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HAU(P)TSACHE STRAFF!


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petra - epaper ⋅ Ausgabe 7/2022 vom 02.06.2022

Was tun für ein starkes Bindegewebe?

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Bildquelle: petra, Ausgabe 7/2022

Oft wird es nur im ästhetischen Zusammenhang gesehen. Denn wenn wir an Bindegewebe denken, kommt vielen sofort ein Gedanke: Cellulite. Die fiesen kleinen Dellen, die sich vor allem auf Po und Oberschenkeln bilden. Dabei ist Bindegewebe so viel mehr. Es ist das am häufigsten vorkommende Gewebe in unserem Körper, das, was ihn zusammenhält und ihm die Form gibt. Ohne könnten wir uns nicht bewegen, denn ob Knochen, Bänder oder Sehnen, sie alle bestehen aus Bindegewebe. Es umhüllt jedes Organ, jeden Muskel, jede Faser.

Man kann es sich wie eine netzartige Matrix vorstellen, die andere Gewebe miteinander verbindet, ihnen Festigkeit und Elastizität verleiht. Und es hat sogar noch viel mehr Funktionen:

Da es mit den Blutadern und dem Lymphsystem verbunden ist, versorgt es Organe und andere Gewebe mit Nährstoffen und transportiert Schadstoffe ab. Es ist also, neben Leber ...

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... und Niere, auch für die Entgiftung des Körpers zuständig. Sogar unsere Abwehr beeinflusst es, denn in ihm befinden sich viele weiße Blutkörperchen, die Teil unseres Immunsystems sind. Es fit und gesund zu halten ist daher nicht nur eine Frage der Optik.

NACHHILFE VON INNEN

Mit bewusster und gesunder Ernährung können wir einiges für unser Bindegewebe tun. Um das wichtige Kollagen (z.B. in „dermatoLoges“) herzustellen, benötigt der Körper Vitamin C und Eiweißbausteine, also Aminosäuren wie Lysin. Sie sind enthalten in Hülsenfrüchten wie Erbsen, Linsen, Milchprodukten, Soja sowie in Rindfleisch. Ebenso wichtig: die Versorgung mit Vitamin D, mit Zink und Magnesium, um einem Mangel vorzubeugen, daher regelmäßig die Speicher auffüllen (z.B. mit „Diasporal“). Die Botenstoffe versorgen uns nicht nur mit Energie, sondern regulieren auch den Auf- und Abbau von Gewebe. Um das Muskel-Wachstumshormon Somatropin zu aktivieren, sollte unser Blutzuckerspiegel über Nacht niedrig sein. Das Stichwort lautet: Dinner-Cancelling!

Welche Bindegewebs-Typen existieren? Und von welchem sprechen wir, wenn es um unsere Haut geht?

Es gibt drei Arten. Embryonales Bindegewebe, aus dem sich Gewebe entwickeln, spezialisiertes in Knorpel, Knochen, Fett und Blut sowie faseriges. Der Typ, der unsere Haut beeinflusst, ist das faserige Bindegewebe.

Darin sind Zellen und Fasern, die unsere Haut dehnbar machen. Es ist die Zwischenschicht zwischen der eigentlichen Haut mit ihren verschiedenen Schichten und den darunterliegenden Strukturen. Es wird unterteilt in lockeres und straffes Gewebe.

Wie beeinflusst es unsere Haut?

Lockeres Bindegewebe ist sehr wasserhaltig und hat locker angeordnete Fasern, elastische und kollagene. Das straffe ist hingegen widerstandsfähig, in ihm sind mehr kollagene Fasern.

Was bedeutet das genau?

Starkes Bindegewebe trägt zu einem schönen, straffen Hautbild bei. Die Haut leiert nicht so schnell aus, man sieht Falten im Gesicht schlechter und erst später. Straffes Bindegewebe an den Beinen ist außerdem super wichtig zum Schutz vor Krampfadern, Besenreisern und Dehnungsstreifen.

Gibt es noch weitere Einflüsse?

Ausgeleiertes Bindegewebe kann zudem die Funktion unserer inneren Organe beeinflussen und die Flexibilität der Blutgefäße verringern.

NACHHILFE VON AUSSEN

Der Verjüngungs-Prozess der Haut verlangsamt sich mit dem Älterwerden, da immer weniger Kollagen gebildet wird.

Daher gilt es beim Beauty-Doc vor allem, die Kollagenbildung neu anzuregen. Alles, was auf der Haut und in der Unterhaut einen Reiz auslöst, fördert diese und führt so zu einer verjüngt aussehenden Haut. Das funktioniert freilich nur, wenn die Maßnahmen regelmäßig erfolgen, ähnlich wie beim Gang ins Fitness-Studio. Es gibt mehrere Methoden:

RADIOFREQUENZ-NEEDLING wird vorwiegend an Gesicht und Hals angewendet und bei Dehnungsstreifen am Körper.

Dabei werden dünne Nadeln in unterschiedlicher Tiefe in die Haut eingebracht. Anschließend wird innerhalb von Millisekunden ein Wärme-Impuls (Radiofrequenzenergie) über die Nadelspitzen abgegeben. Die Energie-Impulse helfen, die Kollagen-Produktion anzukurbeln. Wirksam gegen kleine Fältchen an den Wangen, Lachfältchen und über der Oberlippe. Noch effektiver ist das RF-Needling in Verbindung mit einer Eigenblut-Therapie, auch Vampir-Lifting genannt.

Kosten: 200 bis 600 Euro. Wie oft? Ca. alle drei Monate.

THERMAGE Bei der Behandlung wird bestimmten Hautpartien mit einem speziellen Gerät kontrolliert eine hochfrequente Menge Radiowellen zugeführt. Die entstehende Hitze bewirkt, dass sich die körpereigenen Kollagenfasern zusammenziehen und so die Neubildung der Fasern angeregt wird. Kosten: ab 1750 Euro. Wie oft? Alle 2 Jahre.

MINIMALINVASIVE THERAPIE

Dabei werden die Septen – das sind die Bindegewebs-Stränge, die zwischen Muskelfasern und Haut durch das Fettgewebe an Oberschenkeln und Gesäß verlaufen – durchtrennt, die Oberhaut entspannt sich. Damit es nicht wieder zu Eindellungen kommt, wird mit Hyaluron oder Eigenfett unterspritzt. Achtung, aufwendig.

So können Krankheiten wie vergrößerte Hämorrhoiden, eine Absenkung der Gebärmutter oder Inkontinenz entstehen. Sogar Rückenprobleme, wenn man muskuläres Bindegewebe und die Faszien dazunimmt.

Wovon hängt straffes oder schwaches Bindegewebe denn vor allem ab?

Die Fasern und die Grundsubstanz bestimmen die Festigkeit. Und die ist größtenteils genetisch bedingt. Die Fasern haben unterschiedliche Eigenschaften, bei straffem Gewebe enthalten sie mehr vom Struktur-Protein Kollagen. Kollagen hat eine große Zugfestigkeit, sodass die Fasern Druck aushalten und Halt geben.

Elastische Fasern haben hingegen weniger Kollagen, sie wirken – bildlich gesprochen – wie ein Gummiband.

Das brauchen wir in den Arterien und in der Lunge, damit sie sich ausdeh-nen können. Und auch in der Haut, wenn wir ein paar Kilo zunehmen.

Wie entsteht Bindegewebsschwäche, auch Cellulite genannt?

Cellulite ist vergleichbar mit einem Tuch, in dem einzelne Stellen nach unten ziehen. Diese Einziehung entsteht, weil es Faserstränge gibt, die straff sind, und wiederum umliegende, die nicht so straff sind. Dazwischen kann dann Fettgewebe nach vorn ploppen und die Haut erhöhen.

Warum haben rund 90 Prozent der europäischen Frauen ein Problem mit Cellulite, Männer aber nicht?

Das liegt an der Gewebestruktur und den weiblichen Hormonen, die die Fettspeicherung begünstigen. Männer haben grundsätzlich strafferes Bindegewebe. Bei ihnen bilden die Fasern des Bindegewebes ein dichtes Netz, was für Spannkraft sorgt und die Einlagerung von Wasser und Fett erschwert. Das Bindegewebe von Frauen hingegen verfügt über dehnbare Zwischenräume, in denen sich Wasser und Fett leichter ansammeln können. Außerdem verlaufen die Fasern parallel. Das heißt: Im Zellzwischenraum werden mehr Fettzellen angelagert, die das lockere Netz durchdringen.

Wie können wir Frauen die Straffheit dennoch positiv beeinflussen?

Straffheit ist angewiesen auf einen stabilen Organismus. Wenn man beispielsweise durch Diäten ständig zuund abnimmt, wird die Haut dauernd überdehnt und irgendwann so ausgeleiert, dass sie schlaff wird. Ein stabiles Gewicht ist also wesentlich, gesunde Ernährung und Sport helfen. Dass die Haut mit dem Alter dennoch etwas schlaffer wird, der Verjüngungsprozess immer langsamer, weil wir weniger Kollagen produzieren, ist allerdings ein Prozess, den wir verlangsamen, aber nicht aufhalten können.

INTERVIEW GABRIELE RICKE