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HARMONIE STATT HAMSTERRAD


Madame - epaper ⋅ Ausgabe 8/2021 vom 16.06.2021

MADAME Healthness

Artikelbild für den Artikel "HARMONIE STATT HAMSTERRAD" aus der Ausgabe 8/2021 von Madame. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

DOSSIER

Der Weg zu neuem Wohlbefinden

Lassen Sie uns die Zeit zurückdrehen: Stellen Sie sich vor, es ist wieder März 2020. Ja, eine unangenehme Erinnerung. Die Pandemie nahm gerade erst Fahrt auf, noch wusste man nicht, wie sehr sie in unseren Alltag eingreifen würde. „An Ostern ist alles wieder vorbei“, haben wir damals gesagt. War es aber nicht. Nach einem kurzen Aufatmen im Sommer wurden Lockdown 2.0, 3.0 – man hat ja schon aufgehört zu zählen – zur wirklichen Härteprobe. Für jeden Einzelnen, aber auch für Unternehmen. Umsatzverlust, Produktionsengpässe und mobiles Arbeiten standen plötzlich auf der Tagesordnung. Heute wissen wir, dass ein Drittel aller Berufstätigen in Deutschland im März 2020 zum allerersten Mal ins Homeoffice geschickt wurde. Für die einen war es eine Erleichterung, für andere eine Belastung. Laut einer Umfrage des Berliner IGES-Instituts im Auftrag der DAK ...

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... Gesundheit fehlte für fast 46 Prozent die klare Trennung zwischen Beruf und Privatleben. Andererseits konnten fast 77 Prozent dank mehr Flexibilität Beruf und Familie besser vereinbaren, vor allem, wenn kleine Kinder zu betreuen waren. Doch wer vor einer Konferenz die Matheaufgaben des Kindes macht, danach das Essen für alle kocht und sich abends, nachdem die Kleinen im Bett sind, wieder an den PC setzt, kann beim Begriff „Work-Life-Balance“ heute nur noch müde lächeln.

Abhilfe schaffen soll hier das Prinzip der Corporate Health, zu Deutsch betriebliches Gesundheitsmanagement. Demnach sind Arbeitgeber dazu angehalten, die Belastung und Umstände in ihrem Betrieb zu optimieren, um so die Ressourcen zu stärken und Mitarbeiter langfristig zu binden. Doch was in Prä-Corona-Zeiten mit einem Obstkorb und einer Yogasession in der Mittagspause getan war, ließ sich in Zeiten von Zoom-Calls nur schwer umsetzen. 60 Prozent der Unternehmen in Deutschland probierten deshalb während der Pandemie Modelle wie Gleitzeit, Jobsharing und Viertagewoche aus – manche aus Überzeugung, andere aus der Not heraus. Inwiefern diese Modelle nach Corona erhalten bleiben, ist abzuwarten.

Spricht man von Work- Life-Balance, liegt ein Teil dieses Konzepts also in der Verantwortung der Unternehmen. Doch vor allem die individuelle Vorsorge ist hier besonders wichtig. Mindset-Coach Julia Lakaemper aus Berlin weiß: „Wenn wir nicht selbst innehalten und das eigene Befinden erkunden, wird das niemand für uns tun.“ Im Homeoffice Auszeiten planen und Grenzen ziehen, das nehme uns niemand ab. ❯

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FRAGEN ZUR BE- STANDSAUFNAHME, EMPFOHLEN VON JULIA LAKAEMPER

Wie fühle ich mich körperlich? Wie fühle ich mich mental? Schlafe ich gut und ausreichend?

Wie gestalte ich eigentlich meine Freizeit? Wo liegen meine Prioritäten, und entspricht diese Reihenfolge meinen Wünschen? Verspüre ich Druck, wenn ja, woher?

Was fehlt mir im Alltag?

In welchem Bereich möchte ich mich mehr ausleben? Wie geht es mir in meiner Rolle als Mutter, Ehefrau oder im Job? Was kann ich konkret ändern, um neue Ziele zu erreichen?

COACH

MINDSET-COACH JULIA LAKAEMPER

„Positive Veränderungen sind immer möglich – auch während einer Pandemie. Wir können Corona nicht für alles die Schuld geben. Es ist unsere eigene Verantwortung, unsere Zeit und Aufmerksamkeit bewusst auf das zu lenken, was uns gut tut.“

DANKBARKEITS- ÜBUNG

Sich täglich in Dankbarkeit zu üben, mag etwas esoterisch klingen – es hilft aber dabei, den Blick für das Positive zu schärfen, Stress zu senken und den Tag mit guten Gedanken abzuschließen. Wichtig: auch kleine Dinge aufschreiben und dabei ehrlich sein.

DETOX-SAFTKUR

Reset-Button mit Gute-Laune-Versprechen: Eine Saftkur soll die Reinigungskräfte des Körpers unterstützen, Energie schenken und den Stoffwechsel anregen. Drei Tage mit je sechs kalt gepressten Bio-Säften, die schmecken und tatsächlich sättigen. Rootine Juice, um 150 Euro (über rootine-life.com).

DANCE BREAK

Eine Tanzeinlage regt dazu an, angestaute Emotionen durch die Bewegung zur Musik besser zu verarbeiten. Plus für die Stimmung: zahlreiche Endorphine und eine erhöhte Serotonin-Produktion.

BUCH

Sich in Balance blättern: „Liquid Horizon: Meditations on the Surf and Sea“ von Daniel Fuller, Rizzoli, 50 Euro

AUSZEITEN

Leichter gesagt, als getan – wer dies nicht von Anfang an etabliert hat, befindet sich nun seit über einem Jahr im Hamsterrad der Überlastung. „Leider müssen Frauen im Regelfall in gleichen Positionen mehr leisten als Männer“, sagt Dr. Harry König, Leiter des Brenners Medical Spa in Baden-Baden. Er erklärt weiter: „Der Begriff der Work-Life-Balance ist veraltet. Es gibt nur ein Leben, also auch nur eine Life-Balance. Die Arbeit gehört schon immer zum Leben dazu. Der Fokus sollte demnach vielmehr auf der ganzheitlichen Betrachtung des Lebens und dessen Balance liegen“, so der Experte.

Um dieses Gleichgewicht wiederzufinden, empfiehlt sich eine Bestandsaufnahme. Einleitende Fragen hierzu könnten lauten: Fühle ich mich ausgeglichen? Was fehlt mir? „Wichtig ist zu erkennen, ob man sich selbst über Leistung definiert. Es geht vor allem darum, was Sie schaffen können, nicht darum,was Sie, Ihre Vorgesetzten oder sonst wer von Ihnen erwarten“, sagt Coach Lakaemper. Gerade bei der Selbsteinschätzung neige man oftmals zur Übertreibung: Alles ist schlecht, alles muss anders werden, und zwar sofort. Wer etwa mehr in Bewegung kommen möchte und sich von null auf 100 vornimmt, ab sofort jeden Morgen eine Stunde zu joggen, wird voraussichtlich eher zur eigenen Frustration beitragen, als sich besser zu fühlen. Schritt eins lautet also: Reality Check. Dabei sollte man so umfassend vorgehen wie möglich: angefangen bei der körperlichen und mentalen Gesundheit, dem Privatleben, dem Beruf bis hin zur Zukunftsvision. Hat man sich dann den eigenen Status quo vor Augen geführt, empfiehlt sich eine Art Wunschzettel: Was soll anders werden und wie? „Hier ist es wichtig, nicht nur alles Negative aufzulisten. Das fällt uns oft leichter, als das Positive zu benennen. Fragen Sie sich also auch: Was soll genauso bleiben, wie es ist?“, rät Dr. König. Dieser Wunschzettel dürfe uneingeschränkt alles enthalten, was einem in den Sinn kommt – wenn alles möglich wäre, was würde hier stehen? Pandemie, Finanzielles, der zeitliche Aufwand sind dabei erst mal außen vor. ❯

„Man muss den Mut haben, Zeit für sich einzufordern.“

DR. HARRY KÖNIG

Nach der Bestandsaufnahme und dem Wunschzettel folgt Schritt drei: die Umsetzungsliste, am besten sortiert nach Priorität. Julia Lakaemper erklärt: „Hier ist die Frage, wie man den Bedürfnissen in kleinen Schritten nachgehen kann. Nichts passiert von heute auf morgen.“ Sollten körperliche und gesundheitliche Ziele auf dem Wunschzettel stehen, empfiehlt sich ein Gesundheitscheck beim Hausarzt. Dieser könne, so Dr. König, auf einen eventuellen Mangel an Nährstoffen oder auf mögliche Ernährungsfehler hinweisen. Wer sich mehr Zeit für sich wünscht, solle damit anfangen, diese aktiv einzufordern – bei sich selbst. Persönlichkeiten wie Bill Gates, Warren Buffet und Oprah Winfrey machen es vor: Sie tragen sich pro Woche konsequent mindestens fünf Stunden Me-Time in den Kalender ein. Ein solcher Termin mit sich selbst gibt nicht nur Struktur, sondern hilft auch dabei, die Auszeit konsequent wahrzunehmen. „Man muss den Mut haben, diese Zeit für sich einzufordern – sonst kann das auch in einer physischen und psychischen Katastrophe enden“, warnt der Mediziner.

Wie diese Auszeit dann individuell aussieht, ist jedem selbst überlassen. Ein Rat lässt sich aber universell aussprechen: Weg mit dem Handy! Seit Begriffe wie „Digitale Depression“ (das Phänomen, dass digitale Medien uns unglücklicher machen) sich etabliert haben, versucht man mit Trends wie „Digital Detox“ (oder auch Smartphone-Auszeit) gegenzusteuern. Mit gutem Grund: Studien zeigen, dass hochfrequente elektromagnetische Felder sich bei der Nutzung von Mobiltelefonen nachteilig auf die Entwicklung der Gedächtnisleistung von bestimmten Gehirnregionen auswirken können. „Auch um eine Abhängigkeit zu vermeiden, sind Smartphone-Pausen essenziell. Und sind wir ehrlich: Niemand muss 24 Stunden am Tag erreichbar sein“, sagt Dr. König.

Erreichbarkeit ist also auch ein Stichwort für die neue Life-Balance: Jeder kann selbst entscheiden, wie, wann und für wen er oder sie verfügbar sein möchte. Wer seine Routinen ändern will, sollte dies außerdem mit einem Gefühl der Selbstliebe tun. Sich Vorwürfe zu machen, ist nicht förderlich. Ziel sollte es sein, sich selbst wieder ein Lächeln aufzusetzen – und die neue Zufriedenheit so fest zu verankern, dass weder eine private noch eine globale Krise sie ins Wanken bringen kann.

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Face-Favorit

WOHLBEFINDEN FÜRS GESICHT 1 Spendet Feuchtigkeit und beruhigt gestresste Haut: „Collagen Spray“ von Venya, um 50 Euro 2 Klärende Gesichtsreinigung mit frischer Minze und Zitronenmelisse: „The Tonic“ von Just Bee Nice, um 27 Euro 3 Schützt die Haut vor blauem Licht und damit vor intensiven Bildschirmzeiten: „Hydra-Essentiel Brume hydratante multi-protection“ von Clarins, um 29 Euro 4 Von den Techniken der ästhetischen Medizin inspiriertes Serum für eine intensive Korrektur aller (Sorgen-)Falten: „Time Filler Intensive“ von Filorga, um 69 Euro 5 Pflegendes Gesichtsöl, das gestresster Haut neue Kraft verleiht: „Renewing Face Oil“ von Om:se, um 85 Euro

Sunshine

SELBSTSCHUTZ-FAKTOR

1 Schützt und pflegt mit Vitamin E: „Stay Outside Lotion“ von Beauté Pacifique, um 40 Euro

2 Hinterlässt ein seidiges Gefühl auf der Haut: „Extra-Care Non-Greasy Sunscreen“ von Paula’s Choice, um 24 Euro

3 LSF 100 für sensible Sonnenanbeter: „Actinic Control MD Sun“ von Eucerin, um 27 Euro

4 Für den täglichen Bedarf: „Pigmentierter Sonnenschutz“ von Naturkosmetik München, um 29 Euro

5 Mineralischer Sonnenschutz ohne schädliche Chemikalien: „Gentle“ von Arc Suncare, um 25 Euro

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Körpergefühl

SELFCARE VON KOPF BIS FUSS

1 Erfrischend mit Grapefruit und Rhabarber: „Cactus Verbene Duschgel“ von L’Occitane, um 15 Euro

2 Peeling mit Totes-Meer-Salz und wärmender Ingwerschale: „Ginger Body Scrub“ von Origins, um 43 Euro

3 Personalisiertes Pflegeöl für Haut und Haar: „Hair and Body Oil“ von Yours Truly, um 38 Euro

4 Natürliches Deodorant mit Eukalyptus: „Vinofresh“ von Caudalié, um 12 Euro

5 Unterstützen den Glow von innen: Kollagen-Trinkampullen von Elasten, Monatspackung um 99 Euro

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Ziel sollte es sein, sich selbst wieder ein Lächeln aufzusetzen – und die neue Zufriedenheit fest zu verankern