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Haut in Turbulenzen


ÖKO-TEST Ratgeber Kosmetik und Wellness - epaper ⋅ Ausgabe 98/2011 vom 16.09.2011

Ist eine Haut trocken oder fettig, oder neigt sie zu Pickeln, dann braucht sie Produkte, die an die besonderen Bedürfnisse angepasst sind.


Artikelbild für den Artikel "Haut in Turbulenzen" aus der Ausgabe 98/2011 von ÖKO-TEST Ratgeber Kosmetik und Wellness. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Foto: Georg Mayer/Fotolia.com

Eines vorneweg: Die Pflege fürs Leben gibt es leider nicht, weil sich die Haut und ihre Bedürfnisse ständig ändern. Genauso wie das Leben, das wir führen. Und es ist kein Drama, wenn man trotz eingehenden Studierens der Werbebotschaften und Packungsbeilagen eine Creme kauft, die sich nicht ganz so anfühlt, wie man es sich vorgestellt hatte. Wer beispielsweise seine neue Gesichtspflege im Hochsommer zu fettig findet, der legt sie ein ...

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Eines vorneweg: Die Pflege fürs Leben gibt es leider nicht, weil sich die Haut und ihre Bedürfnisse ständig ändern. Genauso wie das Leben, das wir führen. Und es ist kein Drama, wenn man trotz eingehenden Studierens der Werbebotschaften und Packungsbeilagen eine Creme kauft, die sich nicht ganz so anfühlt, wie man es sich vorgestellt hatte. Wer beispielsweise seine neue Gesichtspflege im Hochsommer zu fettig findet, der legt sie ein halbes Jahr beiseite und benutzt sie im Winter weiter, wenn die Haut eine reichhaltigere Pflege will.

Um die richtige Pflege zu finden, sind vor allem zwei Dinge wichtig. Zum ei- nen: der Hauttyp. Spannt die Haut sehr, schuppt sie vielleicht sogar, sind die Poren kaum sichtbar und das Gesicht glanzlos? Dann sind das Zeichen für eine trockene Haut. Wird die Haut dagegen schnell ölig, sind die Poren im Gesicht deutlich sichtbar und ärgern Mitesser und Pickel, spricht das für eine fettige Haut. Normale Haut da gegen spannt im Laufe eines Tages nicht, wird aber auch nicht ölig glänzen. Sie kommt mit Temperaturwechseln gut zurecht und neigt weder zu Rötungen noch zu Flecken. Anders die sensible Haut: Sie reagiert auf äußere Faktoren wie UV-Licht oder Kosmetika mit Rötungen, Juckreiz oder anderen Irritationen. Und sie trägt die Seele gern zu Markte. Zum Beispiel, indem sie bei Aufregung rote Flecken bildet.

Doch auch ein Hauttyp ist nicht immer der Gleiche. Deshalb gehört zur Wahl der richtigen Gesichts pflege immer ein Blick auf die Lebens umstände. Wer zum Beispiel viel in klimatisierten Büros arbeitet, oft fliegt oder mit der Bahn unterwegs ist, braucht eine gute Feuchtigkeitspflege, weil die Luft in solchen Räumen eher trocken und feuchtigkeitsarm ist. Auch das Älterwerden verändert die Ansprüche der Haut. Deshalb ist es sinnvoll, selbst die Lieblingscreme ab und an auf den Prüfstand zu stellen.

Foto: Miljan Mladenovic/Fotolia.com

ÖKO-TEST rät

■ Nicht zu häufig baden und duschen, und die Wassertemperatur nicht zu heiß einstellen. Das alles greift den Schutzmantel der Haut an.
■ Beim Baden auf Schaumbäder verzichten, Ölbäder sorgen für Rückfettung.
■ Fürs Gesicht eignen sich beispielsweise tensidfreie Reinigungsöle. Duschlotionen mit Zuckertensiden reinigen gut und lassen die Haut in Ruhe.
■ Regelmäßiges Cremen mit reichhaltigen Wasser-in-Öl-Emulsionen tut der Haut gut. Pflanzenöle und -wachse werden von der Haut aufgenommen; sie stärken ihren natürlichen Schutzmantel. Die natürlichen Fette glätten die Haut, geben verloren gegangenes Fett und auch Feuchtigkeit zurück. Künstliche Silikonöle und Paraffine integrieren sich nicht so gut ins Gleichgewicht der Haut.
■ Glycerin, Urea, Milchsäure und Hyaluronsäure befeuchten die trockene Haut.
■ Die Haut vor Wind und Kälte mit fettreichen Cremes schützen. In der Sonne einen UV-Schutz auftragen.

Trockene Haut

Trockene Haut kann angeboren sein oder sich aus normaler Haut entwickeln. Sie wirkt durch kleine abgelöste Hautschuppen rau und matt, und kann spannen, jucken und fleckig aussehen. Ob trocken oder normal, das hängt vor allem mit dem Wasserhaushalt zusammen. Bei normaler Haut kann die oberste Schicht, die Hornschicht, etwa 10 bis 20 Prozent Wasser speichern. Liegt der Anteil darunter, wird die Haut als trocken wahrgenommen. Der trockenen Haut fehlt Fett und ganz besonders Feuchtigkeit.
Ursache: In Herbst und Winter neigt die Haut besonders zu Trockenheit. Niedrige Luftfeuchtigkeit und Wind entziehen ihr viel Feuchtigkeit. Auch Sonnenstrahlen können die Haut austrocknen; das Alter spielt ebenfalls eine Rolle. Je älter wir werden, desto trockener wird die Haut, weil die Talgdrüsen weniger Fett produzieren. Dazu kommen Körperpflegerituale, die zwar gut für die Stimmung und das Wohlbefinden sind, der Haut aber eher schaden. Lange heiße Bäder, mit reichlich Badezusatz zum Beispiel, oder häufiges Duschen und Waschen mit Seife oder Syndets trocknen die Haut zusätzlich aus. Denn leider entziehen heißes Wasser und Seife oder Duschgel der obersten Hautschicht Fette, und dann kann sie Feuchtigkeit schlechter speichern.

Bei Neurodermitikern fehlen körpereigene Substanzen, die Wasser in der Oberhaut binden. Dadurch wird die Haut sehr trocken. Folge: Sie schuppt und juckt.


Foto: Life Art

Empfindliche Haut: Neurodermitis

Trockene, schuppige Haut, quälender Juckreiz und wund gekratzte Haut: Drei bis vier Millionen Menschen in Deutschland leiden an Neurodermitis, Tendenz steigend. Jedes fünfte Kleinkind ist davon betroffen. Bei den meisten klingt die Neurodermitis wieder ab. In der Pubertät sind 70 Prozent der Betroffenen frei von Symptomen, meist ist die Erkrankung bis zum 30. Lebensjahr weitgehend ausgestanden. Bei einem Drittel der Menschen, die als Kinder an Neurodermitis litten, kann die Krankheit aber auch im Erwachsenenalter wieder ausbrechen. Denn Neurodermitis lässt sich nicht heilen, nur lindern.
Ursache: Bei gesunder Haut geben Talgdrüsen ständig Fett ab, das die Haut geschmeidig hält. Bei Neurodermitikern arbeiten die Drüsen nur eingeschränkt, die Schutzfunktion des Talgs ist gering oder gar nicht vorhanden. Ihnen fehlen körpereigene Substanzen, die Wasser in der Oberhaut binden. Dadurch wird die Haut sehr trocken. Hinzu kommt eine erbliche Neigung des Immunsystems, auf bestimmte Stoffe mit einer Hautentzündung von innen her zu reagieren. Häufig, aber nicht immer, ist Neurodermitis mit einer Sensibilisierung gegen bestimmte Allergene verbunden. Individuelle Auslöser wie Allergene, Hormone, klimatische Faktoren oder Nahrungsmittel können dann eine Neurodermitis ausbrechen lassen. Anspannung und Hektik in der Schule und im Beruf oder besonders aufregende Ereignisse gehen manchem Neurodermitiker unter die Haut und verstärken die entzündliche Reaktion. Warum die Haut auf bestimmte Reize so sensibel reagiert und was sich dabei im Körper abspielt, dafür hat die Wissenschaft noch keine Erklärung gefunden, ebenso wenig wie für das spontane Verschwinden der Symptome.

ÖKO-TEST rät

■ Wählen Sie Waschmittel und Kosmetika ohne Duftstoffe, aggressive Tenside, Emulgatoren und Konservierungsstoffe.
■ Nicht zu häufig und zu lange warm baden, das trocknet die Haut aus.
■ Ölbäder, am besten ohne Emulgatoren, wirken rückfettend. Die Haut danach nur vorsichtig trocken tupfen.
■ Lockere Kleidung aus Baumwolle, Leinen oder Seide lässt die Haut nicht so stark schwitzen. Eng anliegende Hosen scheuern besonders in den Kniekehlen. Reißverschlüsse, Knöpfe und Haken abdecken, Etiketten entfernen. Die Kleidung nach der Wäsche noch mal mit klarem Wasser durchspülen.
■ Salben mit Harnstoff (Urea) kommen zum Einsatz, wenn die Haut juckt. Allerdings kann Urea das Hautmilieu in einen alkalischen Bereich verschieben; das beeinträchtigt die Barrierefunktion der Haut. Eine gute Alternative sind Präparate mit Hyaluron- und Milchsäure.

Fettige, unreine Haut und Akne

Die Haut glänzt, besonders in der sogenannten T-Zone an Stirn, Nase und Kinn. Mitesser gedeihen in diesem Hautmilieu besonders gut. Die fettige Haut neigt von Natur aus zu solchen Unreinheiten.

Wenn sich sehr viele Mitesser in der T-Zone bilden und die Haut dort zu einer stärkeren Verhornung neigt, sprechen Mediziner von juveniler Akne. Sie kommt häufig bei Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren vor.

Entstehen daraus Pickel, Pusteln oder große, entzündliche Knoten unter der Haut, handelt es sich um Akne vulgaris. Auch Schultern, Rücken und Brust können betroffen sein. „Rund 80 Prozent aller Teenager haben mit dieser Hauterkrankung in der Pubertät mehr oder weniger ausgeprägt zu kämpfen“, sagt der Stuttgarter Hautarzt Dr. Jens Tesmann. Auch Erwachsene kann es treffen. Die Behandlung von schwerer Akne gehört in die Hand eines Hautarztes.

Ursache: Bei fettiger Haut und Akne sondern die Talgdrüsenfollikel vermehrt Talg ab. In der Pubertät stimuliert beispielsweiese die vermehrte Ausschüttung männlicher Sexualhormone die Talgproduktion. Abgestorbene Hautschüppchen ballen sich zusammen und ein Hornpfropf bildet sich, der verhindert, dass das Sekret abfließen kann. Darunter können sich leicht Bakterien vermehren, die wiederum Talg aufnehmen und entzünd liche Stoffwechselprodukte absondern.

Foto: digital vision

ÖKO-TEST rät

■ Akne kann tiefe Narben hinterlassen. Hautärzte verordnen daher heute relativ frühzeitig Medikamente, die systemisch – also von innen heraus – wirken und das Hautbild deutlich verbessern. Das können Antibiotika-Tabletten oder Kapseln mit einem Vitamin-A-Präparat sein.
■ In leichteren Fällen versprechen rezeptfreie Mittel aus der Apotheke Hilfe. Präparate mit dem Wirkstoff Benzoylperoxid wirken entzündungshemmend, dürfen aber keinesfalls mit Augen oder Schleimhäuten in Kontakt kommen, weil sie reizend wirken.
■ Aknecremes nicht nur direkt auf die Pickel, sondern auch auf die umgebende Haut auftragen. Es kann sechs bis acht Wochen dauern, bis erste Behandlungserfolge sichtbar werden.
■ Pflegesünden bei fetter Haut und Akne sind zu fettreiche Cremes. Gar nicht zu cremen ist auch keine Lösung, darauf reagiert die Haut gereizt. Empfehlenswert sind leichte Lotionen.