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Heilung über die Fußsohle


Happy Way - epaper ⋅ Ausgabe 4/2021 vom 09.09.2021

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Bildquelle: Happy Way, Ausgabe 4/2021

Der vielleicht wichtigste Bereich unseres körpers fristet in unserer kultur ein kümmerliches Dasein. Verpackt in dicke Socken und festes Schuhwerk, sehen unsere Füße nur als Ausnahme mal das Tageslicht und bekommen auch nur selten Berührungen ab – sie haben gefälligst zu funktionieren. Wir haben Wichtigeres zu umsorgen: unsere kopfschmerzen zum Beispiel, unsere Schlafstörungen, die dauernde Müdigkeit und den Stress, Menstruations- oder Verdauungsbeschwerden, und nicht zu vergessen die elenden Nackenschmerzen am Morgen. Was, wenn … Ja, was wäre, wenn das alles Geschichte sein könnte, sobald wir uns nur mal mit den endpunkten unseres körpers, unseren Füßen beschäftigen würden?

Denn hier laufen tausende von Nervenenden und Sensoren zusammen, die mit anderen Bereichen unseres körpers verbunden sind. Wenn man hier gekonnt die richtigen ecken drückt und massiert, dann freut sich der körper an anderer ...

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... Stelle darüber und gesundet. So das Versprechen der Fußreflexzonenmassage.

Die Ägypter wussten es schon vor 4 000 Jahren

In anderen Teilen der erde schwört man darauf schon seit Jahrtausenden. Die älteste Aufzeichnung einer Fußreflexzonenmassage ist über 4 000 Jahre alt! Die alten Ägypter hatten um 2 330 vor Christus an die Wand einer Grabkammer in Sakkara einen ägyptischen Arzt gemalt, der seinen patienten zur Genesung die Füße massiert. Auch in anderen Teilen Afrikas, bei Hinterlassenschaften der Maya und Inka, der Ureinwohnern Nordamerikas und fast ausnahmslos in allen kulturen Asiens finden sich Hinweise auf die Fußreflexzonenmassage. Die Füße, so heißt es etwa im Ayurveda, spiegeln den ganzen Menschen und gesamten kosmos, an den Füßen seien therapeutische Anwendungen deshalb besonders wirkungsvoll. padabhyanga heißt die indische Fußreflextherapie.

Und dann gibt es natürlich noch die Traditionelle Chinesische Medizin, TCM. Um unsere Lebensenergie Qi zu erhalten, müssen die Energiebahnen im Körper, die Meridiane, frei fließen, heißt es. Tun sie das nicht, werden wir krank. Entspannen oder aktivieren lassen sich die Meridiane durch Akupunktur, Akupressur, Moxibustion (eine punktuelle Hitzeanwendung) oder eben durch die Massage entsprechender Meridianpunkte. Es gibt sie überall am Körper, aber an den Fußsohlen finden sich besonders viele von ihnen. Am großen Zeh ist ein Punkt, der mit unserem Kopf in Verbindung steht, am Übergang zur Ferse ein Bereich, der mit unserem Darm zusammenhängt.

Das klingt für westliche Mediziner gewöhnungsbedürftig. Bis ins 20. Jahrhundert wollte man hier nichts davon wissen. Erst als ein USamerikanischer HNO-Arzt nach einer Asienreise das Konzept der Chinesen aufschrieb und erfolgreich bei seinen Patienten anwendete, horchte man auf. Dr. Fitzgerald entwarf eine erste Kartografie der Füße, mit ein paar Veränderungen ist es noch heute die gebräuchliche beim Massieren der Fußreflexzonen (eine vereinfachte Version siehst Du rechts).

Alles, was Du brauchst, sind Deine beiden Hände

Das Schöne an dieser Therapie: Jeder kann sie zu Hause ausprobieren, bei sich oder bei einem lieben Menschen. Denn die Technik ist denkbar einfach und man hat alles, was man dafür benötigt, jederzeit parat: zwei Hände.

Du beginnst Deine Massage am besten damit, dass Du Deine Füße wäschst und pflegst. Feuchtigkeitscreme eignet sich gut, aber natürlich auch Massageöl: Lavendel ist beruhigend, Orange anregend, Mandelöl geht immer. Benutz gern, was für Dich am besten riecht und was Dich in eine gute Stimmung versetzt. Die Füße sollten zur Behandlung warm sein – sind sie gerade besonders kalt, machst Du vielleicht zur Vorbereitung noch ein Fußbad.

Setz Dich im Schneidersitz hin und nimm den einen Fuß auf das Knie des anderen Beines. Oder Du legst den Fuß auf einem Kissen vor Dir ab. Knete den Fuß nun von den Zehen bis zur Ferse durch, das schaltet die Sohle auf Empfang. Deine Fußsohle ist ein Abbild Deines Körpers, von oben nach unten. Der Kopfbereich ist bei den Zehen, die Lunge kurz drunter, die inneren Organe sind gemäß Anordnung im Körper in der Mitte der Sohle zu finden, Richtung Ferse kommen der Darm und die Geschlechtsorgane, an der Ferse das Becken. Der rechte Fuß ist für Deine rechte Körperhälfte zuständig, der linke Fuß für die linke Körperhälfte.

Hast Du ein bestimmtes Beschwerdebild, das Du behandeln willst? Such Dir den dazu passenden Punkt auf der Fußsohle in der Abbildung rechts raus. Leidest Du zum Beispiel unter Verdauungsbeschwerden, liegt der für Dich wesentliche Bereich in der Innenseite der Fußsohle, von Sohlenmitte bis Ferse.

Wenn Du richtig drückst, spürst Du, dass sich was löst

Nun drückst Du mit der Spitze Deines Daumens den betreffenden Bereich. Langsam steigerst Du den Druck, durchaus bis an eine gerade noch zu ertragende Schmerzgrenze, es soll ja auch was bewirken. Tut es etwas weh, aber kannst Du noch entspannt dabei bleiben, und hast Du das Gefühl, als würde sich was lösen, dann ist der Druck genau richtig. Den Druck hältst Du etwa 20 Sekunden lang, zähl ruhig mit. Anschließend lässt Du ebenso langsam wieder locker. Stell Dir dabei vor, Du würdest langsam ein Gaspedal drücken, und anschließend wieder lockerlassen.

Ist die zugeordnete Fläche – wie beim Darm – größer als eine Daumenspitze, setzt Du imaginär mehrere Daumendrückpunkte nebeneinander und bearbeitest einen nach dem anderen. Wichtig ist, dass Dein Fingernagel nicht ins Gewebe piekst, Du solltest nur den Daumen spüren.

Lass Dir Zeit für die Anwendung, besonders immer wieder für die Zunahme und die Abnahme des Drucks. Die Kraft kommt dabei nicht aus dem Daumengelenk – sonst ermüdest Du schnell – sondern aus dem Unterarm.

Und, auch das ist wichtig: Der Daumen arbeitet nie allein am Fuß. Auch die weiteren Finger greifen, dann hat der Daumen einen wesentlich besseren Halt. Die andere Hand ist ebenfalls im Einsatz, sie dehnt den Fuß, schließlich sind die Reflexzonen nicht direkt unter der Oberfläche, und so erreichst Du sie leichter.

Bist Du mit einem Bereich fertig, dann streichst Du ihn zum Abschluss noch einmal der Länge nach aus, gern mit immer geringer werdendem Druck, bis es ein Streicheln wird.

Goodbye Kopfschmerzen, tschüss Übelkeit, adé Atemnot

Hast Du Kopfschmerzen, dann behandle auf der Fußsohle den Reflexpunkt vom Gehirn und massiere anschließend die gesamte große Zehe, da finden sich die Punkte für die Kopfhaut, den Nacken und die Halswirbelsäule. Ist Dir übel oder leidest Du unter einem Völlegefühl, dann behandle mit Drücken den Bereich des Magens. Den Lungenbereich kannst Du Dir vornehmen, wenn Du Atembeschwerden hast oder Husten. Bei Menstruations- und Wechsel- jahresbeschwerden drückst und massierst Du die Innen- und Außenknöchel.

Braucht Deine Seele Streicheleinheiten, fühlst Du Dich erschöpft und ausgelaugt, dann kann es nie schaden, den Reflexpunkt des Solarple- xus, unseres Sonnengeflechts, zu behandeln. Er liegt mittig im oberen Drittel der Fußsohle, zwischen der gezeichneten Leber- und der Nierenfläche. Bist Du verspannt im Kreuz, dann bearbeite die innere Seite Deiner Fußsohlen von unten nach oben. Dort verlaufen die Reflexpunkte der Wirbelsäule. Bemerke, wie ähnlich die Innenkante Deines Fußes und Deine Wirbelsäule geformt sind – erstaunlich, oder? Das Große steckt im Kleinen. Übertrage die Zonen der Wirbelsäule in Gedanken, auf Fersenhöhe liegt die Zone des Steißbeins, am Gelenk des großen Zehs der Nacken. Die Schultern – sollten sie mal verspannt sein – findest Du übrigens direkt gegenüber, an der Außenkante der Füße, unter dem kleinen Zeh.

Die Niere entgiften, den Darm anregen

Hast Du nun aber keine spezifischen Schmerzen, willst Dir aber trotzdem eine Reflexzonen- massage gönnen, dann machst Du vielleicht eine Rundumbehandlung. Nach dem Aufwärmen bearbeitest Du, wie eben beschrieben, an der Innenkante der Füße die Wirbelsäule, anschließend die Niere, um den Körper zu reinigen und den Säure-Basen-Haushalt auszugleichen, daraufhin den Darm, da ein gut funktionierender Darm jedem Organismus guttut, die Leber, um den Körper zu entgiften, und zuletzt den Magen, um die Aufnahme von Nährstoffen zu optimieren.

Du behandelst immer erst den einen Fuß komplett und anschließend den anderen komplett. Bist Du mit beiden fertig, dann gönnst Du Dir zum Abschluss noch den Ausgleichsgriff. Dafür streichst Du mit der linken flachen Hand am Innenschenkel des rechten Beines von der Fußsohle bis zum Knie hoch, und zeitgleich mit der rechten Hand am Innenschenkel des linken Beines vom Knie zur Fußsohle hinunter. Wechsel, nun links hoch und rechts runter streichen. Wiederhole das ein paar Mal. Die Füße bleiben daraufhin zum Ausklang noch ein paar Minuten erhöht liegen.

Nach einer Fußreflexzonenmassage bist Du wahrscheinlich erst mal ein bisschen erschöpft, zufrieden müde (wirkt auch super bei Einschlafproblemen kurz vor dem zu Bett gehen) und seelisch ausgeglichen. Und Deine eventuellen Schmerzen sind weniger geworden.

Dass es funktioniert kann man sogar messen

Kann das Drücken der Fußreflexpunkte tatsächlich Schmerzen im Körper lindern? Über die Meridiane regt es die Durchblutung der entsprechenden Organe an, und gut durchblutete Organe können sich leichter selbst heilen, so die Theorie. Die guten Erfahrungen, die so viele schon damit gemacht haben, sprechen eine deutliche Sprache, aber es gibt auch handfeste Zahlen und Beweise.

Immerhin eine Handvoll Studien kann man Skeptikern inzwischen unter die Nase halten. So konnten Forscher der Universität Innsbruck beweisen, dass eine mehrwöchige Behandlung der Nierenreflexzone an der Fußsohle die Durchblutung der Niere deutlich steigert. Und eine Studie der Uni Jena beweist, dass Arthrosepatienten signifikant von einer Reflexzonen- Behandlung der Kniezone auf den Fußsohlen profitieren können: nach sechs Wochen waren die Schmerzen der Probanden um 60 Prozent verringert, und die Beweglichkeit ihrer Gelenke hatte sich um 12 Prozent gesteigert.

Nebenwirkungen hat die Fußreflexzonenmassage übrigens keine. Es gibt nur wenige Fälle, in denen Du es lassen solltest: bei diabetischem Fuß oder Arthrose im Fuß, Rheuma, fiebrigen Infektionen und sicherheitshalber während der Schwangerschaft – denn irgendwo auf der Sohle ist auch der Reflexpunkt, der Wehen auslöst. Trifft all das nicht auf Dich zu, darfst Du loslegen. Warum nicht jetzt gleich? Die Entschuldigung, dass es Wichtigeres zu tun gibt, gilt nicht, seitdem Du weißt, dass Dein ganzer Körper davon profitieren würde. Und anschließend wirst Du in jeder Hinsicht wieder ungewohnt fest im Leben stehen, auf Deinen beiden wunderbaren Füßen.