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Hautnah: Wie Mütter unser Leben prägen: Das hab ich von dir, Mama!


Lea - epaper ⋅ Ausgabe 20/2019 vom 08.05.2019
Artikelbild für den Artikel "Hautnah: Wie Mütter unser Leben prägen: Das hab ich von dir, Mama!" aus der Ausgabe 20/2019 von Lea. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Lea, Ausgabe 20/2019

Nicht alle Frauen werden Mütter. Aber alle Frauen sind auch Töchter – und alle Töchter haben Mütter


Du bist wie deine Mutter.“ Wenn dieser Satz fällt, ist er meist nicht als Kompliment gemeint – und selbst wenn, verstehen wir ihn nicht so. Wie die eigene Mutter sein? Das wollen wir nicht. Oder doch? Die Beziehung zwischen Mama und Tochter ist oft die engste und längste und bisweilen auch die komplizierteste. Für viele ist Mama die Beste, aber es gibt auch Frauen, die mit ihrer Mutter hadern – einige ein Leben lang.

Was für ein Verhältnis man zu seiner Mutter hat, entscheidet sich in der Kindheit. War die ...

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... Beziehung liebevoll, wirkt sich das genauso aus wie ein distanziertes Verhältnis. Aber die Verbindung geht noch tiefer: Eine Studie an der University of California belegt, dass das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter noch enger ist als bisher angenommen. Denn die Gehirnareale, die für die Emotionen zuständig sind, arbeiten bei Mutter und Tochter erstaunlich ähnlich. Daraus schlussfolgerten die Forscher, dass Eigenheiten wie etwa Sturheit nicht etwa nur anerzogen, sondern sogar vererbt werden. Schwierig wird es meist, wenn es nicht gelingt, sich von der Mutter abzugrenzen. Doch das schaffen die meisten, und bestimmte Mama-Eigenschaften sind dann nicht mehr schlimm, sondern richtig schön …


80% der jungen Erwachsenen haben mindestens einmal in der Woche Kontakt zu ihrer Mutter.


Lea-Redakteurin Andrea (40): Selbstvertrauen: „Dieses besondere Sicherer-Hafen-Gefühl möchte ich auch meiner Tochter geben“

Es ist bei mir so wie bei vielen. Je älter ich werde, desto mehr merke ich, dass ich meiner Mama ähnlicher bin als gedacht. Wir beide haben einen ziemlich langen Geduldsfaden, sind schwer aus der Ruhe zu bringen und sagen, wenn wir sauer sind, erst mal nichts mehr (was auch nichts bringt).

Als Wilma vor zwei Jahren auf die Welt kam, wurde unser Verhältnis noch ein bisschen enger. Besonders am Anfang, als ich so gar nicht wusste, wie das mit einem Baby eigentlich funktioniert, war sie diejenige, die mir immer wieder versicherte, dass ich das schon richtig mache. Es dauerte, aber irgendwann ließ ich Ratgeber Ratgeber sein. Jetzt geht’s mit dem Mamasein und Erziehen ganz gut aus dem Bauch heraus. Dass ich das kann – mir vertrauen, geduldig bleiben, liebevoll, freundlich und vor allem zugewandt sein – hab ich definitiv meiner Mama zu verdanken. So war und ist sie, seit ich denken kann. Ich hoffe, dass auch ich Wilma dieses Sicherer-Hafen-Gefühl geben kann, mit dem ich groß geworden bin: Wenn etwas ist, bin ich da. Uneingeschränkt und immer. Dafür bin ich dankbar. Und klar, Mama zu sein, ist toll, aber hin und wieder ist es auch schön, mal ganz Tochter zu sein.“

Floristin Simone (39): Bodenständigkeit: „Am Ende sind es doch immer die kleinen Dinge, die einen wirklich glücklich machen“

Blumen, Blumen, Blumen. Meine Eltern hatten eine Dorf-Gärtnerei, ich bin also quasi in Blumenerde groß geworden. Meine Mutter liebt Pflanzen. Auch wenn sie damit ihr Geld verdiente, freute sie sich wie ein Kind über jede neue Rosenart, topfte geduldig um und band mit Hingabe Sträuße. Der Betrieb war damals klein, als Familie kamen wir immer gerade so über die Runden. Aber Urlaub fiel sowieso flach, weil sich jemand um die Pflanzen kümmern musste. Für mich stand immer fest: Das will ich auf keinen Fall. Ich wollte Geld verdienen, reisen und mir alles leisten können, was ich will. Ich zog aus, studierte und bekam schließlich einen Job in einer Unternehmensberatung. Ich reiste, verdiente gut und war trotzdem unglücklich. Lange war mir nicht bewusst, wie sehr mich das alles anstrengte und wie wenig es mich erfüllte. Vor fünf Jahren ging ich zurück in meinen Heimatort. Ich habe die Gärtnerei meiner Eltern übernommen. Die Arbeit mit den Pflanzen – das bin ich.“

Corinna (50): Unerschrockenheit: „Meine Mutter hatte nie vor irgendetwas Angst“

Wer mit ihr im Auto saß, war entweder tief beeindruckt oder fürchtete um sein Leben. Sie fuhr rasant, bretterte im Italien-Urlaub durch die engsten Gassen, als hätte sie nie etwas anderes gemacht, und kam in jede Parklücke. Darüber, dass etwas passieren könnte, hat sie sich keinen Kopf gemacht. Weder beim Autofahren noch sonst. Dass das etwas Gutes ist, habe ich erst später erkannt. Als Teenager war mir ihre Streitlustigkeit, ihr ständiges Diskutieren und das Beharren auf ihrer Meinung peinlich – und ich war genervt. Heute stelle ich fest, dass ich ähnlich ticke. Unerschrocken, neugierig und offen auf Neues zugehen: Das habe ich sicher von Mama.“

Julia (42, re.): Unabhängigkeit: „Sie ist immer ihren eigenen Weg gegangen“

Aus heutiger Sicht weiß ich, dass meine Mutter es im Leben nie leicht hatte und es sich selbst auch nie leicht gemacht hat. Ich war ein Unfall, meine Mutter war gerade 18, als ich zur Welt kam. Statt ihren damaligen Freund, meinen Vater, zu heiraten, wie es ihre Eltern am liebsten gehabt hätten, wollte sie unabhängig bleiben. Gegen alle Widerstände. Sie biss sich durch die Ausbildung, arbeitete und zog mich alleine groß. Dass sie häufig so wenig Zeit für mich hatte, fand ich ungerecht, aber ich weiß mittlerweile, dass sie auch darunter litt. Was sie mir mit auf den Weg gegeben hat, ist die Stärke, auf mich zu vertrauen. Wenn ich etwas will, kann ich alles erreichen.“

Cornelia (52): Leidenschaft: „Tu, was du willst, aber tu es immer mit Liebe“

Kochen ist meine Passion, es entspannt mich, ich bin dann ganz bei mir, vergesse die Zeit. Dieses Faible kommt von meiner Mama. Denke ich an sie, sehe ich sie immer in der Küche. Wenn man das heute erzählt, klingt das ja fast negativ, aber das war es nicht. Unsere Küche war ihr Refugium, ihr Reich. Wenn sie am Herd stand, kochte und backte, war sie glücklich – und das ist sie heute noch, mit fast 80. Ich glaube nicht, dass es sie erfüllte, meine Brüder, meinen Vater und mich zu versorgen, nein, sie experimentierte, probierte aus, erschuf aberwitzige Kuchenkreationen und erfand neue Gerichte. Es schmeckte nicht immer, aber das war ihr egal. Dann gab’s eben Brot.“


Fotos: ddp images, Getty Images (4), Lea