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Hecht mit Herzrasen


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Blinker - epaper ⋅ Ausgabe 120/2022 vom 11.11.2022

DEADBAITING

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Jeder Angler, der schon einmal eine abtauchende Pose beobachtet hat, kann die Emotionen hinter diesem Foto nachvollziehen. Genau diese Spannung macht das Hechtangeln mit Köfi und Pose aus!

Oft hatte ich schon das Glück, einigen der besten Hechtangler Deutschlands beim Fischen mit Pose und totem Köderfisch über die Schulter blicken zu können. Dabei habe ich erfahren, wie unglaublich spannend diese Methode ist und wie das Herz anfängt zu pochen, wenn plötzlich die große Pose Fahrt aufnimmt. Durch Beobachtung der Spezialisten konnte ich mein Hechtangeln in kurzer Zeit deutlich verbessern und schnell erste Meterfische über den Kescher führen. Die Grundlagen des Posenangelns auf Hecht möchte ich nun mit Ihnen teilen, damit auch Sie diesen Winter (und nächsten, und übernächsten …) Erfolge feiern können.

VERGESSEN SIE DIE BERÜHMTE ZIGARETTENLÄNGE!

Die Posenmontage zum Hechtangeln ist denkbar einfach und universell einsetzbar. Die Standard-Montage besteht aus einer 25 bis 50 g tragenden Pose (je nach Ködergröße) mit innerer Schnurführung, die nach oben von einem verschiebbaren ...

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... Schnurstopper auf die richtige Tiefe eingestellt wird. Mit einem Olivenblei von etwas mehr als der Hälfte der Posentragkraft wird das Ganze austariert. So grob bloß? Klar, wir angeln nicht auf sensible Zander. Dem Hecht ist es egal, wenn er beim Biss Widerstand spürt. Über dem großen Wirbel wird eine Gummiperle auf die Hauptschnur aufgezogen, da sonst das Blei den Knoten mit der Zeit beschädigen könnte. Sobald das Vorfach eingehängt wurde, ist die gesamte Montage schon einsatzbereit!

Eine zuverlässige Montage für schnelles Anschlagen ist das Drillingssystem (siehe Bastelanleitung auf S. 20). Im Gegensatz zum Einzelhaken hat der Hecht hierbei immer einen Haken im Maul, egal wie er den Köderfisch packt. Solch ein System muss aber auf die Größe des Köders abgestimmt sein, weshalb Selberbauen angesagt ist. Das ist nicht nur einfach, sondern auch günstig! Selbst wenn man hochwertiges Stahlvorfach und die besten Haken verwendet, spart man im Gegensatz zu fertigen Montagen eine Menge Geld. Vergessen Sie bitte die berühmte „Zigarettenlänge“ bis zum Anhieb. Das war zwar zu Großvaters Zeiten noch Gang und Gäbe, ist aber völliger Unfug! Sobald die Pose anfängt zu wandern, nimmt man stattdessen sofort die Rute in die Hand, schließt den Bügel, kurbelt langsam die lockere Schnur ein, bis man den Fisch in der Rutenspitze spürt, und schlägt an. Das alles dauert nur wenige Sekunden. Der Fisch hat keine Zeit, die Montage tief zu schlucken – und nur so bleibt das schadlose Hakenlösen möglich. Denken Sie also bitte an die Sicherheit der Fische und warten Sie nicht zu lange. Zwei wichtige Tipps zum Hakenlösen: 1.) Kompliziert sitzende Haken schneidet man mit dem Seitenschneider klein, um sie einfach zu entfernen. Langes „rumdoktern“ am Fisch muss vermieden werden. 2.) Greifen Sie niemals mit der Hand in das Hechtmaul, da die Zähne messerscharf sind!

WIR MÜSSEN ZUM HECHT, NICHT UMGEKEHRT

Kleinere Gewässer kann man ausgezeichnet vom Ufer befischen. Ohne genaue Gewässerkenntnisse empfiehlt es sich, die klassischen Hechtstellen, wie Brücken, Spundwände, Bootsanleger, umgestürzte Bäume, Schilfgürtel und Entenfütterstellen zu befischen. Anstatt sich jedoch auf einem Platz auszuruhen, sollte man möglichst viele Stellen abangeln. Obwohl Hechte echte Jäger sind, so muss unser Köderfisch in ihrer Nähe sein, um uns schnellen Erfolg zu ermöglichen. Wir müssen zum Hecht – deshalb ist leichtes Gepäck angesagt. Während man an den offensichtlichen Top-Stellen auch mal mehrere Stunden ausharren sollte, kann man ansonsten getrost nach spätestens 2 Stunden weiterziehen und woanders sein Glück versuchen.

Um einen Platz vom Ufer effektiv abfischen zu können, sollte man den Köderfisch zunächst frei treibend anbieten. Diese Präsentation deckt nämlich schlichtweg eine größere Fläche ab. Bei Wind haucht die Wellenbewegung dem toten Köderfisch zusätzlich noch etwas Leben ein.

Wie tief sollte man den Köder anbieten? Da man nie genau weiß, wie tief die Hechte stehen, muss man hier regelmäßig variieren. Im Winter würde ich bei ca. 60% der Wassertiefe anfangen und mit der Zeit immer tiefer stellen, bis man den Grund erreicht. Da kann man den Köder auch mal längere Zeit liegen lassen. So auch bei zu starker Strömung, in der unsere Pose schnell forttreiben würde: Hier sollte man die Montage übertief einstellen und einfach auf Grund fischen.

Trotzdem ist meine Tendenz, den Köder oberhalb des Hechts anzubieten, sofern möglich. Wie seine Maulstellung verrät, erkennt ein Hecht Beute über ihm besser, als Beute, die sich unter ihm befindet. Also sollte eher flacher geangelt werden als zu tief.

Das Doppeldrillingsvorfach in 8 Schritten

RICHTIG ANKÖDERN: WAAGE-RECHT MUSS ER STEHEN!

Was genau wir dem Hecht anbieten, ist variabel. Generell funktioniert fast jeder tote Fisch. Rotaugen und kleine Brassen sind ausgezeichnete Köderfische, egal ob frisch oder aus dem Gefrierschrank. Viele Hechtangler schwören auch auf Meeresfische wie Makrelen, Heringe und Stinte, da sie einen sehr starken Geruch besitzen. Ich habe schon mit all diesen Ködern Hechte gefangen, also probieren Sie sich einfach aus.

Fischt man vom Ufer im Mittelwasser, wird ein Drilling in den Rücken und einer ins Maul des Fischchens gestochen. Bei kleinen Ködern eignet sich auch ein einzelner Drilling nur im Rücken. Wichtig ist, dass unser Köder waagerecht im Wasser steht. Besitzen die Köderfische trotz der Haken noch zu viel Auftrieb, kann man die Schwimmblase durch den After mit einer Ködernadel durchstechen und die Luft herausdrücken.

HABEN SIE SCHON MAL MIT KÖDERFISCH GESCHLEPPT?

Eine weitere Methode zum Köderfischangeln, die in Deutschland sehr wenig praktiziert wird, ist das Schleppangeln vom Boot. Da reicht auch schon ein kleines Ruderboot. Beim Schleppangeln wird der tote Köderfisch sehr langsam hinter dem Boot hergezogen, wodurch er sich ansprechend bewegt. Vor allem große Gewässer kann man so gut absuchen, was mit einem Echolot noch unterstützt wird. Beim Schleppangeln sticht man auch einen Drilling ins Maul und einen in die Rückenflosse, aber genau andersherum wie bei der Mittelwasser-Montage. So schwimmt er mit dem Kopf voran, was natürlicher wirkt. Die Rute legt man im Boot so ab, dass sie bei einem Biss nicht über Bord gehen kann, ideal sind Bootsrutenhalter. Da man ständig mit einem Hänger rechnen muss, sollte die Rollenbremse oder der Freilauf geöffnet sein. Das hat auch beim Biss den Vorteil, dass der Fisch mit dem Köder stehenbleiben kann, ohne großen Widerstand zu spüren. Durch variieren der Schleppgeschwindigkeit wird die Bewegung des Köders kontrolliert. Das plötzliche Abtauchen der Pose zeigt den Biss an. Jetzt ist es wichtig, das Boot anzuhalten, bevor man Kontakt aufnimmt und schließlich anschlägt.

ABRIEBFESTIGKEIT IST DAS A UND O: GEHEN SIE NIE UNTER 0,30 MM!

Ob vom Ufer oder vom Boot: Das Gerät zum Hechtangeln mit der Pose ist überall gleich. Wer keine spezielle Köderfischrute hat, kann getrost auch Karpfenruten mit einer Länge von 3,60 bis 3,90 m und Wurfgewichten zwischen 60 und 130 g (2 bis 3 lbs Testkurve) verwenden. Achten Sie darauf, dass die Rute eine ausreichende Anzahl von Ringen hat (mindestens 8), damit die meist lockere Schnur gut entlang des Blanks geführt wird. Welche Rolle Sie benutzen, ist zweitrangig. Die Größe muss zur Rute passen und sie sollte stabil sein, da sie große Fische zu bewältigen hat und nicht selten im Dreck liegt.

Hechte sind nicht nur kampfstarke Fische, sondern bevorzugen auch Bereiche mit viel Vegetation oder anderen problematischen Hindernissen. Die Schnurstärke darf bei Monofilen deshalb 0,30 mm niemals unterschreiten. Bitte beachten Sie, dass die Tragkraft nicht so entscheidend ist wie die Dicke. Diese und auch die Abriebfestigkeit bestimmen nämlich, wie widerstandsfähig die Schnur ist, wenn Sie mit Hindernissen in Berührung kommt. Eine 0,35 mm Monofile ist optimal.

Zur weiteren Grundausstattung gehören ein großer Karpfenkescher, eine Abhakmatte und das richtige Lösewerkzeug. Letzteres ist absolut unverzichtbar!

Es kommt nämlich nicht selten vor, dass man Fischgrößen fängt, die schonend zurückgesetzt werden sollten beziehungsweise müssen. Zum einen können dies untermaßige Hechte sein, aber auch große, wichtige Laichfische. Die Erfahrung zeigt, dass man mit Köderfischen im Schnitt sogar größere Hechte fängt als mit Kunstködern.

Wenn Sie also diesen Winter mit der Pose losziehen und meine Tipps berücksichtigen, haben Sie gute Chancen, einen großen Hecht und vielleicht sogar einen Meterhecht an den Haken zu bekommen. Wenn das passiert, dann garantiere ich Ihnen Herzrasen!