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Hautöle selbst gemacht


Deine Gesundheit - epaper ⋅ Ausgabe 4/2021 vom 23.07.2021

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Bildquelle: Deine Gesundheit, Ausgabe 4/2021

Die natürlichen Hautöle auf pflanzlicher Basis, die der Kosmetikhandel bietet, erfüllen die Erwartungen naturorientierter Verbraucher offenbar in ganz besonderer Weise. Sie enthalten im Wesentlichen reine pflanzliche Öle – manchmal eines, Deine manchmal Gesundheit eine Mischung August/September aus Antioxidantien. 2021_23/07/2021_united Bewährt haben kiosk_20/07/2021 ein wenig Parfum bzw. ätherische mehreren – und geringe Zusätze an Substanzen, die die Produktsicherheit über den anvisierten Verbrauchszeitraum gewährleisten sollen. Reine Pflanzenöle sind nämlich – anders als Mineralöl-Derivate und Silikone, auf denen kommerzielle Kosmetiköle basieren – oxidativ anfällig, sprich sie können ranzig werden. Dagegen schützen sogenannte sich Vitamin E (in der Auflistung der Ingredienzien als „Tocopherol“ notiert) und Rosmarinextrakt („Rosmarinus Officinalis (Rosemary) Leaf Extract“), ein starkes, ...

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... öllösliches Antioxidans auf Basis eines CO 2-Extrakts aus Rosmarin. Einige stark färbende Öle wie Sanddornfruchtfleischöl oder Buritiöl geben dem Gesamtprodukt eine schöne, goldrote Farbe, Öle „korrigieren“ den produkteigenen saatigen oder leicht nussigen Geruch mancher Pflanzenöle.

Vorteile pflanzlicher Öle für die Haut

Der Vorteil nativer pflanzlicher Öle ist, dass sie in ihrer Zusammensetzung den von der Haut produzierten, eigenen Fetten sehr ähnlich sind. In den hauteigenen Fetten finden sich vor allem oxidationsstabile gesättigte Fettsäuren (Palmitinsäure, Stearinsäure, Myristinsäure) und die einfach ungesättigte Ölsäure. Die oxidativ anfällige, zweifach ungesättigte Linolsäure liegt vorwiegend in gebundener Form vor. Die in der Kosmetikwerbung oft ausgelobten Ceramide sind hauteigene fettartige Stoffe, die u. a. auf Linolsäure basieren. Pflanzenöle bieten der Haut exakt die Substanzen an, die sie selbst herstellt: Neben oben genannten hautphysiologischen Fettsäuren sind dies fettlösliche Vitamine (vor allem Tocopherole und Tocotrienole), antioxidativ wirkende Carotinoide, schützende Phytosterole und Lecithine sowie andere Begleitstoffe, die auch in der Haut produziert werden und dort wichtige Funktionen einnehmen.

Welche Öle eignen sich für Ihre Haut?

Was wenige wissen: Ein Gesichtsöl lässt sich zuhause einfach selbst herstellen, und dieses muss den Vergleich mit den oft hochpreisigen Kaufprodukten in keiner Weise scheuen. Qualitativ einwandfreie pflanzliche Öle bietet der Naturkosthandel in Bioläden und Reformhäusern. Auch im gut sortierten Lebensmittelhandel finden Sie einige hochwertige Öle, die nicht nur köstlich schmecken, sondern auch der Haut gut tun. Neben dem bekannten Olivenöl eignen sich u. a. Mandelöl, Aprikosenkernöl, Traubenkernöl, Sonnenblumenöl, Mohnöl, Macadamianussöl, Sesamöl, Kokosöl, Weizenkeimöl und das hochpreisige Arganöl. Die meisten Speiseöle sind wunderbare Hautpflegeöle. Nachtkerzenöl, Wildrosenöl oder Granatapfelsamenöl sind kosmetische Kostbarkeiten, die manche Firmen in Apotheken, Bioläden und Reformhäusern anbieten.

Was schützt vor Oxidation?

Soll man frische Öle zusätzlich mit Tocopherol anreichern, um sie vor Oxidation zu schützen? In kommerziellen Ölen ist es doch auch enthalten? Mein Rat: Tun Sie es nicht! In unseren im Handel erworbenen Ölen ist in der Regel bereits durch den Hersteller ein Zusatz von ca. 0,01–0,02 % Tocopherol erfolgt, oft kombiniert mit Rosmarinextrakt oder einem fettlöslichen Vitamin C-Derivat. Ergänzen wir zu diesem Öl weiteres Tocopherol, kann dieses sogar prooxidativ wirken. Das bedeutet: Das Tocopherol löst gerade die Prozesse aus, die es an sich hemmen sollte.

So mischen Sie sich Ihre eigenen Hautöle

Damit Sie an Ihrem eigenen, selbst hergestellten Hautöl Freude haben, möchte ich Ihnen einige Tipps und Hinweise geben.

1. Wählen Sie Öle, die Sie im wahrsten Sinne des Wortes gut riechen können. Naturbelassene Pflanzenöle haben einen mehr oder weniger ausgeprägten charakteristischen Geruch; nicht alle riechen für jede Nase angenehm.

2. Achten Sie darauf, eine Ölmischung herzustellen, die wenig anfällig für oxidative Prozesse ist: Ein ranziges Öl riecht nicht nur unangenehm, sondern kann durch seine Abbauprodukte Irritationen auslösen. Optimal ist ca. ein Drittel des Öls mit Jojobaöl zu speisen. Jojobaöl, aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung ein flüssiges Wachs, hat die Eigenschaft, oxidativ emp- findliche Öle zu „stabilisieren“. Sie ranzen deutlich langsamer und bleiben länger frisch. Jojobaöl bekommen Sie bisweilen im Bioladen, in jedem Fall im Onlinehandel in Shops, die sich auf Rohstoffe für die Kosmetikherstellung spezialisiert haben. Auch manche Ölmühlen haben ihr Sortiment um diese „kosmetischen Exoten“ erweitert. 

3: Verwenden Sie Ihr individuelles Pflanzenöl bevorzugt als Nachtpflege. Was auch immer Sie im Internet lesen: Pflanzenöle bieten keinen nennenswerten Schutz vor UV-Strahlen, im Gegenteil: Ihre ungesättigten Bindungen werden durch Sauerstoff und UV-Licht schnell angegriffen. Sparsam nachts aufgetragen erhält die Haut wertvolle Bausteine für eine intakte Hautbarriere und kann Feuchtigkeit besser halten. Damit verbunden ist auch mein Rat, nur kleine Mengen anzumischen, die Sie in ca. vier Wochen aufbrauchen können.

Welches Öl für welchen Hauttyp?

Nun möchte ich Ihnen einige konkrete Ölmischungen vorschlagen, die sich für unterschiedliche Hautsituationen eignen. Allen gemeinsam ist das Jojobaöl, das die Haltbarkeit verbessert und zudem durch seinen dezenten Geruch eine spätere Beduftung z. B. mit ätherischen Ölen leichter macht. Ich habe immer drei Öle kombiniert. Dies ist nicht zwingend. In der Mischung haben Sie jedoch ein breites Spektrum an Fettsäuren abgedeckt. Sie können alle Öle in einem Glas oder einer Schüssel mischen oder Sie geben sie direkt in eine Flasche. Letzteres ist manchmal einfacher zu realisieren, da Sie sehen, bis wohin Sie die Flasche füllen können, damit sie nicht überläuft. Es ist übrigens nicht zwingend notwendig, die Öle zu wiegen – hier reicht Ihr Augenmaß.

So lagern Sie Hautöle richtig

Aus meiner Sicht ist es am besten, kleine Mengen eines Gesichtsöls anzumischen und es in vier Wochen aufzubrauchen. Lagern Sie die Flasche ruhig bei Zimmertemperatur in Ihrem Badezimmer, in keinem Fall jedoch in praller Sonne.

Für den noch besseren Duft

Auf Wunsch können Sie zu allen Ölen ein ätherisches Öl oder eine Mischung ergänzen. Für Gesichtsöle haben sich 1 Tropfen ätherisches Öl auf 10 g Pflanzenöle bewährt, in Körperölen sind 2 Tropfen pro 10 g Pflanzenöle gängige Praxis. Wer sensible Haut hat und schnell auf Duftstoffe reagiert, sollte sie niedriger dosieren oder ganz auf Duft verzichten. Ich selbst arbeite gerne mit meiner eigenen Ätherisch-Öl-Mischung, von der ich ca. 3 Tropfen auf 50 g einplane.

Sollten Sie Sanddornfruchtfleischöl im Handel finden: Dieses fantastische Öl gibt jeder Ölmischung mit wenigen Tropfen eine wunderbare frische, orangene Farbe. Zudem steckt es voller Carotinoide und Vitamin E. Sanddornfruchtfleischöl ist zudem ein Öl, das Sie aus regionalem Anbau erhalten; der Sanddorn wird u. a. in Norddeutschland kultiviert.

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Ausprobieren!

Heike Käser, studierte Kunsterziehung, Germanistik und Pädagogik. Ihre Erfahrungen in der Konzeption und Herstellung von Naturkosmetik fundierte sie ab 2006 durch Recherchen und Kontakte mit Fachleuten. Das Verständnis hautphysiologischer Zusammenhänge und Wirkprinzipien ist Kern ihres Naturkosmetik-Konzepts, das sie seit 2010 unter der Marke Olionatura ® publiziert. Sie ist Autorin mehrerer Fachbücher zum Thema Naturkosmetik und arbeitet als freiberufliche Dozentin und Beraterin. Auf der Webseite Olionatura.de von Heike Käser erhält man ausführliche Informationen über die Herstellung von Naturkosmetik zuhause, die Beschreibung einzelner Öle in ihrer Wirkung bei bestimmten Hautsituationen und Tipps zur Kombination.