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HAUSGEMACHT, frisch & oft vegetarisch


Slow Food Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 4/2021 vom 27.07.2021

Slow Food für Eilige

Artikelbild für den Artikel "HAUSGEMACHT, frisch & oft vegetarisch" aus der Ausgabe 4/2021 von Slow Food Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Slow Food Magazin, Ausgabe 4/2021

Falafeln im Fladenbrot schmecken auch Fleischessern ? wobei Kichererbsen- Bällchen aus industrieller Produktion E-Zusatzstoffe enthalten, die Slowfoodies wiederum nicht schmecken.

Fast Food, warmes Essen zum kleinen Preis und raschen Verzehr, setzte sich in den vergangenen acht Jahrzehnten auf der ganzen Welt durch. Doch neu ist die Idee nicht. Schon in der Antike gab es Imbisse, die hungrige Passanten quasi im Vorübergehen mit Bratfisch, gesüßtem Gerstenkuchen und gefüllten Feigenblättern versorgten. Die ersten Vorläufer der heutigen Schnellrestaurants fanden Archäologen in Pompeji: Garküchen, in deren schmale Theken Mulden für Eintöpfe oder Getreidebrei eingelassen waren.

Heute sind Schnellrestaurants ein fester Bestandteil des modernen Ernährungsalltags. Doch während sich in früheren Zeiten das schnelle Essen auf den Verzehr der Speisen bezog, gilt die Schnelligkeit heute auch für die Zubereitung. Von der Bestellung bis zum Erhalt des Essens vergehen in den Fast-Food-Ketten in der Regel ...

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... weniger als zehn Minuten. Möglich wird das durch den intensiven Einsatz von oftmals tiefgekühlten industriellen Fertigprodukten und dem weitgehenden Verzicht auf frische Lebensmittel. Ob Döner, Burger, Pizza, Hotdog oder Pommes – all diese nicht nur bei vielen jungen Konsumenten so beliebten Schnellgerichte schmecken weltweit aufgrund der standardisierten Rezepte gleich, in vielen stecken außerdem billiges Fleisch aus Massentierhaltung sowie künstliche Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker. »Gut, sauber und fair« – dieser Slow-Food-Philosophie werden sie definitiv nicht gerecht.

Was ist drin? Oft zu viel! Dass sich »slow« und »fast« beim Essen nicht zwangsläufig ausschließen, zeigen die in den letzten Jahren aufgekommenen Schnellrestaurants und Imbissstände der zweiten Generation, die »Fast-Good-Food« anbieten: Burger, Bratwürste oder Döner mit Fleisch aus artgerechter Haltung und frischen Zutaten, die von lokalen Produzenten stammen. Erfreulich: Viele Kunden sind bereit, für eine Currywurst in Demeter-Qualität mit hausgemachter Sauce und einem Vollkornbrötchen etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Denn immer mehr Menschen erwarten auch in Schnellrestaurants gesündere, ethisch einwandfreie und umweltverträgliche Nahrungsmittel.

Pflanzlich basierte Fleischersatzprodukte sind auch beim Fast Food deutlich auf dem Vormarsch. Bestes Beispiel ist der Trend-Veggie-Burger von »Beyond Meat«, der 2019 von den USA auch auf den deutschen Markt kam. Die vegetarischen Patties bestehen größtenteils aus Soja- oder Erbsenproteinen, Fetten wie Rapsöl oder raffiniertem Kokosöl und Rote Bete. Das ist wahrscheinlich besser für Tiere und Umwelt, aber keineswegs ganzheitlich gut. Belastbare Zahlen liegen noch nicht vor, pflanzliche Zutaten wie Soja kommen vielfach aus Monokulturen. Doch wie fleischfreie Schnitzel, Frikadellen und Würstchen enthalten sie viele künstliche Zusatzstoffe, darunter Stabilisatoren, Bindemittel, Geschmacksverstärker und Ascorbinsäure. Die besten und gesündesten Burger Patties bereitet man selbst zu – z.B. aus schwarzen Bohnen, Haferflocken, gehackten Champignons und frischen Kräutern. Fertig sind diese Patties in kaum mehr als zehn Minuten. Oder man belegt das Burgerbrötchen mit einem gegrillten Parasol. Wegen seiner fleischartigen Konsistenz wird dieser Pilz auch gerne wie ein Schnitzel paniert und ausgebacken.

Döner-Industrie

Eine gute pflanzliche Alternative zu Frikadellen, Bouletten oder Fleischpflanzl »auf die Hand« sind Falafeln – saftig-knusprige Bällchen, die mit pürierten Kichererbsen oder Favabohnen, Kräutern und Gewürzen zubereitet werden. Wird das arabische Fast Food in Pita-Brot mit Tahin, einer Sesampaste, Joghurt und Salat oder gegrilltem Gemüse angerichtet, ist es eine gehaltvolle fleischlose Mahlzeit für unterwegs, reich an Eiweiß und Ballaststoffen. Wie Falafeln gehört auch Shawarma zum klassischen Street Food der Levante. Traditionell besteht es wie Döner Kebab oder Gyros aus marinierten Fleischscheiben, die lagenweise auf einen Drehspieß gesteckt und gegrillt werden. Von diesem Fleischspieß werden jeweils die äußeren gebräunten Schichten dünn abgeschnitten und in oder auf Fladenbrot mit Joghurt und Gemüse angerichtet.

So weit, so gut. Leider stellen viele Imbissstände die Fleischspieße nicht mehr selbst her, sondern beziehen sie aus industrieller Produktion. Woher das Fleisch ursprünglich stammt, ist für den Kunden ebenso wenig nachvollziehbar wie die Zusammensetzung der Marinade. Gleiches gilt für jedes Fast Food, das tierische Produkte enthält, sei es die Bratwurst, der Hotdog, das Pulled Pork Brötchen oder der Döner. Herkunft und Verarbeitung der pflanzlichen Alternativen lassen sich oft nicht nachverfolgen. In das Geschäft mit Fleischersatzprodukten sind längst auch die Global Player, Supermärkte und Discounter eingestiegen, die nicht nur unter ihren eigenen Markennamen produzieren, sondern ihre Produkte auch von Töchterfirmen unter unbekannten Namen vertreiben lassen.

Und die Leberkäs-Semmel?

Herkunft und Qualität der Zutaten – vom Hauptprodukt über das Brot bis zu den Saucen und Gewürzen – legen fest, wie sauber, gut und fair der schnelle Bissen für unterwegs ist. Wer diese Kriterien nicht überprüfen kann, greift besser zur Leberkäs-Semmel vom Metzger seines Vertrauens. Oder bereitet sein Fast Food – ob mit oder ohne tierische Anteile – zuhause selbst zu.