parameterebene erreichen kann. Diese Subparameter sind dezidiert in blauer Schrift ausgewiesen. Man erreicht sie, in dem man die Shift-Taste gedrückt hält und den entsprechend beschrifteten Regler dreht. Es gibt also keine versteckten Parameter. Alle können direkt über das User-Interface ausgewählt und bedient werden. Diese Lösung gefällt mir sehr gut. So können zum Beispiel über EG1 die Sub-Parameter Limiter-Curve, Stereo Pan, LFO1 to Amplifier und LFO2 to Pan schnell editiert werden.Kyra hat je Stimme drei identische LFOs.

Dafür gibt es drei Auswahltaster und zwei Drehregler für Shape und Rate mit dem Sub-Parameter Delay. Was mir wirklich gefällt ist, dass jeder LFO 128 Wellenformen zur Verfügung stellt. Diese werden im OLED-Display angezeigt, sobald man den Shape-Regler dreht. Zusätzlich kann jeder LFO über das Menü weiter angepasst werden. Über den Parameter „Mode“ kann man einstellen, in welcher Betriebsart der LFO laufen sollen. Konkret heißt das Monophonic, Polyphonic, Random Phase, Dual Antiphase (für einen Betrieb im Dual Mode) und Dual Quadrature. Des Weiteren können für die LFOs die Clock-Rate und ein Delay-Wert eingestellt werden.

Modulationsmatrix

Die Modulationsmatrix dient dem Routing der Modulations quellen auf verschiedene Modulationsziele. Die Matrix verfügt über sechs Kanäle, die über den Select-Taster ausgewählt werden. Ein Mod-Matrix-Routing besteht aus einer Modulationsquelle (Source) und einem Modulationsziel (Destination). Die Quellen und Ziele werden auf der Bedienoberfläche zusammen als „Agents“ bezeichnet. Jeder Mod-Matrix-Kanal kann eine Quelle und bis zu drei Ziele besitzen. Jede dieser 18-Routings bietet einen Modulationsintensität-Parameter (Amount), der positiv oder negativ sein kann. Für jedes Ziel wird der Endbetrag (positiv oder negativ) zum aktuell konfigurierten Wert der Zielsteuerung addiert.

Modulationsquellen- und ziele

Als Modulationsquellen dienen Pitchbend, Channel pressure Keyboard Aftertouch, Modulation wheel (MIDI CC#1), Breath controller (MIDI CC#2), MIDI CC 3, Foot controller (MIDI CC#4), Data entry (MIDI CC#6), Balance (MIDI CC#8), MIDI CC 9, Pan (MIDI CC#10), Expression (MIDI CC#11), MIDI CC 12, MIDI CC 13, MIDI CC 14, MIDI CC 15, MIDI CC 16, MIDI CC 17, MIDI CC 18, MIDI CC 19, Sustain pedal MIDI CC# 64, EG1 Amp Envelope Generator 1, EG2 Filter, Envelope Generator 2, EG3 Aux Envelope Generator 3, LFO1 unipolar, LFO1 bipolar, LFO2 unipolar, LFO2 bipolar, LFO3 unipolar, LFO3 bipolar, On velocity, Random per Note, MIDI note, Polyphonic Press, Polyphonic Aftertouch und Off Velocity Release. Als Modulationsziele dienen OSC1 tune, OSC1 detune, OSC1 wavetable OSC2 FM, OSC1 LFO1 to pitch, OSC1 LFO2 to pulse width, OSC1 sawtooth level, OSC1 wavetable level, OSC1 pulse level, OSC1 aux, oscillator level, OSC1 sub level, OSC1 sub detune, OSC1 pulse width, OSC2 tune, OSC2 detune, OSC2 LFO1 to pitch, OSC2 LFO2 to pulse width, OSC2 sawtooth level und OSC2 wavetable level.

Der Kopfhörerausgang befindet sich links an der Rückseite - für ein Desktop-Gerät ist diese Platzierung ungünstig gewählt.


Effekte

Kyra bietet eine umfangreiche Effekteinheit (FX) für jeden der acht Parts. Ähnlich der Modulationsmatrix ist auch die Effektsektion wie eine Matrix aufgebaut. Die bereits oben erwähnten Effekte werden über zwei Select-Taster angewählt und über Drehregler editiert. Davon gibt es fünf, denen abhängig vom Effekt andere Aufgaben sprich Parameter zugewiesen werden. Die Drehregler decken die meisten, jedoch nicht alle Parameter der einzelnen Effektmodule ab. Auf den Effekt-Anzeige-Seiten stehen zusätzliche Parameter zur Verfügung, die bei Auswahl über die Value-Taster angepasst werden können. Jedes der Effektmodule kann einzeln konfiguriert und umgangen werden. Die Reihenfolge der Effekte ist jedoch festgelegt und kann nicht geändert werden. Eine tiefere und sehr umfangreiche Möglichkeit, die Effekte zu editieren, erfolgt in den jeweiligen Effektmenüs, die sich öffnen, sobald man einen Effekt angewählt hat.

Rhythmische Unterstützung

Neben der üblichen Auswahl von Parametern, die ein Arpeggiator besitzt, bietet Kyra die Möglichkeit, aus insgesamt 128 Pattern auszuwählen. Ein Pattern kann man sich als rhythmische Struktur vorstellen, nach der die gespielten und gehaltenen Noten auf dem Keyboard abgespielt werden. Mit dem Parameter „Pattern“ wählt man das Preset-Pattern aus, das der Arpeggiator verwenden soll. Pattern 0 ist ein Grund-Pattern ohne Akzente und Pausen, die anderen Pattern bieten jeweils entsprechende Beats und Akzente. Das Pattern 127 ist ein spezielles Pattern, das jedem Beat eine zufällige Velocity hinzufügt (diese zufälligen Werte werden in Echtzeit berechnet, sodass sich das Pattern nicht wiederholt). Da Kyra keinen internen Sequenzer besitzt, kann man diese zufällig erzeugten Muster leider nicht aufnehmen und als eigene Pattern speichern.


Man kann mit dem Waldorf Kyra interessante Sounds machen, die absolut durchsetzungsfähig sind.


FAZIT

Als Waldorf den Kyra im Spätsommer 2019 ankündigte und ich mir die ersten Specs anschaute, war mein erster Gedanke, dass da ein abgespeckter Quantum ins Haus kommen könnte. Im Prinzip hätte das auch passen können. Kein Keyboard. Kompaktes Design. Halber Preis. Allerdings hat Kyra nur wenig mit dem Quantum gemein. Irgendwie finde ich das schade und sehe es als vertane Chance. Das Problem ist, dass sich das Karussell für Synthesizer immer schneller dreht. Anders gesagt, die Konkurrenz schläft nicht und was heute interessant klingt und interessant aussieht, das wird morgen schon von dem nächsten „Hit“ beiseitegeschoben. Ich mag nicht darüber nachdenken, was das für die Hersteller in den nächsten Jahren bedeuten wird. Ich möchte da nicht falsch verstanden werden. Der Kyra klingt gut und macht nach kurzer Einarbeitungsphase sogar Spaß. Man kann mit ihm interessante Sounds machen, die absolut durchsetzungsfähig sind. Die Effekte sind reichlich vorhanden und sie sind ein echter Bestandteil des Sounddesigns. Allerdings komme ich nicht umhin, meine Enttäuschung über die nicht vorhandene Wavetable-Synthese auszudrücken. Vor dem Hintergrund der (Wavetable-)Konkurrenzprodukte, die gerade den Markt aufmischen, halte ich das schlichtweg für eine falsche Entscheidung. Hier hätte Kyra mehr Quantum-Gene mitbekommen müssen. Ein kompakter „Mini“-Quantum wäre die passendere Antwort für den Markt gewesen. Dennoch spreche ich folgende Empfehlung aus: Probieren Sie den Waldorf Kyra einmal aus, hören Sie sich den Synthesizer an, denn man kann schöne Sounds mit ihm machen.

Der Kyra präsentiert sich als kompakter Desktop-Synthesizer mit Seitenteilen aus echtem Holz.

WALDORF KYRA

VERKAUF Fachhandel

INTERNET https://waldorfmusic.com

+ kompaktes Desktop-Gerät
+ übersichtliche Bedienung und Editierung (auch der Sub-Parameter)
+ 128 LFO-Wellenformen
+ Audiostreaming über USB
+ Dual Mode
+ OLED-Display
- keine echte Wavetable-Synthese
- Arpeggio-Pattern nicht speicherbar
- externes Netzteil
- Position des Kopfhörerausgangs
- hoher Preis